Angeordnete Varroabehandlung

  • die einzelnen Kassen sind meines Wissens strikt getrennt.


    Hallo Zusammen,
    das kann ich für BW bestätigen. Wir sind die letzten 10+ Jahre Beitragsfrei gewesen und ich hoffe es bleibt noch ein weilchen so. Denn würden Beiträge erhoben wäre das auf einen erhöhten AFB-Befall zurück zu führen. Denn nur bei amtl. abgetöteten Völkern bei der AFB wird bezahlt.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Klaus,


    dann bemühe ich ein anderes Beispiel.


    Wenn bei mir eine Unterrichtsstunde so richtig in die Hose geht, habe ich zwei Möglichkeiten.
    1. Die Schüler waren Schuld. Die hatten keinen Bock, die hatten Stress in der Pause, sind ausgepowert von der Klassenarbeit in der Stunde vorher, es war zu heiß oder zu kalt oder sonst ein Einfluss für den ich nichts dafür kann.
    2. Ich kann überlegen, was ich nicht beachtet habe. Konnte ich sie nicht motivieren, habe ich den Stress, den sie in der Pause hatte ignoriert, interessiert es mich nicht, was sie vorher in der Stunde hatten usw. Oder war ich einfach schlecht vorbereitet.
    Es bleibt aus meiner Erfahrung fast immer der Schluss über, eigentlich habe ich selbst versagt.


    Du brauchst nicht darauf eingehen. Deine mögliche Antwort wäre vielleicht: da muss die Schulaufsicht her, der die Schüler besser erziehen müsste, der die Aufsicht in der Pause besser organisiert, der den Lehrer der vorhergehenden Stunde anhält, die Schüler weniger unter Druck zu setzen oder den lieben Gott massregelt ein gemäßigtes Klima herzustellen.:wink:


    Vielleicht fällt mir auch mal ein Beispiel aus der Medienbranche ein.


    Gruß
    Werner

  • Werner, dein erstes Beispiel kann ich dir auch kurz erklären, warum es nicht auf die Bienen angewendet werden kann. Auch wenn eine grundsätzliche Diskussion eigentlich egal ist, wir müssen unsere Bienen ja nicht behandeln (also kein Behandlungszwang).


    Unsere soziale Sicherung basiert auf drei Wirkungsprinzipien: Versicherungsprinzip, (gegen ein bestimmtes kalkuliertes Risiko), Versorgungsprinzip (besondere Risiken werden durch Steuern getragen) und Fürsorgeprinzip (Sozialhilfeprinzip).
    Bei allen Impfungen, die der Staat empfiehlt, greift das Versorgungsprinzip. Das bedeutet, dass wenn deine Schüler gegen FSME geimpft werden und der Staat (Land) was auch immer empfiehlt diese Impfung, dann muss bei evtl. Impfschäden, nur bei diesen, der Staat die Kosten übernehmen. Wenn die FSME Impfung gar nicht anschlägt, muss eine evtl. Krankheit nicht vom Staat bezahlt werden. Hoffe ich konnte ein wenig Licht in die Sache bringen. Das ist aber die Sozialesicherung durch unsere Sozialgesetzbücher, in denen die Tierhaltung nicht einbezogen ist. Menschen und Tiere sind vor dem Staate eben nicht gleich. Tiere sind Sachen, werden aber als solche nicht behandelt.


    Aber bevor dieses Diskussion ausufert, woher wir denn Geld bekommen würden, muss wiederholt erwähnt werden, es gibt keine Zwangsbehandlung.


    LG
    Dominik

  • Hallo HUbert,
    es war aber auffällig, das die Beitragsfreiheit für Bienenvölker aufhörte, nachdem die Schweinepest grassierte.
    Woher kamen denn vorher die Summen für Entschädigungen und Kosten (irgendwo habe ich mal was von mehreren zehntausend Euronen je AFB-Fall gelesen)?
    Von den anderen Beitragszahlern, oder?
    Kann sein, das sich da was geändert hat, bin nicht auf den Laufenden.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Auch wenn eine grundsätzliche Diskussion eigentlich egal ist, wir müssen unsere Bienen ja nicht behandeln (also kein Behandlungszwang).


    Hallo Dominik,
    entschuldige, dass ich hier trotzdem noch mal nachhake:
    Gilt dann der §15 der Bienenseuchenverordnung nur für die dummen Schafe unter den Imkern?
    http://www.gesetze-im-internet…seuchv/BJNR005940972.html
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

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  • Hallo Eisvogel,


    ja da hast Du recht ($15Abs.1), aber was ist "behandeln"? Ich behandele mein Holz mit Holzschutzmittel, andere legen die Hand auf, wenn sie Kopfschmerzen heilen sollen. Dann gibt es verschiedene Gruppen von Menschen die Handeln in dem sie beten...hat alles mit Händen zu tun!
    Steht nirgends wo mit was behandelt werden soll, auch nicht das es zugelassene Medikamente sein müssen!
    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Hallo Eisvogel,

    Hallo Dominik,
    entschuldige, dass ich hier trotzdem noch mal nachhake:
    Gilt dann der §15 der Bienenseuchenverordnung nur für die dummen Schafe unter den Imkern?
    http://www.gesetze-im-internet…seuchv/BJNR005940972.html
    Gruß Eisvogel



    Ich hatte mich da unverständlich geäußert, ich meinte im Sinne des ersten Posts, mit Aufsicht des Amtsveterinärs zum Stichtag (was natürlich auch im Einzelfall passieren kann). Aber diese Verordnung hatte ich auch noch nicht durchgelesen, danke für den Link!


    Dominik

  • Hallo Frank,
    es steht auch irgendwo, dass nur mit zugelassenen Mitteln behandelt werden darf, deshalb gab es in BW vor zwei Jahren Ärger, weil 82%ige AS benutzt wurde. Handauflegen Kapuzienerkresse usw. also nicht erlaubt. In Sachen Viehseuchenkasse und Zahlungen bei Faulbrut ist das ja nicht das gelbe vom Ei. Es wäre schön, wenn im Gebiet Hegau und Rottweil das Problem endlich saniert würde.


    http://www.lvwi.de/bienen_seuchenstand.html?&no_cache=1


    Bei uns geht das viel schneller. Wir und unser Nachbarverein sind da wohl besser. Es ist auch der Grund weshalb die Bienenstände bei uns kartiert werden und nicht, weil einer mal einen Varroabehandlungspubs gelassen hat.
    Ihr diskutiert um Kaisers Bart. Übrigens, in Erlassen heißt soll - muss.


    Gruß
    Remstalimker
    Beamter a. D.:p

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Frank,
    es steht auch irgendwo, dass nur mit zugelassenen Mitteln behandelt werden darf...


    ... und genau die Stelle konnte mir noch keiner zeigen! Es wurde zwar mal auf das Tierarzneimittelgesetz verwiesen, doch ist AS85% nicht als Medikament zugelassen, und somit greift das Tierarzneimittelgesetz nicht... AS darf ja aus diesem Grund nicht im Bestandsbuch eingetragen werden!


    ... verrückte Welt!


    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Hallo Klaus,


    was macht eigentlich die Imkerschule? Ist das eigentlich dein Projekt?


    Nachdem Du dich politisch so für die Ausbildung der Imker und die angeordnete Varroabehandlung eingesetzt hast, bist Du ja quasi vorbestimmt dazu, eine Imkerschule zu gründen und zu betreiben. :daumen:


    Ich kann jedenfalls nicht erkennen, dass Du diese Politik vorher betrieben hast, um Dir selbst eine Kundschaft anzulegen.


    Wer hält denn die Unterrichtsstunden? Nachweislich qualifizierte Imkergrößen, die seit Jahren keine nennenswerten Verluste aufweisen?


    Wo kann ich mich denn einschreiben? Das Nilpferd und sein Krokodil müssen nochmal die Schulbank drücken.


    Bernhard

  • Klar ist das mein Projekt. Läuft und fängt ganz bescheiden hier an: http://www.imkerschule-bonn.de/fileadmin/data/Imkerkurse.pdf
    Die eigentliche Idee war, daß ich zuviele Anfragen hatte von Leuten, die gerne mit der Imkerei anfangen wollen und sich in den Imkervereinen der Umgebung nicht wohl fühlen. Außerdem hatte ich schon die ganze Zeit den einen oder anderen Anfänger, den ich betreut habe. Zwei oder drei Personen nebenher, das ist kein Problem. Aber mittlerweile sind es eben immer mehr Interessenten und das muß irgendwie organisiert werden. Das von mir genutzte Gelände ist dazu hervorragend geeignet. Mein Nachbar ist Jäger und stiftet das Saatgut für 4ha ehemalige Schießbahnen.


    Ich habe das so angelegt, daß ich den interessierten Personen mein Grundkonzept erläutere. Wem das nicht paßt, der muß eben draußen bleiben. Ich habe eine strikte Altersgrenze gezogen und verlange von den Leuten, daß sie sich auf eine Imkerei von mittelfristig 20 - 50 Völkern bzw. nach oben offen orientieren.


    Irgendwo habe ich ja schon gelegentlich meine Überzeugung verdeutlicht, daß wir zwar 2 Millionen Bienenvölker gebrauchen können, dafür aber nicht 2 Millionen Imker brauchen.


    Qualifizierte Imker, die sich daran beteiligen, gibt es genug. Da gibt der DBIB genug her. Es sind sogar imkerlich versierte Personen mit dabei, die den Anfängern betriebswirtschaftliches Denken und Kalkulieren beibringen. Wir haben ja mehr als genug Imker, die den mühsam erzeugten Honig ihrer Bienen verramschen.


    Und was einen positiven oder negativen Qualifikationshintergrund betrifft, so ist ja bekannt, daß man auch aus negativen Erfahrungen lernen kann. So gebe ich ja auch meine Verlusterfahrungen des letzten Jahres dahingehend weiter, daß ich mich zu sehr auf die Qualität der eigenen Behandlung verlassen habe und die Nachbarschaft nicht berücksichtigt habe. Nur zur Erinnerung: http://www.imkerschule-bonn.de/fileadmin/img/Panoptikum/


    Das hier http://www.ksta.de/html/artikel/1246883827854.shtml ging auf einen Imker zurück vom gleichen Kaliber wie der aus dem Panoptikum-Ordner. Da sind letztes Jahr 25 Völker abgefackelt worden, weil es nur noch Faulbrut-Stufe 2 sowie Völker mit ausgebrochener Faulbrut an dem Stand gab. Da kann sich jeder hier im Forum ausrechnen, wie lange die FB da schon vor sich hin geköchelt hat. Wer es nicht glaubt, kann den Vorsitzenden des KIV anrufen, Nummer gebe ich auf private Anfrage weiter. Und momentan gibt es wieder so einen etwas seltsamen Fall einer Anfängerin, die Völker der Kategorie 2 hat. Bei der Herkunft der Völker ist es aber klar, daß es nicht von dem Ursprungsimker stammen kann. Da wird jetzt intensiv die Umgebung durchforstet, denn die Anfängerin hatte unter Anleitung ebenfalls gut und hygienisch einwandfrei gearbeitet.


    Aber Bernhard, Du magst Dich beruhigen. Ich werde mein Engagement i.S. Imkerschein und Angeordnete Varroabehandlung zurückfahren, da ich entdeckt habe, daß man von der Blödheit der Imker viel besser leben kann. Künftig werde ich jedes Jahr Kunstschwärme importieren und weiterverkaufen und auch nicht mehr danach fragen, ob jemand überhaupt dafür qualifiziert ist. Ich werde jedem erzählen, daß es die böse Agro-Industrie ist, die an allem schuld ist und daß der arme kleine Hobbyimker überhaupt keine Schuld hat, da er ja schon alles seit 50 Jahren so macht und daß es deshalb nicht falsch sein kann.


    Und aus dem Gewinn der Kunstschwarmverkäufe stifte ich einen Preis, den ich "Die Goldene Varroamilbe" nennen werde und den wir den besten Varroa- und Faulbrutzüchtern verleihen wollen. Die Idee kam übrigens auch aus dem DBIB. Über meinen eMail-Verteiler habe ich schon zu Einsendungen von Fotos ähnlicher Bienenstände aufgerufen ähnlich dem, den ich in Buschdorf entdeckt habe.


    Also Bernhard, Du brauchst Dir keine Mühe zu machen, Du siehst, ich schwenke ganz auf Deine Linie ein, daß die böse Agro-Industrie an allem schuld ist.


    Gruß, Klaus

  • Moin, Moin aus Hamburg ,
    schade Klaus. Du fängst immer richtig gut an und wenn man gerade anfängt das Gute in der Sache zu sehen und Du einem richtig sympatisch wirst, dann beisst Du um Dich und gibst einem das Gefühl der letzte Idiot zu sein und das Du der einzige Imker auf Gottes Erden bist,der fähig ist Bienen zu betreuen.
    Vielleicht hast Du ja auch recht :roll: aber meinst Du wirklich, das diese Art der Selbstdarstellung wirklich richtig ist :roll:
    Das paßt aber vielleicht auch in das von Dir vermittelte Bild: Du brauchst keinen und alle brauchen Dich.
    Vielleicht hat das außer Dir auch noch keiner erkannt.


    Zitat

    Und aus dem Gewinn der Kunstschwarmverkäufe stifte ich einen Preis, den ich "Die Goldene Varroamilbe" nennen werde und den wir den besten Varroa- und Faulbrutzüchtern verleihen wollen.


    Nach diesem Zitat

    Zitat

    da ich entdeckt habe, daß man von der Blödheit der Imker viel besser leben kann


    werden wir ja der von Dir ausgelobte Preis der "Goldenen Varroamilbe" vermutlich sehr groß und auch in massiv Gold ausfallen. Bemessen wir den Wert Deiner Aussage über die Dummheit deiner Mitmenschen an dem materiellen Wert des von Dir gestifteten Preises. Ich nehme Dich beim Wort.


    Grüße aus dem Norden
    und ein erfolgreiches Bienenjahr 2010 wünscht Dir


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Klaus,


    und Spaß machen wird die Imkerei, wie Du sie anstrebst, wohl auch nicht mehr wirklich, soll sie wohl auch nicht. :confused: Sonst würden am Ende ja noch zu viele die Hobbaimkerei für sich entdecken.


    Altersgrenze, min. 20 Völker, alles nur nach Deinem Konzept, kein Freiraum seine eigene Linie zu finden.


    Nur gut, das Du nicht zu entscheiden hast, wie viele Imker es geben darf.:evil:


    Ich halte Bienen, um mich nach Feierabend zu entspannen, ist das schlimm für Dich? Ich imkere zwar erst seit 3 Jahren, hab aber bis jetzt noch kein Volk verloren.


    Vielleicht liegt es daran, das die Bienen nach meiner Familie das wichtigste in meinem Alltag darstellen.
    Und das alles ohne Bienenführerschein und Kalkulation.