• Hallo,


    ich habe letztes Jahr mit der Imkerei angefangen und gehe mit vier Völkern in das Imkerjahr 2010. Da ich selber gerne Waldhonig esse würde ich gerne von einem Volk Waldhonig ernten. Was ist bei der Standortwahl zu beachten? Ab wann sollten die Bienen an dem Standort für Waldhonig stehen? Wird erst Blütenhonig geerntet und dann Waldhonig?


    Vielen Dank im voraus für Eure Unterstützung


    Michi

  • HI MIcha - da stellst du aber Fragen :)


    Also erstens ist es SEHR SCHWER zu prognostizieren, wann es Waldhonig gibt. Und nicht allen Prognosen darf man Glauben schenken :)
    Ich habe in meinem Imkerverein gehört, dass eingie von einer Waldtracht dieses Jahr ausgehen. Sie machen das an den Winter- und Frühjahrstemperaturen fest und deswegen ist es auch eine sehr vage angelegenheit - ICH HALTE MICH DA RAUS :lol:


    Also: Für die Waldtracht:


    -brauchst du ab Juli starke Völker


    -musst du in einen Tannen- und Fichtenwald wandern, denn auf diese komm es an (i.e. Weiß- und Rottanne)


    -musst du damit rechnen, dass sich bei einer sehr üppigen Tracht deine Honigräume Füllen und deine Bienenstöcke leeren, da sich die Bienen bei so einer Tracht auch totfliegen können. Liebig meinte mal, er mache vorher extra Ableger, wenn er in eine Waldtracht wandert, da er dann dort Völkerverluste hat. Damit rechnet er also. Mir ist das ein bisschen zu blöd bisher und unfair meinen "Bienen-Partnern" :daumen: gegenüber - zumal so ein paar Läuse um einiges schwieriger auszumachen sind als eine blühnde Linde :)


    PS:
    ich habe Bienen seit einem Jahr und weiß das alles nur aus der Theorie - also bin ich gespannt wie du, ob meine Aussagen hier so stehen bleiben :)

  • Hallo !
     
    @ Michi
     
    Warum nur von einem Volk ?
     
     
    @ Drohn (3)
     
    Braunfels am Rande des Naturpark Hochtaunus ...
    ... da gibt es guten Waldhonig ... wie der Bienenknecht und sein Imkerin wissen !
    ... das sagt sogar die Industrie[/URL] !
     
     
    @ Drohn (4)
     
    Läuse sind nach unseren "geringen" Erfahrungen ein zweiseitiges Schwert !
    Kon(n)takte scheinen da wirklich das Erfolgversprechenste zu sein.
     
     
    Gruß
    B.K.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Werner Egger ()

  • @ beenie-man


    Warum braucht man starke Völker?
    Nur zweiräumiger Völker auf die Waldtracht loslassen?


    Hast Du irgendwo Literatur zum Thema Waldhonig?


    Gruß


    Michi

  • Hallo Michi!


    Als mit Waldtracht fast völlig unerfahrener Imker ist meine Meinung, dass man für die Waldtracht, wie auch für jede andere Tracht, starke Völker braucht um diese effektiv zu nutzen (sowohl die Völker als auch die Tracht :wink:).
    Und da Waldtracht lt. Literatur usw. von heute auf morgen durch z.B. ein starkes Gewitter enden kann ist es um so wichtiger die zur Verfügung stehende Zeit mit möglichst vielen Bienen zu nutzen, um in kurzer Zeit viel Honigtau in den Kästen zu haben, der dann invertiert wird.
    Ergo: Starkes Volk mit vielen Bienen = großer Honigeintrag.


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Und auch bei der Linde kann es zu höheren Verlusten kommen. In diesem Jahr war bei uns auch die Akazientracht bzw. die Rubinientracht nach zwei heftigen Regenfällen beendet. Ich dachte, ich hätte irgendwo im Hinterkopf, dass auch die Feuchtigkeit im Frühjahr eine Rolle spielt beim Waldhonig, und dass die Tracht noch später auftritt. Aber vielleicht halloziniere ich ja nur.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der Waldhonig liebt, wenn er nicht dran denkt..

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.


  • Also wir als Anfänger sollten uns vielleicht um anderen Honig als Waldhonig kümmern - es sei denn du wohnst bei einem geeigneten Wald in der Nähe. Dann ist es ja geradezu verlockend :)


    Mit starken Völkern meine ich:
    In der Schwarmzeit oder im Sommer zu stark geschröpfte Völker sind eben nichtmehr "so stark" wie sie sein könnten. Deswegen muss man sich bei einem Volk entscheiden, ob man viele Ableger daraus machen will nach den Frühjahrstrachten oder sie für den Wald schonen möchte.
    ABER: DIE BESTE ADRESSE IST EIN IMKER IN DEINER NÄHE. (mit Sicherheit nicht ICH, :lol:) Er kennt sollte auch den Wald entsprechend kennen.


    Und "Die Waldtracht" ist sicher ein gutes Buch. Doch ist in diesem Falle die Theorie alleine für die Katz - man braucht schon jemanden, der einem die Bäume und die Läuse mal gezeigt hat, wenn man in den Wald wandern möchte.. - das schreibt Liebig auch am Anfang seines Buches.


    Schonmal Waldhonig bekommen, sam?


    Grüße,


    beenie-man

  • Deswegen muss man sich bei einem Volk entscheiden, ob man viele Ableger daraus machen will nach den Frühjahrstrachten oder sie für den Wald schonen möchte.
    Grüße,


    beenie-man



    Ach jaaaa,
    es gibt da noch eine andere Möglichkeit..:p_flower01:


    Einfach den Bien entscheiden lassen, wie geimkert wird: Ist das Volk in Schwarmstimmung und will sich vermehren, so ist Vermehrung angesagt. Ist es das nicht, dann halt nicht.
    Du fängst seine Schwärme ein, wenn du die Bienen am Haus hast.
    Ist dir das zu riskant - und mir persönlich ist es das - dann werden Königinnenableger oder die sogenannte Schwarmvorwegnahme gemacht.


    Vielleicht tut es den Bienen ja gut, auf sie zu hören..? :wink: :wink: :wink:
    Man starte seine eigenen Versuche...


  •  
    Pfefferle schreibt dazu sinngemäß: "Für kleine Imkereien bis zu ca. 5 Völkern ist die Schwarmvermehrung nicht die schlechteste Methode."
     
    Er geht davon aus, dass dazu bestimmte Völker "schwarmreif" gemacht werden (Fütterung mit Honiglösung und "stopfen" der Völker mit bienenfreien Brutwaben).
     
    Mir wäre es aber auch zu riskant.
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)