Daten sammeln

  • Liebe Mitleidende,


    wir haben nur eine Chance, etwas zu ändern, wenn wir Daten sammeln.
    Aktuell brauchen wir, HoPis Idee aufgreifend, eine zentrale Stelle, die alle Verlustmeldungen anonym regional zuordnet - es muß sich niemand mit seinem Namen melden, sondern Wohnort müßte reichen....
    Das sollte eine gute Karte aller Schäden ergeben können.
    (könnte man dazu eine Karte aller Biogasanlagen erstellen, wäre das ein sehr nützlicher Nebeneffekt...)


    Als nächstes (ich bitte zu beachten, daß ich im Konjunktiv schreibe!) wäre für die Zeit der Maisblüte folgende Aktion angebracht:
    immer drei oder vier Imker (Zeugen) nehmen höchst unauffällig Proben vom Maispollen ihrer Region, vorzugsweise unter Notierung der genauen GPS-Daten, fertigen ein Protokoll über die Probennahme (und Fotos des jeweiligen Bestandes), und schicken die ein zur Analyse.
    Analyseergebnisse sollten hier (oder woanders) veröffentlicht werden und ebenfalls in eine Karte eingetragen werden.
     
    Damit sollte sich innerhalb dieser Saison genug Daten finden, die dann auch eine breitere Öffentlichkeit interessieren werden.


    Man sollte in jedem Fall versuchen, auch andere Verbände einzubeziehen wie die Hummelschützer oder sonstige Naturschutzverbände und natürlich auch den DIB & den DBIB - wenn die Honigbienen sterben, sind die Solitärbienen schon lange tot.


    Hier geht es uns und den Bienen dermaßen an die Substanz, wie es die Varroa alleine niemals könnte - aber Milbe UND Umweltbelastung durch PSM sind ganz eindeutig zuviel für die Bienen.


    Aber ohne gerichtsfeste, saubere Daten haben wir keine Chance.
    Da uns die niemand freiwillig geben wird, müssen wir sie uns selbst beschaffen - wenn es genug werden, kann irgendwann auch kein Gericht mehr daran vorbei, zumal wenn es uns gelingt, die breite Öffentlichkeit zu erreichen.


    Und wir müssen uns eine Strategie für den Umgang mit den Maisbauern einfallen lassen - die Hand reichen und gemeinsam Lösungen suchen.
    Konfrontationskurs allein wird nix bringen, es muß eine Lösung für ALLE gefunden werden.


    Ich bitte um Ideen, konstruktive Vorschläge und auch Tomatenwürfe.:wink::Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Und wir müssen uns eine Strategie für den Umgang mit den Maisbauern einfallen lassen - die Hand reichen und gemeinsam Lösungen suchen.


    Wie soll das gehen wenn die Maisbauern gezwungen werden Pestizide auszubringen?

  • In dem man Gen-Mais salonfähig, auch unter Imkern macht:daumen:
    Sie Artikel von Hülsemann in der Adiz 03/10...wer ist jetzt der Präsident:roll:
     
    Der
    Drohn:roll:


    Da sind mir auch die Alarmglocken angesprungen bei der Vorstellung, wie wunderbar der Beitrag zum "Siehste, selbst die Imker sehen Vorteile"-Argumentieren missbraucht werden kann. Von jemandem in seiner Position hätte ich da ein besseres Verständnis und mehr Weitblick erwartet..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter


  • Moin Sabine,
    vielleicht geht gerade das auch einfacher.
    In der Shrot&Korn März 2010 findet sich folgender Hinweis:


    Zitat Schrot&Korn März 2010:
    "Die Idee ist folgende: Jeder, der sich gegen Gentechnik engagieren möchte, pflanzt auf seinem Grundstück Süßmais.
    Damit gilt man als Maisbauer und hat das Recht, zu erfahren, wer in der Nachbarschaft Genmais anbaut. Die Aktion soll auch zeigen: Anbauer von Bantam-Mais missbilligen die Pläne der Bundesregierung und der EU Kommisssion, den Gentechnik Anbau voranzutreiben."


    Gruß Ralf

  • Hallo


    Sollte man auch Bilder zur Saattechnik sammeln.


    Was noch helfen würde wäre ein Zeitraum wann gesät wird und wann der Mais Pollen abgibt.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • Hallo zusammen,
    so eine Aktion wäre eigentlich was für die Imker-Kampagne.
    Das gibt bei uns aber ganz schön Zeitaufwand, wenn ich bei unseren kleinen landwirtschaftlichen Flächen im Hügelland die Maisfelder in etwa 3 km Entfernung um meine Bienenstände ausfindig machen soll. Das sind keine großen Flächen, die man schon vom Auto aus sieht, da muss man das Gelände ablaufen.
    Und meine Imkerkollegen hier um mich herum sitzen auf ihrer "Insel der Glückseligkeit" und sehen da gar kein Problem. Die krieg ich also nicht mit ins Boot!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Die Frage ist, wie realisieren wir, das mit der Anonymität? Die Karte soll kein Problem sein, da gibt es bei google die wunderbare Sache, das man deren Karten mit Flächen markieren kann.
    Jene Karten kann man öffentlich bzw privat halten, sodass nur wer den Link kennt auch die Karte sehen kann.


    Und nebenbei bemerkt, der Herr Hülsemann hat völlig recht. Solang wir Imker so gegen Gentechnik fluchen. Haben die Landwirte kaum ne andere Chance als Pestizide auf's Feld zu werfen. Die haben sich die Pflanzen kaputt gezüchtet. Und bei seinem Vorschlag geht es ja nicht darum, artfremde Gene einzubringen, sondern nur inaktive, vorhandene Gene in den Pflanzen wieder zu aktivieren. Wir dürfen in der Hinsicht nicht weiterhin so schwarz&weiß sehen. Damit helfen wir uns und auch den Bienen nicht.

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris


  • Damit gilt man als Maisbauer und hat das Recht, zu erfahren, wer in der Nachbarschaft Genmais anbaut.


    Da ist doch gerade durch eine Greenpeace-Untersuchung bewiesen worden, dass das Standortkataster unpräzise und unzuverlässig ist...

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Wir dürfen in der Hinsicht nicht weiterhin so schwarz&weiß sehen.


    Vor allem dürfen wir uns nicht vor einen gefährlichen Karren spannen lassen. :wink:


    Natürlich ist eine differenzierte Sichtweise der Idealfall, aber an dem Beispiel hier fürchte ich, dass das eher ein Wegbereiter für weit mehr sein wird und wir uns wundern werden, was da quasi im Schlepptau auf die Felder gerät.


    Wir kämpfen da schließlich mit reichlich ungleichen Waffen - da ist mitunter ein auf einem Schwarz-Weiß-Bild deutlich die Realität deutlich klarer zu erkennen als in vielen Schattierungen dazwischen..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter