Was ist richtige Varrobehandlung?

  • Zitat

    Nach Rücksprache mit allen beteiligten Kreisen kommt als Hauptursache nur die Varroa in Frage.


    :lol: Die beteiligten Kreise - waren da die Landwirte deiner Gegend dabei?
    Bzw wenigstens die Winzer?
    Weißt du, was die im Jahreslauf so alles spritzen?
    Und ob irgendwas davon mit Tau aufgenommen bienengefährlich ist, oder besser, larvengefährlich?

    Zitat

    bei den Bio-Imkern gibt es keine PSM-Vergiftungen.


    Ach? Im Oberrheingraben war kein Bio-Imker betroffen?
    Das wäre mir ganz neu...


    Und ich bin gegen einen "Imkerführerschein", weil damit die ganzen Schwarzimker auch nicht erreicht werden, sondern wie beim Angeln sich einfach besser verstecken (ich erwähnte schon mal, daß ich mindestens 50% mehr Stände kenne als der Vet - man sollte über Imkervereine oder wenigstens Abteilungen mit anderen Sprachen als Deutsch nachdenken - das meine ich ernst!)
    Aber ich hab hier oben auch noch keinen Kurs "Wie erkenne ich Vergiftungen?" gefunden, da dürften die Süddeutschen schon deutlich besser präpariert sein.:daumen:


    Klaus, es sieht so aus, als wenn bei dir "nicht sein kann, was nicht sein darf" - du machst hier ne Riesenwelle, bürstest aber jeden mit guten Ansätzen wie Bernhard sofort ab, das ist unlogisch und inkonsequent.
    Zählen bei dir auch nur die Weihen einer Institutsanstellung und Promotionen?
    Wie wäre es denn mal mit selbst denken und eine wirklich eigene Meinung bilden, statt Leuten zu glauben, die Ergebnisse von Studien nicht rausgeben dürfen, weil der Auftraggeber, der das Ganze bezahlt hat, das nicht will?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

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  • Hallo Beehead,
    die Varroa scheint nur ein Auslöser zu sein, alle Varroabehandlungen nur ein "Asprin",
    das die Symptome bekämpft.
    Als ich mit den Bienen anfing, kam gerade erst die Varroa auf. Wenn ich zurückblicke,
    frage ich mich, was ist wirklich dagegen geschehen?
    Eigentlich nur symptomatische Anwendungen mit Chemie anfangs, später Säuren.
    (Habe ich alles mitgemacht)
    Aber, das Opfer, hier der BIEN, wurde in dem ganzen vergessen.
    Da wäre doch eine "ganzheitliche Versorgung und Behandlung" des Patienten eigentlich
    logischer gewesen.
    Abwehrkräfte stärken, ein schönes gesundes Wohnumfeld haben, raus in die Sonne,
    nicht im Frühjahr bis auf 5 Zargen hoch im Dunklen sitzen, Eigeninitiative entwickeln
    und selber bauen mit gesundem Wachs und nur die besten Königinnen aus den eigenen
    Reihen machen weiter.
    Etwas gewagt geschrieben, ist auch nur ein Gedankenspiel. ;-)


    Vielleicht könnten widerstandsfähigere Völker mit gutem Migrationshintergrund :-)
    die Probleme besser lösen, denn die Hauptursache der Verfalls der Völker sehe ich nicht
    unbedingt in der Varroa, sondern in der Schwächung der Völker dadurch und der daraus
    resultierenden Anfälligkeit für Folgekrankheiten.


    Ist alles nur meine Theorie, liebe Grüße, Edda

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Vielleicht könnten widerstandsfähigere Völker mit gutem Migrationshintergrund :-)


    Also ich gehe einmal davon aus, dass die meisten Züchter und der grosse Teil der Imker/innen heutzutage mehr auf Vitalität selektioniert als auf Filzbindenbreite, Haarlänge, Kubital-, Hantelindex, Panzerfarbe und ähnliche Nebensächlichkeiten. Vitale Völker mit einem sehr guten Putztrieb dürfen wahrscheinlich auch ein Pfund weniger Honig bringen und etwas mehr kitten oder ihr Flugloch verteidigen ohne gleich umgeweiselt zu werden.


    Wer jährlich 50-100% Jungvölker bildet, kann mit einiger Wahrscheinlichkeit im Frühjahr noch etwas vereinigen oder verkaufen.


    Zweckmässig scheint mir, die Zahl der Völker so zu bemessen, wie man Stände hat an denen die Pollenversorgung garantiert ist. Kohlenhydrate kann man m.E. problemlos zufüttern. Eiweiss ist viel heikler.

  • @EDDA,
    Ich hab auch schon Bodenbretter voller Milben gesehen als ich anfing zu imkern, da waren die Völker aber im Frühling noch da.
    Ich denke auch da kommen mehrere Faktoren zusammen, das verminderte Angebot an hochwertigen Pollen, PSM, mehrere stressige Behandlungen usw.
    Letztes Jahr mussten die Bienen nach einem langem Winter, einen explodierenden Frühling kompensieren, der Wechsel von Winter auf Frühling ging buchstäblich plötzlich von statten. Da mussten die richtig schwer arbeiten, das Trachtangebot kam dann gleichzeitig, aber nur sehr kurz.
    Wenn der ganze Organismus schon geschwächt ist und dann noch zusätzliche Stressoren hinzukommen, wird man auch schneller krank.
    Vielleicht auch nur ein Puzzelteil.
    Ich hab momentan noch alle meine Völker, aber es ist noch nicht Frühling.
    So mancher Imker hat dieser Tage bestimmt Kummer.
    Find ich sehr bedauerlich.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Beehead,
    die Varroa scheint nur ein Auslöser zu sein,


    nein ,die Varroa ist ein ganz gemeiner Parasit, wie ihn fast jedes Lebewesen hat.... nur mit einem besonderen Merkmal: Der Mensch hat ihn verbreitet, so dass die Biene keine wirksamen Mechanismen gegen ihn bisher entwickeln konnte...... DAS sollten wir nie bei unseren Diskussionen vergessen.



    Aber, das Opfer, hier der BIEN, wurde in dem ganzen vergessen.
    Da wäre doch eine "ganzheitliche Versorgung und Behandlung" des Patienten eigentlich
    logischer gewesen.
    Abwehrkräfte stärken, ein schönes gesundes Wohnumfeld haben, raus in die Sonne, nicht im Frühjahr bis auf 5 Zargen hoch im Dunklen sitzen, Eigeninitiative entwickeln und selber bauen mit gesundem Wachs und nur die besten Königinnen aus den eigenen Reihen machen weiter.


    Das soll reichen gegen die Blutsauger????? Nö, hier muß eine Revolution her!



    Vielleicht könnten widerstandsfähigere Völker mit gutem Migrationshintergrund :-)


    ...genau die waren es doch, die uns in diese Schei** geführt haben .... ich glaube ,hier hilft nur das Besinnnen auf alte Tugenden: Nicht der Mode hinterher rennen, sondern sich redlich selber mühen, ohne auf Hilfe aus fernen Gefilden hoffend......

  • Also ich gehe einmal davon aus, dass die meisten Züchter und der grosse Teil der Imker/innen heutzutage mehr auf Vitalität selektioniert als auf Filzbindenbreite, Haarlänge, Kubital-, Hantelindex, Panzerfarbe und ähnliche Nebensächlichkeiten. Vitale Völker mit einem sehr guten Putztrieb dürfen wahrscheinlich auch ein Pfund weniger Honig bringen und etwas mehr kitten oder ihr Flugloch verteidigen ohne gleich umgeweiselt zu werden.


    Hallo,
    wirklich ? Ist nicht das äußerliche für alle Reinzüchter absolut zwingend einzuhalten ?:confused:
    Wie sieht es da mit den Importbienen aus die als Kunstschwärme aus wärmeren Erdregionen hier eingeführt werden um Verluste auszugleichen.

  • Nigra ,
    ich selektiere nicht auf Optik, sondern auf ÜBERLEBEN.
    Vitalität ist immer gut, das heißt aber nicht das sie Stechwütig sein sollten.
    Bei mir waren die spitzigeren auch nicht besser als die stumpfen, zumindest was das überleben angeht.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo,
    wirklich ? Ist nicht das äußerliche für alle Reinzüchter absolut zwingend einzuhalten ?:confused:


    Reinzüchter werden sicher eindeutige Fehlpaarungen von der Weiterzucht ausschliessen. Die Frage ist einfach wo das Hauptgewicht der Selektion hingelegt wird und da hat sich, so weit ich das Beurteilen kann, das Hauptaugenmerk bereits Richtung der Vitalität verschoben.

  • Also ich gehe einmal davon aus, dass die meisten Züchter und der grosse Teil der Imker/innen heutzutage mehr auf Vitalität selektioniert als auf Filzbindenbreite, Haarlänge, Kubital-, Hantelindex, Panzerfarbe und ähnliche Nebensächlichkeiten.


    Da liegst Du richtig - wobei ein angemessenes Umdenken in der Breite betrachtet erst noch einsetzen muss und wird.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Vitalität ist immer gut, das heißt aber nicht das sie Stechwütig sein sollten


    Ich wollte keineswegs die Stechwut propagieren. Von einem bekannten Stecher lasse ich auf keinen Fall Drohnen fliegen! So eine Königin dient im besten Fall noch als Vogelfutter (liebe mitlesende Peta-Anhänger das geht sehr schnell, die Leidenszeit ist extrem kurz)

  • mich mit meinen um die 100 - 150 Völkern als Großimker zu bezeichnen.


    100 Völkern


    40% gehen an die betriebliche Substanz.



    Also wenn Du 40 % von über hundert (oder 150 Völkern...) an einem Stand verloren hast, dann sind das ja mindestens 40 Völker an diesem Stand gewesen?


    Laut dem Buch "Veterinärmedizinische Parasitologie" von Josef Boch und Thomas Schnieder auf der Seite 704 erreicht eine Anfangspopulation von 10 Milben erst nach dem dritten Jahr eine Größe von 4.000 Milben, um dann im vierten Jahr auf 10.000 Milben anzuwachsen.


    Das gleiche Buch postuliert an der gleichen Stelle, dass die Schäden erst durch die Verfehlung des Massewechsels - also der Wechsel von Sommer- auf Winterbienen, sowie von Winter- auf Sommerbienen auftreten, weil die Bienen geschwächt sind.


    Bei der Schwächung der Bienenvölker spiele nicht nur die Anzahl der Milben im Volk eine Rolle, sondern auch Sekundärinfektionen.


    Die Schwächung der Bienen kann aber genauso durch imkerliche Maßnahmen, aggressive Behandlungsmittel in Kombination mit dem falschen Zeitpunkt erfolgen - nämlich kurz vor dem Massenwechsel im Volk.


    Mir erscheint es unwahrscheinlich, dass an deinem Standort mit 40 Völkern einen Eintrag von 4.000 Milben (so viele werden deine Bienen doch aushalten, oder?) pro Volk, also insgesamt 160.000 Milben eingetragen worden sind. Diese Anzahl muss ja schon eingetragen worden sein, da die Völker innerhalb kürzester Zeit eingegangen sind nach der Varroabehandlung, eine exponentielle Vermehrung daher nur bei einer großen Ausgangspopulation


    Oder waren es weniger Völker pro Standort? Oder waren es doch mehrere Standorte?


    Also?


    Zitat

    Schuld an den Varroaschäden ist also in der Regel das Imkerlein, das nicht korrekt behandelt hatte.


    aus: www.wild-und-honigbienen.de/otten_bonn_2008_Burkhard.pdf


    Tatsächlich?


    In der heutigen Zeit, so scheint es, dass die Anzahl dieser "Imkerleins" sehr hoch ist. Die entweder nicht oder nur schlampig behandeln. In diesem Sinne müssten alle deine Völker eingegangen sein und die Völker deiner Imkernachbarn auch.


    Wie viele Imker befinden sich in einem Radius von 3 Kilometern deiner jeweiligen Bienenstände?
    Wie viele Völker sind denn bei deinen Nachbarn eingegangen?


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Hallo,
    es ist doch merkwürdig bei Imkers. Vor 30 Jahren haben haben die jetzt Alten die Alten der Varroaschlamperei bezichtigt. Jetzt werden diese der Schlamperei bezichtigt. Es sind immer die Anderen. Anderer Leute Dummheit ist wohl immer die plausibelste Erklärung. Selbst mit der perfektesten Behandlung gelingt es heute kaum mehr als 1500 Tierchen zu Fall zu bringen. Am Anfang waren 6000 normal. Man müsste sich da schon mal fragen, was hat sich geändert? Schlechte Behandlungstrategie, Viren oder auch gegen Säure resistente Milben. Wer Erklärung von Instituten sucht ist wohl auch zu früh dran. Ja, wenn wir im Spätsommer gewusst hätten, was die in einem Jahr wissen, ja dann...:roll:


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Es ist in Dänemark keine Zwangsmaßnahme soweit ich weiß und erfolgt mit den zugelassenen Mitteln.


    Hallo Klaus,

    das ist doch ein gutes Beispiel, wie es ohne Zwangsmassnahme und abgestimmt funktioniert.

    Ob sich alle Berufsimker über die Folgen solcher Zwangsmassnahmen dann freuen oder eher stöhnen über verlorene Arbeitszeit durch Kontrollen (und es dann wirklich weniger Verluste gibt)? So´ne Verordnung/Gesetz ist schneller gemacht als abgeschafft!

    Unter Deinen Biolandkollegen findet sich bei den Big Guys bestimmt jemand der Dir 50 Völker verkauft - auch nach diesem Winter!

    Freundlichen Gruß Molle

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“