Mediathek / Filme/ Pressetexte

  • Ich finde der Mann hat in den meisten Punkten Recht, die nichts mit Landwirtschaft zu tun haben.

    Vermutlich konnten sich die meisten (jetzt angeblich bedrohten) Insekten nur vermehren, weil der Wolf 150 Jahre lang ausgerottet war:/ und in Ländern mit vielen Wölfen gibt es dann bestimmt auch weniger Weidetiere und Insekten :D. Was mir bei dem Interview noch gefehlt hat, sind Ausführungen zu Kreuzfahrtschiffen.

    Man muss in lieb haben den Verband der Agarfakten. Das Interview war ein klassischer "Kansas City Shuffle" (Lucky Number Slevin).


    Funfact: Es gibt eine Korrelation zwischen der menschlichen Geburtenrate und der Zahl der Storchenpaare in verschiedenen europäischen Regionen (Scheinkorrelation).

  • Der Mann spricht nicht für den Bauernverband. Der hat quasi eine Gegenorganisation gegründet. Ich berate da so'n bißchen zu Bienenthemen. Wir haben oft unterschiedliche Meinungen, aber reden auf Augenhöhe. Da besteht viel Interesse.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Beim überfliegen der Homepage habe ich jetzt keine gravierenden Unterschiede zum Deutschen Bauernverband e.V. festgestellt. Für mich ist es eher eine Parallelorganisation.

    Die Landwirte müssen i.d.R. ertragsorientiert arbeiten - und die Imkerei gehört ebenfalls zur Landwirtschaft. Das ist normal und die eigenen Interessen vorrangig zu vertreten auch.

    Wenn die Steuerzahler wieder etwas mehr "Natur" in der Kulturlandschaft fordern und dafür ihre Steuergelder (= Subventionen) eingesetzt werden sollen, ist das auch legitim.


    Aber irgendwelche Rauchgranaten in die Diskussion zu werfen oder Befürworter von entsprechenden Forderungen als "grüne Vorstadtbürger mit Luxus-Bungalow und SUV" und "grünes Gutmenschentum" zu bezeichnen, ist nicht nur unsachlich ... sondern auch peinlich.

  • Ach ja, Gottchen. Kann ich mit leben. Wenn ich mir überlege, was ich mit denen schon erreichen konnte, dann wiegt daß das auf. Das war ja ein Rundbrief für Mitglieder, nicht für die Allgemeinheit. Und die Gräben sind inzwischen böse verfestigt. Wenn Du mit dem Rücken zur Wand stehst, kommt der Tunnelblick von ganz alleine, das muß man erstmal wieder aufweichen. Die höchste Selbstmordrate in allen Berufen hat die Landwirtschaft. Und es sind immer Städter, die über das Zusammenleben auf dem Land entscheiden. Ob Wolf, ob Düngerverordnung, PSM. Und dann kaufen sie doch das billigste Angebot - ist auch nicht immer leicht zu verstehen ;)


    Der Unterschied zum Bauernverband ist, das man um Funktionär zu sein Bauer sein muß. Auf eigenem Land. D.h., Stiftungen, Konzerne usw. spielen da nicht mit. Riesenunterschied. Es geht um Eigenverantwortung. Und mach nicht den Fehler zu glauben, ich finde da alles gut! Aber ich finde miteinander kann ich für Insektenschutz mehr tun als aus der reinen Opposition. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber ich versuche das jetzt einfach mal.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Beim überfliegen der Homepage habe ich jetzt keine gravierenden Unterschiede zum Deutschen Bauernverband e.V. festgestellt. Für mich ist es eher eine Parallelorganisation.

    Die Landwirte müssen i.d.R. ertragsorientiert arbeiten - und die Imkerei gehört ebenfalls zur Landwirtschaft. Das ist normal und die eigenen Interessen vorrangig zu vertreten auch.

    Wenn die Steuerzahler wieder etwas mehr "Natur" in der Kulturlandschaft fordern und dafür ihre Steuergelder (= Subventionen) eingesetzt werden sollen, ist das auch legitim.


    Aber irgendwelche Rauchgranaten in die Diskussion zu werfen oder Befürworter von entsprechenden Forderungen als "grüne Vorstadtbürger mit Luxus-Bungalow und SUV" und "grünes Gutmenschentum" zu bezeichnen, ist nicht nur unsachlich ... sondern auch peinlich.

    Und was wäre denn dann weniger peinlich und sachlicher?

    Es gibt auch noch andere Organisationen von Bauern, d.h. von familien geführten Betriebseigentümern. Und da sehe ich ein wirkliches Problem: Die kleinen Organisationen (es wird von 1000 Mitgliedern geschrieben, die ...) werden von den großen (Bauernverbände) nicht ernst genommen! Belächelt! Gegeneinander ausgespielt!

    Und Du tust das auch!!! Mit solchen Argumenten tut man dem Bauern (im häufigen Falle ein Berufener!) und seinem Berufsstand keinen Gefallen.

    Ich rede nicht von Großunternehmen der Tierhaltung ohne bewirtschaftetes Land oder gar von Großinvestoren. Das sind KEINE Landwirte, keine Bauern!

    Die gehören verboten, und wenn aus dem (auch europäischen) Ausland, nach Rückbau ihrer Unternehmen auf eigene Kosten, nach Hause geschickt.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?


  • Funfact am Rande: parallel mit den immer schärfer werdenden Vorschriften, wird mit Mercosur hier für die ganze in Südafrika mit Pestizid/Hormon/Gentechnik erzeugte Kacke die Tür geöffnet, um im Gegenzug da unsere Autos verkaufen zu können. Dadurch geraten unsere Landwirte zusätzlich unter Druck. Verrat ist das. Echt zum Kotzen.

    Zum besseren Verständnis des "Funfacts". Mercosur bezeichnet den Zusammenschluss von Staaten zum gemeinsamen Markt Südamerikas. Synonym für das Handelsabkommen mit der EU vom Juni 2019.


    Südafrika kauft aber bestimmt auch Autos. ;)

  • Sachlicher wären weniger Unterstellungen. Versuch doch einfach die Texte (auch meinen) auf ihre Inhalte zu reduzieren.


    Es freut mich, wenn kleine Verbände die Interessen ihrer Mitglieder besser vertreten können. Die Struktur der Organisationen ist hier nicht das Thema, sondern wie die landwirtschaflichen Flächen bewirtschaftet werden und es ist nicht meine Aufgabe den Bauern Gefallen zu tun, dafür haben sie gerade ihre Verbände.


    rase :

    Zum Lagerdenken (Landwirte / nicht Landwirte) gebe ich dir völlig recht. Je extremer auf die andere Seite geschimpft wird, desto weniger erfolgreich erscheinen Kompromisse. Stadtmenschen und Landmenschen durch Vorurteile zu unterscheiden ist genau so hilfreich. Ich kenne viele Stadtbewohner die hochwertig einkaufen und einige Landwirte denen es selbst im Discounter nicht billig genug sein kann.


    Fakt ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung, auch "Landeier", eine weniger intensive Landwirtschaft fordern. Das wird Umsatzeinbußen bedeuten. Wenn diese ausgeglichen werden, dann verstehe ich die Aufregung nicht. Damit wird ja nicht der totale Verzicht auf PSM gefordert. Aber was ist denn so schlecht daran bspw. Beikräuter in den Zuckerrüben mechanisch zu bekämpfen, wenn es vergütet wird?

  • Ich kenne viele Stadtbewohner die hochwertig einkaufen und einige Landwirte denen es selbst im Discounter nicht billig genug sein kann.

    Absolut. Rhetorisches Mittel. Überspitzung. Anknüpfen an vorhandene Stereotype.

    Zitat

    Fakt ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung, auch "Landeier", eine weniger intensive Landwirtschaft fordern.

    Schlägt sich halt nur sehr bedingt im Verhalten im Supermarkt nieder. Fordern im Sinne von Nachfrage wäre halt effektiver als moralisch fordern und doch die XL Packung Hack für 2,99€ zu kaufen. Das ist eine weltweite Feststellung, wenn Du schlechte Nahrungsmittel verkaufen willst, geh damit nach Deutschland. Die Deutschen kaufen und essen alles, Hauptsache billig und viel. Und wenn das dann mit Gaucho-Image als mit Gensoja gemästes Hormonfleisch aus Südamerika (diesmal aber! :) ) importiert wird, dann wird das günstiger sein als wenn man die ganzen geforderten Auflagen hier einhalten muß. Was kauft die breite Masse? Ich finde das Szenario ärgerlich, für Landwirte ist es bedrohlich.

    Zitat

    Aber was ist denn so schlecht daran bspw. Beikräuter in den Zuckerrüben mechanisch zu bekämpfen, wenn es vergütet wird?

    Nix, super ist das. Grade bei Hackfrüchten in Reihenkultur bietet sich das ja an. Das wird auch so kommen. Ette oben schafft 0,5ha/h und ist jetzt Serie, hab ich gelesen. Weil 'mechanisch' meint 2019 nicht mehr händisch, weil das will keiner mehr machen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Dokumentation über Norbert Poeplau vom Mellifera e.V.:


    Die Bienenflüsterer Deutschland: Rosenfeld, ein Paradies für Bienen | arte


    Norbert Poeplau ist nicht nur begeisterter Imker, sondern auch Apidologe - das heißt, er erforscht neue Methoden der Honiggewinnung, der Bienenhaltung und -zucht. Seine Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle liegt in Rosenfeld, einem Naturschutzgebiet am Rande des Schwarzwalds. Hier beobachtet, züchtet und erforscht er die faszinierenden Insekten. Am wichtigsten sind ihm dabei das Wohlergehen und der natürliche Lebenszyklus der Bienenvölker - wie viel Honig er selbst erntet, ist dabei zweitrangig.

    Norbert engagiert sich für eine wesensgerechte und ökologische Bienenhaltung. Zu diesem Zweck hat er die sogenannte Einraumbeute entwickelt. Ein revolutionärer Schritt: Sie bietet einen großen Raum, in dem sich die Bienen horizontal ausbreiten können. In herkömmlichen Magazinbeuten verläuft der Wabenbau vertikal und ein Absperrgitter trennt den unten liegenden Brutraum vom darüber liegenden Honigraum, damit der Honig leichter entnommen werden kann. Die Einraumbeute lässt den Bienen mehr Freiheit beim Wabenbau; Brut- und Honigraum gehen ineinander über.

    Norbert Poeplau hat noch ein anderes Forschungsfeld: Er will eine Apis-mellifera-Linie heranzüchten, die möglichst nie mit umweltschädlichen Giften in Berührung gekommen ist. Dafür hat er einen Standort mitten in einem Wald gewählt, der zudem in der Naturschutzzone liegt. Die Stöcke der Europäischen Honigbiene hat er direkt in einem ausgehöhlten Stammstück, einer sogenannten Klotzbeute, eingerichtet. Norbert Poeplau hat diese Bauweise in den Wäldern Sibiriens entdeckt. Dort hat man schon lange begriffen, dass lebendes Holz die beste Wärmeisolierung bietet. Außerdem ist der Baumsaft für Bienen ein begehrtes Nahrungsmittel.

    Nach dem Winter ist er begeistert: Die Bienen haben die kalte Jahreszeit schadlos überstanden. Das Projekt ist wegweisend: Die gesunden und robusten Apis-mellifera-Populationen dienen vielleicht eines Tages dazu, dem aktuellen Bienensterben entgegenzuwirken und den für die Pflanzenwelt und die gesamte Natur so wichtigen Insekten eine neue Zukunft zu schenken.

    Wildbienen sind vielen Bedrohungen ausgesetzt - und zunehmend auf Schutz angewiesen. Viele Arten stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. „Die Bienenflüsterer“ handelt von der einzigartigen Beziehung zwischen Menschen und Bienen. In 15 Geschichten von fünf Kontinenten zeigt die Reihe die Schönheit und Vielfalt der Bienenvölker, alte Traditionen und Techniken von Imkern aus aller Welt und Rituale, die der Mensch im Kontakt mit den faszinierenden Insekten entwickelt hat. Und sie begleitet Honigsammler: in den abgelegenen Tälern des Himalaya, im nächtlichen Dschungel Indonesiens, in Argentinien und in Äthiopien, wo die Bienen im Dienst des Glaubens stehen.