Literatur über Honigrühren?

  • Hallo, Summ,
    wieso Literatur, wieso Literatur übers Honigrühren?
    Wer schreibt sowas, wer legt das auf und was soll es kosten?
    Honigrühren unter Ausschluß von Sauerstoff(Luft-)Zufuhr ist eigentlich alles.
    Du kannst Honig impfen, damit er nicht kandiert, also hart wird.
    Das sind Imkergeheimnisse, die stehen nicht in Büchern.
    Beste Grüße, Edda

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo Summ,


    spezielle Literatur nur über das Rühren gibt es nicht.
    Ich mache es so, um einen cremigen Honig zu erreichen:


    Honig im Hobbok ganz flüssig auftauen und abkühlen lassen.
    Dann erst Impfhonig rein, der schon eine cremige Konsistenz hat.
    Auf 40kg gebe ich 2 - 2,5kg Impfhonig.


    Dann rühre ich 2mal am Tag je 5 Minuten.
    Achtung, keine Luft einrühren, sonst hast Du Mengen an Schaum!
    Je nach Honigzusammensetzung bilden sich früher oder später "Schlieren" (Trübungen) im Honig.
    Das ist die beginnende Kristallisation.
    Ich rühre 2x täglich weiter, bis der Honig gerade noch so fließt, daß man ihn gut abfüllen kann.
    Die Restkristallisation erfolgt im Glas.


    Die im Forum auch empfohlener Methode mit dem Tiefkühler funktioniert (bei mir) nicht und kostet unnötig Energie.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich tippe Dir mal ein paar Zeilen aus meinen Unterlagen ab, die ich bei meinem Honiglehrgang erhalten habe:


    " Das Problem ist, wenn man den Honig sich selbst überlässt, kandiert er sehr grob aus. Diese Grobkandierung ist ein natürlicher Zustand und kein Qualitätsmangel. Der Kunde wünscht aber einen feinkristallen Honig. Um diesen Zustand zu erreichen, muss der Honig gerührt werden. Jeder gute Honig wird über kurz oder lang kristallisieren. Die Geschwindigkeit dieses Vorgangs ist abhängig vom Zuckerspektrum, Wassergehalt, Lagertemperatur, Lagerdauer, dem Vorhandensein von Kristallisationskeimen (z.B. Pollenkörner) und von den Maßnahmen, wie man den Honig weiterbehandelt(z.B.Impfen).
    Sobald der Honig trübe wird, ist der Zeitpunkt gekommen, dass er gerührt wird. Geräte zum Rühren sind beispielsweise Rührspiralen, Handrührer "Auf und Ab", Rührbehälter mit elektrischem Rührwerk usw.
    Durch das Rühren wird im Grunde mechanisch verhindert, dass die Zuckerkristalle grob aneinander wachsen.
    Möchte man nicht solange warten bis der Kristallisationsprozess von selbst beginnt, kann man den flüssigen Honig mit einem feinkristallinen Honig impfen.
    Dazu bereitet man 3-5% Honig auf und gibt ihn in den flüssigen Honig. Er wird gleichmäßig durch Rühren verteilt.
    Bei beiden Methoden wird 2-bis 3- mal täglich für ca. 5 Minuten gerührt. Sobald die Kandierung einsetzt und die Honigoberfläche perlmutartig glänzt, ist der Honig abfüllbereit bzw. kann gelagert werden.
    Die optimale Lagertemperatur liegt bei 14-18 Grad. Sind die Lagergefäße dicht verschlossen, ist der Honig sehr lange haltbar, ohne dass Qualitätsverluste auftreten."
    ---- Schnipp ----


    Irgendjemand hat mal hier im Forum geschrieben, er würde "aus Prinzip" nicht rühren, weil das ein unnatürlicher Vorgang wäre. Dem kann ich mich nur anschließen und der Honig, den ich verbrauche und vermarkten werde, werde ich ebenfalls "aus Prinzip" nicht rühren.

  • ...der Honig, den ich verbrauche und vermarkten werde, werde ich ebenfalls "aus Prinzip" nicht rühren.


    Moin Lysi...,


    dann wird der Honig knochenhart. Könnte ich hier nicht verkaufen.
    Außerdem bilden sich sehr leicht Schichten im Glas, was den Kunden auch nicht gefällt. Die tauen dann oft viel zu heiß auf, damit es schneller geht.
    Ist er fein kristallisiert, gibt es kein Schichtenproblem.
    Ich persönlich mag ihn auch lieber cremig.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.



  • Ja, das wollte ich wissen, wer sowas schreibt. So einfach scheint das nicht zu sein, wie ich höre, da soll es schon einige Tricks geben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es egal ist, ob ich mit einer Bohrmaschine oder einen Rührgerät mit zB. 20 Umdrehungen/min rühre. Vielen Dank jedenfalls für Eure Hinweise.


    Welche Erfahrung habt Ihr eigentlich mit Cremehonig gemacht? Wie wird der bei Euren Kunden nachgefragt bzw. angenommen?


  • Irgendjemand hat mal hier im Forum geschrieben, er würde "aus Prinzip" nicht rühren, weil das ein unnatürlicher Vorgang wäre. Dem kann ich mich nur anschließen und der Honig, den ich verbrauche und vermarkten werde, werde ich ebenfalls "aus Prinzip" nicht rühren.


    Das war ich.


    Dieses Gerühre und Auftauen mach ich aus zwei Gründen nicht:


    - es verbessert den Honig nicht, ganz im Gegenteil
    - es ist zuviel unnötige Arbeit weil der Kunde trotzdem kauft


    Wenn man das dem Kunden so kommuniziert, dass man ein möglichst unverfälschtes regionales Naturprodukt herstellt, verzichtet er freiwillig auf Vorteile einer cremigen Konsistenz.
    Streng genommen ist der Luftkontakt beim Schleudern ja schon eine Veränderung.
    Wer den Honig flüssig will, soll ihn selbst erwärmen.
    Ich mache das aus Überzeugung nicht.


    Ausserdem bekomme den Honig auch so hart, Blütenhonig für 5€ je 500g, gut verkauft, auch an solche die lieber cremig oder flüssig mögen, da er schon geschmacklich einfach top ist.

  • Hi,


    es ist anscheinend auch möglich viel zu viel zu rühren. Ich habe ein Glas Honig bekommen, dass ein benachbarter, m.E. sehr gewissenhafter Imker verkauft hat. Das obere Viertel des Glases besteht nur aus einer schaumartigen Masse, ähnlich der Negerkussfüllung. Ich führe das auf zu viel oder zu schnelles Rühren zurück. Ansonsten ist der Honig super cremig und lecker aber halt etwas verfremdet. Wir selber impfen unseren Honig und stampfen ihn dann mit dem Rauf-Runter Stampfi (o.ä). Gibt eine recht gute Konsistenz mit teilweise noch sehr feinen Kristallen. Unsere Kundschaft hat verstanden, dass wir einen möglichst natürlichen Honig ohne zusätzlichen Wärmeeintrag (Melitherm) erzeugen und wünscht teilweise sogar diese zarte Kristallstruktur.