• Hallo,
    Ich selber bin ein Neuling in der Imkerei und gerade dabei die komplexe Welt der Bienen kennenzulernen. In letzter Zeit habe ich mich vor allem mit dem Thema Umweiseln beschaeftigt und dabei auf einige widerspruechlichen Aussagen gestossen. Von einigen Imkern wird behauptet das Umweichseln im Fruehling sei das Beste, von anderen wiederrum wird das Umweiseln im Herbst angepreist. Was sind den die Vor- und Nachteile der beiden Optionen und welche ist die einfachste?
    ich wuerde mich freuen, wenn ihr mir helfen koenntet meine Fragen zu beantworten
    liebe Gruesse
    Annegret

  • Hallo Annegret,
    Bruder Adam hat im Frühjahr umgeweiselt,weil er seine Ableger/Weisel in höheren Lagen überwintern ließ und somit bereits eine Selektion stattfinden konnte(natürliche Auslese).


    Ein Umweiseln im Spätsommer ist günstig (weil die Annahme relativ sicher ist,wegen fehlender Drohnen (was aber nur bedingt so ist !) )
    Sollte sich das Volk für eine Umweiselung entscheiden,kann die Begattung "in die Hose" gehen.


    Eine gute und sichere Einweiselung gelingt im Sommer über/in Kunstschwärme,weil das Volk dann hoffnungslos weisellos ist,keine Weisel,keine Stifte,keine Brut,sie werden die "Neue" annehmen,hegen und pflegen.

  • ... Was sind den die Vor- und Nachteile der beiden Optionen und welche ist die einfachste?


    Ich weisle dann um, wenn ich Königinnen habe, die ich einweiseln kann. Und das ist i.d.R. im Juli/August.
    Und einfach (oder kompliziert :wink: ) sind beide gleich. Im Frühjahr werden die neuen Königinnen meist besser angenommen....

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo,
    Vielen dank fuer die schnellen Antworten...ich bin beeindruckt wie schnell das hier geht. Ich bin nun aber immer noch da, wo ich am Anfang war, den auch hier teilen sich die ansichten.
    Als ich fragte, welche Methode die leichtere sei, dachte ich vor allem an den vielgelesenen Ratschlag, dass die Weisel leichter von jungen Bienen angenommen wird, als von aelteren. In dem Sinne, waere doch das Umweiseln im fruehjahr von Vorteil, oder? Zu diesem Thema habe ich naemlich einen weteren Beitrag gelesen, in dem empfohlen wurde wegen mehr Jungbienen beim Umweiseln im Herbst, einen Ableger mit der alten Koenigin zu machen,um diesen spaeter mit dem Stammvolk und deren neuen Koenigin zu vereinigin - eine Methode, die bestimmt ihre vorteile hat, fuer mich, als anfaengerin, aber zunaechst noch etwas zu umfangreich erscheint.
    Aus diesem Grund tendieren ich mehr zu dem Umweiseln im Fruehjahr. Nun habe ich aber eure Kommentare zu den Drohnen im Fruehjahr gelesen. daran hatte ich bisher ueberhaupt nicht dran gedacht. Inwieweit koennte das dem Umweiseln schaden? Tut mir Leid, aber ich glaube ich stehe gerad aufm Schlauch...ich versteh nicht in wie weit die Drohnen einem weisellosen Volk schaden koennten.
    liebe guesse
    Annegrete
    Annegrete

  • Hallo,
    In dem Sinne, waere doch das Umweiseln im fruehjahr von Vorteil, oder?


    Oh, im Frühjahr gibts viele ganz alte Bienen im Volk, nämlich die, die vom August/September des letzten Jahres noch sind.



    Nun habe ich aber eure Kommentare zu den Drohnen im Fruehjahr gelesen. daran hatte ich bisher ueberhaupt nicht dran gedacht. Inwieweit koennte das dem Umweiseln schaden?


    Wenn Drohnen vorhanden sind, bringen die Bienen viel eher die zugesetzte - fremde - Königin um und ziehen aus einem Ei eine Neue, die dann ja auch von diesen Drohnen begattet werden kann. Wenn keine Drohnen da sind ,überlegen sich das Bienen mit dem Umbringen genauer......

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Annegret : es kommt darauf an, was man will....und wie weit man den Bienen entgegenkommen möchte.


    Der normale Ablauf sieht den Vorschwarm mit dem Abgang der alten Königin (zur reinen Arterhaltung, das ist noch keine Artvermehrung!) vor (die dann nach der rühjahrsentwicklung nochmal ein komplett neues Volk aufbaut), und bei sehr guten Bedingungen auch Nachschwärme mit unbegatteten Königinnen zur Artvermehrung, auch bis zur Auflösung des Ursprungsvolks.


    Ist dein Interesse allein Honigmaximierung, ist jeder Schwarm kontraproduktiv, also wirst du das verhindern müssen - es gibt viele Methoden dafür.


    Aber ist es sinnvoll, auf Dauer gegen die Natur der Bienen zu arbeiten?:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Annegrete,
    hab das jetzt alles hier gelesen und möchte es dir vereinfachen.
    Den Zeitpunkt der Umweiselung kannst du durch Beobachten und Kontrolle des Volkes
    selber bestimmen.
    Eine harmonische Gesamtverfassung, Bienen fliegen rege, sie bauen fleißig, sollte gegeben
    sein. Eine Schwarmstimmung oder Anlage von Weiselzellen ist sehr ungünstig. Klar.


    Nun kannst du die alte Weisel herausnehmen und ein bißchen Zeit verstreichen lassen,
    damit das Volk sich weisellos fühlt. (3 Stunden)
    Nun kannst du die neue Königin im Ausfresskäfig zusetzen.
    Das ist eigentlich alles.
    Der Zeitraum der Umweiselung ist in unseren Breitengraden von Mai bis September
    möglich. Auf eventuelle Zufütterung solltest du achten, spornt den Bau- und Bruttrieb
    an.
    Liebe Grüße Edda

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Zitat

    Eine Schwarmstimmung oder Anlage von Weiselzellen ist sehr ungünstig. Klar.


    :roll: Schon mal was von Zweitschlupfzelle gehört?
    Und was bitte ist an "Umweiselung zu einem dem Imker genehmen Zeitpunkt" bienengemäß?
    Nix.
    Ich schreib es jetzt zum gefühlten 700sten mal:
    "Eine Königin bringt die größte Leistung im Jahr NACH ihrer Geburt".


    Warum?
    Weil sie im Normalfall aus dem Wintervolk wieder ein "volles Volk" macht, dann mit der Hälfte des Volks mit dem Vorschwarm abgeht, und diesen Vorschwarm wieder zu einem überwinterungsfähigen Volk aufbaut, und diesen Zyklus unter guten Bedingungen bis zu 2 bis 5 mal durchläuft....


    Wer einjährige Königinnen umweiselt, sollte doch nochmal die Literatur sehr gründlich lesen.
    (und nicht vergessen, in seinen Völkern auch nach ungezeichneten Königinnen zu schauen - wenn man die Gezeichnete gesehen hat, heißt das nicht, daß da nicht noch mehr sind - Jay Smith: Better Queens :Biene:).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Sabine,
    was hast du für ein Problem?
    Kannst du nicht schlafen? Warum machst du aus einem einfachen Thema eine
    Philosophie, die kaum jemand versteht?
    Warum mußt du alle belehren?
    Und schreibe nicht mehr über "bienengemäß". Hier sind auch andere Imker, die einfach
    nur wissen wollen, wie es geht.
    Was du schreibst, versteht keiner.


    Liebe Grüße, Edda

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • Sehr geehrte sabi(e)ne,
    deine Beiträge sind spannend,hilfreich und zeugen von fachlicher Kompetenz;es läßt sich aber nicht vermeiden,dass (sich mir) Fragen auftun.
     

    :roll: 
    Ich schreib es jetzt zum gefühlten 700sten mal:
    "Eine Königin bringt die größte Leistung im Jahr NACH ihrer Geburt".


    Wie definieren wir "größte Leistung" (gar Gewinnmaximierung und das noch bienengemäß(natürlich) ?

    Zitat


    Warum?
    Weil sie im Normalfall aus dem Wintervolk wieder ein "volles Volk" macht, dann mit der Hälfte des Volks mit dem Vorschwarm abgeht, und diesen Vorschwarm wieder zu einem überwinterungsfähigen Volk aufbaut, und diesen Zyklus unter guten Bedingungen bis zu 2 bis 5 mal durchläuft....


    Die Schwarmphilosophie kann man /frau praktisch umsetzen,wenn man /frau die Zeit dafür aufwendet.meine Erfahrung: Ich imkere über 20 Jahre,nix Schwärme,schon gar nicht gewollt,keine Klimmzüge bezgl. Schwarmverhinderung,außer früh Jungvölker bilden mit immer jungen Weiseln arbeiten.
    Zur Schwarmimkerei:Wo bleiben die nicht erreichten Schwärme,räubern die im Herbst und verteilen dazu noch so einiges u.a. auch Varroen?

    Zitat


    Wer einjährige Königinnen umweiselt, sollte doch nochmal die Literatur sehr gründlich lesen.


    Wo ist das Problem,eine nicht zufriedenstellende Weisel (nach menschlicher,imkerlicher Sichtung,Beurteilung) auszutauschen,umzuweiseln ?

  • Vielen Dank fuer die klaerende antwort von "wandergestell". Der Beitrag von Sabine hat mich ebenfalls eher verwirrt, als das er mir in sache "umweiseln" weitergeholfen hat, da er etwas vom thema ablenkt. Trotzdem vielen dank, dass du mir geantwortet hast!
    Ich haette da aber noch eine Frage, die sich mit dem Beitrag von Edda ergeben hat.


    "Nun kannst du die alte Weisel herausnehmen und ein bißchen Zeit verstreichen lassen,
    damit das Volk sich weisellos fühlt. (3 Stunden)"


    Ich habe naemlich in verschiedenen Texten verschiedene Angaben zu der weisellosen zeit gelesen. Die Empfehlungen gingen von 1- 9 Tage (wobei man natuerlich regelmaessig die neu gebauten weiselzellen im Volk aufsuchen und diese zerstoeren muss). Was denkt ihr darueber?
    liebe gruesse
    annegrete

  • Es funktioniert beides:
     
    2 oder 3 Stunden nach dem entweiseln merken die Bienen, das die Kö fehlt.
    Das ist die Zeit, um ihnen eine Neue zu geben. Das kann klappen, tut es auch sehr oft, manchmal aber nicht, weil die Damen doch merken, das die Neue nicht ihre Eigene ist.
    Sie töten die Neue und ziehen aus eigenen Eiern eine eigene Neue nach.
     
    Zweite und sichere Möglichkei:
    Alte raus, 9 Tage warten. In dieser Zeit ziehen die Bienen aus eigenen Eiern Weiselzellen nach.
    Diese werden nach dieser Zeit ausgebrochen (unbedingt alle ausbrechen) und die Neue im Zusetzkäfig zugehängt.
     
    Ein bis 3 Tage unter verschluss lassen, dann ausfressen lassen.
     
    Da inzwischen alle Eier und Brut zu alt ist um selbst nachzuziehen, werden sie die Kö im Normalfall annehmen. Bleibt ihenen auch gar nichts anderes übrig.
    Heißt aber nicht, das sie nicht später still umweiseln, weil ihnen die Neue doch nicht gefällt.
     
    Eine feine Methode ist es, nach 3 Jahren das ganze Volk aufzulösen, alle Waben entnehmen und einen offenen Kunstschwarm machen. Dabei kann man gleich eine Neue einweiseln und man hat wieder alle alten Waben raus.
    Such mal nach totaler Bauerneuerung oder Brutscheune.

  • Hallo, Annegrete,


    das Gefühl der Weisellosigkeit stellt sich unmittelbar ein.
    Willst du es rasch und vernünftig machen und die äußeren Umstände stimmen,
    (Harmonie im Bienenvolk), reichen die drei Stunden.
    Alles was in Tage geht, ist unnötige Arbeit, warum warten, bis Weiselzellen angelegt
    werden, das verunsichert Bienen und Imker.
    Wenn du unsicher bist, noch ein Hinweis:
    Die Bienen sind in Not und wollen naturgemäß eine Königin, die ihre Düfte verströmt.
    Daher sitzt ja die Königin im Ausfresskäfig für ca. 24 Stunden. Die Bienen können Kontakt
    aufnehmen und werden sie dann sehnsüchtig befreien.


    Liebe Grüße, Edda


    Dieser Beitrag hat sich mit Günther B`s überschnitten. Hatte ihn nicht gelesen.

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo