Welche Art Propolis?

  • Hallo,


    ich bin neu hier und habe ein paar Fragen, weil ich noch ganz neu auf dem Gebiet bin.


    Meine erste Frage lautet: Auf welche Art und Weise nimmt man Propolis am besten ein, wenn es um die tägliche Einnahme zur Unterstützung des Immunsystems geht?


    Ich nehme momentan täglich eine gehäufte Messerspitze Kaupropolis (kaugummigroß). Nach meinen ersten zwei Fehlversuchen, bei denen ich gleich munter drauf los kaute und dann den ganzen Tag was davon hatte, komme ich jetzt damit ganz gut zurecht. Es wird tatsächlich kaugummiartig und abschließend schlucke ich es runter (nach ein bis zwei Stunden).


    Ist das auf Dauer gut oder empfiehlt sich eher die Tropfenform, weil es aus irgendwelchen Gründen besser für den Körper ist, effektiver aufgenommen werden kann oder so etwas?


    Vielen Dank,
    Puffel

  • Am besten aufgenommen und am wenigsten klebrig ist pulverisiertes Propolis, dass Du mit öl-haltigen Nüssen kaust. Propolis enthält Bestandteile, die sich in Alkohol, Bestandteile die sich in Wasser und Bestandteile die sich in Ölen lösen und dann vom menschlichen Körper verwertet werden können.


    Gerade bei Propolis ist schnell die Grenze zum Übertreiben überschritten. Wenn Du Propolis ähnlich vorsichtig einsetzt, wie Antibiotika, dann behält es seine gute Wirkung.


    Immunstärkender als Propolis ist meines Erachtens gute und frische Nahrung, genügend trinken und viel Bewegung an frischer Luft. Das ist schon die halbe Miete.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Ich bin davon ausgegangen, daß die Enzyme im Speichel alles ganz gut verwerten können. Das Kauen ist doch sicher auch deshalb sinnvoll, sonst könnte man es ja auch gleich runterschlucken.


    Bin ich denn mit ein bis zwei Stunden kauen richtig oder reicht auch eine halbe Stunde?


    Natürlich muß man sparsam mit all diesen Dingen umgehen. Deshalb halte ich mich auch an die empfohlene Tagesmenge von maximal einem Gramm. Aber im Gegensatz zu den Antibiotika entwickelt Propolis ja keine Resistenzen. Sieht man ja auch daran, daß es auch die Bienen jeden Tag zum Schutz benutzen und auch keine entwickeln.


    Und: ja, ich bin aktuell erkältet, wollte es dann aber auch weiterhin täglich nehmen, um mich eben dann auf Dauer gegen Eindringlinge zu schützen. Spricht doch auch nichts dagegen, nach allem, was ich bisher gelesen habe (gesunde Ernährung, Bewegung und genügend Trinken sind selbstverständlich).


    Auf jeden Fall muß ich scheinbar nicht den Umweg über die Propolislösung gehen. Oder habe ich das falsch verstanden? Die bietet mir auch keine Vorteile gegenüber dem Kaupropolis?


    Vielen Dank!


  • Es wird häufg übersehen, dass Bienen kein Immunsystem wie ein Säugetier haben!! Nur ein Lymphsystem mit einer für Pathogene ungemütlichen Umgebung. Die Biene MUSS Propolis verwenden, wir KÖNNEN es, wenn ein Grund vorliegt und unser Immunsystem schon anfällig war, wie bei dir und deiner Erkältung.
    Bitte auch nicht übersehen, das Propolis ein hohes Allergiepotential hat. Die allergische Reaktion kann ziemlich heftig ausfallen.
    Wegen der Resistenzen wäre ich mir nicht so sicher. Entweder es wirkt (dann aber auch niht zu 100%) und es bleiben Erreger übrig - oder eben nicht und es kann keine Resistenzen geben. Propolis wirkt aber! Eine prophylaktische Einnahme von Propolis (ganz egal in welcher Form) ist nicht empfehlenswert!
    Bei akuten grippalen Infekten etc. helfen mir Propolistropfen auf Zuckerstücken gelutscht am besten. 10 Tropfen einmal pro Stunde.

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Mein Doktor macht jeden Morgen 7 Tropfen Propolis und 7 Tropfen Weihrauch in sein Müsli. Ich meine dass das sicherlich verpufft, er aber schwört darauf.

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Leider reicht manchmal diese halbe Miete nicht.


    Dann kommt das Propolis ins Spiel (unter anderem). :daumen:


    Zitat

    Ich bin davon ausgegangen, daß die Enzyme im Speichel alles ganz gut verwerten können. Das Kauen ist doch sicher auch deshalb sinnvoll, sonst könnte man es ja auch gleich runterschlucken.


    Besser ist es, mit dem Propolis ölige Sachen - wie Erdnüsse - zu essen. Damit die fettlöslichen Teile sich darin lösen und dann vom Körper aufgenommen werden (was sonst nicht in dem Maße geschieht, das Meiste geht sonst wieder raus.



    Zitat

    Aber im Gegensatz zu den Antibiotika entwickelt Propolis ja keine Resistenzen.


    Dieser Effekt ist in Gefahr, weil die Vielfalt der Pflanzenarten und deren Gehalte sinkt - es entsteht dadurch ein immer gleichartigeres einfach aufgebautes Gemenge, wogegen sich Resistenzen entwickeln. Vielleicht auch ein Problem, dass die Bienen zurzeit haben.


    Zitat

    Und: ja, ich bin aktuell erkältet


    Bei Viren-Erkältungen (trocken) mache ich eine Zitronensaftkur. Frisch gepresster Zitronensaft mit etwas Wasser vermengen, bis es für Dich trinkbar ist. Am ersten und zweiten Tag nehme ich morgens und abends den Saft von zwei-drei Zitronen zu mir. Danach jeweils eine Zitrone pro Tag bis die Erkältung abgeklungen ist.


    Bei Bakterien-Erkältungen (schleimig-eitrig) hat sich die Kombination von Thymian+Honig bewährt. Wenn die Geschichte tiefer in die Bronchien geht = Lungenkraut.


    Ein Spaziergang - dick warm eingepackt - fördert durch die kalte Luft die Schleimbildung (Abschleimen der Atemwege). Summen und Brummen fördert ebenfalls das Abschleimen (Vokale: E und I langziehend brummen). Leichte Kost oder etwas Fasten sind förderlich - Hühner-/Taubensuppe und Obstsäfte.


    Und: Schlafen! Viel Schlafen (die andere Hälfte der Miete?)


    Mit sportlicher Betätigung sehr vorsichtig sein oder besser einstellen - auch ein paar Wochen nach Abklingen der Erkältung. Solche Aktivitäten führen zu Herzschäden.


    Zitat

    Auf jeden Fall muß ich scheinbar nicht den Umweg über die Propolislösung gehen. Oder habe ich das falsch verstanden? Die bietet mir auch keine Vorteile gegenüber dem Kaupropolis?


    Die Lösung enthält alkoholische Auszüge des Propolis. Wenn ich mich richtig erinnere, überwiegen die in Alkohol lösbaren Bestandteile im Propolis, weswegen dem Körper über den Alkoholauszug am meisten Stoffe zugeführt werden. Wenn Du Propolis optimal nutzen willst, dann musst Du einen Fett-, Wasser- und Alkoholauszug kombinieren :wink: Macht aber kaum jemand, so viel ich weiss.


    Gute Ergebnisse erzielst Du mit Nüssen, welche Du zusammen mit Propolis kaust.


    Praktisch ist, wenn Dir ein Zahn fehlt. Dann klemmst Du das Propolis in die Lücke (geht auch mit Propolispulver) und dann ersparst Du dir das Kauen. :wink:


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    das ist ja alles sehr interessant.


    Ich esse morgens immer Müsli und pack dort einen Teelöffel Öl mit rein. Dann nach dem Zähneputzen kaue ich das Propolis. Dann müßte ich doch zur besseren Aufnahme mit dem Öl ganz gut ausgerüstet sein. Oder sollte ich das Propolis auch lieber fein mahlen (gefroren geht das ja) und auch direkt ins Müsli geben?


    Wie und warum nimmst du denn überhaupt Propolis, wenn ich fragen darf?


    Gruß
    Puffel

  • Ich nehme Propolis in Pulverform zu mir, wenn ich Wunden kuriere (viele Wege führen nach Rom, auf allen Wegen der Körperzelle die Stoffe zuführen. Außen, innen). In Pulverform werden auch viele Darm- und Verdauungswegserkankungen angegangen.


    Mit Propolisalkoholauszügen experimentiere ich mit offenen Wunden. Ich arbeite sehr viel handwerklich und dabei entstehen Kratz- und Schürfwunden, teilweise sehr tiefe Wunden. Propolis eignet sich nicht für jede Art von Wunden gleich gut. Da musst Du selbst Erfahrungen sammeln.



    Wenn ich chirugische Maßnahmen bei mir selbst vornehme, dann desinfiziere ich an den ersten zwei Tage mit jodhaltigen Lösungen. In den folgenden Tage dann mit den Propolislösungen. Auch hier ist zu beobachten, wie sich die Wunde verhält. Ich arbeite dann teilweise mit Bienengift zu - je nachdem.


    Ein Chirurg hat auf dem Apitherapiekongress in Passau vorgestellt, wie er Wundauflagen mit Propolis herstellt. Er badet die Wundauflagen in einem alkoholischen Propolisauszug, und anschließend trocknet er die Wundauflagen kurz (10-15 Minuten), damit der Alkohol sich verflüchtigt. Er arbeitet in einem Land mit heißem Klima. Damit hat er erfolgreich groflächige Wunden mit 20 cm Durchmesser und nekrotischem/abgestorbenem Gewebe (das er vorher entfernte) behandelt.


    Alkoholauszüge eignen sich auch gut zur Behandlung von Zahnschmerzen und Schmerzen im Allgemeinen. Hohe Dosen wenden einige Apitherapeuten bei sich an, als Ersatz für die Schmerzmittel, zum Beispiel bei Knochenbrüchen.


    Propolissalben gibt es in unterschiedlichen Mixturen. Meine Erfahrung ist, das je nach verwendetem Fett/Öl, die Wirkungen unterschiedlich sind. Dadurch finden sich unterschiedliche Anwendungsbereiche für die Salben. Sehr gut funktioniert das bei einer Bekannten mit Knieproblemen. Eine speziell zubereitete Propolissalbe (macht ein Imker aus Österreich), hat zur völligen Schmerzfreiheit geführt, wo sie kaum laufen konnte vorher vor Schmerzen. In diesem Fall wurde aber auch gleichzeitig ein toter Zahn gezogen - solche können viele Probleme in Gelenken verursachen (Verbindung über Nervenreizleitungen und Meridiane). Diese Salbe hat Tiefenwirkung über die Haut.


    Eine besondere Salbe nennt sich "saure Salbe" und enthält ebenfalls Propolis. Diese schließt Wunden sehr gut, die lange offen blieben und reduziert alte Narben nach meiner Erfahrung. Ich habe mir fast den Finger abgequetscht und die Narbe davon stand immer als Wulst hoch. Durch die Salbe konnte ich die Narbe auf einen dünnen Strich reduzieren. Auf frische Wunden wirkt sie unterschiedlich.


    Ich verwende weiterhin Propolis als Bestandteil im Duschgel. Eine besondere Wirkung erfahre ich dadurch nicht. Außer, dass der leichte Propolisduft alle Arten von Insekten wie Mücken und Zecken fern zu halten scheint. Ob der Schein trügt, ist nicht bewiesen. Probieren geht über Studieren.


    In der Apitherapie ist gut beschrieben, wie Propolis die Schäden durch Strahlungstherapien vermindern kann, wie sie bei Krebstherapien angewendet werden.


    Wer die Studien zu Propolis beobachtet und parallel dazu die Patentanmeldungen, errät nur ansatzweise, wie viele Möglichkeiten dieses Propolis bietet.


    Das gilt auch für die anderen Bienenprodukte - das Bewußtsein wächst bei den Imkern, dass die Bienen etwas Besonderes für den Menschen bereithalten.


    Der Nachteil (oder Vorteil :wink:) ist, dass die Produkte oder Geschenke der Bienen nicht normalisiert sind. Viel Fingerspitzengefühl und Experimentieren ist daher notwendig bei der Anwendung.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Bernhard wie schätzen die Apitherapeuten das viel beredete Allergiepotential von Propolis ein? Das wäre/ist ja bei den vielfältigen Anwendungsgebieten von Propolis ziemlich Hinderlich.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Wichtiges Thema, danke für den Hinweis.


    Ich kann leider nicht für alle Apitherapeuten sprechen, da müsste ich erst nachfragen.


    Meine persönliche Einschätzung und Erfahrung ist, dass Propolis durchaus das Potential für eine Allergie hat. Doch bei manchen hatte ich den Eindruck, dass das Propolis die mikrobiellen Infektionsverursacher "nach draußen" treibt.


    Über die Haut wird ja auch einiges an Giften und Abfällen entsorgt - unter den Füßen und am Rücken im besonderen Maße. Wird jetzt das Propolis eingenommen, weichen die Mikroben aus dem Gewebe an die Oberfläche der Haut aus. Das ist allerdings meine Deutung. In der Heilung auf natürlichen Wegen habe ich oft beobachtet, dass sich Symptome erst verschlimmern, um dann wieder besser zu werden. Die Symptome sind ja Zeichen von Körperaktivitäten - und in der natürlichen Heilung wird der Körper und damit die Symptome unterstützt. Natürlich immer bis zu gewissen Grenzen, denn auch der Körper übertreibt manchmal. :wink:


    Wen es interessiert, ich habe hier mal was für mich zusammengeschrieben:


    Selbstheilungsfibel


    Ist nicht vollständig, ersetzt keinen Arzt und vor allem nicht die Eigenverantwortung (die auch der Arzt nicht nehmen darf).


    Viele Grüße


    Bernhard