Einzarger: Jetzt schon aufsetzen?

  • Hallo Imkergemeinde,


    ich habe heute an meinen vier Völkern, die jetzt den ersten Winter unter meiner Regie verbracht haben (bin also Anfänger...), den Totenfall ausgeräumt. Ein Volk habe ich einzargig überwintert, den Rest jeweils zweizargig.
    Die Futtervorräte des Einzargers kamen mir nicht mehr allzu üppig vor, gleichwohl das Volk aber schon recht vital aussah und gut sechs Wabengassen besetzt.
    Deshalb meine Idee: Dieses Wochenende eine zweite Zarge (mit 2-3 Futterwaben, aus einem schwächeren Zweizarger entnommen sowie ein paar Mittelwände) aufsetzen? Was haltet ihr davon? Ich bin etwas unsicher, da es ja mein erster Winter ist...
    Danke für Eure Antworten.
    P.S.: Bitte fragt mich jetzt nicht nach den Brutflächen, es war noch nicht so warm, dass ich anfangen wollte, Waben zu ziehen. Deshalb habe ich nur durch die Folie geschaut.


    Gruss


    Dominik

  • Hallo !
     

    Hallo Imkergemeinde,
     
    Die Futtervorräte des Einzargers kamen mir nicht mehr allzu üppig vor, gleichwohl das Volk aber schon recht vital aussah und gut sechs Wabengassen besetzt.


     
    Warum nur muß man jetzt schon in die Völker schauen ?
    Gescheite Beuten Böden und ebenso gescheite Bienenvölker halten Ihre Beute selber sauber, die brauchen den Imker und die Störung zur jetztigen Unzeit nicht !
     
    Hör Dir mal Dr.Büchler (BI Kirchhain) und seinen aktuellen Vortrag an, darin bescheibt es wie insb. kleine Völker auf diese Störungen zur Unzeit reagieren.
     
    Woran hast Du denn erkannt das wenig Futter da ist, wenn Du keine Wabe gezogen hast ? Wenn Du entscheidest das eine Störung des Volks jetzt weniger problemtisch ist als die geringe Futtermenge, dann häng eine Futterwabe zu ...
    ... ich würde den Raum der Bienen jetzt nicht erweitern.
     


    P.S.: Bitte fragt mich jetzt nicht nach den Brutflächen, es war noch nicht so warm, dass ich anfangen wollte, Waben zu ziehen. Deshalb habe ich nur durch die Folie geschaut.
     
    Gruss
    Dominik


     
    Keiner fragt nach Deinen Brutflächen ...
    ... den kein Imker schaut jetzt seine Völker kaputt !
     
    B.K.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Dominik!


    Be unseren derzeitigen Wetterverhältnissen würdei ch dir davon abraten, irgendwas zu tun.
    Das Einzige was ich raten würde ist das seitenweise Anheben der Beute um das Gesamtgewicht schätzen zu können und davon ausgehend grob absehen zu können was an Futter noch drin ist.
    Also:
    -kein Aufsetzen, denn kein Volk wird um diese Jahreszeit diesen Raum großartig nutzen und besonders ein "kleines" Volk auf 6 Waben DNM kriegt möglicherweise tödlichen Streß durch diese Aktion.
    -Futterwaben nur bei an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Hunger im fraglichen Volk zuhängewn, insbesondere wenn du sie einem anderen Volk dazu entnehmen musst. Ggfs. lieber einen Imker mit mehr Völkern um ein paar FW anpumpen.
    -Erstmal (nach dem Wiegen / Schätzen) auf die Finger setzen und sich freuen wenn die Bienen diese Tage fliegen. Verhungernde Völker fliegen mangels "Sprit" nicht mehr großartig aus, sagt man.


    Ansonsten ein schönes und erfolgreiches Bienenjahr!


    Gruß Patrick


    P.S.:
    @ B.K.: Täuscht mich der Eindruck oder warst du beim Schreiben deines Beitrages arg in Rage?

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Kann ich meinen Vorrednern nur beipflichten: Finger weg von den Völkern. Die Bienen brauchen ab jetzt eine Brutnestthemperatur von 35°C und die müssen sie halten, damit die Brut nicht abstirbt.


    PS. Es kommt nochmal Winter.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo !
     

    Hallo Dominik!
     
    Gruß Patrick
     
    P.S.:
    @ B.K.: Täuscht mich der Eindruck oder warst du beim Schreiben deines Beitrages arg in Rage?


     
    Entschuldigung !
    Hatte nur gestern bereits die Diskussion mit einem "Neu-Imker" der über Totalverluste klagt - die Gründe waren ähnlich !
     
    Die die Ideen seinerseits: ganz klar: Varroa ... oder vielleicht: Futtermangel
     
    Meine Idee: kaputtgeschaut
     
    Sorry wenn meine Worte etwas hart rüberkamen, was ich meine:
     
    Finger ruhig halten !
     
    Gruß
    B.K.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo zusammen,
    erste Nachschau zur Weidenblüte (Kätzchen z.B.), die ist aber noch nicht soweit. Und dann erst handeln, wenn nötig. Mit dem Aufsetzen kann man mindestens noch 2 Wochen warten, es soll wieder kälter werden!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Kollegen,


    vielen Dank für Eure zahlreichen und schnellen Antworten.
    Ich glaube eigentlich nicht wirklich daran, dass das Volk Hunger leidet, denn ich habe alle Völker großzügig eingefüttert. Aber man hat halt so seine Gedanken, gerade beim Einzarger...
    Ich werde dann einfach mal zuwarten, bis es um die 15° C hat, und dann reinsehen.
    Den Totenfall habe ich übrigens ohne große Störung der Völker von vorne mit einem Drahthaken rausgeräumt. Das Flugloch war definitiv verstopft, denn kurz darauf sind einige Bienen ausgeflogen (und auch wiedergekommen). Vielleicht schon einzelne Reinigungsflüge?


    Grüße


    Dominik

  • Moin Dominik!
    Ich denke auch das es sich um erste Reinigungsflüge gehandelt haben wird, zumal deiner Aussage nach die betr. Bienen ja wiederkamen.


    Zu deiner Idee der Durchschau: Warte auch falls es 15° haben sollte weiter ab, setz` dich vor`s Flugloch und beobachte dieses bzw den Flugbetrieb. Dann weisst du mit etwas Hintergrundwissen ziemlich schnell ziemlich genau wie es drinnen aussehen wird.
    Ggfs. schau bei der o.g. Temperatur mal durch die Folie auf das Volk, schätze dessen Stärke ab und wann du aufsetzen musst und tu` sonst nix!
    Ich bin der festen Überzeugung, dass ein solch früher und m.E. unnötig großer Eingriff das jeweilige Volk massiv in der Entwicklung zurückwirft bzw. es dabei ausbremst.
    Nicht früh ( um nicht zu sagen relativ spät :wink:)durchgeschaute Völker scheinen mir eine deutlich zügigere und vitalere Frühjahrsentwicklung hinzulegen.


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!


  • Nicht früh ( um nicht zu sagen relativ spät :wink:)durchgeschaute Völker scheinen mir eine deutlich zügigere und vitalere Frühjahrsentwicklung hinzulegen.


    Gruß Patrick


    Hallo Patrick,
    eigene Beobachtung?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • Den Totenfall habe ich übrigens ohne große Störung der Völker von vorne mit einem Drahthaken rausgeräumt. Das Flugloch war definitiv verstopft, denn kurz darauf sind einige Bienen ausgeflogen (und auch wiedergekommen). Vielleicht schon einzelne Reinigungsflüge?


    Das hatte ich letzten Winter auch so gemacht, allerdings kamen bei mir einige Bienen raus um zu schauen, wer sie da stört.

  • Moin Holmi!
    Jep, eigene Beobachtung.
    Ich habe mittlerweile die Ruhe bei meinen Völkern bis zu einem gewissenZeitpunkt X, den ich aus dem Gefühl heraus festlege, nicht reinzusehen im Frühjahr.
    Und es SCHEINT MIR so zu sein, dass die Völker sich so harmonischer und damit auch deutlich besser, sprich zügiger und vitaler, entwickeln.
    Kann auch Zufall sein oder die "self-fullfilling-prophecy" oder es liegt an besserem Bienenmaterial oder wachsender imkerlicher Erfahrung oder sonstwas, aber ich empfinde es so.


    Schönen Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Imkerfreunde,


    nochmals Danke für Eure Beiträge. Nun fühle ich mich doch irgendwie sicherer.
    Habe heute übrigens schon Mittelwände eingelötet und einen Beutenboden (Zanderbeute nach Liebig) aufbereitet, den ich noch übrig hatte. Wenn dann durchschautaugliches Wetter herrscht, werde ich den gegen einen anderen tauschen, der dann wiederum gesäubert und (aussen) lackiert wird.
    Habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass trotz Plastikplanen und Platten mit Dachpappe über den Beuten im Winterbetrieb der Boden jeweils relativ oft nass ist und wesentlich stärker verwittert als der Rest der Beute. Deshalb streiche ich die Böden jetzt alle auf den Aussenflächen.


    Gruss


    Dominik