Volk verendet

  • Hallo,


    habe einem befreundeten Anfänger geholfen OX zu träufeln. Dabei stellten wir ein totes Volk fest.


    Befund:
    - Futter teilweise vorhanden (auch Pollen)
    - Waben teilweise aufgebrochen
    - Tote Brut noch in den Zellen
    - keine Bienen mehr da, auch keine Toten, bis auf ca 10. Stück auf einem Häufchen (Elend) an einer Wabe hängend
    - sonst keine Toten Bienen in den Zellen
    - Zeitpunkt des Todes ist schwer zu sagen, vielleicht schon im Oktober.


    Was war hier los ?
    Räuberei ?
    Es waren aber die Waben nur teilweise aufgebrochen und "abgeschrotet" wie ich sage.


    Wer kann sich da einen Reim machen ?


    Grüssle
    Veet

  • Hallo !
     
    Auch ich denke das es noch etwas anderes als die Varroa D. und Ihre Begleit(erkrank)ungen sein kann ...
     
    Vielleicht ist der B:K ... bin ich ... etwas naiv aber:
     
    Läst uns der Drohn mal an seinen Gedanken dazu teilhaben ?
     
    Gruß
    B:K

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Der Drohn sprach nur das aus, was mir durch den Kopf ging. Nur ich habe mir in dem Moment gedacht: "Ach - ist doch sinnlos, hier zu argumentieren". Ich habe mir daher einen Kommentar erspart.


    Ferndiagnosen sind an sich sehr schwierig. Eine absolute Antwort ist daher sehr kritisch zu betrachten.


    Der pathologische Fund ist:



    Dieses Bild zeichnet mitnichten nur das Bild der Varroatose. Da gibt es noch viele weitere Möglichkeiten.


    Zumal mir hier im Forum noch keiner erläutern konnte, wie die eindeutige Pathologie der Varroatose aussieht.


    Die Experten von gesundebienen.de beschreiben sie so:


    http://www.gesundebienen.de/29…iten/Erwachsene_Biene.htm



    Wenn ich die oben genannten Symptome dagegenstelle, dann ist hier keine Eindeutigkeit gegeben.


    Damit möchte ich nicht die Beobachtungen der obigen Beiträge bezweifeln. Durchaus sind mit einem zusammenbrechenden Volk eine Steigerung der Milbenzahl im Bienenvolk zu beobachten. Nur, was heisst das? Genau, wenn die Milbenzahl im Volk steigt, dann bedeutet das zunächst, dass die Milbenzahl im Volk steigt. Alles weitere ist zunächst reine Interpretation.


    Ursache und Wirkung sind nicht immer so eindeutig, wie es erscheint. In vielen Fällen ist die Ursache die Wirkung, wenn sie vorher als Ursache erschienen ist.


    Ich verweise hier ein weiteres Mal auf die Studie der Universität in West Virginia:


    http://www.wvu.edu/~agexten/ip…llinat/honeybee/index.htm


    Hier die Originalabschnitte:


    Die Autoren der Studie sind sich sicher, dass die in vielen Studien beschriebene natürliche Resistenz/Toleranz gegenüber der Varroa etwas mit den ätherischen Ölen im Nektar der Trachtpflanzen zu tun hat. Die ätherischen Öle unterdrücken die Reproduktion der Varroa.


    Die Studie befand eine signifikante Hemmung der Entwicklung von Ei und Larven der Varroamilbe bei Vorhandensein dieser Öle. Sie bemängeln, dass viele Studien nicht berücksichtigen, dass eine fehlende Komponente in der Bienennahrung, im Pollen und Nektar, sowie im Propolis die Entwicklung der Varroa in den vergangenen Jahren negativ beeinflusst hat.


    Der Wirkmechanismus der oben beschriebenen Hemmung lässt sich leicht nachvollziehen, denn er ist stimmig mit der Zellbiologie und der Bodenbiologie.


    Auf der einen Seite hemmt die Präsenz dieser Nahrungskomponenten die Entwicklung der Milbe. Wenn die Nahrungskomponenten nicht vorhanden sind oder nur mangelhaft - ist diese Situation dann Auslöser für die unkontrollierte Vermehrung der Milben?


    Aus Sicht der Bodenbiologie ist es bei Nahrungsmangel durchaus sinnig, den Ursprung der Nahrung - den Boden - wieder mit Nährstoffen zu versorgen. Was bedeutet, dass alle oberirdischen Lebewesen zurück in den Boden geholt werden.


    Aus meiner Sicht wäre es richtiger gewesen, weitere Fragen zu stellen, um die Ferndiagnose auf eine etwas glaubwürdigere Basis zu begründen, wenn sie denn schon gemacht wird.


    Zum Beispiel:


    Wie ist denn die Geschichte des Volkes? Wann wurde es "gebildet", wie ist die bisherige Entwicklung?


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Typisch Varoa
    Habe auch 10 Völker verloren,das gleiche merkmal.
    Trotz Behandlung mit Ameisensäure und Api Live.
    Ich glaube die Milben sind langsam gegen alles Resistent.:evil:

  • Meine Güte - da hab ich was losgetreten...


    Die Geschichte des Volkes kenne ich nicht, da der Anfänger es von einem verstorbenen Imker übernommen hat.


    Aus den Erzählungen konnte ich jedoch nachvollziehen, dass zwar eine Varroa-Bekämpfung mit AS stattgefunden hat. Die Art- und Weise wie das hätte wirken sollen ist mir jedoch schleierhaft (so eine Art Tellervedunstung in der Futterzarge ???). Das kann aber daran liegen das der alte Imker an einem Gehirntumor erkrankt war und vielleicht traurigerweise auch nicht mehr so ganz wußte was er tat.


    Ich denke es wurde auch nicht oder nur mangelhaft überprüft, ob die Behandlungen Wirkung gezeigt haben.


    Ich war eigentlich auch von Varroatod ausgegangen, jedoch wunderte mich auch dass die Beute fast bienenleer war. Ich ging jedoch immer von viel Totenfall aus.


    Der hier gefallene Begriff Varroaflucht war mir neu. D.h. wenn das Volk zusammenbricht hauen sie ab und betteln sich beim Nachbartn ein (mit Reinvasioneffekt), oder ?


    Gruss
    Veet

  • Danke Bernhard,
    und wie üblich, linke Maustaste quer drüber, rechte kopieren, Explorer, Imkerei, Allesübervarroa links, scroll, scroll, scroll, rechte einfügen, gut. Und schon wieder bin ich schlauer.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.