Wie sehr belastet das Wandern die Völker?

  • Liebe Bienenfreunde,


    in Publikationen gibt es Ratschläge und Hinweise, wie man Bienen schonend behandelt und möglichst "artgerecht" hält. Man soll sie nicht "todschauen", die Beuten möglichst selten öffnen und das Brutnest möglichst wenig auseinandernehmen.


    Wie aber ist das mit dem Wandern und den damit verbundenen Belastungen für den Bien? Diese Thema bzw. Untersuchungen darüber sind mir noch nicht untergekommen. In einem Bienenforum habe ich die Meinung vertreten, dass sich hier viele Imker anlügen, wenn sie meinen, dass Wandern und die damit verbundenen oft stundenlangen extremen Erschütterungen den Völkern nichts ausmachen. Ein Imker meinte dazu, er macht das so, dass es seine Bienen gar nicht bemerken (:eek:).


    Wie denkt Ihr darüber? Ist es nicht eine extreme Belastung für Völker, diesen Transport über sich ergehen zu lassen? Ist das Wandern nicht eine erhebliche Belastung des Immunsystems unserer Bienen?


    Grüße,


    Summ!

  • Hallo, Summ!,
    aktuell ist "einmal wandern wie einmal behandeln" - sprich, die Temperaturerhöhung durch die Aufregung in den Völkern ergibt einen höheren Milbenfall - Zitat von Toyotafan, und das paßt 100% zu Lothars Wärmebehandlungen...
    Ob es dem Immunsystem schadet, vermag ich nicht zu sagen, aber geschätzt würde ich den Nutzen eines drastischen, dadurch verursachten Milbenfalls höher einordnen.
    Hat mal wer gemessen/gezählt?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wandern ist immer mit Erschütterungen verbunden. Wie sich das geholper auf die Brut in gewissen Stadien auswirken kann ist bekannt. Die lange Unruhe, die sich ja bekanntlich ohne Gegenmaßnahmen häufig bis zum Verbrausen steigert dürfte auch nicht ganz ohne nachteilige Auswirkungen sein.
    Beim Anwandern von Intensivkulturen wie Raps oder Obstplantagen dürfte hierzu auch in vielen Fällen noch eine Zusatzdosis PSM kommen.

  • Hallo Summ,


    schätze, zur Wanderung gibt es bewußt keine Untersuchungen, da niemand das Ergebnis wissen möchte. Wanderungen nach USA-Vorbild sind nach meiner Einschätzung extremer Streß für die Bienen. Ich wandere mit ca. 1 Stunde Fahrzeit und glaube nicht, daß die Mädels es schätzen. Aber wie gesagt, ist nur meine persönliche Meinung, die ich nicht belegen kann.


    Viele Grüße

  • Zurück zur Frage!
     
    Wenn Du Beuten langsam im Schrittempo wanderst,
    bei offenen Fluglöchern,
    und nicht....ca......mehr als 50 Kilometer pro Tag,
    was wiederum in Abhängigkeit zum Sonnenstand und Wetter besteht.
     
    Ja dann,
    ist wandern unproblematisch!
     
     
    Kannst Du allerdings diese Faktoren nicht erfüllen,
    dann ist es Mist für den Bien!!
    (Aus Mist endsteht Humus) [d für t]
     
    Frage:
    Hast du jemals einen Jetlak gehabt?
    Bienen sind Standort vermehrend!!
    Bienen kennen die Landschaft besser als Du,
    da Du noch Lehrling bist:p_flower01:
     
    Bienen reisen von Natur her langsam, obwohl sie sehr schnell sind:lol:
     
    soweit
    der
    Drohn

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von gast013 () aus folgendem Grund: Ergänzung für bärenherz ;-)

  • Hallo Summ,
     
    schätze, zur Wanderung gibt es bewußt keine Untersuchungen, da niemand das Ergebnis wissen möchte.


     
    Doch, doch, die Wanderimker kennen die Ergebnisse.
    Man kann's ablesen: An der Völkerstärke, an der Volksentwicklung, am Krankheitsgeschehen, etc. etc. .....
    Den Wandervölkern geht es in all den Jahren besser als den Standvölkern, wenn das Bienenjahr schlecht ist ...
    In allen anderen Jahren gibt es keine Unterschiede.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Ich glaube, dass Wandern Bienen in eine extreme Angst versetzt. Extreme Angst belastet das Immunsystem, ich glaube darüber sind wir uns einig. Ob die Belastung mit einem Jetlag zu vergleichen ist, wie Drohn meint, wage ich weder zu vermuten noch zu behaupten. Wir können nur in unseren Kategorien denken und unseren Vermutungen das uns angeeignete Wissen zugrunde zu legen. Eine gewissen Art der Belastung des Biens besser zu verstehen, nur weil wir sie mit etwas vergleichen, was wir besser nachvollziehen können, halte ich schwer für möglich. Auch geht es meiner Ansicht nach nicht nur um die Geschwindigkeit, sondern vorrangig um die extremen Erschütterungen.


    Wenn plötzlich unser Haus, in dem wir uns befinden, von seinem Platz gerissen und der Standort verändert wird, begleitet mit extremen und stundenlangen Erschütterungen und Vibrationen, dann haben wir vermutlich Todesangst. Aber auch das ist nur ein primitiver Versuch, sich in eine Biene hinein zu versetzen. Wir sind oft nicht mal in der Lage, uns in andere Menschen hinein zu versetzen.


    Der Mensch wird nie schaffen, in einer Gemeinschaft zu leben und zu agieren, wie das die Biene tut. Dazu ist er zu intelligent und zu primitiv :wink:

  • >"Der Mensch wird nie schaffen, in einer Gemeinschaft zu leben und zu agieren, wie das die Biene tut."<
     
    Wäre es den notwendig? :confused:

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Wenn plötzlich unser Haus, in dem wir uns befinden, von seinem Platz gerissen und der Standort verändert wird, begleitet mit extremen und stundenlangen Erschütterungen und Vibrationen, dann haben wir vermutlich Todesangst. Aber auch das ist nur ein primitiver Versuch, sich in eine Biene hinein zu versetzen. Wir sind oft nicht mal in der Lage, uns in andere Menschen hinein zu versetzen.


    Wenn wir von derart vermenschlichenden Prämissen ausgehen, wird es uns sicher nie gelingen, uns in den Bien hineinzuversetzen.


    Ich schätze, die Bienen nehmen das Ganze weit lockerer als Du glaubst.


    Sicher bedeutet Wandern Streß, nur fehlt der Biene doch grundsätzlich die Vorstellung einer solchen "Standortveränderung". Im ehesten Fall wird sie das Ganze doch als schweren Sturm interpretieren. (Und gerade natürliche Bienenwohnungen können ganz schön wackeln und das nicht mal selten.)


    Nach dem "Sturm" fliegt sie sich dann einfach neu ein, zumal Unwetter doch oft zu Veränderungen in der Umgebung führen.


    Da sehe ich das regelmäßige Öffnen der Beute schon viel eher als Streßfaktor - Achtung!!...Waldbrand!!...Eindringling!!...Gefahr!!... (Obwohl meine Bienen auch da meistens eher den Eindruck von "ach die schon wieder" machen. :)


    Gruß
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)