Hoher Gehalt an Pflanzenschutzmitteln und Varroaziden

  • Die amerikanischen Forscher Christopher A. Mullin, Maryann Frazier, James L. Frazier, Sara Ashcraft, Roger Simonds, Dennis vanEngelsdorp und Jeffery S. Pettis gehen dem Bienensterben/CCD nach und erforschen die Ursachen für die massenhaften Verluste.


    Ihre nun veröffentlichte Studie aus dem März 2010 lautet:


    High Levels of Miticides and Agrochemicals in North American Apiaries: Implications for Honey Bee Health


    Hoher Gehalt an Pflanzenschutzmitteln und Varroaziden: Implikationen für die Gesundheit der Bienen


    Sie haben in 887 Proben (Bienen, Wachs, Pollen, etc.) über 121 verschiedene Pflanzenschutzmittel gefunden.


    60 % der Pollenproben enthielten mindestens ein systemisches Pflanzenschutzmittel.
    47 % der Proben enthielten die Milbenbehandlungsmittel Fluvalinate und Coumaphos (hierzulande unter Perizin bekannt).


    Außerdem wurde das Fungizid Chlorothalonil in Konzentrationen bis zu 99 ppm (parts per million) in Pollenproben gefunden. Die Insektizide Aldicarb, Carbaryl, Chlorpyrifos und Imidacloprid, die Fungizide Boscalid, Captan und Myclobutanil, sowie das Herbizid Pendimethalin.


    Das Wachs und die Mittelwände waren zu 98% mit Fluvalinate (bis zu 204 ppm) und Coumaphos (94 ppm). Im Durchschnitt fanden sich im Wachs sechs verschiedenen Pflanzenschutzmittel bis zu einem Maximum von 39 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln.


    Weniger Pestizide wurden in adulten Bienen und der Brut gefunden, außer den Fällen, wo Vergiftungen mit Permethrin (20 ppm) and Fipronil (3.1 ppm) gefunden wurden.


    Der Schluß daraus ist:


    The 98 pesticides and metabolites detected in mixtures up to 214 ppm in bee pollen alone represents a remarkably high level for toxicants in the brood and adult food of this primary pollinator.


    Die 98 verschiedenen Pestizide und deren Metaboliten (Abbaustoffe) die in Mischungen bis zu 214 ppm (parts per million) allein in Pollen gefunden wurden, repräsentieren ein bemerkenswert hoher Gehalt an Giften im Futter der Brut und der adulten Bienen dieses wichtigen Bestäubers.


    Die Untersuchungen laufen in diese Richtung weiter!
    Pflanzenschutzmittel + Varroazide.



    Zum Nachlesen (auf Englisch):


    http://www.plosone.org/article…71%2Fjournal.pone.0009754



    Direkter Link zur vollständigen Studie (PDF):
    http://www.plosone.org/article/fetchObjectAttachment.action;jsessionid=A9DAF848BD6B5A6E740C11B6CD52B795?uri=info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0009754&representation=PDF


    Die Studie sollte sich jeder ansehen, weil darin die Tabellen mit den Funden aufgeführt sind.


    Freundliche Grüße


    Bernhard

  • Danke Bernhard,
    so etwas kam jetzt richtig gut!
    Nachdem ich hören musste das Sabi(e)ne und auch Drohn seine Bienen verloren haben, und ich noch nach den richtigen Worten des Beileides suche (ich bin einfach schockiert) bereite ich gerade einen kleinen Vortrag für Freitag im Imkerverein vor. Da ist das ein Super Beweis und Diskussionsgrundlage.


    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Hier auf der Folie 15+16:



    Schaut euch mal die Rückstände an:
    http://maps.yourgmap.com/v/c_17w_Bienenvergiftungen.html



    Bernhard