OS-Behandlung zu spät?

  • Hallo,


    ich habe bislang noch nie mit Oxalsäure behandelt und vom Milbenfall her wäre es dieses Jahr auch nicht notwendig (<= 0,5 pro Tag), möchte es aber wegen den bereits relativ hohen Verlusten in der Imkerschaft vorsichtshalber doch machen.
    Nun hatten wir hier aber gerade eine einzige (!) Nacht Temperaturen unter Null. Also sind die Völker wohl noch nicht aus der Brut (bei einigen kann man auch gut Kondenswasser sehen). Was tun? Macht eine Behandlung in 3 Wochen überhaupt noch Sinn?


    Danke für eure Antworten.


    Gruß
    Daniel

  • Gerade jetzt oder notfalls in 3 Wochen!
    Ein geringer Milbenfall ist wenn die Völker noch in Brut sind normal, weil die meisten Milben dann in dieser Brut sitzen.
     
    Wenn diese Brut geschlüpft und das Volk Brutfrei ist, sind alle jungen Varroen und das können jetzt sehr viele sein, Auf den Bienen und werden von der Behandlung erfasst. Ohne Behandlung geht das Volk mit einer sehr hohen Belastung ins neue Jahr, was die Wahrscheinlichkeit eines frühen Zusammenbruchs deutlich erhöht.

  • Nächste Woche sind minus Temperaturen von -10° angesagt. Da gehen alle aus der Brut. Wenn es danach wieder wärmer wird, kannst du gleich behandeln.
     
    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo!


    Richtig! Behandeln würde ich schon, aber hebelbiene hat Recht, wenn er nachfragt, ob er noch 3 Wochen warten soll.


    Bei mir sind die Bienen nach einer brutfreien Phase Anfang/Mitte November wieder in Brut gegangen.


    Wenn jetzt kalte Tage anstehen würde ich noch die 3 Wochen warten bis zum Schlupf der letzten Bienen und damit der ansitzenden Varroen.


    NACH dem nächsten Frost + 21 Tage.


    Schätze mal so zwischen Neujahr und Drei-Könige.


    Wäre mein Tipp... :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Bis mitte Januar kann man OS behandeln, ohne Rückstandsprobleme zu bekommen.


    Aus "Fischermühle".

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • So wie Hebelbiene ist die Situation auch hier bei mir: Am 1. Dezember war Frost (- 1 °), vielleicht auch noch am 2.12.. Danach stieg die Temperatur wieder jeden Tag auf + 1° bis + 6°. Bei so wenig Frost bzw. so milden Temperaturen könnte es doch gut sein, dass noch Brut in dem ein oder anderen Volk ist, darum schieb ich die OS-Träufelung auch immer noch weiter hinaus.


    Diese Wetterlage war doch in ganz Norddeutschland so, es hat hier noch keinen richtigen Frost gegeben. Deshalb müssten eigentlich alle Imker hier im Norden in Wartestellung für die OS-Behandlung sein, sofern sie diese Behandlung machen wollen.


    Zwei bis drei Wochen nach einer Frostperiode soll man warten, damit auch die letzten Bienen geschlüpft sind und wirklich keine Brut mehr da ist. Mitte Januar ist die Grenze für die OS-Behandlung, wegen der möglichen Rückstände. Das wird allmählich eng bei diesem Wetter.



    Holbee

  • Lt. Wetterbericht kommt am Wochenende der Frost.
    OS-behandelt werden kann also in der ersten Januarwoche.
    Endlich...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Also, ab nächste Woche haben wir vllt Frost.
    Dann drei Wochen warten.
    Dann OS Behandlung.
    Okay, was aber wenn es nach einer Woche wieder warm wird, geht dann die Kö nicht wieder in die Eiablage und dann beginnt das Warten von Neuem??

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Hallo Beetle,


    ich sehe es eigentlich wie Du. Warten, warten und immer wieder Warten bringt bei diesem "unruhigen" Wetter evtl. auch nichts. Irgendwann muss man sich entscheiden und es durchziehen. Und rein gefühlsmässig (Erfahrungen habe ich noch nicht so viele) scheint mit Anfang Mitte Januar einfach zu spät. Ein Imker sagte mir neulich, dass er seine Behandlung i m m e r Anfang Dezember macht...sein Motto ist: "wer seine Bienen bis Weihnachten durchbringt, der erntet auch Honig im nächsten Jahr"...wir wollen es hoffen:daumen:

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Ok..
    Jetzt mal so im Nachhinein betrachtet:


    Gab es im Dezember und Januar einen Anlass, der die Völker zur Brut angestiftet haben kann? Ich kann mich nicht daran erinnern!
    Wann wäre der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gewesen?


    Ich habe einige Tage vor Weihnachten mit OS beträufelt. Ein einzelnes Volk konnte ich erst in der letzten Januarwoche behandeln. Woran könnte ich denn bei diesem "vernachlässigten" Volk merken, dass es u.U. zu spät gewesen war?
    Leben tut es noch. Und in der Gemülldiagnose habe ich nicht viel Erfahrung. Doch aktuell brütet dieses Volk handtellergroße verdeckelte Brut auf mind. 3 Waben. Wenn ich milben zähle, wieviele Milben wären "ok"? bzw. "gesund"?


    Grüße,
    Beenie

    - BEENIE MAN

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beenie-man () aus folgendem Grund: Korrektur


  • ... in der Gemülldiagnose habe ich nicht viel Erfahrung.


    Hallo beenie-man


    Diese Erfahrung solltest Du Dir so schnell wie möglich aneignen, am besten durch Zusammenarbeit mit einem praktischen Imker, der sich damit auskennt.


    Befallskontrollen durch Gemülldiagnose gehören inzwischen zur guten imkerlichen Praxis und sind unbedingte Voraussetzung einer wirksamen Varroabehandlung. Welches der in der Varroafibel dargestellten Behandlungsmittel Du wählst, ist demgegenüber weniger wichtig. Wenn es nicht funktionirt hat, siehst Du es bei der anschließenden Kontrolle und kannst angemessen reagieren.


    Guckst Du hier:


    http://www.agrartechnikonline.de/online/102422/Varroa.pdf


    Auf Seite 6 heißt es:


    "Eine Überprüfung des Befallsgrades besonders im Spätsommer und im Spätherbst/Frühwinter ist für den Imker unerlässlich.


    Der Varroa-Befall sollte niemals die Schadensschwelle überschreiten.


    Außerdem ist die Kenntnis des Befallsgrades notwendig, um die Wirksamkeit einer Behandlung beurteilen zu können und um den unnötigen Einsatz von Bekämpfungsmitteln zu vermeiden.


    Für die Kontrolle des Befallsgrades eignen sich die Kontrolle des natürlichen Milbenfalls mit Hilfe von Bodeneinlagen oder das Auswaschen kleiner Bienenproben."


    Ich empfehle Dir, etwa Mitte Juni den Befallsgrad aller Deiner Völker zu ermitteln. Dann siehst Du, ob das zu spät behandelte Volk einen erhöhten Befall aufweist oder ob seine Sommerbehandlung noch warten kann.


    Mit freundlichen Grüßen
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