Kann durch eine Oxalsäurebehandlung Nosema ausgelöst werden

  • Hallo Imkerfreunde!


    Meine Völker werden jetzt zum zweiten mal nach einander von der Nosema heim gesucht. Ich habe meine Völker so wie es vorgeschrieben ist zwischen Weihnachten und Neujahr mit Oxuvar behandelt. Und nun am 10.01.10 ist bei den meisten Völkern die Nosema ausgebrochen. Vor der Behandlung war nichts von einer Infektion zu sehen. Und jetzt habe ich bei diesen winterlichen Temperaturen und Schnee plötzlich Bienenflug. Auch zeigen sich die bekannten Pünktchenketten ( Bienen kot). Sowie nach dem untersuchen des Darminhalts bei erkrankten Bienen mit dem Mikroskop die Nosemasporen . Bei der ersten Erkrankung Winter 2008 habe ich das Bienenfutter in Verdacht gehabt. Aber nun, da ich ein herkömmliches Futter verwende welches auch meine Kollegen verwenden liegt die Vermutung nahe, dass es an der Oxalsäure liegt. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was haltet Ihr von dem Einsatz von Apfelessig bei erkrankten Völkern? Meine Verdacht ist, dass die Oxalsäure die Darmwand der Bienen schwächt und so, dass eindringen der Nosemasporen erleichtert. Eine Infektion durch verseuchtes Imkermaterial kann ich ausschließen. Alle damals betroffenen Imkergerätschaften wurden im Ätznatron bad gründlich desinfiziert.
    Für Eure Tipps bin ich sehr dankbar.

  • liegt die Vermutung nahe, dass es an der Oxalsäure liegt. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? (...) Meine Verdacht ist, dass die Oxalsäure die Darmwand der Bienen schwächt und so, dass eindringen der Nosemasporen erleichtert.


    Ich hab auch jetzt auch im vierten Jahr hintereinander keine solchen Probleme feststellen müssen. Bin mir nicht sicher, ob vielleicht die Art der Anwendung von Einfluss ist - ich behandele nicht flüssig...:wink:

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Hallo Mürizbiene !
    Vielen Dank für deine Antwort.
    Kannst du mir noch schreiben wieviel Oxalsäure du den Völkern verabreicht hast. Ich habe bei gut besetzten Ablegern ca. 50 ml Oxalsäure verwendet.

  • Hallo Zeidler,
    wir haben die letzten 2 Jahre Oxuvar gekauft. Das muss nur angerührt werden und lohnt sich für den Einsatz bis 10 Völkern. Aus dem Kopf waren 30-50 ml den Völkern zu verabreichen. Ich denke, es waren 5 ml pro besetzte Wabengasse :confused:. 50ml haben nur die Zweizarger mit voller Bienentraube (8 Waben besetzt) bekommen. Der Totenfall zeigte einen deutlichen Unterschied bzw. Behandlungsfehler auf. Bei den Altvölkern, die im Bienenhaus stehen, besteht das Problem des Ankippens des oberen Brutraumes. Sie stehen direkt an der Wand. Daher ließ es sich nicht immer kippen :-(. Bei denen gekippt und damit die OS direkt in die Traube geträufelt werden konnte, war der Totenfall der Milben deutlich höher (120 Milben mehr!). Ein Altvolk konnte leider nur von oben behandelt werden.
    Viele Grüße aus dem verschneiten Norden, wo wir unsere Ski rauskramen und auf den Feldern unseren Winterspaß haben !
    Katrin

  • Kann durch eine Oxalsäurebehandlung Nosema ausgelöst werden.
     
    Nein Nosema kann dadurch nicht ausgelöst werden:u_idea_bulb02:
    aber nosematose oder nosemose http://de.wikipedia.org/wiki/Nosemose :u_idea_bulb02:
    Es kommt eben auf Deine Bienen an, wie die reagieren:u_idea_bulb02:
     
    Der
    Drohn
    der bittet sich vorher mit Nosema und nosematose zu beschäftigen, bevor solche Fragen gestellt werden, sonst antworten nur Newbees und damit ist niemanden geholfen
    Danke:daumen:

  • Und was hier über hohen Milbenfall nach einer Winterbehandlung geschrieben wird lässt den Drohn sein caput schütteln...
     
    vor 10 Jahren fielen noch tausende von Milben nach Winterbehandlungen und die Völker überlebten:confused: ohne Scheißerei!!
     
    Der
    Drohn

  • Hallo Zeidler1,


    kann mir gut eine Überdosierung von OS vorstellen, Jetzt kannst du nichts mehr machen, nur hoffen, es ist einfach zu kalt. Keine Säure jetzt noch zusätzlich, bzw Essig.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Was wirklich hilft ist Kamillentee bei Scheißerei!!
     
    bitte aber sehr sparsam verwenden, sonst geht es nach "Hinten" los!!


     
    Hallo,
    früher wurde zur Vorbeugung von Nosema apis ein Bienentee (mit Kamille) stark propagiert. Ich wendete ihn als Jungimker an, kann aber nichts zum Erfolg sagen, da Völker außer an Nosema bei uns auch an der Ruhrkrankheit verendeten und als Jungimker hatte man den Überblick noch nicht. Ein paar Jahre später hat man vom Bienentee wieder abgeraten.
    Interessant fand ich den Link von Drohn „Nosemose wiki“. Hier steht u.a.: „Der Internationale Verband der Bienenzüchtervereinigungen 'Apimondia' empfiehlt die präventive Behandlung mit dem pflanzlichen Präparat Protofil®. Eine Vorbeugung ist durch Pflegemaßnahmen wie Nachelternpflege möglich.“
    Kennt jemand das Präparat Protofil, hat es jemand schon angewendet und wo kann man es in Deutschland erwerben? Was versteht man genau unter der Pflegemaßnahme Nachelternpflege? Ich kann mir zwar was vorstellen, kenne aber die Begrifflichkeit noch nicht - Danke!
    Grüße winolf

  • Hallo winolf,


    warum wollt ihr denn immer gleich alles behandeln?
    Ich stelle immer wieder mit Begeisterung fest, dass die Nachbarn
    die ihre Obstbäume und Rosen gegen Blattläuse spritzen,
    jedes Jahr mehr davon drauf haben, während ich nicht spritze
    und ganz selten Probleme habe.


    Gruß
    Schilling

    Es ist schwieriger ein Vorurteil zu zertrümmern, als ein Atom.


  •  
    Hallo Schilling,
    das kann ich Dir erklären:
    Ich habe letztes Jahr den Winter über 2 Bienenvölker verloren und habe Proben nach Freiburg zur Untersuchung eingeschickt, mit dem Ergebnis der Nosema ceranae. Eine vermehrte Ausbreitung ist u.a. auch in Deutschland zu erwarten. Bei ersten Stichproben deutscher Referenzlabore im Winter 2005/2006 wurde der neue Erregertyp in Deutschland in acht von zehn untersuchten Bienenständen nachgewiesen (CVUA Freiburg), wobei die Verteilung von Bundesland zu Bundesland schwankt. Leider gehört Baden Württemberg zum stärkeren Verbreitungsgebiet.
    Wenn eine präventive Behandlung mit einem pflanzlichen Mittel möglich ist und der Internationale Verband der Bienenzüchtervereinigungen 'Apimondia' dies ausdrücklich empfiehlt, will ich mich auf jeden Fall schlau machen. Mit den Obstbäumen und Chemie ist dies nicht zu vergleichen.
    Grüße
    winolf

  • Aufgrund einer persönlichen Anfrage an mich will ich hier antworten auf die Frage die mir gestellt wurde:daumen:


    Im Jahre 1999, als ich an dem Thema OX-Dampf sehr viel arbeitete, war Toni Imdorf mit der Frage, die ich hatte in Versuchen zur Darmverträglichkeit, er untersuchte damals die Träufelmethode, weit vorraus, vom Verdampfen war damals in den westlichen Ländern nicht soviel bekannt, sprühen und träufeln war damals angesagt.


    hier eine Studie: http://apimondiafoundation.org/foundation/files/164g.pdf


    Nun lieber Frager um auf Deine Frage zu kommen.


    OX-Dampf und die Sprühmethode wurden nie so untersucht auf die Darmflora wie das Träufeln, zumindest ist mir nix bekannt.


    Da ich allerdings wenigstens ein bisschen weiß was die Rektaldrüse für Aufgaben bei Bienen hat, besonders bei den Winterbienen und ich Bienen an den verschiedensten Standorten hab, auch solche wo ich garantiert jedem newbee abrate Völker hinzustellen, weiß ich durch Eigenbeobachtung und durch Beobachtung von mir an anderen Imkern, dass seit Beginn der OX Einsätze, die Nosemanose und die EFB zugenommen haben.


    ....Ich hatte mal einen Standort, sehr windig, trocken und kalt, da stürzten alle Bienen im März, nach dem ersten guten Flugtag, aus den Löchern und starben an ihrem eigenen Scheiß.
    Diese Völker hatte ich zweimal mit OX-Dampf behandelt.
    Auf dem gleichen Stand hatte ich Völker nur einmal mit OX-Dampf behandelt, die gingen zwar in die Knie, aber sie starben nicht.
    Völker die ich nur mit Wasser bedampft habe zeigten das gleiche Verhalten.


    ....
    schau, wenn der Simmerl dir Hinweise auf Bakterien in Kuhställen gibt, warum sollte dann EFB nix mit den http://de.wikipedia.org/wiki/Clostridien und Neonix zutun haben?


    ....jetzt wird es kompliziert, zuviele Quergedanken....


    und nein, ich lass mich nicht kaufen:liebe002: