Änderung der Neuimkerförderung in Sachsen

  • An alle Sachsen!!!


    Die Modalitäten für die Neuimkerförderung haben sich geändert.
    Die Gegenfinanzierung, die für Viele bisher eine Hürde war, ist weggefallen!!!
    Gefördert werden jetzt bis zu 5 gemeldete Völker mit je 200 €.
    Gerätschaften, Belege und Bienenvölker müssen min 5 Jahre vorweisbar sein. ...


    MiG André

  • Dafür ist leider die direkte Meldung der Neuimker an die TSK über die Vereinsvorstände hinzugekommen, denn darüber soll die Kontrolle ausgeübt werden.


    Die Förderung geht immernoch in die Richtung des gezielten Schaffens und Gestaltens von Lebenswirklichkeit. Wenn ein maximal geförderter Imker mit 5 Völkern im zweiten und dritten Jahr doch lieber nur 3 Völker betreuen will, wieviele sollte er dann trotzdem bei der TSK melden? :wink:


    Wenn einer die maximale Förderung anstrebt, wieviele Völker wird er TSK-mäßig versichern, obwohl er nur drei bereut? :wink:


    Und offen bleibt die Frage, wieviel Förderung ein sich natürlich entwickelnder Neuimker mit einem Volke im ersten, dreien im zweiten, vieren in dritten und fünfzehn im vierten Jahre erhält. So wie ich es verstehe bekommt der 200 Euro aus sein Einstiegsjahr.


    Das Fördergeld stammt nicht aus den Beiträgen des LSI, es stammt von einem Fördergeber. Mit dem werden die Richtlinien verhandelt. Der Landesverband stellt das Bindeglied dar. Es ist nicht der Fördergeber. Er reicht nur durch. Deshalb kann er die Regeln nicht bestimmen.


    Ich halte es für sinnvoller die Neuimkerförderung gänzlich anders zu organisieren. Der billigste und gerechteste Weg wäre einfach die Verknappung des Honigangebotes und damit die Möglichkeit mit Imkerei kontinuierlich etwas zum Einkommen beizutragen. Das mag dann zwar nicht die edelsten Gemüter in die Imkerschaft führen, aber eben welche mit stabilem Interesse daran. Außerdem bevorzugte eine solche Lösung die Organisierten nicht.


    Ich lehne die Annahme von Fördergeld noch immer ab.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,
     
    mit künstlicher Verknappung (Einfuhrzölle?) des Honigangebots bewegst du dich in die Richtung der Forderungen der Milchbauern. Diese ganzen Markteingriffe haben noch nie funktioniert und führen nur zu Verwerfungen und Ungerechtigkeiten.
     
    Imker wird man auch nicht zum Geld verdienen, damit kannst du keinen Jungimker locken.
     
    cu

  • Ich lehne die Annahme von Fördergeld noch immer ab.


    Ich auch ( obwohl ich mich von meinen Eltern fördern lassen habe aber das ist was anderes :)).

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Imker wird man auch nicht zum Geld verdienen, damit kannst du keinen Jungimker locken.

    Die Junimkerförderung lockt aber leider auch nur mit Geld. Das Ziel formulierte Falk Hohmann deutlich: "Kein Sachse der Imker werden will, soll das aus Mangel an Geld nicht können - nicht mehr und nicht weniger"


    Mir geht es darum, daß er es werden will. Und ich beklage, daß diejenigen die diesen Willen erzeugen, unterstützen, ausprägen, lenken ect. immer draufzahlen und bestenfalls paar lobende Worte bekommen (siehe z.B. Holmi). Der Anfänger ist doppelt befriedigt. Der hat sein Hobby und die Förderung. Der Pate oder Förderer hat Flusen am Mund und Verantwortung und einen feuchten Händedruck ...


    Für meine Anfänger brauchte ich die Förderung bislang nicht. Die wollten ja Bienen halten und daß manche die die Förderung bewilligt bekamen, wegen Mangel an Geld nicht zum Imker geworden wären, bezweifle ich nicht nur - ich weiß daß es nicht so ist. Das ist dann genau die Gestaltung des Lebens nach Förderrichtlinie. Das ist Planwirtschaft hintenrum. Und niemand muß sich dafür schämen.


    Wenn ich den Satz unseres stellvertretenden Landesvorsitzenden zum Ziel der Förderung richtig verstehe und gleichzeitig aus der Statistik lese, wieviel Förderung ausgeschüttet wurde und wieviel Neuimker eintraten, dann muß mir und jedem andern klar werden, daß praktisch nur Neuimker wird, wer es sich nicht leisten kann. Mein Landesverband nimmt also schon seit einigen Jahren praktisch nur noch Mitglieder auf, die so arm sind, daß sie ohne die 1000 Euro Zuschuß keine Imker hätten werden können. Armes Sachsen. :roll:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry, ich hab noch ´ne Flasche Trimipramin im Schrank, soll ich Dir die schicken.


    Zum einen beratet Ihr alten Hasen die Leute im Forum dahingehend, dass sie auf gar keinen Fall die alte Hinterbehandlungssch... mit gebrauchtem Material machen sollen, zum anderen wird der, der sich freut, wenn für die Anschaffung neuer Sachen unterstützung bekommt runtergemacht.
    Erst habt Ihr gejammert, dass die Imker aussterben, dann meckert Ihr, wenn der Staat was tut.
    Westerwelle lässt grüßen.


    MiG André

  • OK, dann will ich auch meinen Senf dazu geben...


    ich habe im vorigen Jahr auch Förderung beantragt, im Febuar... da wusste ich nicht was meinen :Biene:machen, (Anfänger)
    Also auf gut Glück Kostenvoranschläge für Material geholt (2 Briefe) Antrag geschrieben (1Brief 5 Seiten, Schriftverkehr gesammt 45 Seiten:oops:) Zusage bekam ich dann am 15.7., da war alles im Kasten und geschleudert...
    Alles an Material habe ich am Tag der offenen Tür für 20% Rabat gekauft, also auch Teile wie ASG die weniger wie 50€ kosten (keine Förderung in Thüringen)... in der Summe habe ich Material für 1100€ gekauft und habe ohne Förderung nur 50€ mehr ausgegeben... ohne staatliche Bevormundung!


    Frank, der keine 5% Almosen braucht ...

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Na ja,
    sagen wir mal so, wenn ich etwas Befördern will, nicht im Sinne von Transportieren, dann muss ich mir was überlegen. Eine finanzielle oder materielle Hilfe für den Einstieg ist dafür eine Idee. Die monatlichen Treffen mit den alten Hasen, die dann erzählen, was jetzt zu tun ist, sind ebenfalls eine Art der Unterstützung, wie dieses Forum auch. Und wenn diese Unterstützung für den einzelnen Imker gekoppelt ist mit der Unterstützung einer Behindertenwerkstätte, oder eines Blechverarbeitenden Betriebes in der Umgebung, dann macht das ja doppelt Sinn.
    Mit dem Imkern anfangen, das ist heute eine recht unsichere Angelegenheit und wir freuen us ja auch über sehr junge Anfänger. Man sollte sie fördern. Da könnte aber auch noch von den Vereinen wesentlich mehr passieren, auch mit der Möglichkeit, von diesen geförderten Neulinge wieder etwas zurück zu verlangen. Nicht in Form von Geld, sondern z.B. in Form von Arbeit.
    Die Imkerei war nie eine Domähne der Reichen. Nach den Kriegen wurde sie von vielen Witwen und Waisen betrieben, von Invalieden und heute von Spätrentnern. Es wäre kein Problem für mich, wenn wir jeden zweiten Harz 4-Empfänger zum Imker schulen würden. Man kann sich was dazuverdienen, was eh keinen ordentlichen Stundenlohn einbringen würde, die Bienenpopulation und die Bestäubungssituation wären schlagartig deutlich verbessert. Natürlich könnte man nicht mehr spätrömisch im liegen essen. Aber vielleicht müsste man sich das dann auch nicht mehr vorwerfen lassen. Vor allem nicht von einem, der seit 3o Jahren von diesem Staat bezahlt wird und der in seiner absolut privaten Lebensweise sehr wohl an das alte Rom oder die alten Griechen erinnert.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Henry, ich hab noch ´ne Flasche Trimipramin im Schrank, soll ich Dir die schicken.

    Das Zeug ist verschreibungspflichtig und nichts für mich, aber es läßt Dich gut schlafen. behalt das mal schön selbst. :wink:


    Es ist ein Irrtum anzunehmen, daß "der Staat" irgendwer anders wäre als wir. Dieser Irrtum ist zwar weit verbreitetm, aber dennoch ein Irrtum.


    Wenn etwas befördert werden soll, dann gibt es dazu oft mehr als eine Lösung.
    Der LVSI hat 2009 ca. 55.000€ zur Förderung des Projektes "Neuimker" vereinnahmt und auch ausgeteilt. 86 Imker (und 440 Völker) hat er jetzt mehr.


    2008 waren es 75.000€ dafür gab es 102 Mitglieder mehr (aber 490 Völker weniger.)


    Für 2010 sind wie für 2011 wieder 75.000€ geplant.


    Es gab max. 1.000€ pro Mann. Selbst wenn man den Totenfall vergißt, fanden sich doch in beiden Jahren noch Imkerneulinge, die den Tausender nicht brauchten. Und nun stelle ich mal ganz keck die Frage, ob Landesverbände ohne diese Direktzahlungen an Imkerwillige, deshalb ausbluten.


    Ich halte an dem Gedanken fest, daß das Geld in Leih-Start-Ausrüstungen, in ein Grundausstattungspaket und Öffentlichkeitsarbeit gesteckt, fettere Frucht bringen würde.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Anyway,


    ich finde 86 Neuimker für 55.000 € bringt für eine Gesellschaft wesentlich mehr, als hunderte von Euronen, die von der Wirtschaft als legale Bestechungsgelder eingefordert werden, damit diese Ihre Produktion nicht ins Ausland verlegen.


    Des weiteren haben alteigesessene Imker mithilfe Dritter ihre Imkereien saniert, das war u.a. ein Grund, warum die Förderung jatzt an die Völkerzahl gekoppelt ist. So kann man nicht mehr 1000,- € für ein Volk bekommen.


    Und, wenn jemand sich die Einrichtung einer modernen Imkerei ohne Unterstützung leisten kann, dann soll der sich freuen, es gibt genug Leute, die können das nicht.


    Imkern für Harz 4 Empfänger fänd ich, by the way, gut.


    MiG André

  • Imkern für Harz 4 Empfänger fänd ich, by the way, gut.


    Na, herzlichen Dank. Das kann man wohl kaum so pauschal sagen - dazu muss man geeignet sein und Lust drauf haben. Und das nicht machen, weil eine Arge oder Behörde oder gar die Gesellschaft es fordert. Das wär ein Doppelschuss quer durch beide Knie

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Ne Du, nicht auf zwang, wie all die dusseligen "Weiterbildungen".
    Aber als Angebot, irgendwie gekoppelt an den Ortsverein. Da kommst de wieder unter Leute lernst was sinnvolles, mit dem sich sogar noch was verdienen lässt.


    MiG André

  • Bei uns wird der Schritt in die Selbstständigkeit gefördert. Aber leider nur für Leute, die zuvor als Langzeitarbeitslose gemeldet waren. Das ist ja wohl absolut idiotisch. Beweise uns erst mal, dass Du es nicht schaffst irgendwo eine Anstellung zu finden, dann wirst Du gefördert, wenn Du dich selbstständig machst. Das ist so, als würde man zum Medizinstudium nur die Leute mit einem Abischnitt schlechter als 3,7 zulassen. Da kann durchaus der eine oder andere gute Mediziener daraus hervorgehen, das bestreitet niemand, aber als Methode ist es doch wohl saublöd. Wieder zurück zu unserer Förderung für Selbstständige. Diese leider meist unfähigen Unternehmer sind dank dieser Scheinselbstständigkeit wenigstens zwei Jahre aus der Arbeitslosenstatistik verschwunden.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.