Bruder Adams Met - geläuterter Weinstein

  • Hallo Zusammen!


    In seinem Buch "Meine Betriebsweise" hat Bruder Adam noch ein vielversprechendes Met-Rezept bereitgestellt. Ich möchte es ausprobieren und hätte da eine Frage zu seinen oftmals nicht all zu deteilreichen Angaben:


    Im grunde vergärt er ein Gemisch ais Apfelsaft, Honig und Zitronensäure. Ist es abgekocht, gibt er dem ganzen noch die Hefe hinzu und außerdem eine Art Hefe-Nährsalz. Diese Nährsalze sind gängige Praxis, z.b. bei der Weinherstellung - nur möchte er diese am liebsten vermeiden. Drum nimmt er ausschließlich "geläuterten Weinstein".


    Ich habe hier Weinstein Backpulver - findet man in Bioläden - liegen:
    Weinstein 52%
    Backtriebmittel: Natron
    Maisstärke


    Hilft das meiner Hefe?
    Was ist dieser "geläuterte Weinstein"?
    Was soll ich für meinen Gärprozess nehmen, bitte?


    Viele Grüße an die Metbrauer,


    Boris

  • Huhu,


    ich mache nun seit ein paar Jahren immer wieder die verschiedensten Weine (Met, Löwenzahn-, Pflaume-, Zwetschge-, Schlehenwein usw.).
    Dabei habe ich dir Erfahrung gemacht, dass gerade der Met meiner Meinung nach der schwierigste Wein ist.


    Beim Met gibt drei große Schwierigkeiten:



    • - er hat kaum eigene Säure, weshalb die Säure gemessen werden muss und mit Milchsäure (gibts im Winzerbedarf) korrigiert werden muss


    • man muss aufpassen, dass nicht der gesamte Honig vergährt sonst wird der Wein sehr trocken, hat keine Restsüße mehr und schmeckt nicht wie typischer Met. Oft wird nach der Gährung noch mit etwas Honig nachgesüßt.


    • Im Met-Ansatz gibt es kaum Nährstoffe für die Hefe. Deswegen ist es gerade hier notwendig, Hefenährsalz zu verwenden. Wenn du dies nicht machst kann es sein, dass sich die Hefe nicht schnell genug bzw. richtig vermehrt und andere Hefen und Keime deinen Wein dadurch zunichte machen.


    • Was genau geläuterter Weinstein ist kann ich dir leider nicht sagen. Normal sind Hefenährsalze aber Phosphor- und Stickstoffverbindungen zusammen mit Vitaminen und Mineralien (habe gerad nochmal auf die Packung geschaut).


    Was sollst du für deinen Gärprozess nehmen?


    Ich selber empfehle dir Kitzinger Hefenährsalz-Tabletten. Diese sind leicht zu dosieren und haben eine gute Wirkung.
    Als Hefe würde ich auch eine Kitzinger Reinzuchthefe nehmen. Burgunder oder Portwein ist nicht schlecht. Würde empfehlen eine Trockenhefe zu nehmen und diese in einem Starter zu vermehren.
    Im Internet findet man auch sehr viele Infos zum Met. Der Honigweinkeller (einfach mal googeln) gibt meiner Meinung nach gute Tips.


    Ich hoffe ich konnte zumindest etwas behilflich sein.
    Liebe Grüße,
    die Feuerwehrbiene

  • Hallo Boris,


    Bei der Metherstellung gibt es die verschiedensten Methoden: Lange Gärdauer
    Kurze Gärdauer
    Abkochen
    Zur guten Metherstellung gehört schon ein gutes Stück Erfahrung, mit der ich noch nicht dienen kann. Empfehle dir das Buch "Met" von Karl Stückler

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • VIelen Dank, ihr zwei!


    Sehr hilfreiche Tips. Ich fühle mich nun bereit zu meinen ersten 10 litern..


    Ich werde nun entgegen Bruder Adams Rat diese nährsalze aus dem Winzerbedarf verwenden. Schließlich finde ich ja niemanden, der seine Gährung mit weinstein vollzieht..


    Die Nährsalze im Ansatz sind ein guter Tipp. Ich habe meinen ansatz jetzt sein gestern stehen. Honig, Apfelsaft, Trockenhefe - und kein nährsalz. Ich hoffe, es klappt dennoch.


    Liebe Feuerwehrbiene,


    kann man mithilfe des Apfelsaftes nicht gleich 2 deiner Probleme angehen:
    denn apfelmost hat doch schon eine gewisse säure. Außerdem schwimmt da so einiges drin rum - nicht auch nährstoffe für die Hefe?


    Und wozu brauche ich die Säure? Nur für den Geschmack?
    Und kann ich nicht Zitronensäure nehmen? - ich finde irgendwie, dass bestandteile von Milch nichts im Met zu suchen haben...


    Lieber Drobi - von karl stückler habe ich schon gehört. Allerdings habe ich mir nun genug rat und tat eingeholt, um meine ersten Gehversuche zu machen. Er kommt auf meine "gute Bücher"-Liste :)


    Grüße,
    Boris

  • Huhu,


    kommt darauf an wieviel Apfelsaft du nimmst. Ich hab immer so 15 Liter angesetzt, da reicht der eine Liter Apfelsaft nicht.
    Die Säure und die Schwebstoffe dürften nicht genug sein. Würde dir bei Met DRINGEND raten Hefenährsalz zu verwenden.
    Zitronensäure hat den Nachteil, dass sie einen Eigengeschmack hat. Wenn ich die Säure korrigieren will nehme ich immer Milchsäure. Davon braucht man nicht viel und sie ist neutral.



    Liebe Grüße,
    die Feuerwehrbiene

  • Tatütata und Hick,
    ja ja das mit dem Met ist so ein Problem.
    Kaum / keine Säure, Fremdhefen, Restsüße... welche Hefe...?
    LÖSUNGSANSATZ
    0. Rechenübung Zuker/Honig zu Alkohol mit oder ohne Restsüße (Formeln bei den Weinmacherseiten im Netz)
    1. Abkochen- killt die nat. Hefen des Honigs!
    2. Turbohefe 48 und die Butte nur zur Hälfte füllen!
    Die gährt alles, auch blankes Zuckerwasser, bei normalen Temperaturen, in kürzester Zeit.
    3. 4Wochen stehen lassen auf der Hefe.
    4. Abziehen und mit dem WINOMETER den Alk.-gehalt bestimmen.
    5. Auf 70Grad erwärmen, noch mal in die Butte, kühl stellen, restlichen Schwebstoffe ausfällen lassen, ab in die Flasche.
    6. PROST (bis 19 %alk sind locker drinn)


    Knäcke (hats getestet und für Gut befunden)

  • Hallo Boris,

    Und wozu brauche ich die Säure? Nur für den Geschmack?
    Und kann ich nicht Zitronensäure nehmen? - ich finde irgendwie, dass bestandteile von Milch nichts im Met zu suchen haben...


    Milchsäure hat nicht sehr viel mit Milch zu tun, sie wurde nur früher zur Konservierung von Milch verwendet.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Milchs%C3%A4ure


    Gruß Ralf

    Hohenheimer Einfachbeute, Zander - Aufstellort: Streuobstwiese - ca. 450 m ü. NN

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