Honigzarge: Wieviel Mittelwände, wieviel beeits ausgeschleuderte Waben ?

  • Hallo,
    Wie mischt ihr eigentlich die Rahmen in der Honigzarge für die Frühtracht ?
    In meinem ersten Imkerkurs sagte man uns, pro Dadant-Zarge 2-3 bereits
    ausgebaute und ausgeschleuderte Rahmenwaben einzuhängen, die übrigen
    Rahmen alle in Form von neuen Mittelwänden.
    Es soll ja der Bautrieb der im Frühjahr reichlich vorhandenen Jungbienen
    unterstützt werden.
    Ich hab auch mal gelesen, dass wenn man mischt, Mittelwande mit ausgebauten Waben nicht alterniert werden sollen. Also neues gruppiert,
    altes gruppiert.


    Was sind eure Erfahrungen, bzw. Empfehlungen ?


    Gruesse, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.


  • Hallo,
    ich nehme nur Rähmchen mit Mittelwänden (selten) oder einfach nur Anfangsstreifen. Hat im letzten Jahr beides funktioniert! Ich fürchte ein Teil des Frühtrachtnektars geht dann gleich fürs bauen drauf, dafür sind die Waben aber auch neu!

  • Hallo Norbert,
    je früher im Jahr, desto mehr Mittelwände.
    1.Honigraum vier ausgebaute Waben, sechs Mittelwände,
    2.Honigraum sechs ausgebaute Waben, vier Mittelwände (Normalmaß).
    Blockweises Einhängen, Mitte ein Kern ausgebauter Waben, rechts und links die Mittelwände,
    verhindert ein Verbreitern der Zellen, wie es bei stark eintretener Tracht vorkommen kann, wenn diese abwechselnd mit Mittelwänden eingehängt werden (ähnlich wie bei Dickwaben).
    Als Anfänger ohne Vorrat ausgebauter Waben bleibt nur das alleinige Einhängen von Mittelwänden.
    Es sei denn, man hängt Brutwaben über Absperrgitter.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Danke Thomasbienen ,
    Danke Lothar ,


    Tja, dann wird in den kommenden Tagen wohl das Einlöten von Mittelwänden
    auf dem Programm stehen...
    Ausgebaute habe ich genug, aber bei ersteren hapert's gewaltig.


    Grüße, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo, Norbert,
    du kannst auch einfach nur Anfangsstreifen über Absperrgitter geben.
    Besser mit gedrahteten Rahmen, wegen dem Schleudern.
    So hast du die Gewähr, die Bienen nicht zwingen zu müssen; sie entscheiden,
    wieviel Honig sie dir überlassen. Und es funktioniert zur rechten Zeit.
    Aber das ist artgerechtes Imkern.
    Ich habe früher konventionell gearbeitet, Brut- und Honigraum im selben Maß.
    4 Brutwaben nach oben, unten Mittelwände rein zur Bauerneuerung und
    oben abgeschleuderte Waben vom Vorjahr zugehangen.
    Bis ich dann irgendwann merkte, daß es den Bienen allgemein immer schlechter ging,
    sie nur noch wenig Widerstandskräfte hatten und von der Milbe "überrollt" wurden.


    Aber das ist meine Geschichte........
    Trau dich und versuche neue Wege zu gehen.


    Beste Grüße, >Edda<

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo Norbert,
    mit den Anfangsstreifen hat man dann auch wirklich neue, soweit wie möglich unbelastete, Waben. Finde ich für die den Honig den ich esse wichtig. Geld spart man damit zusätzlich. Gerade als Anfänger braucht man ja einige Mittelwände, wenn man alles damit ausstatten will.
    Aber selbstverständlich mußt Du es selbst entscheiden und Deine eigenen Erfahrungen machen.
    Wichtig ist das die Beute bei Baustreifen waagerecht aufsteht, also mit Wasserwaage ausrichten, ich nehme z.B. Kunststoffkeile zum Ausgleich. Das spart man bei den Mittelwänden. Aber das gehört vielleicht nur am Rande zum Thema.
    Grüße aus Leipzig

    Grüße aus Leipzig
    Thomas

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  • So hast du die Gewähr, die Bienen nicht zwingen zu müssen...


    Hi Edda,
    Das war auch der edle Vorsatz, mit dem ich mich in die Imkerei gewagt habe.
    Kein Leistungsdruck, weder für die Bienen, noch für den Imker. Als Geschenk nehmen was die Natur eben hergibt. Mit Honig hatte ich sogut wie gar nichts am Hut. Wollte (und will es immer noch) nur gute "First Lady's" züchten.
    Es kam schnell anders, als einige Feinschmecker den hervorragenden
    Waldhonig gekostet hatten, den meine Buckies "so nebenbei" zuviel hatten.
    Jetzt klopft es an Fenster und Haustür, ob noch Honig da sei.
    Hab ich keinen (mehr), wie im lausigen Vorjahr 2009, stehe ich da vor leerem Honigregal und komm mir vor wie die letzte Niete.
    So geht das mit dem ungewollten Druck, zumindest auf den und die Imker.
    Zurück zu den Waben:


    4 Brutwaben nach oben, unten Mittelwände rein zur Bauerneuerung und
    oben abgeschleuderte Waben vom Vorjahr zugehangen.
    Bis ich dann irgendwann merkte, daß es den Bienen allgemein immer schlechter ging


    Wie gut, dass bei der Dadantbeute ein Wabentausch von unten nach oben in den Honigraum, wegen der halben Höhe der Honigzarge, nicht möglich ist. So bleibt bebrütetes, behandeltes, +/- schadstoffbelastetes Wachs unten im Brutraum bis zum letzten Weg ins Schmelzgerät.
    Oben bleibt es zur Honiggewinnung sauber.
    Getrennter Wachskreislauf eben.


    Trau dich und versuche neue Wege zu gehen.


    Werde es versuchen ! :wink:
    Ciao, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.


  • Wichtig ist das die Beute bei Baustreifen waagerecht aufsteht, also mit Wasserwaage ausrichten, ich nehme z.B. Kunststoffkeile zum Ausgleich. Das spart man bei den Mittelwänden. Aber das gehört vielleicht nur am Rande zum Thema.


    Hi Thomasbienen,
    Dank Dir, wieder was dazu gelernt. Zwar benutze ich auch die Wasserwaage, besonders in der schlechten Jahreszeit, allerdings um den Beuten ein leichtes Gefälle nach vorne Richtung Flugloch zu geben, so dass Wasser ablaufen kann, und nicht die Richtung -> Beuteninnenraum nimmt.


    Werde bei etwaigem Anfang mit Baustreifen deinen Tip berücksichtigen
    und die Hanglage korrigieren... aber nur bis zum Herbst, versteht sich.


    Ciao, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hai, Norbert,

    Zitat

    So bleibt bebrütetes, behandeltes, +/- schadstoffbelastetes Wachs unten im Brutraum bis zum letzten Weg ins Schmelzgerät.
    Oben bleibt es zur Honiggewinnung sauber.


    Das glaubst du tatsächlich?
    Lies doch mal:
    http://www.agronaplo.hu/files/file/Rede%20Berschauer_de.pdf
    Das ist "nur" Bayer Crop Science fürs 1. Halbjahr 2009 - nicht alle Firmen dieses Sektors:

    Zitat

    Im Segment Crop Protection verzeichneten wir ein Wachstum um 4,0 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Wesentliche Treiber waren unsere Herbizide und Saatgutbehandlungsmittel, während die Fungizidumsätze in nahezu allen Regionen leicht rückläufig waren. Unser Seed Treatment-Geschäft entwickelte sich unter anderem durch im Vergleich zum Vorjahr frühe Umsätze für die Herbstbehandlungssaison erfreulich.


    Nektar und Pollen sind deiner Ansicht nach grundsätzlich schadstofffrei und es reichert sich nix in deren Lagerstätten an?
    Kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.


    Und Nachtrag: du bist also nicht der Meinung, daß schadstoffbelastetes Wachs im BR sich auf die hochempfindlichen Larven und Puppen auswirkt?
    Kannst du das logisch und nachvollziehbar begründen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hai, Norbert,



    Nektar und Pollen sind deiner Ansicht nach grundsätzlich schadstofffrei und es reichert sich nix in deren Lagerstätten an?
    Kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
    Und Nachtrag: du bist also nicht der Meinung, daß schadstoffbelastetes Wachs im BR sich auf die hochempfindlichen Larven und Puppen auswirkt?
    Kannst du das logisch und nachvollziehbar begründen?


    hi Sabi(e)ne,
    Freu mich echt, dass der ausgeworfene Köder geschluckt wurde.
    Natürlich war da in dem Satz "Oben bleibt es zur Honiggewinnung sauber."
    das Prädikat RELATIV zu schreiben. Also nochmal:
    "Oben bleibt es zur Honiggewinnung relativ sauber."
    Hatte die Reaktion schon vorhergesehen...
    So testet man, ob man auch gelesen wird , oder ob sich die Mitglieder einen feuchten... naja...


    Bin mir durchaus im Klaren, dass es Schadstoff-frei nicht mehr gibt.
    Deshalb darf Wachs auch nicht als solches angeboten werden.
    Es gibt lediglich (-relativ-!) schadstoffarmes Wachs und damit müssen wir im Moment leben.
    Ganz sicher wirkt sich schadstoffbelastetes Wachs im BR auch auf hochempfindlichen Larven und Puppen aus ! Ich habe allerdings keine Behauptung zu diesem Thema angestellt.
    Glücklicherweise wissen Sammelbienen, wie festgestellt wurde,ihre Schwestern zu warnen, wenn ihnen an verseuchten Pflanzen etwas
    nicht geheuer vorkommt, so dass derartige Tracht in der Folge gemieden wird. Ob dieser Mechanismus zum Tragen kommt, ist dann auch eine Frage
    der relativen Giftigkeit. Bei einem gewissen Maissaatgut-Beizmittel haben wir ja genug Filme gesehen mit Hunderten von elendiglich verendeten Völkern.
    Ich werde also nichts "logisch und nachvollziehbar begründen", das ich nicht so behauptet habe.:roll:
    Vielleicht lagern wir das Thema in Pestizidbelastung aus, bevor uns wieder Abweichung vom Thema vorgeworfen wird.:wink:


    Grüße, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Äh...
    könnten wir beim Thema bleiben?
    Verhindern lässt sich das Einbringen von Schadstoffen ja (leider) nicht.
    Wichtig ist doch, das wir dafür sorgen, das Behandlungsmittel die wir anwenden sich nicht im Honig wiederfinden.
    Und dazu zählt meiner Meinung, das wir Waben mit Brut nicht über ASG hängen und diese dann irgendwann ausschleudern.
    Dies bedingt auch eine Trennung von Brutraumwaben und Honigraumwaben.
    Gut, jetzt kommt das Argument der Bauerneuerung und der Austauschbarkeit.
    Natürlich kann man leere Honigraumwaben* in den Brutraum einbringen, diese sollten dann allerdings dort bleiben.
    *auf den Umstand des/der anderen Zellenwinkel(s) gehe ich mal nicht ein.
    Zudem kann man ja auf totale Bauerneuerung übergehen; und so eine Bauerneuerung erzielen.
    (hat den Vorteil von "Jahrgangswaben" und keinem Mischmasch)
    Unbebrütet gewesene Waben lassen sich auch noch besser lagern.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Norbert Jung und alle,
     
    auch ich habe nochmal dein Profil gelesen und deine Frage dadurch
    besser verstanden.
    Meine Honigwaben sind 2/3 Zander, gedrahtet und wurden mittels
    Anfangsstreifen wunderbar ausgebaut.
    Folglich habe ich im Honigraum nur jungfrauliche Waben, die sich bedeutend länger halten als vormals bebrütete.
    Ich arbeite erst seit 4 Jahren auf artgerechte Weise, habe daher wenig
    Erfahrungen.
    Die Bienen haben gezeigt, daß sie auch im Honigraum (über Absperrgitter)
    super bauen können, jetzt gebe ich ihnen immer diese ausgebauten Waben
    zurück. Klar, werden die schneller voll als mit Mittelwänden.
    Ich lege den Hauptaugenmerk der Bauerneuerung auf den 4/3 Brutraum.
    Da ist es nötiger.
    Wie lange sich jungfauliche Honigwaben halten, kann ich noch nicht sagen.
    Die Honigwaben kann man auch gut lagern, da gehen keine Wachsmotten dran.
     
    Was anderes: Hanfpalmen, Bananenstauden, Kakteen überleben bei
    mir auch den Winter. Aber nicht immer alle. Hast du Ahnung davon?
    Vielleicht über PM. Bin Mitte July wieder in Catalunja.
     
    Liebe grüße, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo, Lothar,


    du bringst es wie immer sachlich auf den Punkt.
    Ich hatte das >oben< vergessen zu schreiben. Danke dir.
    Gruß, Udo

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hi Nobi
    Also, die erste Honigzarge sollte mit ausgebauten Honigwaben bestückt sein. wenn die quasi voll ist, gibst du die 2. obenauf, mit Mittelwänden bestückt. Du hast ja Buckfast von PJ. Und sein Kollege Guth lehrt das so in den Bienenkursen.
    Zur Rücksatandsproblematik: Entdeckelungswachs nutzen um neue Mittelwände für Brut-und Honigraum zu giessen. Die Hälfte der Honigraumwaben ebenfalls einschmelzen um Platz zu machen für neue. Das Wachs aus Brutraum anderweitig verwerten. So verdünnt sich schnell die Giftstoffmenge. Methode PJ.