Honig, Mikroben, umgestülpter Darm

  • Hallo miteinander,


    ich beschäftige mich zurzeit mit der Symbiose von Mikroben mit den verschiedenen Lebensformen, unter anderem dem Boden, den Pflanzen und Tieren. Dabei bin ich auf einen interessanten Zusammenhang gestoßen, als ich das Buch von Dr. Rusch "Bodenfruchtbarkeit - Eine Studie biologischen Denkens" las.


    In dem Buch beschreibt Rusch, wie die Haarwurzeln der Pflanzen mit einem Schleim umgeben sind, welcher aus einer Zusammensetzung von Mikroben besteht. Diese Zusammensetzung variiert von Pflanzenart zu Pflanzenart, denn die Pflanze fördert die Mikroben, indem sie die per Photosynthese gewonnenen Zuckerformen an die Schleimhaut verfüttert und über Beistoffe/Enzyme ein Milieu für ihre Lieblingsmikroben erzeugt. Die Mikroben vereinnahmen die Makromoleküle und das sogenannte Protoplasma aus dem Boden, und transportieren diese über die Saftströme der Pflanze bis in die Pflanzenzellen hinein. Pflanzen ernähren sich demnach nicht von toten anorganischen Stoffen, sondern in der Hauptsache von Lebewesen/Mikroben, die sie füttern und essen. Mit den Mikroben oder deren Teile werden auch anorganische Stoffe aufgenommen, doch die Regel ist der Zwischenweg über die Mikroben - ganz so wie in unserem Verdauungssystem. Denn auch wir haben eine Darmschleimhaut, welche aus Mikroben besteht.


    Die Wurzel einer Pflanze ist also nichts anderes als ein umgestülpter Darm. So wie der Darm besitzt die Haarwurzel Zotteln und Schleim, so wie der Darm wirken an dieser Stelle Mikroben. Diese Mikroben sind bei Pflanzen und Menschen gleich.


    Dieser Saft, mit dem die Pflanzen ihre Wurzelschleimhaut füttern, tritt aber nicht nur an den Wurzeln aus, sondern auch in den Blüten und über das Guttationswasser (Schwitzwasser) der Pflanzen aus. Hier nimmt die Honigbiene den Nektar ab, um diesen in ihrem Stock zu Honig fermentieren zu lassen (Mikroben + Enzyme). Dieser Honig wirkt sehr gut auf die Darmschleimhäute zum Beispiel bei Menschen, die ebenso wie die Schleimhaut um die Haarwurzel (Darmzotteln) aus Mikroben besteht. Interessanterweise sind diese symbiontischen Mikroben bei der Pflanze und den Menschen sehr ähnlich, von denen hauptsächlich die milchsäurebildenden Bakterien zu nennen sind. Das ist der Grund für die guten Wirkungen von Honig auf den Menschen.


    Mit dem Honig wird sozusagen das Futter für den Wurzelschleim an unsere Darmschleimhaut verfüttert - auf diese Weise entsteht ein guter Nährboden für symbiontische Mikroben.


    Interessant dürfte dieser Aspekt auch in Hinblick auf Neonictoniode sein, die sich in dem Saftstrom bewegen und unter Umständen dieses Milieu nachteilig verändern, vor allem über die Abbauprodukte, die Säuren und Gase enthalten. Vermutlich wirken die Abbauprodukte negativ zum Beispiel auf milchsäurebildende Bakterien. Die Folgen?



    Viele Grüße


    Bernhard

  • Man darf sich gar nicht vorstellen, was jeder kleinste Eingriff in dieses komplexe System für Folgen haben muss!
    bzw. man sollte sich das mal richtig klar machen, was "wir" mit unserer Umwelt so alles anstellen, wenn "wir" da irgendwo eingreifen und alles aus dem Gefüge bringen.

  • Nun, das wird den Forschern und Behörden klar werden, wenn sie sich weiter mit Endocytose beschäftigen, "Pflanzen fressen Fleisch".


    Die Letzte Chance für eine Zukunft ohne Not von Annie Francé-Harrar ISBN-10: 3931330214, ISBN-13: 978-3931330217
    Bodenfruchtbarkeit: Eine Studie biologischen Denkens von Hans Peter Rusch ISBN-10: 3922201458, ISBN-13: 978-3922201458
    Humussphäre: Humus - Ein Stoff oder ein System? von Herwig Pommeresche ISBN-10: 3922201504, ISBN-13: 978-3922201502
    Geheimnisse der fruchtbaren Böden von Erhard Hennig ISBN-10: 392220109, ISBN-13: 978-3922201090


    Viele Grüße


    Bernhard