Segeberger Beuten

  • Hallo,
    ich habe eine Frage zu den Segeberger Beuten (speziell zu Holtermann).
    Was sind da die ganzen Unterschiede zwischen den einzelnen Beuten? Nur das Gewicht?
    Warum gibt es da Flach- und Hochböden....?

  • Hi Johannes!
    Also ich denke mal die Unterschiede zwischen den einzelnen Beutenvarianten sind hauptsächlich in verschieden hohen Böden zu suchen und zu finden, ebenso in verschiedenen Zargen- und damit Wabenmaßen.
    Diese sind, wie die Böden auch, von der angestrebten Betriebsweise abhängig.
    Ich selber nutze Böden, die ich im Holtermann-Katalog wie auch in deren Onlineshop nicht 100%-ig wiederzufinden meine. Allerdings enspricht mein Boden am ehesten dem Boden bei der oberen Classic-Beute, es scheint also ein Flachboden zu sein.
    Bilder von "meinem" konkreten Boden findest du hier:
    http://www.imkerforum.de/album.php?albumid=17
    Wofür es die verschiedenen Böden gibt kann ich dir nicht sagen, allerdings bieten die Hochböden vermutlich mehr Aufkettungsraum beim Wandern mit den Völkern als Schutz gegen`s Verbrausen. Zumindest ist das der einzige Gedanke, der mir im Moment kommt.
    Ich bin allerdings auch beim Wandern (wo ich ggfs. aber eine Leerzarge aufsetze zur Sicherheit) und dem sonstigen Arbeiten sehr zufrieden mit meinen derzeitigen Beuten und Böden, habe als Zargen allerdings 1,5er, da ich das Arbeiten mit einem BR bevorzuge.
    Ich habe auch alle Beutenteile von Stehr, die lt. einigen Erfahrungen hier im Forum wohl die quasi originalen und qualitativ hochwertigsten Beuten(-teile) herstellen.
    Soweit in Kürze, bei Fragen einfach fragen :wink:.


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Johannes,


    die Hochböden sind wie schon Patrick schreibt, hauptsächlich zum wandern gedacht. Einen besonderen Vorteil haben sie meiner Meinung nicht, da können die Bienen nur mehr verbauen. Ein Flachboden mit Gitterplatte ist völlig ausreichend.
    Ich habe die Universalböden von Stehr und bin damit sehr zu frieden, mir gefallen auch die ansteckbaren Anflugbretter besser, als die Böden mit der kurzen Anflugnase am Boden von Holtermann. Schau mal bei Bienenweber rein.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Noch eine Frage zu den Beuten. Bei Weber habe ich jetzt das Komplettangebot gesehen und bestellt. Die schreiben, dass 3 BR-Zargen mit dabei sind. Aber das sind ja logischerweise auch Honigräume, oder? Habe bisher mit Dadant gearbeitet, daher kenne ich es ganz anders.

  • Moin,
    ja, bei den Segebergern wird auch gern mit Ganzzargen als HR gearbeitet - ist aber eine elende Schinderei, weil so ein voller HR locker 30-35kg wiegt.
    Wer seine Bandscheiben noch lange behalten will, sollte auch bei Segebergern über halbhohe HR nachdenken...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Johannes!
    Bitteschön, kein Problem.
    Ob BR oder HR ist völlig egal, die Standard-Segeberger-Beute besteht aus Boden und Deckel deiner Wahl sowie drei Zargen DNM. Wie man die nutzt ist jedem selber überlassen, Sabi(e)nes Argument ist allerdings nicht zu unterschätzen. Ich habe DNM-HR und die musste mit 2 Mann tragen / heben, ansonsten adieu Rücken...


    Gruß Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Johannes,


    ich habe als Brutraum teilweise 1 1/2 DNM, welchen Vorteil das hat bin ich noch am testen, das schöne ist man hat nur einen Brutraum, wie bei Dadant. Bei der Normalzarge sollte man schon 2 Bruträume haben.
    Zum Honigraum kann ich nur sagen, das 1/2 DNM eine ganz schöne Spielerei ist, obwohl bedeutetend leichter und für Sortenhonige auch gut geeignet und sind von den Bienen schnell gefüllt. Wenn ich mir nochmal eine kleinere Honigraumzarge für die Segeberger kaufen würde, wäre es die Euroflachzarge mit 159mm hohen Rähmchen. Die Halbzarge hat 110mm hohe Rähmchen, ich benutze zum großen Teil die Brutraumzarge als Honigraum, ist zwar eine Freude wenn der HR voll ist, aber eben schwer.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,
    ich als unwissender Anfänger habe da mal ne Frage zum Thema.
     
    Beginnen möchte ich meine Karriere als Neu- oder Jungimker mit Segeberger Beuten.
    Bei uns im Norden arbeitet der Verein überwiegend mit den halb hohen Zargen. Von daher bekomme ich Ableger in diesem Format.
    Ich habe euch nun so verstanden, daß es Sinn macht für den Honigraum die halb hohen Zargen zu verwenden, da der Honig in der "normalen" Zarge doch recht schwer sein kann.
    Nun zu meinen Gedanken:
    Für die BR würde es Sinn machen auch die "normalen" Zargen zu verwenden, da ich nicht vorhabe zu wandern.
    Habe ich das prinzipiell richtig verstanden ?
     
    Bei voller Tracht würde ich dann zwei "normale" BR und evt. zwei "halbe" Beuten für den HR verwenden wollen :confused:
     
    Gruß aus dem verschneiten Flensburg
    Thomas


  • Moin Thomas,


    das hast Du richtig verstanden. Ganzzargen, je nach Volksentwicklung und Betriebsweise 1-2, manchmal 3 Stück als Brutraum und darüber dann Flachzargen in 0,5 oder 2/3 Normalmaß. Neben dem geringeren Gewicht der Honigräume hast Du den Vorteil, auch häufiger Sortenhonige ernten zu können. Ich hab neben den Standard-Segebergern im vollen Normalmaß die kleinen Honigzargen über anderthalb Normalmaß, da reicht dann oft der eine Brutraum aus und sie haben schöne, ungeteilte Brutwaben (um die Verwirrung komplett zu machen). Einziger Nachteil ist, dass Du im Wabenhandling nicht mehr so flexibel wie bei nur einer Rähmchenhöhe bist..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Wenn man nur ein Rahmenmaß (DNM) für Brut- und Honigraum verwendet, so kann man ein Rotationsverfahren (Honigraum > Brutraum > weg) einsetzen. - Außerdem geringere Materiallagerhaltung an Zargen und Rähmchen. Nimmt ansonsten mehr Lagerplatz in Anspruch und erfordert höheren Kapitaleinsatz.


    Wer immer neuen Naturbau machen lässt, muss darüber keinen Gedanken verschwenden.


    Mit bestem Gruß
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)