Schmuddelwetter

  • um mal zu sehen, was die Bienen im Winter machen und warum so oft Bienen auf vollen Waben eingehen, habe ich vor kurzem ein Volk geöffnet - ein Wetter wie heute, sprich wie auch den ganzen Winter: Temperatur immer so um 5 Grad herum - Beobachung: keine Wintertraube, Bienen schön verteilt über alle Honigwaben und sehr nervöser Eindruck


    meine Vermutung: bei gewissen Termperaturen kommt es nicht zur Wintertraube mit der Konsequenz, daß es dem Volk nicht gelingt, die für die Wachsauflösung erforderliche Temperatur punktuell zu erzeugen, um dann an einer solch zentrierten Stelle die Wachsdeckel aufzubeißen


    irgendwo im Internet habe ich zu diesem Phänomen einmal den Ausdruck "cold starving" = Verhungern auf vollen Waben gelesen


    wer kann zu diesem Thema etwas sagen, oder konkret gefragt, wer hat sich schon einmal intensiv mit dem Schicksal der Bienen im Winter befaßt?

  • Da müßten dann aber jede Menge tote Bienen im Stock herumliegen...
    Verklammt und verhungert.
    Liegen sie...?

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • trifft idR zu, habe schon ganze Hände voll vom Boden ausgeräumt -


    wie schon angedeutet, gehen meine Vermutungen in 2 Richtungen:


    a) das Herumirren auf den gefüllten Waben habe ich nur beim kürzlichen Öffnen entdeckt, und zwar weit oberhalb des Futterrandes - beim gestrigen Nachsehen waren die Bienen alle oben unter der Folie, unter ihnen das Futter!


    zur Verdeutlichung hier der Link zu einer "Januar-Betrachtung", in der die Ursachen physikalisch angedeutet werden:


    http://www.guenzburg.imker-sch…/KuscheMonatsberatung.pdf


    b) ein total anderes Bild zeigt sich oft beim Öffnen im Frühjahr: verhungerte Bienen in leeren Zellen, verteilt über begrenzte Fläche, aber immer in gewissem Abstand zum Futterrand


    meine Erklärung hierzu: bei "warmem" Wetter wuseln die Bienen auf den ganzen Waben herum, dann wird es plötzlich kalt und - wie leicht zu verstehen - versammeln sie sich flächig in der Mitte der Gesamtmenge, und dort ist natürlich kein Futter


    bildhaft: ein Stück Würfelzucker, in eine Tasse Kaffee geworfen, löst sich raumfüllend auf - Kaffee eingedampft - abgeschiedener Zucker am Tassenboden!


    hierzu kommt noch der Meinungsstreit um offenen gegenüber geschlossenem Beutenboden, und zusätzlich die Experimente mit weiter oder enger Völkerführung, dann muß man sagen, daß die Klimaveränderung für die Bienen eine zusätzlich Gefahr darstellt


    ich persönlich tendiere zur engen Völkerführung, habe auch auf Styroporbeuten umgestellt und habe ein Nachfüttern im Winter miteingeplant


    ein bekannter Bioland-Imker aus Oberschwaben hat in diesem Zusammenhang gute Erfahrungen mit Überwintern von 2 Völkern in einer Beute gemacht - werde ich mir für das nächste Jahr vorsehen - von französischen Imkern weiß ich, daß sie immer eine Schicht Apifonda auf die Waben legen


    in Richtung "warme" Überwinterung gingen ja auch die Beutenformen der Schwarzwald- und Alpen-Imker, dazu zusätzlich noch Warmbau


    mir geht es in diesem Thread im wesentlichen um Erfahrungswerte von anderen Imkern und darum, ob ein Umdenken zum Thema Überwintern angesagt ist - denn es sind auch relativ starke Völker betroffen


    gruß kauhl

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    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

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