• Hallo.


    bzw Liriodendron tulpifera.


    Im Bienenweidebuch von Zander/Berner wird er als Aristokrat der amerikanischen Laubwälder beschrieben. Höhe 35 bis 45 m, schnellwüchsig und sehr wertvolles Holz. In der Provinz habe ich gesehen wie ein Sturm vor einigen Jahren einen Großteil des (Fichten) Waldes vernichtet hat. Die Fichte ist ja ein Flachwurzler. Könnte man durch "Schutzzäune" von Laubbäumen in Zukunft den Schaden mindern ? Eignet sich der Tulpenbaum überhaupt für einer Steigung von etwa 45 Grad ?
    Hier gibt es ja auch einige Forstfachleute und Waldbesitzer.

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Hallo Wienbiene,
    haben wir keine heimischen "Baumaristokraten"?
    Buche, Linde, Eiche, Ahorn, Vogelkirsche...
    Hier kenne ich auch Umpflanzungen mit Laubbäumen.
    Obwohl deren Entstehungsgeschichte, erkennbar am Alter der Bäume,
    eher umgekehrt war, der Innenteil des Waldes, Fichtenstangenwald eines Alters in Monokultur, nach Kahlschlag wieder aufgeforstet wurde.
    Pflanz lieber Mischwald.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    Zitat


    Pflanz lieber Mischwald


    ich schreibe hier nicht als Waldbesitzer sondern als Bienenhalter. Die Vogelkirsche ( vielleicht meinst du den Vogelbeerbaum, den man ja oft an den Rändern von Forstwegen sieht) und die Linde würde in den steilen Hängen eines Gebirgstales fast genauso "komisch" ausschauen wie ein Tulpenbaum. Bienenmäßig ist er aber sicher interessanter als Buche und Eiche. Da bleibt dann nur noch der Ahorn in verschiedenen Arten. Wenn der Tulpenbaum nicht invasiv ist könnte man ja vielleicht ein paar Exemplare einstreuen.

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Hallo vindobonapis,


    der Tulpenbaum ist für Bienen nicht atraktiv, ich hatte 2 auf meinem Grundstück, jetzt steht da nur noch einer, er sieht nur in der Blühte sehr gut aus. Die Blätter sind auch nicht gut für den Kompost. Dann lieber Buchen und Eichen pflanzen, wenn da die Blattlaus drauf kommt gibt es schönen Eichenhonig, hatte ihn vor 2 Jahren. Ahorn sowieso, super Frühlingstracht.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Beetle,


    Unter "Dogwood" verstehen die Amerikaner mit Sicherheit erlesene Gehölze aus der artenreichen Gattung der Hartriegel. Diese enthält sowohl Stauden, als auch Sträucher und Bäume. Die Kostbarkeit unter den Gartengehölzen ist Cornus florida, der Blumenhartriegel. Gibt's in der Wildform in bis zu zehn Meter hohen Exemplaren, in der nordamerikanischen Heimat versteht sich. Bei uns bleibt es ein Strauch von selten > 4 Meter.
    Wenn der Geldbeutel locker sitzt, kannst Du Dir eine Freude mit den herrlichen Kultivars von cornus florida machen, etwa mit der besonders beliebten Form 'Rubra', oder aber mit "Cherokee Chief, Cherokee Sunset, Purple Glory, Sterling Silver, Pink Beauty, Red Beauty" ...usw.
    In letzter Zeit taucht öfter 'Eddie's White Wonder' auf, ein besonders schöner Pagoden-Hartriegel (cornus controversa, Ostasien)
    Es gibt auch Hybriden von cornus kousa, dem japanischen Hartriegel X cornus florida.


    Dogwood hat also nichts mit dem Tulpenbaum aus der Familie der Magnolien gemeinsam.


    Ciao, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo Drobi,


    In einem Wiener Park habe ich Bienenflug beobachtet. Allerdings eher mäßig. Liegt vielleicht auch am Standort. Von Berner wird er jedenfalls neben Robinie zur Aufforstung empfohlen. Wikipedia schreibt sogar:
    "Eine gewisse Rolle spielt der Tulpenbaum als Bienenweide. Junge Bäume liefern pro Saison bis zu 3,6 kg Nektar, was rund 1,8 kg Honig entspricht."

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Tulpenbaum sieht schön aus riecht uns würzig aber die Bienies würden sich über Ahorn viel mehr freuen. Oder Vogelkirsche (Prunus avium), das ist die wilde Kirsche, die wird nicht sehr groß (20m) wächst aber oftmals auch in lockeren Büschen so und die 5 m hoch. Die Früchte gehn für Wein oder gaaaaanz lecker Marmelade. Und die Bienen stehn voll auf die Blüten. Der Baum ist heuer Baum des Jahres 2010. Wenn du den Tulpenbaum als Aristokrat beschreibst, würde ich die Kirsche als Königin beschreiben, die gut Kochen kann, `nen Putzfimmel hat, supersexy aussieht und ihrem Mann niemals vollmeckert. :-) 
    Ahorn und (große) Kirschbäume liefern auch wertvolles Holz. Die Enkel werden es danken.
    Der Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia)sieht doch top am Hang aus. Schau ins Vogtland (Kan schiennern Baam giebt's wie an Vugelbärbaam, Vugelbärbaam, Vugelbärbaam. Es werd a su leicht net an schiennern Baam gahm, schiennern Baam gahm, eijo!!)
    Linde wurde ja auch schon genannt.
    Wenns um Windschutz und Bienen geht, würde ich noch Hasel und Weide nennen. Gerade jetzt im Frühjahr müßte das einem Imker sofort einfallen.
    Was auch gut kommt sind Roßkastanien. Das Holz ist zwar nicht so der Hit aber die Blüten. Die Kastanien fressen sogar meine Karnickel.

  • Die Fichte hat ein Senkerwurzelsystem, keine Flachwurzel.
    Die auf Sturmwürfen oft beobachteten Wurzelteller zeigen einen für diese Baumart falschen Boden an (Stauwasser, Tonschichten).


    Was als die geeignete Baumart erscheint, lässt sich ohne eine genaue Standortsansprache so auf die Entfernung nicht sagen.
    Frag einen Forstkollegen vor Ort.


    Tulpenbaum ist ein Fremdländer, anpflanzen oder nicht ist Sache der inneren Einstellung. Wenn es der Standort zulässt, warum nicht. Bei Douglasie, Roteiche und so weiter juckt das auch keinen sofern Profit bei rausspringt.
    Ob der den Bienen gefällt weiß ich nicht, aber worüber sie sich sicher freuen, wenn im Frühjahr Hasel oder Weide blühen...