Fangwabenverfahren

  • Hallo zusammen,
    wer hat schon Erfahrungen mit dem Fangwabenverfahren gemacht, das vom Institut Kirchhain beschrieben wird?
    http://www.llh-hessen.de/ausse…arroatose%20070508%20.pdf
    Einfache Varroabehandlung der neu zu bildenden Jungvölker? Ich empfinde das als sehr krassen Eingriff ins Bienenvolk. Ich habe mich mit der Methode noch nicht näher beschäftigt, bin aber danach von einem Anfänger gefragt worden.
    Was haltet ihr davon? Ist es für einen Anfänger geeignet, der für Ableger keinen 2. Bienenstand zur Verfügung hat, sondern diese sowieso höchstens 100m weiter weg stellen kann?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Das ist in der Tat ein heftiger, wohlzuüberlegender Eingriff. Und zur Frage, ob der Ableger am selben Stand verbleiben kann: da ist entscheidend, wie - und damit in welchem Zeitraum - die Varroabehandlung durchgeführt und abgeschlossen wird..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wentorfer () aus folgendem Grund: RSF

  • Wieso heftig,
    ich finde, das ist eine sehr chemiereduzierte und recht einfache Varroabekämpfung, wenn man mal davon absieht, dass fast das gesamte Spezialrepertoir an Fachausdrücken gebraucht wird. Das schreckt sicherlich einen Anfänger ab, wie z.B. auch mich, aber wenn man sich mal durchgekämpft hat, und sich keine Sorgen wegen der Fachausdrücke macht, dann ist das ein verständliches, logisches und einfaches Verfahren. Ob ich die Völkerteile wieder zusammenführe oder aus den entnommenen Brutwaben einen Ableger mache, kann ich mir ja immernoch überlegen. Der Ableger muss auf jeden Fall behandelt werden und dazu sollte man ihn auch von den nicht zu behandelnden Völkern wegstellen. Das kann aber kein so großes Problem sein, zwei Wochen reichen da, das merkt der Nachbargartenbesitzers ihres Onkels garnicht, in den Sommerferien ist der doch sowieso in Spanien.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der dieses Verfahren in diesem Jahr auf jeden Fall anwenden wird

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Wieso heftig,
    ich finde, das ist eine sehr chemiereduzierte und recht einfache Varroabekämpfung,


    Das eine hat mit dem anderen doch nicht zwangsläufig was zu tun. Es ist schlicht ein heftiger Eingriff in den Organismus des Bien, seine Entwicklungskurve etc. Ich sage ja nicht, dass ich das Verfahren ablehne, sondern es gut zu überlegen ist. Es ist für mich eher ein notwendiges Übel, falls ich mal mit erheblicher Varroa-Belastung umgehen müsste, was mir bislang immer erspart geblieben ist.

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Wenn der Ableger dennoch behandelt werden muss, warum nicht gleich das ganze Volk?
    Weniger Arbeit und Stress für die Bienen und den Imker...

  • Der Ableger mit der einen Wabe und Kö. wird ja eben nicht behandelt. Die Kö. sitzt auf einer offenen Drohnenbrutwabe und in der werden die Varroen "gefangen". Die dann verdeckelte Drohnenwabe rausnehmen und man hat (fast) alle Varroen draußen. Erspart beim Ableger eine Behandlung.
    Wie gesagt, ich finde den Eingriff ins Volk auch sehr heftig, deshalb die Frage, ob der "Nutzen" noch in einem Verhältnis zum "Schaden" steht. Dem Bien gehts dabei bestimmt nicht gut.

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    Gruß
    holmi

  • Wir hatten hier vor kurzem noch Berichte von 3 x AS- und 2 x OS-Behandlung hintereinander, das sind schwerere Eingriffe. Aus dem Ableger muss ich die Varronen rauskriegen, was mit Fangwaben funktionieren kann, aber bedeutet, dass ich die Fangwaben erst einmal von anderen Völkern herausnehmen muss, und dann bestimmt zwei oder drei mal im Ableger platzieren muss. Wäre chemiewaffenfrei und deshalb grundsätzlich gut, aber auch ein größerer Aufwand. Und , vielleicht erinnert ihr euch, ich wollte "Einfach Imkern". Der Ableger bringt eh keinen Honig mehr, eine Behandlung mit AS oder später mit Milchsäure wäre also ohne Probleme möglich. Das Muttervolk wird ja durch die Wegnahme der Brutzellen und die spätere Entnahme der Fangwabe chemiewaffenfrei behandelt. Auch damit man im gleichen Jahr noch Honig von diesem Volk ernten kann.
    Aber es gibt ja viele Methoden, und noch mehr Ideen es irgendwie anders zu machen. Oder wie es Lean-Luc sagen würde: So viele Möglichkeiten.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Guten Tag! Die beschriebene Fangwabenmethode halte ich für praktikabel und durchführbar, besonders wenn ein intensiver Befall vorliegt. Jedoch hat sie auch ihre Grenzen. bei hohem Völkerbesatz werden auch schnell von ausserhalb des Volkes neue Milben eingetragen.
    Ich habe das ganze Bienenjahr über im Brutraum einen Baurahmen für Drohnenbrut , welcher immer wenn er verdeckelt ist ausgeschnitten und eingeschmolzen wird. Im Spätsommer ist bei uns naturgemäß eine ziemlich ausgeprägte Trachtlücke und das Brutgeschäft wird stark eingeschränkt. Dann gebe ich pro Volk 150 ml AS, aber nicht 60% ige sondern 85% ige. Wenn die verdampft ist werden 50% des Winterfutters eingefüttert. Dadurch gehen die Weiseln nochmals in Brut. Etwa um den 10. -15. September gibt es die 2. AS - Behandlung und anschließend wird vollständig aufgefüttert. Damit bin ich bisher immer gut gefahren und habe in den letzten mehr als 20 Jahren noch kein Volk verloren. Wichtig ist nach meiner Meinung die permanente Ausdünnung des Milbenbesatzes im normalen Arbeitsjahr, um so den Befall immer unter der kritischen Befallsgrenze zu halten.

  • Daß 85%ige nicht zugelassen ist, weißt Du?


    Das sag mal den Dr. Liebig --> "Einfach Imkern" Seite 171...
    Noch mal meine Frage die mir noch keiner beantworten konnte (oder wollt?):
    Wo steht das AS 85% verboten ist? Nicht zugelassen ist nicht gleich verboten!!!! Bienenseucheverordnung §15 Abs.1, 2 sagt dazu absolut nichts! und die Bienensachverständige die ich fragte kamen auch ins schleudern...


    Frank
    Verwirre, wenn Du nicht überzeugen kannst!

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Nun zugelassen oder nicht - ich habe meine Honig prüfen lassen, er ist rückstandsfrei, ich habe seit dem die Milbe existiert ( also seit den 80 er Jahren)noch kein Volk durch die Milbe verloren und die AS ist frei in der Apotheke käuflich zu erwerben. Man sollte nur einen ordnungsgemäßen Arbeitsschutz absichern und wo liet dann die Gefahr?

  • ...AS ist frei in der Apotheke käuflich zu erwerben. ...


    ... Oder im Imkereifachhandel, ohne das man nur darauf hingewiesen wird auf die "Zulassungsproblematik"!


    z.B. Stichwort Schwermetalle: Sind Eure Nägel zum nageln der Rähmchen zugelassen? Ist die Legierung der Schrauben OK? Sind Vernickeltte Spax-Schrauben überhaupt zugelassen? Und überhaupt, was passier mit AS und Nickel (Legierung von Edelstahl...) http://de.wikipedia.org/wiki/N…nische_Nickelverbindungen :confused::confused::confused::confused:


    Sorry ist hier eigenlich alles OT:oops:


    Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Frank Korn ()

  • Die 85%ige wird als Behandlungsmittel eingesetzt.
    Dazu ist es nicht allgemein zugelassen, egal wo Du es kaufst. Punktum.


    Laut DIB soll die Zulassung noch in diesem Jahr kommen.


    Ob jemand trotzdem das Mittel einsetzt ist eine andere Geschichte.
    Ist wie mit der Schwarzarbeit...:cool:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.