Nicht schon wieder Nosema???

  • Liebe Kollegen,
    nach einer unauffälligen Winterbehandlung (alle Völker saßen eng und erschienen von oben ausreichend stark) hat mich jetzt eine Beobachtung beunruhigt:


    Da mich das ständige Ausnivellieren der Beuten bei der Aufstellung nervte (sehr uneben hier) und noch reichlich Pflastersteine hier waren, habe ich für die Beuten einen Streifen pflastern lassen. Damit die Beuten versetzt werden konnten, habe ich sie mit Schaumstoffstreifen verschlossen. Die Beuten wurden versetzt und dann nach zwei Tagen wieder zurückgestellt. Temperaturen lagen und liegen um die 2°C; Böden natürlich offen.
    Die Fluglöcher wurden erst einen Tag nach dem Zurückstellen wieder geöffnet damit sich auch alle wieder beruhigen konnten. Bei den Temperaturen erwartete ich eine Reaktion wie auch bei den meisten Kästen beobachtet - nämlich keine. Das vorsichtige Entfernen der Streifen wurde ignoriert; die Mäusegitter konnten wieder rein.


    Bei zwei Völkern aber ganz anders: Beim Herausziehen kamen sehr viele Bienen heraus; es war auch deutlich Totenfall hinter den Streifen. Die Bienen flogen trotz der niedrigen Temperaturen in hoher Zahl ab und es gab vor allem kaum Rückkehrer. Ein Lüpfen des Deckels gab ein sehr lockeres Sitzen über alle Waben aber keine Kotspuren (zumindest noch nicht oben auf den Oberträgern) - das Volk wirkte also stark beunruhigt.
    Nun kann es sein, daß diese Völker einfach niedrig saßen und Kontakt zu dem Verschlußstreifen hatten so daß das Herausziehen zu der Beunruhigung führte. Mich wundert aber, daß die abgeflogenen Tiere nicht zurückkamen - kann es sein, daß die Kälte sie so schnell erwischt daß sie die Rückkehr einfach nicht mehr schaffen?


    Meine Sorge ist natürlich daß sie wieder mal Nosema haben wie im Winter 2007/2008 und daß die erkrankten und sonst abfliegenden Bienen sich hier einfach über die Verschlußzeit quasi aufgestaut haben; ansonsten aber nach und nach und weitgehend unbemerkt abgeflogen wären. Damals hatte ich im Dezember bei solchen Temperaturen auch einen ständigen, schwachen Bienenabflug (aber ohne Wiederkehr) beobachtet was sich dann schnell als Nosema entpuppte.


    Ich habe mir sogar ein paar Mitteldärme der Krabbler mikroskopisch angeschaut aber bisher noch keine Evidenz dafür gefunden - das mag aber auch an mangelnder Erfahrung liegen.


    Ich werde das mal weiter im Auge behalten; rate Euch nur, auch mal im Winter über längere Zeit die Fluglöcher zu beobachten...dann versteht man vielleicht manchmal besser woher die "plötzlich leeren" Beuten kommen.


    Werde berichten wie das weitergeht...


    Melanie

  • Bei 2° C dauert es nur Minuten bis die abgeflogenen Bienen erstarren.


    Ich hätte bei diesen Temperaturen gar nichts verschlossen. Und wenn , dann nur für die kurze Zeit des Transportierens. Warscheinlich war das erst der Grund für die Unruhe im Volk. Die ersten neugierigen fanden das Flugloch verschlossen und machten das ganze Volk verrückt. Die Völker spüren ganz genau wenn was am Flugloch vor sich geht ! Auch in der Wintertraube.
    Bleibt nur zu hoffen das die Königin nicht zu schaden gekommen ist.
    ( Letzes Jahr zB. habe ich ein paar Völker anfang März bei etwa 3° C mit offenem Flugloch mit dem Auto transportiert. Bis auf ein paar einzelne neugierige passierte gar nichts. )


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.