Hilfe die Pappeln kommen (wieder)!

  • Hallo Wabenklau,


    mal ne Frage, was willst du denn mit der Fläche machen? Wenn du nur deine Bienen hinstellen willst, dann ist es egal was drauf wächst. Wenn sie auch was davon haben sollen ist die Überlegung ob Nektar oder Pollen oder Harz oder evtl. von allem was.


    Du solltes dir gründlich überlegen wo die Prioritäten liegen. Die ganze Fräserei macht Arbeit, kostet Geld und zerrstört deinen Oberboden. Du willst deinen Bienen was Gutes tun in dem du ihnen ne Bienenweide aufbaust. Dazu mußt du nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
    Überleg dir mal spaßeshalber was geschiet denn, wenn du nichts auf der Fläche tun würdest, außer vieleicht eine Bromberhecke pflanzen???


    Dann ist da noch die Frage was darfst du denn mit der Fläche eingentlich machen? Darfts du denn überhaupt Bäume pflanzen? Wenn es eine landwirtschaftliche Nutzfläche ist geht das evtl. garnicht. Dann wäre es gar nicht so verkehrt es als Energieholzplantage weiter laufen zu lassen.:daumen:


    gruß
    Christian

  • Danke für die Beiträge.
    Ich werde wohl bei meiner bisherigen Vorgehensweise bleiben, und die "Nachtreiber" abhacken bis die Wurzel aufgibt. Der Link zu dem Anbautelegramm war aber super. Nur bin ich halt kein Landwirt und traue mir die Bedienung von geborgten Maschinen nicht zu... Ich bin schon zufrieden wenn der Weißdorn und diverse Bäumchen die ich dort gepflanzt habe irgendwann "gewinnen", und die Bienchen dort gut gedeihen.


    Hecken pflanzen und Bienen halten ist da OK, da habe ich mich schon abgesichert :) Darf halt nur keine Exoten (Bienenbaum etc) pflanzen. Damit kann ich aber leben.

  • Auch wenn`s weh tut:
    Auf -Stock- setzen und alle Schnittflächen mit Round-up benetzen.
    Das Mittel wandert in die unterirdischen Teile. Auch in die, die Du beim Umgraben und Fräsen nicht erwischt.
    Pappeln treiben aus jedem Fizzelchen im Untergrund mit voller Kraft aus, nach jedem Stubbenfräsen und Rumgraben wieder.
    Ich stand einmal in 30 Jahren gärtnerischer Praxis vor demgleichen Problem und habe mit
    tränendem Auge alle umweltfreundlicheren Methoden verworfen.
    1m tiefer Bodenaustausch verbot sich aus Kostengründen.

  • Vielleicht funktioniert das bei der Robinie angewandte "Ringeln". Die ist ja auch nicht totzukriegen.

    "Dabei wird an ausgewachsenen Bäumen während des Sommers in einem breiten Band die Rinde mit Ausnahme eines schmalen Steges entfernt. Anders als sonst reagieren die Bäume auf diese Beschädigung nicht mit der Ausbildung von Wurzelsprossen. Der verbleibende Steg wird im nächsten Frühjahr entfernt. Zwei Jahre nach der Ringelung kann man den Baum fällen, vorher schlägt er wie beim einfachen Fällen wieder aus."
    Aber du hast ja keine ausgewachsenen Bäume.


    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • ...Round-up ...
    Das Mittel wandert in die unterirdischen Teile.


    Das Mittel wandert in die unterirdischen Teile bis in deine Beuten und auf deinen Teller. Und von da in deinen Körper.


    Vorschlag (meinerseits) abgelehnt. Mir krausen sich alle Haare. Einer Vorbildfunktion werden die Imker so nicht gerecht.


    Bernhard

  • @Wabenklau Andreas,

    warum die Pappeln nicht nutzen ?!

    Ich würde die Pappeln auf "Stock" setzen und nutzen

    1. Als Brennholz, auch wenn der Heizwert nicht so hoch ist.

    2. mit Pilzmycel beimpfen. Es gibt verschiedene Pilze die man essen kann und die auf Pappeln gut wachsen. Die erntest und verkaufst Du dann.
    Nach 3-5 Jahren sind die Wurzelstöcke dann mehr oder weniger aufgezehrt, verrotten vollends und werden zu Humus.

    3. Zwischenzeitlich Pflanzt Du dazwischen Obstbäume, Fruchthecken etc. nimmst einige Pappeln verarbeitest Sie in Hügelbeete und säst darauf Gemüse.

    Zieh einen Nutzen aus dem was Du hast, auch so kann man etwas unliebsames loswerden und dabei noch was verdienen und somit sich und der Natur was gutes tun.

    Einzelne Bäume würd ich stehen lassen für die Bienen, sie werden es Dir danken und auch die neuen Obstbäume und Fruchthecken werden Sie geniessen.

    Zwischen den Pappelstöcken kannst Du ja auch Kräuter, Getreide oder Wildblumen vermehren...

    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • ...mit Pilzmycel beimpfen. Es gibt verschiedene Pilze die man essen kann und die auf Pappeln gut wachsen.


    Hi Markus,


    die meisten Kulturpilze wachsen nicht auf lebendem Holz.
    Und Hallimasch würde ich nicht in der Nähe von Obstbäumen ansiedeln.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Wenn die Pappeln vorher auf Stock gesetzt wurden, sollte es nach einigen Wochen mit der Pilzimpfung klappen.


    Bernhard

  • Hallo Radix,
    wie Bernhard ja auch schreibt, daher auf Stock setzen und dann beimpfen. Wenn man sauber arbeitet geht das in der Regel.
    Hallimasch würd ich allerdings auch nicht empfehlen wegen den anderen Gehölzen.
    Ganz gut ist z.B.: der Südliche Schüppling der wächst bevorzugt auf Pappeln und Weiden und schmeckt auch gut.
    Eine andere Möglichkeit ist eben mit einem Bagger die Stöcke herausreissen und direkt in grosse Hoch und Hügelbeete einzuarbeiten. Das gibt ein hervorragendes Beetklima.
    Möglichkeiten gibt es viele, kommt darauf an was man will.

    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Na, mal schaun, wie sich Andreas entscheidet.
    @ Andreas: Erzähl dann mal, wie es sich entwickelt hat.
    Viel Erfolg!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Radix
    na da bin ich auch gespannt wie sich Andreas entscheidet.

    Habe seit einigen Jahren mit Pilzzucht experimentiert, manches ist auch schief gegangen, weil ich noch keine oder zu wenig Erfahrung hatte, aber zwischenzeitlich klappts ganz gut und hatte zeitweise mehr als genug Pilze. Kiloweise getrocknet, eingemacht, direkt verzehrt, verkauft, verschenkt.

    Ich wäre froh bei mir auf dem Acker würden Bäume wachsen. Die sind vor ca. 30 Jahren alle mit sogenannten Rodungsprämien gerodet worden, damit man mit den ach so tollen grossen Maschinen durchheizen kann.

    Na da werd ich jetzt in den nächsten 3 Jahren so an die 100 Obst und Wildobstbäume, Fruchthecken als Windbremse anpflanzen und auch Wildblumen sähen damit ich da dann einige Warré-Beuten aufstellen kann. Zwischendrin Hügelbeete mit Gemüse, Getreide und Gründungungsflächen mit Phacelia, Klee, Lupinen... und zu guter letzt noch ne Portion Strauch-Efeu als wichtige Spätblüher...

    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Danke für die vielen Tipps!


    Roundup würde ich nie (und ich meine wirklich niemals) benutzen, die Gründe liegen auf der Hand (will dazu nicht mehr schreiben weil das Thema Monsanto mich viel zu sehr aufregt wenn ich daran denke). Der Bauer muss auf einem Randstreifen des Ackers vor dem Verkauf schon irgendein Teufelszeug gespritzt (Im Naturschutzgebiet...) haben: Dort wächst nichts nach und die von mir dort gepflanzten Esskastanien waren 2 Tage nach einpflanzen komplett braun und sahen tot aus... Mal sehen ob die sich im Frühling bekrabbeln.


    Pilzbeimpfung hatte ich auch schon überlegt, weiss nur nicht welche Art und wie (Pilzbrut in Wasser mit etwas Agar verquirlen und per Gießkanne über die Strünke?). Der Boden dort ist sehr feucht und es sollte eine Art sein die meine Kornelkirschen und Kastanien nicht behelligt.


    Eine Maschine kommt für mich nicht in Frage, ich habe ja nur den einen Acker, er liegt wie gesagt im Naturschutzgebiet und ich wollte auch so wenig wie möglich dort verändern, eine Weißdornhecke, einige Ligusterheckchen zum Windbruch im Winter, Eßkastanien und Kornelkirschen, dazwischen etwas Fenchel und den Rest sollte die Natur machen. Ich werde wie gehabt hacken hacken und nochmals hacken und mal bei den Pilzen spekulieren. Ich werde gern jedes Jahr mal Fotos posten wie sich mein wunderbarer Bienenacker so entwickelt.

  • N`Abend, Andreas!


    Da ich mich spasseshalber auch etwas mit der Pilzzucht usw. beschäftige kann ich dir zum Austernpilz (Pleurotus ostreatus) raten.
    Dieser Pilz wächst schnell und aggressiv in totes Holz oder schwer geschädigte Bäume ein, fällt aber im Gegensatz zum parasitär lebenden Hallimasch keine gesunden Bäume an.
    Kannst dir sog. Körnerbrut kaufen, die zwar ein paar Euros kostet aber auch schnell Ergebnisse bringt. Diese bringst du nach Anleitung nach dem letzten Frost in die (ausgerissenen?) Stämme ein und nach ca. 6 Monaten solltest du erste Ernten einfahren können mit etwas Glück.
    Der problematische Punkt hierbei wird der Preis zum Erwerb ausreichender Mengen Brut für deinen Acker sein, allerdings kannst du ja auch nur einige wenige Bäume so versuchen zu nutzen und den Rest hackste klein bis nix mehr kommt.


    Schönen Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!