Sind das Bienen?

  • Hallo,


    ich habe heute in meiner Wohnung zwei vermeintliche Bienen gefunden. Handelt es sich um Bienen? Wie kommen sie in die Wohnung? Kann es sein, dass sie hier geschlüpft sind? Sollte ich sie jetzt schon frei lassen, oder erfrieren sie dann?
    Am Rand des Glases habe sie aus ihrem Hinterteil ein Sektrek ausgesondert. Ist das Honig?


    Um den Mund haben sie einen weißen Bart.




    Liebe Grüße,


    Jean Claude

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  • Sieht aus wie Osmia rufa, die "Rote Mauerbiene".
    Grüße aus dem stürmigen NRW
    Roland

    "Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewußt, daß der Mensch überhaupt unendlich mehr empfängt, als er gibt, und daß Dankbarkeit das Leben erst reich macht" D. Bonhoeffer

  • Danke für die schnell Antwort.
    Habe die sich jetzt in meine Wohnung verirrt, oder hier in der Mauer überwintert?
    Sind es Königinnen, die ein Volk gründen oder Arbeiter?


    Liebe Grüße


    Jean Claude


  • Habe die sich jetzt in meine Wohnung verirrt, oder hier in der Mauer überwintert?
    Sind es Königinnen, die ein Volk gründen oder Arbeiter?


    Jean Claude


    Bei den hier abgebildeten Exemplaren handelt es sich mit Sicherheit um männliche Vertreter ( Kennzeichen weißer "Bart"). Die Bienen sind nicht staatenbildend sondern leben allein ( Solitär). Sie heißen Mauerbienen, weil sie in Löcher und Ritzen in Mauern u.ä. Eier legen, die Löcher werden dann mit Lehm/Erde verstopft. Auch der Luftansaugstutzen der Standheizung meines Deutz-Schleppers wird regelmäßig jedes Jahr verstopft. Ich muss das Teil dann immer auseinanderbauen und säubern und finde dann die Larven und Puppen. Ich müßte wohl mal ein Teesieb oder so vor die Öffnung kleben.
    Auch die Druckminderer von Gasflaschen hatten die schon besiedelt, was Fehlfunktionen an Brennern und so verursachte.
    Wer hat ähnliche Erfahrungen ??
    Zu erwähnen ist noch, dass die Bienen sonst völlig harmlos sind.
    Roland

    "Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewußt, daß der Mensch überhaupt unendlich mehr empfängt, als er gibt, und daß Dankbarkeit das Leben erst reich macht" D. Bonhoeffer

  • Zu erwähnen ist vllt noch das in ein paar Tagen die weiblichen Wesen dieser Gattung auftauchen könnten, da es üblich ist das die Männchen zuerst schlüpfen und auf die Damen warten.
    Ich denke mal das sie bei der aktuellen Witterung draußen keine Chance haben werden.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Hallo Jean Claude,


    ich glaube eher es ist die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), Osmia rufa (=O. bicornis) erscheint erst Mitte bis Ende März. Das ändert aber nichts an den Aussagen über solitäre Wildbienen.
    Nach dem Schlüpfen entleeren die Bienen ihren Darm, das Sekret ist in der Regel hellgrau, vielleicht hast du das gesehen. Bei einer Unterlage mit derart gräßlichen Formeln würde es mich natürlich auch nicht wundern, wenn der arme Bienerich Durchmarsch bekommt :-).
    Bei den solitären Bienen gibt es keine Arbeiterinnen, ein "Staat" besteht lediglich aus dem befruchteten Weibchen, das für alle Aufgaben zuständig ist. Sie bestückt die Brutzellen mit einer Mischung aus Pollen und Nektar, legt ein Ei ab und verschließt die Zelle. In ihren vier bis sechs Wochen Lebenszeit schafft sie maximal 40 Brutzellen. Ein Teil davon verpilzt, auch Parasiten wie Keulhornwespen und Schlupfwespen fordern noch ihren Tribut.
    Die Männchen (mit dem typischenweißen Haarbüschel) schlüpfen immer als erstes, das liegt daran das das Weibchen die vordersten Brutzellen mit unbefruchteten Eiern bestückt. Die Brutzellen liegen linear hintereinander (z.B. in alten Insektenfraßgängen). Die vordersten Zellen sind deshlab am wenigsten geschützt und werden häufig von Vögeln aufgepickt oder parasitiert. Man könnte daher etwas boshaft argumentieren, die Natur packt das Unwichtigste nach vorne :-) Wenn ca. eine Woche später die Weibchen schlüpfen stehen die Männchen bereits Schlange. In kürzester Zeit ist dann die ganze Umgebung mit "Doppeldeckern" übersäht, ein netter Anblick. Kurz darauf sterben die Männchen während die Weibchen den Rest ihres kurzen Lebens für den Nachwuchs sorgen. Die neue Generation schlüpft dann erst wieder im nächsten Frühjahr, d.h. der Nachwuchs verbringt fast ein Jahr in den Niströhren.


    LG Werner

  • Hmmm, was für Volumenströme berechnest Du hier eigentlich?
    Hast Du dort einen Diffusor in der Mache?
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hey übrigens!
    Wo wir gerade schon bei Mauerbienen sind:


    Besorgt euch doch Baumstamm-Klötze (es gehen auch ganz normale Scheite zum Grillen) und verseht diese mit vielen Löchern, die am besten mit der Faserung verlaufen (mit 'nem ordentlichen Bohrer dürfte das nicht allzu aufwendig sein) und stellt Schilfrohrbündel auf!
    http://upload.wikimedia.org/wi…itary_bees_060615_114.jpg
    http://naturgarten.org/images/…re_neu/wb_05_dsc_0117.jpg
    Es muss ja kein wahnsinns Insekten hotel werden.


    Ich habs auch gemacht (3 Klötze, 3 Bündel) und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was da los ist!!!!! :Biene: :Biene: :Biene:
    Das ist ein Gebrumme und Gesumme, als würd man vor dem Einflugsloch einer Magazin-Beute stehen!!!!!!!!!!!!!!
    ........Und man tut natürlich auch noch was für Erhaltung der Artenvielfalt, Naturschutz, wenn ihr wisst, was ich meine.


    Ich kanns jedenfalls jedem ans Herzen legen, sowas zu machen!

  • Hi Idefix!


    Ein wirklich guter Hinweis.:daumen:
    Mach ich genaus so.
    Man glaubt gar nicht wie viele Wildbienenarten einen Holzscheit mit Bohrungen besiedeln.

    Gruß Bruno *Was wir wissen,ist ein Tropfen;was wir nicht wissen,ein Ozean.* (Newton)

  • DANKE......


    .........Man kann natürlich auch jede andere Art von Materieal nehmen!
    Es gehen auch Loch-Ziegelsteine und Ähnliches! Hauptsache ist, es ist etwas Höhlenartiges...
    ... :lol: Bei uns haben sich letztes Jahr 2 Mauerbienen die beiden Enden eines Gartenschlauches vorgenommen! :lol:

  • :lol: Das kann ich noch toppen.
    Hatte ein Jahr lang Doppelstegplatten für ein Kleingewächshaus draußen gelagert.
    Die Lieben haben wirklich in jeden Steg und von beiden Seiten aus reingebaut...:Biene:
    2 Tage lang habe ich mit Draht und Wasser drin rumgeprockelt, bis ich wieder alles raus hatte...:evil:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

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  • Da hab ich auch noch was.
    im Bienenhaus auf dem Tisch die Spachtel (im Holzgriff hinten ein Loch), das war wohl der ideale Platz. Ich hab die Spachtel sogar verwendet, mußte sie nur wieder richtig zurücklegen. Teilweise hat die Wildbiene gewartet (in der Luft) bis ich die Spachtel hingelegt hab und dann sofort rein ins Loch!