Treffen der Kreislandwirte und der Imker bei der Landwirtschaftskammer NRW

  • Treffen der Kreislandwirte und der Imker bei der Landwirtschaftskammer


    Hallo miteinander.


    Am Mittwochabend, den 27. Januar 2010 trafen sich die Kreislandwirte aus dem Rheinland & Westfalen und der Vorstand des Landesverbandes IVR (DIB), sowie die Vorstandsmitglieder der Ortsvereine aus Westfalen und dem Rheinland bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Essen.


    Das Treffen war eine Auftaktveranstaltung, bei der die Landwirte und Imker in Dialog miteinander treten. Dieser Dialog soll dazu dienen, ein gegenseitiges Verständnis aufzubauen und vorhandene Vorurteile auf beiden Seiten entsprechend der Realität zu korrigieren.


    Nach diesem Abend bin ich der Ansicht, dass hier tatsächlich Abweichungen bezüglich des Bildes auf beiden Seiten bestehen. Und das Wissen darum, was die anderen jeweils machen, kann ebenfalls verbessert werden. Daher fand ich es gut, dass beide Seiten nicht nur Gesprächsbereitschaft signalisierten, sondern auch miteinander in Gespräch traten.


    Es waren auch drei Referenten der Landwirtschaftskammer NRW geladen, zwei davon aus der Abteilung Pflanzenschutz und einer war Dr. Mühlen aus Münster (www.die-honigmacher.de).


    Die zwei Vertreter der Landwirtschaftskammer (LWK) präsentierten die offizielle Meinung der Behörden, genauer des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Wortlaute und Argumente sind einigen Imkerdemonstranten bereits bekannt. Die Technik der Sämaschinen sei angepasst, Auflagen für den Abrieb aufgestellt. Es drohe keine Gefahr mehr. Ein Teil der Imker scharrte mit den Hufen und es gab schon einige Gegenworte zu diesen Vorträgen.


    Die Vorträge der beiden LWK-Mitarbeiter und die Aussagen des BVLs sind ja nicht grundlegend falsch. Sie zeichnen jedoch nicht das ganze gesamte Bild. Es wurde nicht erwähnt, dass dem damaligen BBA (heute BVL/JKI) schon seit 2002-2004 die Problematik der Beizstäube vorliegt und auf die subletalen Wirkungen, geschweige denn auf die systemischen Wirkungen wurde nur sehr karg eingegangen. Wie ich weiter unten nochmal ausführen werde, sehe ich den Haken bei den Behörden. Denn Imker und Landwirte können sich lange unterhalten, auch die Hersteller sind nur in gewissen Maße verantwortlich – die Hauptverantwortlichkeit bei der Zulassung und Risikobewertung liegt beim BVL/JKI. Und hier sind die Methoden der Risikobewertung schlichtweg veraltet und nicht den neuen Wirkstoffen angepasst. Das wird bei solchen Vorträgen nicht deutlich genug herausgestellt von Behördenmitarbeitern. (keine Selbstkritik)


    Jedoch wurde darauf eingegangen, dass die Guttation wohl auch in anderen Kulturen, vor allem in Getreide, für die Bienen zum Problem werden.


    Dr. Mühlen versuchte den Spagat zwischen Landwirtschaft und Imkern, beziehungsweise den Bienen. Meiner Meinung nach ist dieser Versuch ganz gut geglückt. Gefreut hat mich, dass er auch auf die Wildinsekten (Hummeln und Co.) eingegangen ist, sowie die Kategorisierung der Bienengefährlichkeit B1-B4 (vor allem B2 und B4) für nicht mehr zeitgerecht beschreibt. Die Auflagen in Verbindung mit B2/4 sind in der Praxis oft technisch nicht einzuhalten (zumindest schwierig).


    Seine Beschreibung der LD50-Versuche im Labor, sowie den anschließenden Zelt- und Freilandversuchen , beschrieb er allerdings als höchsten Standard der Welt. Der weitläufigen Meinung, dass die Zulassungsanträge beim BVL nur durchgewunken werden, entgegnete er. Meine Meinung ist, dass er da ein paar Vorurteile gegenüber den Imkerdemonstranten hegt, denn ein bisschen differenzierter sehen wir das schon. Aber solche Vorurteile enstehen, wenn nicht miteinander geredet wird (nicht wahr, liebes BVL...). Ähnlich wie die Kategorien, sind die Zulassungsverfahren selbst veraltet – für moderne Wirkstoffe nicht ausgelegt.


    Das Ergebnis der Veranstaltung war zumindest ein Grundverständnis, sowie ein positives Signal für weitere Gespräche. Für mich selbst zeigte die Veranstaltung, dass noch sehr viel mehr auf lokaler Ebene miteinander gesprochen werden sollte. Jeder Imkerverein, selbst jeder Imker sollte mit den Landwirten Kontakt aufnehmen und anfangen, miteinander zu reden.


    Wenn das BVL als Sicherungsstelle versagt, kann vielleicht eine Absprache vor Ort das Schlimmste verhindern.


    Liebes BVL, falls ihr hier mitlest – seid mir nicht böse. Letztendlich braucht ihr eventuell mehr Personal und mehr Material (?) – und das wiederum muss das Ministerium und die Politik bereitstellen.


    Bitte ladet die Landwirte zu euch ein, erklärt eure Situation, fragt nach deren Situation. Und verdeutlicht, dass der Haken bei der Arbeit der zuständigen Behörden und Ministerien liegt.


    Freundliche Grüße


    Bernhard


    PS: Es gibt nichts Gutes, außer Du tust es.

  • Ich habe im Nachgang noch ein Schreiben an einige Beteiligte verfasst, das ich hier gekürzt wiedergeben will:


    ...



    ...zunächst möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie die Initiative ergriffen und den Dialog aufgenommen haben. Die Wichtigkeit, sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Bienen, kann nicht genügend hervorgehoben werden.


    ...(Kurze Vorstellung meinerseits)


    Die obigen Ausführungen mögen an dieser Stelle reichen, um Ihnen zu verdeutlichen, ..., dass ich tief in die Materie verwurzelt bin. Von Kind auf bin ich damit aufgewachsen.


    Für mich ist die Angelegenheit eine Herzenssache, keine Politik.



    Zu den Demonstrationen der Imker:


    Ich bin wie gesagt, der Organisator der Demonstrationen der Imker in Braunschweig und in Berlin. Wie zu erkennen ist, haben wir nicht vor dem Landwirtschaftsministerium oder bei Ihnen vor der Haustür demonstriert. Wir haben auch nicht beim Hersteller Firma Bayer demonstriert.


    Dies hat einen besonderen Grund.


    Ich habe schon sehr früh nach den Schäden in Baden-Württemberg erkannt, dass hier die Behörde, namentlich das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), sowie das angeschlossene Julius Kühn Institut (JKI), ihre Funktion nicht erfüllt haben – der Schutz des Naturhaushaltes und im besonderen der Honigbienen.


    Von Anfang an waren die Demonstrationen eine Aufforderung an das BVL, das Zulassungsverfahren zu überprüfen, um die Sicherheit der Anwendung zu gewährleisten. Um es bildlich auszudrücken: Das BVL/JKI ist der Sicherungskasten, der uns Landwirte und Imker vor dem Stromschlag bewahrt.


    Wir können Dialoge ohne Ende führen – ohne eine weitreichende Verbesserung der Zulassungsverfahren werden wir in Zukunft eine ansteigende Anzahl an Problemen bekommen.


    ...


    Aus meiner Sicht sind nicht nur die Kategorien, sondern auch die Zulassungsverfahren nicht mehr ganz zeitgemäß.


    Wie ist das möglich und was hat sich verändert?


    Die ... Pflanzenschutzmittelhersteller stecken sehr viel Geld in die Forschung und Entwicklung – es ist selbstverständlich, dass die entwickelten Produkte mit der Zeit immer wirksamer werden. Dabei werden auch Aspekte des Bienenschutzes berücksichtigt, weswegen in der Vergangenheit auch die Ausrichtung auf die Beize erfolgte. Ganz einfach um den Kontakt mit den Nichtzielorganismen mit Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden. Die Idee dahinter war gut gemeint.


    Die Wirksamkeit und die Art und Weise der Wirkung hat sich dramatisch geändert, da sie heutzutage sehr spezifisch auf die Nerven von Insekten abgestimmt sind. Was vor Jahren noch in Mikrogramm wirkte, wirkt heute in Bereichen von Nanogramm und Picogramm.


    Die Toxizität hat sich damit für Insekten dramatisch erhöht.


    Doch nicht die Wirkung unterscheidet sich dramatisch, sondern vor allem die Art und Weise, mit der Nichtzielorganismen mit den Insektiziden in Kontakt kommen. Dabei spielt eine Rolle, dass die systemischen Insektizide (wozu nicht nur die Neonicotinoide gehören) über die Wurzel der Pflanzen aufgenommen und über Guttationswasser, Saugexkrete der Aphidoidea , aber auch über Nektar und Pollen abgegeben werden.


    ...


    Die sehr hohe Toxizität und die Expositionswege sind relativ neu. Sowohl die Zulassungsverfahren, als auch die Kategorien der Bienengefährdung sind zur korrekten Bewertung des Risikos solcher Produkte und Wirkstoffe in meinen Augen ungeeignet, um Schäden vom Naturhaushalt abzuwehren.


    Daher steht weiter die Forderung an die Behörden, insbesondere BVL und JKI, hier ihre Verfahren zur Risikobewertung deutlich zu verbessern und den neuen Gegebenheiten/Risiken anzupassen.


    Wir besitzen vielleicht einen hohen Standard in der Welt, was die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln betrifft, doch sollten wir auch an der Spitze bleiben und uns nicht auf den virtuellen Lorbeeren ausruhen.


    Dies gilt auch im Besonderen für neue Produkte, von denen ich Movento mit dem Wirkstoff Spirotetramat als Beispiel herausgreifen will, da dessen Zulassung in Deutschland zurzeit ansteht.


    ...


    Soweit mir bekannt, wirkt Spirotetramat vor allem auf das Larvalstadium der Insekten, was in Hinblick auf die Honigbienen bei einigen informierten Imkern alle Alarmglocken schlagen lässt. Die heutigen Zulassungsverfahren sind auf solche Produkte nicht zugeschnitten. Hier sitzt der Haken. Aus meiner Sicht nirgendwo anders, weder beim Hersteller, noch beim Landwirt, noch beim Imker. In den USA ist meinen Informationen nach zumindest in erster Instanz die Zulassung von Movento/Spirotetramat gerichtlich aufgehoben/abgewiesen worden.


    Daher bitte ich Sie, als Vertreter der Landwirte und Imker, von Ihrer Seite aus die Bitte an das BVL/JKI heranzutragen, hier geeignete Verfahren zu entwickeln. Was die Bienenuntersuchungen beim BVL betrifft, liegt hier - von außen betrachtet - ein eklatanter Mangel an Personal und Material vor. Hier ist vor allem die Politik gefragt, die Absicherung gegen die oben aufgezeigten Risiken mit finanziellen Mitteln zu unterstützen.


    ...


    Ich möchte auch an dieser Stelle an die positiven Entwicklungen in der Schweiz hinweisen, wo Landwirte und Imker zusammen eine bienenfreundliche Landwirtschaft entwickeln, wozu Blühstreifen aber auch zum Beispiel blühende Untersaaten zählen. Dies ist nicht nur günstig für die Honigbienen, sondern vermindert auch den Druck der Pflanzenpathogene. Ich würde mir wünschen, wenn wir dies auch in Deutschland, insbesondere im Rheinland und Westfalen hinbekommen. Darüber nicht vergessen, dass die Haupthausaufgaben beim BVL/JKI und der Politik liegen – die Praktiker brauchen eine verwendbare und in der Praxis wiederzufindende Bewertung der Risiken.


    Freundliche Grüße


    Anhang (Ergänzungen zu den Vorträgen, sowie Anregungen):


    Zum ersten Vortrag:


    1) Die Information, dass die Behörden schnell reagiert hätten, ist in meinen Augen sehr relativ. Wenn Sie mit den betroffenen Imkern sprechen, werden sie feststellen, dass es sehr lange gedauert hat, bis dort von behördlicher Seite etwas unternommen worden ist. Hier fehlte eine Art Notfallplan für großräumige Bienenvergiftungen bei den Behörden – gibt es diesen Notfallplan für Rheinland und Westfalen?


    Zum zweiten Vortrag:



    1) Die Folie mit dem Wirkprinzip des Staubabriebs der Maisbeize sollte die Ergänzung enthalten, dass die Informationen wissenschaftlich schon seit 2002 bekannt sind und die Zulassungsbehörde in Deutschland, damals das BBA, die Gefahr unterschätzt habe ..., da sich die Maschinen in Italien von denen in Deutschland von der Konstruktion her unterschieden. Diese Information ist wichtig für die Erkenntnis, dass Zulassungsverfahren solche Studien nicht berücksichtigten. In den Studien über das Thema Beizabrieb ist bereits die Empfehlung des Einsatzes von vorgeschalteten Filtern enthalten.



    2) In Ihrer Aufstellung der Neonicotinoide in einer Tabelle, die als Übersicht der ruhenden Zulassungen diente, vermisse ich die Aufführung von Imidacloprid und Fipronil. Diese beiden sollten mit aufgeführt werden, um deren Status der Zulassung zu zeigen. Meines Wissens ruhen diese Zulassungen nicht. Ohne diese Information sieht es so aus, als wenn alle Zulassungen für Neonicotinoide ruhen – das erweckt einen falschen Eindruck. Außerdem empfehle ich die Ergänzung der Information, welche Wirkstoffe/Produkte in Zukunft noch kommen. Die kommende Zulassung betrifft Movento/Spirotetramat. Soweit ich dem Aktionärsbericht von Bayer AG entnehmen konnte, stehen in den nächsten Jahren Dutzend weitere neuartige Wirkstoffe zur Zulassung an – in Anbetracht dessen, dass die Zulassungsverfahren etwas altmodisch sind, ist dies eine wichtige Information für Imker und Landwirte. Falls die Zulassungen die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken nicht mindern können, ist eine Absprache zwischen Imkern und Landwirten umso wichtiger.



    3) Die Grafik, bei welcher der Anteil der Fläche bei der Anwendung von Beizen im Gegensatz zu weitflächigen Oberbehandlungen dargestellt wird, müsste meiner Ansicht nach zumindest relativierend erläutert werden. Laut Hersteller, war die Intention und Idee hinter der Beizung, dass der Kontakt mit Nichtzielorganismen vermieden wird. Insbesondere der Kontakt mit Bestäubungsinsekten. Der Anteil der Fläche ist jedoch ein Zustand direkt nach der Ausbringung. Im späteren Verlauf verteilt sich der Wirkstoff im Boden, so dass die gesamte Fläche erfasst wird. .... viele Studien zeigen jedoch, dass je nach Witterung das Potential besteht, dass Clothianidin oder Imidacloprid bis zu fünf Jahren im Boden nachzuweisen sind. Eine Studie aus Bayern zeigt auch, dass behandelte Bäume die Wirkstoffe sehr viel länger in sehr hohen Konzentrationen speichern können. Dies wurde in den USA auch in Hemlocktannen so gefunden. In den Literaturnachweisen sind einige Studien dazu aufgeführt. In diesen Studien wird auch die hohe Wasserlöslichkeit beschrieben, was auch die Bewegung im Boden verursacht ...



    4) In den Folien sollte deutlicher erwähnt werden, dass neben der Wirkweise über den Abrieb von Beizen auch die Exposition über systemische Wege bestehen – über Pflanzensäfte, Exkrete von Blattläusen, über Nektar und Pollen. Der Eindruck, dass mit der neuen Technik alle Fehler behoben sind, kann sehr gefährlich sein, weil die Zulassungsverfahren dementsprechend nicht weiter verbessert und auf diese neuartigen Expositionswege hin angepasst werden.


    Vortrag 3:


    Hier habe ich nur allgemeine, trotzdem interessante Informationen zu ergänzen.


    1) Während Clothianidin und andere Neonicotinoide wasserlöslich sind, sind die neuen Wirkstoffe (Spirotetramat) fettlöslich. Dies ist ein wichtiger Aspekt, weil es den Winterspeck und der Kontamination von Wachs im Bienenstock betrifft. Des Weiteren ist Spirotetramat so entworfen worden, dass es vor allem auf das Larvalstadium der Insekten wirkt. Sollten Honigbienen davon betroffen sein, so sind Schäden vor allem in der Brut zu erwarten.


    2) Die neuesten Erkenntnisse der internationalen Erforschung des Bienensterbens (ich habe leider kein besseres Wort dafür – CCD?) gehen in Richtung der Mikroben in einem Bienenstock. Eine Forscherin aus den USA hat 8.000 verschiedene Mikroben erfasst. ... Diese Mikroben leben vor allem symbiontisch mit den Bienen. Interessanterweise sind einige der Mikroben die gleichen Symbionten, die auch mit Pflanzen und Menschen in Symbiose. Diese Symbionten befinden sich in dem Schleim der Wurzelhaare einer Pflanze, sie befinden sich während der verschiedenen Fermentierungsstufen im Pollen: Bienenbrot und sie befinden sich im Darm eines Menschen. Diese Mikroben verarbeiten organisches Material mit Hilfe von Enzymen und versorgen damit die Zellen der entsprechenden Lebewesen (Pflanze, Biene, Mensch). Die Annahme, dass Pflanzen sich autotroph ernähren ist damit zu relativieren, da sie neben anorganischen Elementen vor allem Mikroben fressen. Diese Mikroben sind auch innerhalb der Pflanze unterwegs und betreten auch Pflanzenzellen, wie aus der Cytologie bekannt ist (Formen der Endocytose). Zellbiologisch sind auf diese Weise die Chloroplasten enstanden, sowie die Mitochondrien. Diese können sich sogar wieder in Mikroben zurückverwandeln.


    Ich will nicht ganz ausführlich werden, gern bei Bedarf. Die Mikroben der Wurzelschleimhaut werden mit den Photosyntheseprodukten (verschiedene Zuckerformen) gefüttert, die Mikroben geben daraufhin zusammen mit den Enzymen eine Menge qualitativer Zellnahrung nach oben zur Pflanze ab.


    Die Mikroben arbeiten dabei mit den ursprünglichsten aller Zellen, der halbanorganisch-halborganischen Zelle. Diese Zelle bildet sich aus der Pore eines Tonminerals, die mit organischem Material verkapselt wird. Auf diese Weise entsteht eine biologische Reaktionskammer, die erst das Entstehen von organischen Molekülen ermöglicht.


    Die Arbeit der Mikroben im Boden ist ganz augenscheinlich gestört, weshalb der Boden und die Pflanzen keine Vitalität entwickeln können. Sie wachsen zwar, sind aber in der Folge dauerhaftem Befall mit Pathogenen ausgesetzt.


    Das wirkt sich indirekt auf die Bienen aus. Die Pflanzen geben nicht mehr genügend ätherische Öle und andere Wirkstoffe ab. So hat die Universität West Virginia in den USA nachgewiesen, dass ätherische Öle die Entwicklung von Eiern und Larven der Varroa nachhaltig hemmen und dass auf diese Weise kein schädlicher Befall des Bienenvolkes zustande kommen kann. Dieser Mechanismus wurde in vielen Versuchen verifiziert und nachgewiesen. Insgesamt wird das Immunsystem, also auch gegenüber Viren, durch ätherische Öle bestärkt. Die Autoren der Studie sagen selbst, dass hier ein deutlicher Hinweis besteht, dass die Bienen im Prinzip qualitativ unterernährt sind.


    Auch die Mikroben im Bienenstock benötigen qualitativ gute Nahrung, um ihre Arbeit, unter anderem die Bereitstellung des Immunsystems zu erfüllen. Die Unterernährung bewirkt, dass die Bienen den Massewechsel von Sommer- auf Winterbiene, und von Winter- auf Sommerbienen nicht mehr schaffen.


    Die Konsequenz daraus ist, dass die Landwirtschaft und der Teilaspekt der Landwirtschaft, die Imkerei, auf lange Sicht nur erhalten werden kann, wenn die biologische Bodengesundheit wieder hergestellt wird. Letztendlich lebt nicht nur der Landwirt, sondern alles Leben von der Scholle.



    Anregungen für ein Miteinander von Imkerei und Landwirtschaft


    Damit die Pflanzen, aber auch die Bienen ihre Gesundheit ohne den Einsatz von Medikamenten aufrecht erhalten können, müssen alle biologischen Grundbedürfnisse erfüllt werden. Dazu gehört eine gute Ernährung, die aus dem Boden kommt.


    Die Bodenbiologie basiert jedoch zu einem großen Teil auf Mikroben, die wiederum bestimmte Lebensbedingungen benötigen. Die Folien im Anhang dieser oder der weiteren E-Mails erläutert dies im Detail. ....


    Zum Schluß möchte ich Sie auf die Arbeit von Sepp Braun hinweisen, dessen Präsentation ich im Anhang anfüge – dies ist für Landwirte und Imker ein gangbarer Weg des Miteinanders.