Prof Dr Grete Meyerhoff und rotkleetaugl. Bienen

  • Hi,
    in dem DJB vom Oktober diesen Jahres ist in einem Artikel oben genannte Frau erwähnt, die einen Artikel in der Leipziger Bienenzeitung verfasst haben soll (ich nehme mal an das war noch zu DDR Zeiten) in welchem sie über die Zucht von rotkleetauglichen Bienen was geschrieben haben soll.
    Mein Interesse besteht jetzt darin überhaupt mal zu erfahren ob sowas möglich ist und ob es solche Versuche zur Zeit immer noch gemacht wird. Vielleicht hat ja sogar jemand diese Zeitung irgendwo noch rum liegen und einen Scanner ... :)
    Ich würde mich über den einen oder anderen Wissensfetzen freuen :lol:
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Olli,


    Von der Frau Prof. Dr. habe ich zwei kleine Büchlein: Was fehlt meinem Bien? und Kleine Imkerschule .
    Im Buch, Grundwissen für den Imker steht:
    Stark angestiegen ist die Zahl der im Rotklee eingesetzten Bienenvölker. Die Anbaubetriebe sind seit 1977 verpflichtet, Bienenvölker auf vertraglicher Grundlage einzusetzen und die dafür notwendigen Kosten in den Betriebsplan aufzunehmen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Da habe ich noch was gefunden in: Imkerliche Fachkunde: unter Körmerkmale.


    Die Rüssellänge ist als Körmerkmal besonders in Rotklee-Anbaugebieten von Bedeutung und sollte dort bei der Auslese berücksichtigt werden, obwohl sie im Merkmalsstandard nicht aufgeführt ist.Die Rüssellänge kann indirekt mittels Saugröhrchen oder auf direktem Wege unter dem Mikroskop bzw.durch Projektion (Millimeterpapier wird als Maßstab mitprojiziert) ermittelt werden

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Habe noch ein Büchlein von der Frau Myerhoff.
    "Neues aus der Bienenwissenschaft" Deutscher Bauernverlag 1956.
    Einiges aus dem Inhalt: Die Honigbiene im Dienste der Rotkleesamenerzeugung


    vor 100 Jahren beschäftigte sich Darwin schon mit dem Mißverhältnis zwischen der Länge des Bienenrüssels und der Länge der Rotkleeblüte


    Bucher fand eine gesicherte Differenz von 0,156mm zwischen der durchschittlichen Rüssellänge von Bienen, die in unbebrüteten Waben (Zelldurchmesser5,31mm), und solchen,die in stark bebrüteten Waben (Zelldurchmesser4,60mm)gezogen wurden.


    Der Russe Gubin fand heraus, das der lange Rüssel das Verhalten der Biene zum Beflug des Rotklees nicht beeinflusst.


    Hirschfelder berichtet das Rotkleepollen für die Entwicklung der Bienenvölker sehr wertvoll ist, weil er relativ viel Pantothensäure enthält. Neigt nicht zur Schimmelbildung.


    Günstigster Bestäubungsradius sind 500-800m laut Hammer


    Da gibt es noch Hinweise auf Bienendressur, Duftlenkung, Windverhältnissen, Verhältnis von Bienen und Hummeln.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich war zwischen 1964 und 1968 Lehrling an dem Institut in Hohen-Neuendorf. In dieser Zeit sind wir über die Felder gekrochen und haben verschiedene Blüten betäubende Insekten beobachtet. Wenn ich mich richtig erinnere, haben die Bienen mehrheitlich die Rotkleekelche von der Seite aufgebissen, den Rüssel durch das Loch gesteckt und den Nektar heraus gesogen. Damit ist natürlich keine Bestäubungsleistung verbunden. Die effektivsten Bestäuber waren Hummeln mit ihren langen Rüsseln.

  • Danke für eure Antworten. Ich entnehme daraus mal dass das ggf möglich ist, nicht unbedingt nötig ist und darauf nicht mehr gezüchtet wird. Ich habe noch keine Biene am Rotklee gesehen aber dafür viele andere Insekten. Um die Bestäubung würde ich mir da keine Gedanken machen :)
    Danke nochmals
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

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  • Moin,


    ich war dieses Jahr auf den Honiglehrgang. Ich meine da gehört zuhaben das es Carnica noch gibt die in den Rotklee gehen. Frage mal den Vorsitzenden des Sächsichen Verbandes. ich glaube er hatte sowas erzählt.


    Gruß Micha

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Moin Honig!


    Auch Adam reisst das Thema kurz an: "... bestimmte Krainer- und Kaukasierstämme können den Rotklee nutzen. Der Honig ist von minderer Qualität, als Winterfutter aber bestens geeignet." (So etwa schrieb er)


    Fakt ist, dass bestimmte Linien der Carnica auf Rotkleetauglichkeit erfolgreich gezüchtet wurden. Dieter Uhlig wüsste bestimmt mehr, er deutete das in irgendeinem Post an...


    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo,


    Die Institutsvölker von Hohen-Neuendorf sind damals in den Rotklee gewandert. Siehe auch
    http://imkerhohenneuendorf.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3:unserverein&catid=30:unser-verein&Itemid=4
    Dass der Rotkleehonig von minderer Qualität sein soll, kann ich nicht nachvollziehen, ich fand ihn eher herausragend, es war einer meiner Lieblingshonige neben dem Heidehonig


    Ralph

  • Geschmäcker sind eben verschieden. Das hab ich neulich bemerkt, als ich einer Gruppe Leuten Met serviert habe.
    Nun zum Problem Rotkleefähig: Warum will man das? Zum Honigernten oder zur Bestäubung? Die längste Zunge unter allen hat die Korsische Dunkle. Aber die passt nicht in unser Klima. Dann eher schon die Kaukasische. Aber ur Bestäubung nimmt man am Besten Hummeln.

  • Olli, du hast noch keine Biene im Rotklee gesehen. Es kommt darauf an wann man nach den Bienen sucht. Meine Bienen stehen in einem Gebiet, in dem Rotklee und Raps in der Fruchtfolge sind. Es gibt auch eine Lindenallee. Solange der Raps blüht und die Linde honigt kann man keine Bienen im Rotklee sehen. Sobald die Lindentracht vorbei ist, der Raps ist schon früher fertig, kommen die Bienen auch in den Rotklee. Ob es dann Honig vom Rotklee zu schleudern gibt hängt von der Bodenfeuchte ab. Hat es zur rechten Zeit geregnet , so steigt der Nektar in den Blütenröhren so hoch, dass die Bienen die Tracht nutzen können. Wir hatten heuer so einen Sommer. Regen in der Nacht, Sonne am Tag, gute Honigernte von Sommerraps, Linde und Rotklee. Rotkleehonig hat gerne etwas hohen Wassergehalt.


    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

  • Hallo,
     
    .......
    Dass der Rotkleehonig von minderer Qualität sein soll, kann ich nicht nachvollziehen, ich fand ihn eher herausragend, es war einer meiner Lieblingshonige neben dem Heidehonig
     
    Ralph


     
    Moin Ralph,
     
    is ja nich von mir... Adam schreibt ja auch, dass Tauhonige in angelsächsischen Ländern unbeliebt seien... (vielleicht auch nur damals es waren...)
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Geschmäcker sind eben verschieden. Das hab ich neulich bemerkt, als ich einer Gruppe Leuten Met serviert habe.
    Nun zum Problem Rotkleefähig: Warum will man das? Zum Honigernten oder zur Bestäubung? ....... Aber ur Bestäubung nimmt man am Besten Hummeln.


     
    Saatgutvermehrung. Irgendwo las ich, dass mit Bienenbestäubung der Samenertrag von paar Kilo pro Hektar auf etwa 200 kg gesteigert werden kann.
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)