Leim für Beutenbau selber herstellen?

  • Hallo,


    Was für die Hölzwürmer uner euch...:liebe002:


    Hab da ein Rezept für Kaseinleim gefunden. 3:1 Quark und Sumpfkalk mischen. Kaseinleim gibs laut Wiki in Qualität B2 und B3.
    B3 Sollte für Bienenkisten eigentlich reichen. Muss ich um B3 zu erreichen da sonst noch was zu mischen?
    Mir war so als das man Farbe auch aus Quark und Kalk mischen kann und für den Aussenbereich dann noch Öl, glaub ich, zugeben muss.
    Ist das bei dem Leim auch der fall??


    hat das schonmal jemand ausprobiert? Weis das noch jemand aus seiner Lehrzeit?


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo Toddy,
     
    Kaseinleim ist zwar wasserfest, aber solltest Du bei der Mischung einen Fehler machen und irgendwann knacken alle leimfugen, biste verreckt.
     
    Ich bin auch gern Selbermacher ( und Tischler), aber Leim anrühren würde ich mir sparen. ab in´Baumarkt, Flasche Ponal geschnappt und gut.
     
    Sollte nichts Dich abhalten, mach einen Versuch, notier Dir die genaue Vorgehensweise beim Anrühren und stell das verleimte Holz raus in die Witterung. Sollte nach Wochen alles in Ordnung séin, kannst Du ja neuen Quark mischen.
     
    Gruß Jan

    Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

  • Hallo,


    Ich bin durch nichts abzuhalten! Ging vor 100 Jahren muss heute immernoch gehen. Aber genaues rezept wäre schon gut.
    Bei den Farben wird jedenfalls ETWAS !! Leinölfirnis mit untergerührt. Nur ganz wenig, dann wird die Farbe Wasserfester.
    Müsste dann beim Leim auch ähnlich sein.
    Kalk hätt ich bald wieder im Haus wegen Hünerstall weißeln...


    lernt man solche rezepte nichtmehr in der Ausbildung zum Tischler oder Zimmermann ??!:confused:


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo Thorsten,
    aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß B3 selbst mittelfristig nicht ausreicht. Spätestens wenn Dir das Holz bei starken Fütterungen anfängt abzusaufen, lösen sich die Verklebungen.
    Dieses Problem hat sich bei mir erledigt, seit ich Bindan B4 benutze. Er ist ungiftig und günstig in Großpackungen zu bekommen.


    Beste Grüße,
    Ralf

  • Hallo,


    Kann man den Leim eigentlich auch einfärben? Könnt mir vorstellen das das eine interssante Optik bekommt....


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo,

    Zitat

    daß B3 selbst mittelfristig nicht ausreicht. Spätestens wenn Dir das Holz bei starken Fütterungen anfängt abzusaufen, lösen sich die Verklebungen


    Verstehe ich nicht! Das Absaufen von Holz.:oops:
    Bei extremen tränken und anschl. extremer Trocknung wir keine Leimfüge bei entsprechender Dicke unserer Futterzargen/Beuten halten.
    Komisch ist, daß auch ungeleimte Beuten bzw. Holzkonstruktionen halten.
    Wie funktionieren den Holzfässer?


    -Schumi

  • Ich hätte es auch anders ausdrücken können: Wenn die Feuchtigkeit im Holz schlagartig zumimmt, beginnt es sich entlang seiner Maserungsmitte zu spannen.
    Ist der B3 Leim in diesem Moment Nässe ausgesetzt, reißt die Verklebung. Die Zargen fallen deshalb nicht auseinander. Nur hätte man sich den Arbeitsschritt sowie das Geld für den Leim sparen können.


    Etwas Definitorisches:
    B3 (D3) bedeutet nicht wasserfest, sondern feuchtraumgeeignet. Dauerhaft im Außenbereich stabil, wenn die Werkstücke nicht bewittert werden.
    B4 (D4) kann der Bewitterung ausgesetzt werden.


    Beste Grüße,
    Ralf

  • Hallo Schumi,
     
    Fässer halten, indem die Dauben (Hölzer) von Metallreifen gehalten werden. Die Dauben quellen bei Befüllung auf, die Fugen quellen zu (passen die Fugen von vornherein nicht, hilft auch das Quellen nichts. Dgab es ja auch den Beruf des Böttchers).
     
    Die Leimfuge hält bei richtiger Verleimung besser als das Holz selber, wenn man den richtigen Leim auf eine sauber gehobelte Fuge aufträgt und bei entsprechendem Druck (ca. 5 bar)und Temperatur (nicht unter 6 Grad C Raumtemperartur!), den Leim aushärten lässt (bei entsprechender Temeratur ca. 45 min., Belasten aber erst nach 24 h!).
    Wasserfest sollte Leim für einen Futtertrog schon sein. Deshalb würde ich mir die Experimente sparen oder so lange experimentieren bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden ist.
     
    Grüße Jan

    Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

  • Hallo,


    ich habe da noch einen umweltfreundlichen Leim gefunden. Und der soll sogar wasserfest sein! Aber nur von mittlerer Festigkeit. frage reit das für Leimholz?
    Ist vielleicht nicht unbedingt was für Vegetarier...


    Ich meine den Blutleim


    Wird aus Tierblut und Kalk,b.z.w. Holzstaub hergestellt


    bis in die 40er jahre sollen so Sperrholzplatten verleimt worden sein.


    Hat den schonmal jemand ausprobiert?


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo,
    @ Ralf 1976

    Zitat

    Ist der B3 Leim in diesem Moment Nässe ausgesetzt, reißt die Verklebung. Die Zargen fallen deshalb nicht auseinander. Nur hätte man sich den Arbeitsschritt sowie das Geld für den Leim sparen können.


    Etwas Definitorisches:
    B3 (D3) bedeutet nicht wasserfest, sondern feuchtraumgeeignet. Dauerhaft im Außenbereich stabil, wenn die Werkstücke nicht bewittert werden.
    B4 (D4) kann der Bewitterung ausgesetzt werden.

    Das D4 Leim eine bessere Wasserbeständigkeit besitzt ist schon klar, war aber nicht die Frage. Und zu D4 muss ich hinnzufügen:


    Geeignet für den Innenbereich mit häufig und lang anhaltender Einwirkung von abfließendem Wasser bzw. Kondenswasser. Im Außenbereich und der Witterung ausgesetzt mit angemessenem Oberflächenschutz.


    Ich würde das Holz und speziell die Fugen bei einem Fütterer serparat abdichten.


    janpan

    Zitat

    Fässer halten, indem die Dauben (Hölzer) von Metallreifen gehalten werden. Die Dauben quellen bei Befüllung auf, die Fugen quellen zu (passen die Fugen von vornherein nicht, hilft auch das Quellen nichts. Dgab es ja auch den Beruf des Böttchers).
     
    Die Leimfuge hält bei richtiger Verleimung besser als das Holz selber, wenn man den richtigen Leim auf eine sauber gehobelte Fuge aufträgt und bei entsprechendem Druck (ca. 5 bar)und Temperatur (nicht unter 6 Grad C Raumtemperartur!), den Leim aushärten lässt (bei entsprechender Temeratur ca. 45 min., Belasten aber erst nach 24 h!).

    Wie Fässer funktionieren ist mir schon klar und sollte nur zum Nachdenken anregen.
    Gerade und saubere Fugen sind Voraussetzung für Dichtigkeit und Verleimungen. Sollten diese Voraussetzungen nicht eingehalten werden, Kann aufschäumender Pu Leim Abhilfe schaffen. Gesundheitliche Aspekte habe ich bei keinem der Leime berücksichtig.
    Leider halten die Leimfugen mit Hirnholz nicht so gut wie das Holz selber.


    @ Toddybaer
    Ich hoffe, daß Du Deinen Leim findest und mit dem Endprodukt zufrieden bist.


    -Schumi

  • Hallo,


    ich denke schon das ich einen Leim finde der meinen Bedürfnissen entspricht. Das Grundrezept ist ja klar. Nur das Mischungsverhältnis noch nicht.


    Ich finde es schade, das so viel altes wissen verlohren geht. Dies wird in nächster Zeit wohl noch schlimmer werden, denn in absehbarer Zeit wird alles wissen was nicht digitalisiert ist vergessen werden!
    aber das ist nicht die Frage hier.


    Hat denn keiner mehr ein rezept gelernt bekommen in seiner Ausildung?


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo,


    Knochenleim kann durch verschiedene Zusätze, wie z.B. Alaun, Kalkkasein oder Gerbsäure wasserfest gemacht werden - in einer Tischlerlehre lernt man solche Sachen allerdings nicht.. genaue Rezepte dafür müsste ich mal raussuchen, oder vielleicht findest du ja auch was gegoogelt..


    gruß chris

  • Hi Thorsten,


    ich glaub Du findest nix, weil es das, was Du suchst -einen auf Naturstoffen basierenden Kleber mit den Eigenschaften moderner Klebstoffe (?)- nicht gibt.
    Mir ist kein Gegenstand der Altvorderen bekannt, der nur geleimt und wasserfest ist. IdR. wurden Kombinationen aus formschlüssiger Verbindung und Abdichtmethoden verwendet. Abdichten einfach durch Quellen des Holzes, oder durch Hanf in den Fugen, der auch quillt oder durch Pech bzw. Goldpech ...


    MfG André