Wo bleiben nachhaltige Alternativen?

  • Olli : nein, nicht einfach "irgendwo" - das Umfeld muß stimmen, und genug Tracht und Pollen(!!!!) und so wenig PSM wie nur möglich da sein.
    Du kannst nicht erwarten, daß die Bienen heutzutage so einfach überleben wie in den "Urwäldern Germaniens" vor 2000 Jahren...:lol::wink::Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Sabine das ist mir schon klar. Ich muss das aber erstmal die nächsten Jahre beobachten aber ich rechne dem städischen Umfeld hier ein paar Chancen zu.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo, Zusammen,

    nein, nicht nur das Umfeld da draußen muß stimmen.
    Auch der/die Imker/in muß eine Sensibilität haben und den Bien führen
    können in seinem Wesen. Oder besser "begleiten können".:daumen:
    Nach meiner Auffassung können Schwärme dort draussen nicht mehr überleben. Obwohl oft "bestimmte" Bäume Bienen beherbergen. Nach
    meinen Beobachtungen werden sie immer aufs Neue besiedelt.
    Das Nektar- und Pollenangebot ist "noch" da, auch in Städten.
    Die Möglichkeit der Bienen, bis zu 10 km zu fliegen, läßt allerdings keinen
    echten Zugewinn für den Honigraum zu. Hier geht es nur ums nackte
    Überleben.
    Die Kraft des BIENS ist ungebrochen, vielleicht sind die Anforderungen und
    Erwartungen zu hoch gesetzt?
    Weniger ist oft mehr.
    Darum ist eine >nachhaltige Alternative< auch das Zurückschrauben
    unseres Leistungsdenkens.:oops:
    So denke ich jedenfalls.

    Liebe Grüße, Edda, die Sabines Verriß jetzt schon ahnt.:-(

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • :roll: Udo,

    Zitat

    Die Kraft des BIENS ist ungebrochen, vielleicht sind die Anforderungen und Erwartungen zu hoch gesetzt? Weniger ist oft mehr.
    Darum ist eine >nachhaltige Alternative< auch das Zurückschrauben
    unseres Leistungsdenkens.:oops: So denke ich jedenfalls.


    Was bitte sollen die Bienen den PSM entgegensetzen????:evil:
    Hast du überhaupt die Videos aus dem Frühjahr 2008 gesehen?
    Gegen die chemische SuperKeule kann kein Volk an - es ist eher erstaunlich, daß ÜBERHAUPT welche überlebt haben.
    Hier geht es nicht mehr um Leistung, sondern nur noch ums nackte Überleben.
    Schau dich doch mal um - zähl im Umkreis von 250m mal alle deine Arten an Tieren (Säuger & Vögel & Reptilien & Amphibien & Insekten) und Pflanzen und Bodenlebewesen (falls du ein Mikroskop hast) - auf wie viele kommst du?
    Und dann guck mal nach, was für deine Gegend Standard wäre - googeln kannst du ja selber.....
    Ich hab hier grad mal 36 Vogelarten, die ich sicher identifizieren kann - 1955 waren es noch 97....
    Wie viele Arten an Solitärbienen/wespen gibt es bei dir?
    Ich hab 9, und 5 Hummelarten + 3, die ich nicht exakt benennen kann.


    Es geht nicht nur um Bienen - wenn die sterben, sind alle anderen empfindlicheren Arten schon lange tot.:evil::roll::-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Sabine,


    ich bin jetzt schlicht und einfach überfordert.
    Ich mache viel im kleinen, setze mich für einiges ein, aber ich kann nicht detailliert
    berichten, welchen Nutzen ICH überhaupt habe.
    Sind es Streuobstwiesen oder die Erhaltung von Ackerrainen, der Kampf mit der
    Gemeinde oder Stadt, die Unterstützung von bienenwilligen Interessenten....
    Ich muß einfach das Damokles-Schwert über mir mißachten.
    Ich kann nicht alles ändern, aber glaube mir, was in meiner geringen Kraft steht,
    das tue ich. Und das ist nicht viel.
    Und was ich nicht ändern kann, darauf habe ich keinen Einfluß, damit kann ich mich
    nicht aufhalten.
    Jetzt ist es doch etwas abgewichen vom Thema.
    Liebe Grüße, Edda

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo


  • >>>>Warré ist übrigens enorm hart in seiner Selektion. Im Herbst werden alle zu schwachen Völker vernichtet. Und im Frühling findet die zweite Vernichtungsaktion für alle Völker statt, welche den Winter schlecht überlebt haben. Das entspricht in etwa der natürlichen Selektion, die in den Projekten Gotland und Unije bereits genannt wurden. Klingt zwar hart, aber hier täuschen uns unsere nicht reflektierten Gefühle<<<<


    Das klingt nicht nur hart, sondern es ist hart und brutal.

  • Hallo zusammen

    Sabi(e)ne, ich unterstütze voll, was Du angemerkt hast. Eine vollständige Transvasion (Guillaume & Frères) bzw. die "Méthode héroique" (Warré) ist natürlich ein harter Eingriff in die Harmonie des Biens! Wenn alles gut läuft sind solche Eingriffe meines Erachtens zu verhindern. Aber als Rettungsmassnahme bei starkem Varroa Befall allenfalls trotzdem interessant.

    Wenn wir natürlich selektieren wollen, ist leider ein Totalausfall ein verlorenes Jahr. Hohe Verluste ok, aber Totalausfall heisst von vorne beginnen.

    Bienenköniggibmirhonig, auch Dein Ansatz mit der Ablegerbildung statt der Vernichtung der Brut ist in meinen Augen vernünftig und trägt möglicherweise zu einer schnelleren natürlichen Selektion bei.

    Gruss André

  • Sehr interessanter Schnack hier !
    Iehr interessanter Schnack hier !
    Ich sehe hier einige meiner Überlegungen bestätigt, die ich mal so zusammenfassen würde:
    Es reicht nicht einzelne Aspekte der heutigen klassischen Rangehensweise isoliert zu betrachten und evtl zu ändern.Die Rangehensweise ansich muss mit offenen Augen betrachtet werden. Und ,was noch schwieriger ist, die Erkenntnisse zulassen können.
    Richtig :Es könnte gut sein, daß,
    -der Mobilbau eine Schnapsidee ist
    -Mittelwände blödsinn ist
    -Drohnenbrutschneiden nicht nur ein Massaker an den Milben ist
    -die verwendeten Behausungen nach den Maßstäben der Bienen nicht die
    richtigen sind
    -die gesammte eigene angeeignete Betriebsweise eine Sackgasse ist
    -Wildbau alleine noch nicht die ganz grosse Veränderung ist
    -Varroatoleranzzucht isoliert von anderen grundlegenden Veränderungen nicht den gewünschten Erfolg für die eigene Imkerei bringen kann
    -usw, nur um mal an ein paar klassischen Punkten anzusetzen, dabei lass ich mal die Vergewaltigung der Natur und Ladschaft aussen vor, obwohl das ja auch eine riesen Rolle spielt.
    Nun ist es ja aber so, daß die meissten Imker-innen über die Jahre ihren eigenen Stihl entwickeln und alle es irgendwie ein bischen anders machen...
    Heisst dann ja aber auch- es wird kein Patentrezept geben, wo alle mitmac hen. Wichtig scheint mir unter o.g. Punkten meine Rangehensweise zu ändern und aus den Puzzelteilen für mich ein neues Bild zusammensetzen, mich auch immer wieder von anderen und den Bienchen neu inspirieren zu lassen. Die Gedanken zu teilen ist auch eine super sache,das stößt andere an, die vielleicht mit der hier diskutierten Fragestellung bis dahin nichts zu tun hatten (aber nicht gleich zuviel Reaktion erwarten, Gutding will Weile haben . Aber jeder Schritt, der dann Passiert bewegt etwas.Ein paar der o.g. Punkte kombiniert erscheint mir derzeit ein Schritt in die richtige Richtung ( bin dabei, alle und noch ein paar mehr "abzuarbeiten").
    Denke auch schon länger über einen grösseren Überlebenstest nach ( nach einem ziemlich interessanten "unfreiwilligen").
    Langer Text, kurzer Sinn: grundlegende Änderungen drängen sich auf. Einzelne Aspekte alleine umsetzen reicht nicht, ich muss ans Ganze ran.
    Meine Konseqenz aus der Praxis und vom jahrelangen Bauchgefühl.
    Puh, und das alle mit 2 Fingern !

  • Guten Morgen,


    ich frag mich ja woher der Drohn immer die genialen smilys her hat...


    aber der vorgehende Artikel ist wirklich gut. Er kann zu neuen Sichtweisen führen und die Diskussion ermöglichen. Ist mal nicht son "Hammer drauf"-Beitrag. Danke dafür. Das zwei Finger schreiben hat sich gelohnt.:daumen:


    Wie war das mit dem unfreiwilligen Überlebenstest?

  • Der unfreiwillige Überlebenstest kam durch eine Schulterverletzung gegen Ende
    eines Sommers.Ich war dadurch schlagartig für Monate aus dem Verkehr gezogen.So blieben 2 meiner Überwinterungsstände gänzlich unbehandelt.Ich führe ohnehin nur eine reduzierte Behandlung aus und in der Region gab es ordentlich Verluste(auch bei mir), also gab es gut Druck durch die Milben.Ungefähr 1/3 hat den Winter nicht überlebt,ein weiteres 1/3 kam in die Kategorie-umweiseln/behandeln damit sie ihr Futter für den nächsten Winter zusammenkriegen, und ein paar Ableger waren auch noch drin.das letzte 1/3 war natürlich interessant.Die hab ich dann genauer angeschaut nach meinen Kriterien der Tolleranzzucht.Dabei waren 2 Völker, die sich besonders hervortaten.Einer der beiden Stände war mein Vergleichsstand mit den Besten Völkern zur Zuchtauslese.Diese beiden Völker standen auf dem Andern, waren mir also entgangen.Ich hab mir meine (diletantisch geführten ) Unterlagen angeschaut-totaler Durchschnitt, sogar dvw- Bienen auf dem Flugbrett waren da verzeichnet. Also kamen sie im nächsten Jahr auf den Vergleichsstand um meine Beurteilung unter gleichen Bedingungen treffen zu können.Sie blieben noch 2 Jahre im Kreis der aus auserwählten Zuchtvölker, das sind bei mir meisst 4-6 Völker. Aus dem Bauch heraus habe ich aber vermehrt von ihnen nachgezogen, obwohl sie im Ertrag und Sanftmut im Mittelfeld blieben.Ich dachte, die haben was, was die anderen nicht haben. Vielleicht etwas,daß erst durch hohen Druck ausgelöst wird, etwas ,was vorher für mich nicht sichtbar war. Heute stehen auch Nachkommen von ihnen auf meinem heiligsten Stand, der mir durch diese Geschichte ein bischen weniger heilig geworden ist...
    Stille Umweiselung oder irgendeine andere Möglichkeit des Austausches der königin halte ich für unwahrscheinlich ,kann ich natürlich aber nicht ausschliessen. woher sie auch kamen- die beiden hab ich besonders lieb gehabt.
    alles in allem- deswegen find ich Überlebenstests gut- gern auch als Gemeinschaftsprojekt ( um die Subjektivität solcher Verliebtheiten auszuschliessen). Die könnens halt besser und wir hindern sie daran.