Neueinstieg ohne Anfängerkurs?

  • Hallo Allerseits und guten Abend!


    Ich bin neu hier und ganz begeistert vom Forum; werde sicher ein eifriger Leser.


    Schon seit Kleinkindalter bin ich bieneninteressiert, mein Großonkel hatte Völker, später gings in der Schule weiter: Bienen sogar in der Abi-Bioklausur.
    Ich bin ein Landei, hab einen "Draht" zu allerlei Viechern und auch einen recht stabilen grünen Daumen. Praktische Dinge liegen mir. Ein naturwissenschaftliches Studium hinter mir, ein sorgfältiger, gewissenhafter Mensch:wink:. Das zum Hintergrund. *weihrauchmalwegwedel*


    Zunehmend wird das Bieneninteresse größer und jetz reift doch der Wunsch, es mal mit einem eigenen Volk bzw einem Ableger zu versuchen.
    Mit Interesse habe ich Angebote eines Imkervereins gesehen mit einem 8 teiligen Anfängerkurs. Jedoch habe ich beruflich schon viel um die Ohren und bin Mutter mit auch noch einigen anderen Interessen - ich möchte nicht 8x von 9-16 Uhr einen ganzen Samstag für den Kurs investieren. Muß ich das?
    Ich gebe zu, dass ich außerdem "vereins-geschädigt" bin und möglichst mit Vereinsstrukturen nicht mehr so viel zu schaffen haben möchte.


    Ich lese wahnsinnig viel - schon immer. Habe mir in Puncto Garten, Pferdehaltung, Jägerei (bin Jagdscheininhaber) etc. schon sehr viel selbst angeeignet.
    Ich habe in der letzten Zeit mehrfach "Imkern Schritt für Schritt" und einen Imkereibedarf-Katalog durchgeschmökert, gerade verschlinge ich "Phänomen Honigbiene".


    Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass das praktische Erfahrungen ersetzen kann und möchte auch versuchen, einen Imker in der Gegend zu finden, bei dem ich mal "Kurzpraktika" machen kann, einfach gucken und fragen.


    Außerdem hab ich ja das Forum :roll:


    Wie seht Ihr das, ist das jetzt vermessen? (Ich will ja nicht Kosten des Bienenvolkes lernen)
    Sollte ich erst zuschauen und üben und ein Jahr warten, bevor ich im Frühjahr oder Sommer an ein eigenes Volk zum Einstieg denke?


    Danke fürs geduldige Lesen!


    sagt


    beetic


    (mit schon diversen anderen Tics - aber wohl Bienen-infiziert)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo, beetic,
    ich kann das gut verstehen mit der Vereinsverdrossenheit.
    Ich bin ja auch sehr Autodidakt, aber es geht nix über Praxis. Es muß kein Verein
    sein, such dir privat einen Imker/in und schau ein Jahr über die Schulter.
    Dann fang einfach selber an.
    Wenn es ja die AI gäbe, also die Anonymen Imker, dann hättest du immer eine Telefon-
    Nr. deines Paten zur Hand. Oder gehst zu einem AI-Meeting. ;-))
    Spaß beiseite, Verein muß nicht sein, aber ein/e Pate/in ist unumgänglich.
    Es geht schon irgendwie übers Internet, aber nur mit wenig, sehr wenig Praxisgefühl.


    Ich bin übrigens bei den AI.
    Danke fürs teilen. ;-)
    Mit verschmitzten Grüßen, Edda

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Hallo beetic,
    Eigenstudien und Intelligenz in allen Ehren, aber die Probleme, die ein Kurs verursachen könnte, kann ich einfach nicht verstehen. Ich halte seit über 20 Jahren Bienen und lerne trotzdem immer noch dazu.
    Susanne

  • Muß ich das? Sollte ich erst zuschauen und üben und ein Jahr warten, bevor ich im Frühjahr oder Sommer an ein eigenes Volk zum Einstieg denke?


    Nein. Ein ganzer Kurs ist sicher nicht nötig, wenn Du die ganze Theorie selber lernen kannst, denn solche Kurse beinhalten in der Regel auch einen ordentlichen Teil Theorie. Um die praktischen Handgriffe zu erlernen, hilft es aber sehr, einen erfahrenen Paten zu haben.
    Idealerweise kannst Du ihn von der Frühjahrskontrolle an bei allen Arbeiten begleiten, dann solltest Du im Sommer in der Lage sein, zwei, drei (Kunst-)Schwärme oder Ableger zu überwinterungsfähigen Völkern aufzubauen. Bei nur einem Volk ist halt immer die Frage, woher nehme ich Eier für eine Weiselprobe und was mache ich, wenn es tatsächlich weisellos geworden ist.

  • Hi,


    ich schließe mich an.
    Bin auch schon ´ne Weile so´n "Auto..dingens":-D und muss sagen - es geht. Doch es ist erstaunlich, um wieviel leichter man gewisse Handgriffe und Abläufe einpackt, wenn man mal zugucken kann.
    Wenn Du jemanden hast, dem Du zu jeder Zeit auf den Keks gehen kannst, dann kannst Du meiner Meinung nach schon gleich richtig anfangen, denn ich entnehme Deinen Schilderungen, dass der Entschluss lange gereift ist.


    Hast Du Familie, dann macht Euch vorher bewusst, dass der Jahresurlaub künftig besser in die 2. Jahreshälfte verschoben wird, und Du an den Wochenenden im Frühling und Frühsommer immer etwas vor hast.


    MiG André

  • Hallo beetic,
    meine Empfehlung mache eine Kurs. Aber! Kurs ist nicht gleich Kurs.
    Informiere Dich über die Art wie dieser Kurs durchgeführt wird.
    Z.B.
    Erste Möglichkeit: 30 Personen erhalten Vorlesungen und die Praxis findet an einem oder auch zwei Anschauungsvölkern statt. Handelnder ist der Kursleiter oder sein Praxisgehilfe. Und die Teilnehmer stehen ehrfürchtig herum und schauen zu.
    Zweite Möglichkeit: Jeder Kursteilnehmer arbeite mit SEINEM Paten an SEINEM Volk den praktischen Teil des Kurses. Min. ein ganzes Bienenjahr und danach ist der Pate immer noch Dein Ansprechpartner.
    Es ist klar, empfehlenswert ist der zweite Fall.
    Das Bedarf einer größeren Anzahl Imker sprich Paten und das kann meist nur ein oder mehrere Verein im Verbund leisten.
    Also informiere Dich darüber wie der Kurs geplant ist.
    Noch ein Tip sollte der Verein Dir bereits bei der Anmeldung zum Kurs ein Beitrittsformular für den Verein unter die Nase halten hätte ich auch meine Bedenken, ob es denen wirklich um den imkerlichen Nachwuchs oder um die Steigerung ihrer Mitgliederzahlen geht.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo, Susanne,
    ein Kurs über Bienenhaltung über etliche Monate kann schon Probleme bereiten,
    es sind ja nicht alle Menschen gleich. Manche begreifen schneller, haben andere
    Ansichten, die sie aber als Kursteilnehmer nicht äußern können.
    Das ist wirklich so.
    Wenn jemand sich so zielgerichtet für die Bienen ereifert, wie beetic sich beschreibt,
    dann wird sie automatisch Probleme kriegen.
    ...........................ich habe hier meine Meinung über Durchschnittsalter, Schützenvereine und Honigköniginnen gelöscht................................


    Natürlich gibt es auch Vereine, in denen es ganz anders zugeht. Kann ja sein.
    Ist auch bestimmt so.


    Mit freundlichen grüßen, Edda

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Moin Imkers!
     
    Noch zweimal schlafen.....:roll:
     
    Ich habe in meinem Leben mehrere Lehrgänge in diversen Fachgebieten besucht. Oftmals dienten sie
    nur der Selbstdarstellung der "Lehrer". Also fast ohne wirklichen Nutzwert.
    Ich habe einen Stapel Bücher und mehrere Imker die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
    Das Problem ist nur, alle bezichtigen sich gegenseitig der absoluten Inkompetenz. :-D

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Hallo, Beetic,
    ich bin fast in der gleichen Situation wie du. Habe zwar einen Imkerpaten (einen ganz liebenswürdigen älteren Herrn mit HBB) und habe wirklich auch schon viel von ihm gelernt. Ich wünschte mir auch mehr Imkerkurse, die kurz, themenspezifisch und praxisorientiert sind. Ich möchte im Frühjahr mit 3 Volkern Buckfast in Dadantbeuten beginnen. Da suche ich hier in meiner Umgebung noch Experten, denen ich über die Schulter schauen kann. Die Vereinsarbeit wird von vielen netten älteren Herren bestimmt, die auf HBB schwören.
    Gruß Pommernbiene

  • Das Problem ist nur, alle bezichtigen sich gegenseitig der absoluten Inkompetenz. :-D


    Darum gibt es hier an meinem Wohnort 4 verschiedene Vereine :) die sich für das Gebiet als zuständig betrachten. Der Vorgänger an meinem Hauptstand war sogar noch in einem 5...


    Je nach Betriebsweise und Bienenrasse stehen auch noch zusätzliche Vereine bereit, die Mitglieder aus der ganzen Schweiz aufnehmen:


    http://www.buckfastimker.ch/
    http://www.carnica.ch/
    http://www.vswi.ch/
    http://www.mellifera.ch/

  • Die Vereinsarbeit wird von vielen netten älteren Herren bestimmt....
    Gruß Pommernbiene


    Hallo Jungimkerinne und Jungimker,
    das wird so lange bleiben, so lange die netten, kompetenten und jungen Imkerinnen und Imker sich der Gemeinschaftsarbeit verweigern. Ihr seit die Veränderung! Nutz Eure Chance, bringt Euch ein.
    Fröhliche Weihnachten
    Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Moin ihrs,


    also ich als Jungimker habe gerade sonen Kurs hinter mich gebracht.
    Anfangs alle zwei Wochen getroffen, da man mit einem Paten aus dem Verein einen Ableger erstellt hatte und regelmäßig den Fortschritt der Königinnenaufzucht verfolgen konnte.
    Nach der Einfütterung hatte sich das dann quasi erledigt mit den Treffen.


    Das Problem was ich sehe ist einfach in einem Kures bekommt man alles schön in Häppchen geschnitten auf abgeklärte Termine.
    Beim Imker des Vertrauens über die Schulter zu schauen, könnte mehr aufwand bedeuten, wenn man ihm nicht in seine Handlungsabläufe funken will, da nicht bei jedem Besuch der Völker alles gemacht wird, so könnte evtl. ein Zeitmehraufwand entstehen.
    So meine bescheidene Meinung.


    Ich würd's jedesmal wieder machen, allein wegen dem Austausch unterhalb der Anfänger.
    Weil jeder irgendwie was anders von seinem Paten lernt oder etwas anders versteht als man selber, bei nem einfachen "über-die-Schulter" gucken ist man ja quasi dem Paten "ausgeliefert".

    Alle Angaben ohne Gew(a)ehr ;) / Gruß Chris

  • Hallo,
    es gibt halt Leute, welche nach der Literatur, so sie die richtige haben arbeiten können. Sie lernen länger und müssen ihre Rückschläge selbst verdauen. Vor so einfachen Problemen, wie, mit wie vielen MW soll ich erweitern, warum sind nur am Tage Bienen im Kasten, werden sie sich unter Umständen plagen.


    Es gibt Leute die suchen einen Paten, welcher mit der kaukasischen varraoresistenten Biene im Naturbau mit kleinen Zellen imkert. Die Enttäuschung ist dann groß, wenn er nicht an seinem Ort zur Verfügung steht.


    Für und gegen Imkervereine spricht viel. In der Regel kommen die Paten aus den Vereinen. Es gibt sicher wenige Ausnahmen, dann sind es meist solche welche auch eine Bienenweltanschauung verkaufen wollen. Der "freie" Imker neigt nicht zur Weitergabe seiner Informationen, seines Könnens.


    Kurse von Institiutionen mit vielen Teilnehmern decken oft nicht das Informationsbedürfnis ab, weil man sich nicht getraut zu fragen.


    Die hier gerne gewünschte Einvolkimkerei hat keine Vergangenheit, deshalb gibt es da auch keine Paten, weil alte Imker in ihrer Einfalt denken, das geht nicht:roll:


    Wir haben letztes Jahr Kurse zu Einzelthemen angeboten. Es scheiterte am Zeitplan der Teilnehmer.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: