Schwänzeltanz

  • Ich halte es so:


    Beobachtungen biologischer Funktionen...
    haben bei mir Vorrang vor...
    technischer Messung.


    Das Eine ist Biologie, das andere Physik.
    Zwei Paar Schuhe.


    Bernhard

  • Beide Artikel ergänzen sich doch eigentlich.
    Bienen sind vielleicht auch gar nicht so sehr festgelegt, wie man gerne glauben möchte, weil es für uns einfacher dann einfacher wäre sie zu verstehen.
    Das Verhalten unter Versuchsbedingungen kann anders aussehen als in der "echten Natur". Die Auswirkung von PSM auf das Orientierungsverhalten wurde nicht erwähnt.
    Außerdem glaube ich beobachtet zu haben, dass sie sich den Weg zu Nahrungsquellen auch direkt durch "Mitfliegen" zeigen können. Dabei bin ich nicht die ganze Strecke mitgflogen. Mir reichte die Beobachtung am Flugloch bzw. an der Futterquelle, wo man immer wieder Bienen grüppchenweise oder zu zweit in die selbe Richtung fliegen sieht.
    Wahrscheinlich ist in Wirklichkeit alles noch viel komplexer als wir uns das vorstellen, und es sind einfach viele unterschiedliche Kommunikationsformen möglich.

  • Also, hier die erste Korrektur der Süddeutschen Zeitung, 11.12.2009, Seite 43:


    Ein Karl von Frisch zugeschriebenes Zitat war fälschlich (peinlich, peinlich!), in Wirklichkeit stammt die Aussage "Schwänzeltanz ein Scherz der Bienen" und "Ich behaupte, dass auch die Bienen, wenn der Stock in gutem Zustand ist, gewisse Lustbarkeiten und Freuden unter sich haben, dass sie sogar zuweilen einen gewissen Tanz anstellen" von Nikolaus Unhoch aus dem Jahr 1823. Soweit die heutige Meldung.


    Das dürfte aber nicht der einzige Fehler in dem Artikel "Hüftschwung ohne klare Ansage" vom 2.12.2009 gewesen sein. Die Zuschreibung: "Das Dogma vom unmissverständlichen Schwänzeltanz gerät in die Kritik" und der "Schwänzeltanz als kolossaler Wissenschaftsirrtum" ist bei genauer Lektüre nicht zu belegen, ist rundweg falsch. Damit erweist die Wissenschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung und ihre Autorin Katrin Blawat den Bienenforschern einen Bärendienst.


    Gerade weil nicht einmal die Erklärung des Schwänzeltanzes in dem Artikel stimmt (der Körper der Biene richtet sich beim Schwänzeltanz im Stock nicht wie geschrieben zur Sonne aus, sondern in Bezug zur Schwerkraft. Die Winkelinformation in Bezug zur Schwerkraft wird dann in Richtungsinformation relativ zur Sonne transformiert), muss man als Imker, der seinen Karl von Frisch ganz gut gelesen hat, schon an der journalistisichen Sorgfalt der Autorin zweifeln, auch an ihrer Fähigkeit, die von ihr genannten Wissenschaftler richtig zu interpretieren.


    Es möchte ehrbar gemeint gewesen sein, indirekt Karl von Frisch mit Aristoteles in Vergleich gebracht zu haben, in Bezug auf den Unsinn von vierbeinigen Fliegen handelt es sich jedoch um einen journalistischen GAU.


    Mit Hüftschwung und saloppem Feuilleton läßt sich halt doch kein Bienenstaat machen,
    meint Bienen-Freund