Bienenvergiftungen und Landesumweltämter

  • Hallo miteinander,


    ich habe soeben von einem Fall erfahren, wo Bienenvölker im Raps standen und wo massive Verluste in Form von toten Bienen vorgefunden wurden.


    Daraufhin wurde eine Anzeige bei der Polizei aufgenommen, das Landesumweltamt des entsprechenden Bundeslandes hat daraufhin Proben genommen und zum JKI eingeschickt.


    Der biologische Test ergab einen Hinweis auf eine Vergiftung mit einem Kontaktgift.


    Daraufhin wurde eine chemische Untersuchung der Bienen und der Pflanzenproben vorgenommen.


    In den Bienen fand sich ausschließlich Thiacloprid, ein Neonicotinoid.


    Im Pflanzenmaterial fanden sich eine ganze Batterie von Wirkstoffen wieder, darunter auch Thiacloprid und ein weiteres Insektizid, das aber bei den Bienen nicht gefunden wurde.


    Das JKI hat dem Landesumweltamt die Ergebnisse zugeschickt - ohne Interpretation.


    Die Interpretation wurde vom Landesumweltamt dann fachmännisch wie folgt vorgenommen:


    Thiacloprid ist B4, also als bienenungefährlich eingestuft.
    Das weitere Insektizid ist bienengefährlich B1 - wurde aber bei den Bienen nicht gefunden.


    Es wurde nicht nachgewiesen, dass das zweite Insektizid unsachgemäß ausgebracht wurde. Die Untersuchungen und die Bearbeitung der Anzeige wurden daher abgeschlossen.


    Es wurde kein Verstoß gegen das PflSchG nachgewiesen.



    Das bedeutet, Biscaya wird in den Raps gespritzt, Bienenschäden treten auf und sowohl in den Pflanzenproben (135 µg/kg), als auch in den Bienen (3,3 µg/kg) wird das Insektizid Thiacloprid gefunden. Selbst der Lohnunternehmer und der Tag der Ausbringung konnte festgestellt werden - es wurde Biscaya ausgebracht.


    Und dann wird die Akte geschlossen, weil das zuständige Landesumweltamt Thiacloprid als bienenungefährlich einstuft, weil es das Wort wortwörtlich nimmt?


    Hier ist wohl noch sehr Aufklärungsarbeit seitens des JKI/BVL bei den zuständigen Behörden, bezüglich der Bezeichung "bienenungefährlich" zu leisten.


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    da streuben sich einem ja wirklich die Haare.


    Ich finde daraus ersieht man wieder einmal mehr, wie kopflos hier etwas abgehandelt wird. Sich rein auf Vorschriften, Verordnungen... zu beziehen, ohne den Sachverhalt nochmal zu hinterfragen.


    Bienenungefährlich ?! In welcher Dosis ?! In welcher Ausbringungsform ?! usw.


    Wie war das mit dem Amtsschimmel doch ?!


    PS: Hast Du meine HP mal angesehen ?!
    Schönen Abend noch,
    Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Hallo Bernhard,
    das JKI schwimmt wohl. Man sollte alle Befunde mal sammeln und schauen ob da nicht immer dasselbe Ergebnis im Befund steht. Übrigens, die chem. Untersuchung wird nach meinen Informationen nicht vom JKI, sondern in Berlin gemacht.
    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Ich frage mich, ob bei den Untersuchungen der Abbau zwischen Einsendung und Bearbeitung nicht berücksichtigt wird? Bei dem angegeben Wirkstoff geht das sehr schnell und soll auch der Vorteil sein.
     
    Bei den Kommentaren wird übel geschwafelt. Es ist doch merkwürdig, biologisch kommen die Bienen durch ein Kontaktgift um und bei der chemischen Untersuchung wird nichts gefunden und die Überväter der Anwender stellen dann ein Unschuldszeugnis aus. Hier ist etwas faul im Staate.
     
    Gruß
    Remstalimker

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  • Guten Morgen ins Remstal,


    na das kannst Du wohl sagen.


    Der Fisch fängt ja bekanntlich am Kopf ....


    Rechte Tasche, Linke Tasche, drei mal rumgeruhrt und weg ist es, wie Zauberei. Aber sehr anrüchig.


    Da kommt man sich doch vor wie das Hampelmännchen an der Wand mit dem Bändelchen zum ziehen.


    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Hallo Hopi,
     
    mein vergiftetes Volk lebt immer noch und müsste beim fernattestierten Varroaschaden längst über den Jordan sein, wenn mehrer Tausend Bienen vor der Beute liegen.
     
    Es wäre für mich von Interesse, wer noch so ein Ergebnis bekommen hat. Wir haben da in den nächsten Freitag eine Diskussion zu diesem Thema im Wahlkreis.
     
    Gruß
    aus dem verregneten Remstal
     
    Herbert

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  • Hallo Herbert,


    ich gehe mal davon aus dass hier die Spitze des Eisbergs aus dem Nebel schaut.
    Hab ja die Tage in einem anderen Thread angeregt alles zu erfassen in einer Karte von D mit PLZ.
    Da könnte man dann auch mal Faktisch argumentieren, wenn da flächendeckend Daten und Fakten vorliegen. Eigentlich sind Sie ja vorhanden, aber nicht gebündelt und sortiert sondern immer nur beim Einzelnen. Die, die eigentlich die Daten kennen und sicher auch wissen wo der Hase im Pfeffer liegt bewegen sich nicht, denn was nicht sein darf, kann nicht sein und dann wird man mit solch abenteurlichen Ergebnissen abgespeist.


    Das Thema mit Daten und Fakten muss schleunigst in die Breite Öffentlichkeit, erst dann wird sich was bewegen. Leider hab ich immer wieder das Gefühl, dass viele Imker sich schwer tun Verlusste zuzugeben, geschweigen denn dass es öffentlich wird was mit "Ihren" Völkern passiert ist und warum.


    Sabine hat das Thema ja dann aufgenommen.


    Es ist gut dass Ihr das Thema in Eurem Wahlkreis diskutiert.
    Habt Ihr viel Raps und Mais, Biogas etc. ?!


    Hoffe es melden Sich welche bei Dir mit Ihren Ergebnissen.


    Grüsse Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Nein,
     
    ich wollte wissen, ob der biologische Befund positiv war. Also durch Kontaktgift verstorben. Ich veeermuuuute eine Strategie, denn die Frau Dr. V. war sich bei mir nach dem positiven Befund einig, dass es nicht sicher ist, dass es ein PSM die Ursache ist. Es könnte auch sein, dass beide Analysen nicht kompatibel sind.
     
    Gruß
    Herbert

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  • Isselbiene Isselbiene ist gerade online
    Spendierbiene 2010

    Registriert seit: 11.07.2007
    Ort: Isselburg,Kreis Borken,Niederrhein
    Beiträge: 1.684
    Standard AW: Starke Ableger verstorben,warum ?
    Moin Bienenfreunde,
    habe soebend den Befund der biologischen Untersuchungen vom JKI(JuliusKühn-Institut)erhalten:
    Proben mit dem Ergebnis positiv zeigten im Test eine Kontaktgiftwirkung.
    Proben mit dem Ergebnis negativ zeigten im Test keine Kontaktgiftwirkung.
    Pollenanalyse:
    Der aus dem Haarkleid der Bienen ausgewaschene Pollen ist folgenden Pflanzen zuzuordnen:
    Brassicaceae,Asteraceae(Typ:Silybum,Taraxacum)Faba ceae(Typ:Trifolium repens)
    Rosaceae(Typ:Rosa u.a.)Apiaceae,Tiliaceae.
    Schlußfolgerung:Auf Grund der Ergebnisse der o.g. Untersuchungen gehe ich davon aus,daß die eingesandten Bienen durch den Kontakt mit bienengefährlichen Stoffen getötet wurden.
    Hinweis :Eine chemische Untersuchung ist nicht vorgesehen.


    Kann man daraus was erkennen,möglicherweise Rapsbeizung ?
    Gruß
    Helmut


    Klick doch mal denFred : JKI bestätigt Bienenvergiftungen , an.
    Da ist ein ergebnis aus Norddeutschland
    Gruß
    Helmut