Nur Obstblüte in meiner Nähe

  • Liebe Bienfreunde und Imkersleut,


    Ich bin seit einem Jahr dabei und starte an meinem Bienenstand mit 3 Völkern durch dieses Jahr. :Biene: Yeah :)
    1 Volk 2 zargig
    1 ehem. Ableger 2 zargig
    1 ehem Ableger 1 zargig
    Hohenheimer E.-Beute, Zander.


    Drum herum viel Kirsche, Apfel und Birne.
    Vereinzelt mal ein Rapsfeld, ein paar Linden im Ort, Brombeeren.


    Ich frage mich jetzt, wie ich mein Bienenjahr am besten Plane.. Ich möchte einerseits vermehren, andererseits sollen die ganzen versprochenen Honiggläser auch tatsächlich in die Hände meiner Bekannten gelangen.. :)


    Ich dachte mir nun, dass ich meine Ableger dann doch möglichst NACH oder erst am Ende der Obstblüte machen sollte, damit meine Völker noch stark genug zum sammeln sind.
    Bisher habe ich gedacht, meine Ableger erst dann zu bilden, wenn das erste Volk schon in Schwarmstimmung war. Ist das zu spät?


    Und bleibt ein schwarmträchtiges Volk stärker, wenn ich es nicht schröpfe, sondern nur die weiselzellen breche?


    Ich habe da schon meine Vorstellungen, wie ich an die Sache herangehe, möchte aber zuerst eure Meinung hören bitte.


    Viele Grüße und auf dass das Frühjahr bald kommt :)


    Boris

  • Hallo


    einfachste Methode


    Scharmstimmung abwarten
    und mit der Königin einen kleinen Ableger bilden


    Alle Zelle bis auf eine brechen
    wenn es nicht klappen sollte Zuchtstoff rein hängen


    Ableger im Futter halten


    So machst Du ohne Streß, aus Deinen 3 dann 6 Völker


    Gruß Uwe

  • Aaaaja, Königinnenableger.
    Gut, das hab ich mir auch überlegt - wenn es mit meiner Schwarmvorwegnahme nicht klappt. Das gefällt mir letztendlich nämlich besser als betriebsweise.. Dankeschön für den Tipp.


    Wenn ich Liebig richtig verstehe kann ich bei Völkern durch vorzeitiges schröpfen das Eintreten einer Schwarmstimmung herauszögern. Würdet Ihr das bestätigen?


    Und würde ich nun mehr von meinem Obstblütenhonig bekommen, wenn ich die Völker vorzeitig schröpfe - ihm dann also Volksstärke nehme - doch die Schwarstimmung später eintritt, oder würde ich mehr Honig bekommen, wenn ich die Schwarmstimmung ganz einfach eintreten lasse, dann Schwarmvorwegnahmen mache und das Volk nach kurzer Unterbrechung weitersammelt?


    Jetzt sind erfahrene Imker gefragt :)


    Grüße,


    tha beenie-man


  • Wenn ich Liebig richtig verstehe kann ich bei Völkern durch vorzeitiges schröpfen das Eintreten einer Schwarmstimmung herauszögern. Würdet Ihr das bestätigen?


    Das kann ich gerne bestätigen. Es kann sogar schon reichen, gedeckelte Brut in den HR umzuhängen und unten Leerwaben zu geben. Aus hygienischen Gründen ist es aber von etlichen Qualitätslabeln verboten, diese Waben dann anschliessend für den Verzehr zu schleudern.


    Die Schwarmstimmung und Sammelleistung sind aber immer extrem von der Witterung abhängig. Deshalb ist nicht nur entscheidend ob und wie viel Jungbienen oder gedeckelte Brut geschröpft wird sondern auch wann. Pauschale Voraussagen sind deshalb grundsätzlich nicht sinnvoll. Auch mit Erfahrung bleibt ein ordentlicher Teil Spekulation dabei.

  • Wenn ich Liebig richtig verstehe kann ich bei Völkern durch vorzeitiges schröpfen das Eintreten einer Schwarmstimmung herauszögern. Würdet Ihr das bestätigen?


    Wenn man es früh genug macht, ja.



    Zitat


    Und würde ich nun mehr von meinem Obstblütenhonig bekommen, wenn ich die Völker vorzeitig schröpfe - ihm dann also Volksstärke nehme - doch die Schwarstimmung später eintritt, oder würde ich mehr Honig bekommen, wenn ich die Schwarmstimmung ganz einfach eintreten lasse, dann Schwarmvorwegnahmen mache und das Volk nach kurzer Unterbrechung weitersammelt?


    Das kommt darauf an, wann und wie du schröpfst und wie die Volksentwicklung im zeitigen Frühjahr verlaufen ist.
    Ich würde behaupten ersterer Fall...


    Schröpfen führt immer zu gewissem "Honigverlust" (Den kann man gering halten, wenn man nicht zu stark schröpft).
    Allerdings nicht für die Tracht, die während des Schröpfens aktuell ist. Wenn du Ende April/Anfang Mai schröpfst, ist das für die Obstblüte egal, denn die ist dann praktisch rum. Bis dahin sind die Völker aber möglicherweise schon in Schwarmstimmung.


    Königinnenableger machen wird immer wieder als gute Methode angepriesen.
    Ich hab damit noch keine Erfahrungen gemacht. Hört sich aber logisch und einfach an.


    Wenn du mehr Honig möchtest, dann kauf doch noch ein bis zwei Völker dazu...

  • Hehe. Dazukaufen.
    Ja, Sam, du hast recht, man sollte am Anfang nicht mit dem Geld sparen - drum hab ich mir ja letztes Jahr nach meinem Wirtschaftsvolk noch einen Ableger dazugekauft :)


    Doch jetzt reicht es mir mit kaufen. Dieses Jahr möchte ich in die schwarzen Zahlen kommen.
    Du kannst mir ja Bienen schenken :p


    Grüße,
    Boris

  • Schenken is nich, auch ich muss schwarze Zahlen schreiben...:wink:



    Ich hab damals meinen ersten Bienenfrühling(hatte im Vorjahressommer angefangen) auch mit 3 Völkern gestartet.
    Ich wollte meine junge Imkerei auch gleich vergrößern.
    Anfang Mai hab ich nach Völkervermehrung in vier Schritten(Liebig) einen Sammelbrutableger erstellt und jedem Volk 2 Brutbretter samt Bienen plus Bienen vom Drohnenrahmen geschröpft.
    Dann belarvten Zuchtrahmen eingehängt und später daraus 10 Ableger erstellt.
    Honig hab ich trotzdem pro Volk im Schnitt gut 20kg geerntet.
    Schwarmstimmung kam keine auf.


    Jahre sind zwar alle anders, aber vielleicht hilft dir das dennoch weiter.

  • Ok. Gut gemacht für den Anfang!!



    Ich habe das Liebig Buch nun auch schier auswendig gelernt und könnte es auch probieren, meine Völker auseinanderzureißen und das Jahr über wieder aufzupeppeln.


    Liebig funktioniert sehr gut, das muss man ihm lassen, doch hält er ja nicht viel von wesensgemäßer Bienenhaltung :)


    Sehen wir mal, wie ich mich durchschlage.. :-D


    Grüßle,
    Boris

  • @ Boris: Du kannst doch auch ohne Filetierung eines Volkes nebenbei zwei bis drei Ableger rausziehen und aufbauen, wenn Du es richtig angehst. Ohne großartige Honigverluste, dafür mit reichlich Varroa-Dezimierung...:p

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • :lol: Jaja, alles auf einmal wollen...
    Entweder groß vermehren ODER richtig Honig ernten - beides gleichzeitig geht nicht so gut.
    Außerdem sind deine Ableger nach dem Winter keine mehr, sondern Völker. Punkt.:wink::Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Miteinander,
    wenn Ihr schon Brutwaben hochhängt, nehmt offene, keine vereckelten.
    Warum?
    Verdeckelte BW werden bald wieder frei, können neu bestiftet werden,
    somit entsteht kein Platzmangel.
    Nachteil:
    über das ASG gehängte offene BW müssen nach WZ kontrolliert werden.
    Offene BW blockieren den Brutraum viel länger.
    Wer verdeckelte BW hochhängt, schafft nur Platz für Honig.
    Das ist nämlich ein geeignetes Mittel, um sicher Honig ernten zu können,
    besonders wenn man daraus eine Betriebsweise entwickelt,
    das Brutdistanzieren (frei nach Armbruster).
    Ob es bienengemäß ist, steht auf einen anderen Blatt.
    Brutwabenentnahme ist allerdings nur ein schwarmverzögerndes Mittel.
    Gut geeignet, wenn man noch eine Spättracht erwartet, vorallem Tautracht.
    Diese wirkt schwarmverhindernd.
    Daher wohl auch von Dr. Liebig so empfohlen.
    Bei Dauerblütentracht muss man anders vorgehen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Ich krieg das hin .. :-D


    Außerdem war meine Frage ja nicht wie ich die Eier legende Wollmilchsau fange, sondern, WIE und WANN ich meine Ableger oder Schwärme am geschicktesten mache in einer Obstblütentracht, nach der nicht mehr viel nennenswertes folgt..


    Ganz einfach :)

    - BEENIE MAN

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