DBJ 1/2010 van Praagh

  • Hei,
    ich vermisse hier jegliche Resonanz auf den zuchtkritischen Artikel von Prof. van Praagh im Januar-DBJ....
    Haben euch die vielen Zahlen verschreckt, oder habt ihr das eh schon instinktiv verstanden und handelt entsprechend, oder kratzt euch das gar nicht?
    Meinungen bitte, auch gern kontroverse...:wink::Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo !
     
    Deutschen Bienen Journal 1/2010
    Seite 14/15
     
    Einschränkung durch Zucht ?
    Nach Ansicht des Autors Job van Praagh begrenzen die heute gänigigen Methoden der Zucht die genetischen Vielfalt bei der Honigbiene.
    Er beschreibt hierzu die unkontrollierte Paarung, die Paarung bei wenigen Drohnenvölkern und die kontrollierte Paarung. Er möchte mit dem Artikel eine kritische Diskussion anregen.
     
    Gruß
    B:K.A.l.e.x.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hab den Artikel inzwischen lesen können.


    Zucht schränkt doch egal wo immer die genetische Vielfalt ein.
    Ist doch auch logisch wenn man bedenkt dass das Bestreben von Zucht einzig und allein ist, bestimmte gewünschte Eigenschaften hervorzuheben und andere unerwünschte Eigenschaften zu verdrängen.



    Was mich interessieren würde, ob es einen Unterschied gibt:
    - zwischen den Vitalitäten von verschiedenen "Rassen" - Landbiene, Carnica, Buckfast, Ligustica etc. , oder
    - zwischen den Vitalitäten von Völkern mit standbegatteter, belegstellenbegatteter, inselbegsatteter oder handbesamter Königinnen, oder
    - zwischen den Vitalitäten von Völkern mit Königin aus Schwärmen, aus Schwarmzellen in Ablegern, Nachschaffungszellen, belarvten Zellen die im Volk schlüpfen, belarvten Zellen die im Brutschrank schlüpfen usw.



    Gibts da Erkenntnise oder Hinweise auf Unterschiede?


    Könnte mir Vorstellen dass die standbegattete Schwarmkönigin der Landrasse die höchste Vitalität aufweist durch regionale Angepasstheit und natürliche Vorgänge. Aber ob das wirklich so ist?


    Ich vermehre fast alles über Ablegerbildung durch Jungköniginnenaufzucht und Völkervermehrung in 4 Schritten nach Liebig, sowie Verwertung von Schwarmzellen und Bildung von FLKS's. Ausschliesslich standbegattet.
    Ich hab nen Volkbestand von unter 20 Völkern, mir ist auch noch kein Volk eingegangen, sodass ich da keine Aussage treffen könnte.

  • Moin, sam,
    so wie ich ihn verstanden habe, stellt er sozusagen die Frage, ob wir uns Zucht wie bisher überhaupt noch leisten können angesichts des derzeitigen Zustandes, oder ob es nicht intelligenter wäre, erst mal wieder größtmögliche Vielfalt herzustellen/zuzulassen.
    Ich hatte schon vor ein paar Jahren Gelegenheit, mit ihm darüber zu reden, und fand es für mich sehr hilfreich, weil ich zu dem Zeitpunkt schon selbst schwere Zweifel hatte, ob das alles so richtig und sinnvoll ist.
    Seitdem gilt hier die Devise "wer den Winter überlebt, darf sich auch vermehren". In drei Jahren kann ich dann mehr dazu sagen...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Sabine hast du das wirklich so verstanden? Ich hatte das so verstanden, es sei denn ich habe es überhaupt verstanden, dass Belegstellen nicht gerade zur genetischen Vielfalt beitragen. Daraus kann man ggf den Schluss ziehen das Standbegattung und Basiszucht das ist was der Artikelschreiber präferiert. Habe ich das falsch verstanden?

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hei, Olli,
    meine unten genannte Devise ist von ihm.:wink:
    Meine Zweifel kamen aus der lokalen Praxis hier, daß alle zwei Jahre der Verein eine oder zwei Inselköniginnen vom gleichen Züchter(!) kauft, und dann nahezu der ganze Verein davon nachzieht, sprich, auch bei Standbegattung hab ich letzten Endes hier auch nur die Genetik von diesen wenigen Königinnen als Drohnen zur Verfügung.
    Und das kam mir auf Dauer doch arg wenig an Varianz vor.
    Ich versuche also, von "anspruchsvoller Hochleistungsmilchkuh" auf "robuste Landrasse" upzugraden, sprich, extensiv und weniger Honig, aber dafür auch weniger Probleme.:wink:

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    Bruce Springsteen

  • Achso daran hatte ich gar nicht gedacht. :)
    Olli

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  • So hatte ich das auch verstanden. Bin eh kein Freund von "Zucht" auf äusserliche Merkmale (zb Kleintierzucht) oder nur auf Leistung (Nutzvieh).


    Halte daher die Standbegattung auch am förderlichsten da am natürlichsten...

  • sam ,
    deßhalb werden zumindest bei den Buckies mehrere Auswahlkriterien heran gezogen. Dabei spielen optische eher sekundär eine Rolle und Leistung nur in Verbindung mit anderen. Standbegattungen sind auf jeden Fall wichtig und sollten auch gemacht werden. Für mich ist aber auch wichtig zu bewerten wie die entstandenen Königinnen sich verhalten und das geht nur mit Auswahlkriterien. Sonst könnten wir sie einfach nur machen lassen. Zumindest bei wirtschaftlich genutzten Bienen kann das nur sehr bedingt funktionieren. Das dabei auch falsche Wege gegangen werden können zeigt uns ja die Nutztierzucht (z.B. Schäferhund).


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Im Westen nichts Neues.
    Was Joop da geschrieben hat, weiss jeder halbwegs logisch denkender Bienenhalter. Nur hat er genaue Zahlen bzw. Prozente errechnet. Der Artikel wird wohl demnächst auch in unserer Bienezitung erscheinen, eingeschleust von seinem Freund PJ