Illegale Gen-Raps-Standorte in M-V müssen offengelegt werden

  • Moin,


    gestern hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass die Standorte offengelegt werden müssen, auf denen in der Vergangenheit illegal Gen-Raps ausgesät worden ist. Das ist in den vergangenen Jahren passiert, weil Saatgutfirmen verunreinigtes Saatgut an Landwirte ausgeliefert hatten.


    http://www.greenpeace.de/theme…sen_offengelegt_werden-1/


    Wenn eine "Koexistenz" von konventionellem und GVO-Saatgut noch nicht einmal in den Silos der Saatguthändler funktioniert, wie hier deutlich wird, wie
    sollte sie dann jemals auf dem Feld funktionieren (falls das überhaupt jemand ernsthaft angenommen hat)??


    Es wird interessant sein, zu sehen, wie das Urteil nun umgesetzt wird und welche Hürden für Betroffene wie etwa Imker aus dem Hut gezaubert werden. Denn bislang hatte sich, anders als in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, das Ministerium in Mecklenburg-Vorpommern geweigert, entsprechende Informationen zu veröffentlichen.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Guten Morgen Marcus; Namenskollege


    Es ist doch eigentlich überfällig oder, diese Entscheidung.


    wer das mit der Koexistenz von GVO´s glaubt oder geglaubt hat, der glaubt auch an den leibhaftigen Osterhasen, oder ist die Erde doch eine Scheibe ?!


    Na ich bin die letzten Jahre immer auf nem riesigen Gut in MV gewesen, die Bioanbau und extensive Tierhaltung / Weidezucht betreiben. Dort haben Sie wunderschöne 3-4m breite Blühstreifen in die Feldränder integriert und auch Mohn, Kornblume etc. sind dort wieder in Ihrem angestammten Platz.


    Ein Umdenken ist da und es ist gut, dass die Übermacht der Saatgutkonzerne und Ihrer Handlanger langsam aber sicher zerbröselt. Es ist eben ein schleichender Prozess, viel zu langsam für meinen Geschmack und kaum ersichtlich.


    Wie war doch der Spruch mit dem Eichhörnchen....?


    Das mit der Trennung von GVO Saatgut und konventionellem Saatgut, das hat meiner Meinung nach noch nie funktioniert, nur hat es eben lang niemand gemerkt. (merken wollen ?)
    Wer sich einmal, wenn auch nur an der Oberfläche mit Züchtung und Saatgut befasst hat, der merkt schnell, welches finanzielle Potential da versteckt ist und Geld ist Macht und das macht viel zu oft blind und gierig.


    Es ist ja geradezu verwunderlich, dass wir noch keine "Eierlegendewollmichsau" als Patent haben, oder doch ?!


    Wie das ganze jetzt umgesetzt und gehandhabt wird, da bin ich auch gespannt, vor allem wird das einigen überhaupt nicht passen. Wenn man da nur mal die Verknüpfungen der Uni Rostock und diversen Saatgutfirmenkonstellationen anschaut...


    An die Imker in den betroffenen Ecken mag ich gar nicht denken, wenn es Ihnen so geht wie letztes Jahr dem Imker, wo der gesamt Honig als Sondermüll entsorgt werden musste, auweia.


    Das Gute setzt sich immer durch, nur die Zeitfenster sind für uns Menschenwesen oft aus einer anderen Dimension.


    Sonnige Grüsse, von Markus mit "k"

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Guten morgen,
    die Polarisation zwischen Imkern einerseits und Bauern und Konzerne andrerseits (von Gut und Böse), hat sich ganz schnell beantwortet, wenn ein Konzern ein GVO-Biene den Imkern bietet, welche varroatolerant ist! ...auch hat sich die unselige, "Rassendiskussion" beantwortet, welche noch immer geführt wird.
    Gruß
    Andreas

  • Guten morgen,
    die Polarisation zwischen Imkern einerseits und Bauern und Konzerne andrerseits (von Gut und Böse), hat sich ganz schnell beantwortet, wenn ein Konzern ein GVO-Biene den Imkern bietet, welche varroatolerant ist! ...auch hat sich die unselige, "Rassendiskussion" beantwortet, welche noch immer geführt wird. Gruß Andreas


     
    Bieten , ermöglicht immer auch , das Angebotene abzulehnen. Um uns diese Möglichkeit zu waren, sollten wir doppelt aufpassen.
    Die Natur/das Leben offeriert immer eine Vielzahl von Lösungen. Wir sollten Misstrauisch sein wen uns ein Mensch eine Lösung ohne alternativen bietet.
    Das ist meiner Erfahrung nach langfristig immer der falsche Weg. Wege, die keine Möglichkeit für ein Zurück bieten, werden nur von Lebewesen beschritten, die nicht mehr Herr Ihre Sinne sind oder alles verloren haben.
    Das sollten wir bei jeder Richtungsänderung berücksichtigen. Die Möglichkeit einen Schritt VOR zu tun,ist meines Erachtens wesentlich unwichtiger wie die Möglichkeit, diesen Schritt später korrigieren zu können.
    Das sollte man m.E bei jedem Tun immer im Auge haben.
    (NmeuM)
     
    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo Daniel,
    ich möchte Dir in dem was Du sagtest, voll zustimmen, und noch einmal betonen, daß ich mir eine solche Biene nicht wünsche!
    Was aber oftmals nicht berücksichtigt wird, sind die Existenzängste der Bauern, auch wenn sie noch nicht alles verloren haben. Sie kaufen seit Jahrzehnten ihr Saatgut und Gift bei den uns allen bekannten Konzernen und sind zudem nicht nur von diesen, sondern auch noch von den Banken abhängig.
    Wenn man zudem noch die Preisentwicklung der letzten Jahre berücksichtigt, an der auch wir unseren Anteil haben, dann muß ein Verständnis dafür da sein, daß sie nach jedem Strohhalm greifen, denn es werden jeden Tag Betriebe geschloßen, weil sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können! Den meisten Bauern ist unsere Biene sowie die Umwelt mit der sie umgehen, völlig egal. Der Boden ist einzig und allein ein Produktionmittel! Sie interessieren sich für Gentechnik nur insoweit, als sie sich fragen: Rechnet sich das für mich.
    Gruß
    Andreas

  • Sie kaufen seit Jahrzehnten ihr Saatgut und Gift bei den uns allen bekannten Konzernen und sind zudem nicht nur von diesen, sondern auch noch von den Banken abhängig.
    Andreas


     
    Moin,Moin,
    das genau ist der Weg, den keiner von uns beschreiten sollte. Sie sind anfangs dem http://www.sirena-sings-jazz.de/php/mythos.php erlegen. Hier sollten wir von den Landwirten lernen. Aus diesem Grund und da wir alle von einander abhängig sind, sollten wir immer zu Gesprächen bereit sein und Hilfe anbieten.Die meisten von uns betreiben die Imkerei natürlich als Hobby und ein Bauer muß von seinen Entscheidungen leben. Das erschwert eine Diskussion erheblich aber macht sie nicht unmöglich. Wir müssen die Landwirte stärken weil diese über Ihre Verbände letztendlich vermutlich mehr auf den Markt einwirken können als wir Imker. Zunächst muß aber derjenige, dem man helfen will erkennen, das er etwas ändern will , um auch Hilfe anzunehmen.
    Das braucht aber Zeit die wir vielleicht alle nicht haben.
    Grüße aus dem Norden
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Sie interessieren sich für Gentechnik nur insoweit, als sie sich fragen: Rechnet sich das für mich.
    Gruß
    Andreas


    Schlimm genug, soviel Kurzsichtigkeit. Und zeig mir mal einen Landwirt, für den sich die Abhängigkeit von Chemiekonzernen auch nur mittelfristig betrachtetin irgeneiner Weiseg elohnt hat.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo miteinander!
    @ Simon: Ich gebe dir in allen Punkten recht, daß Problem was ich jedoch dabei sehe, ist, daß es kaum noch wirkliche "Bauern" gibt! Die meisten kommen heute als Ingenieur von der Uni und betreiben ein Geschäft! Sie haben keinen wirklichen Bezug zum Land; genauso gut könnten sie Autos oder Aktien verkaufen. Da sehe ich schon das Dillemma!
    @ Daniel: Den Bauern ist, so glaube ich, kaum über den Verbänden zu helfen, wenn an den entscheidenden Stellen Personen sich befinden wie: Aigner, Sonnleitner oder hier Backhaus, da gerade sie, welche für die Bauern sein sollten, auf der falschen Seite stehen und auch sie nur an ihren Job denken...genauso viel oder wenig wie der Bauer.
    Was erschwerend hinzu kommt, ist der Punkt, daß wir einfach zu wenig von ihnen wissen und schon kaum etwas von ihrer Tätigkeit, der Bauern, begreifen...so aus der ferne! Wenn ich `mal hin und wieder mit dem Geschäftsführer der hiesigen Agrargenossenschaft rede (...wir haben einiges an Land von denen gepachtet), gehen mir immer wieder die Augen über. Grade wurden hier die Pachtpreise von 3.30 auf 4.50 Euro erhöht....alles wird von dänischen Schweinen verdrengt, weil die 3 ct. billiger sind ...er fragt sich, wie er die Schwermetalle im Klärschlamm möglichst billig "verdünnen" kann, damit er diesen ausbringen darf...usw... Da kann doch nicht ernsthaft jemand glauben, daß sich da jemand für die Bienen eines Imker`s interessiert.
    @ Marcus: Den Bauern kann ich Dir nicht zeigen, da Abhängigkeiten sich nie lohnen! ...oder nur vielleicht soweit, daß sie überhaupt noch existieren... keine rosige Zukunft!
    Gruß
    Andreas
    Prinzipiell denke ich, das der Mensch von seinem Wesen her, einfach nicht dazu "gemacht ist", daß man ihn zu seinem Glück zwingen kann...alles kann nur aus Einsicht heraus geschehen. Aber Du hast es auch schon gesagt: Dafür ist einfach nicht mehr die Zeit!

  • Sie interessieren sich für Gentechnik nur insoweit, als sie sich fragen: Rechnet sich das für mich.


    Genau - das ist es auf den Punkt gebracht und dort kann der Hebel ansetzen...

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“