Beute komplett leer - Varroa?

  • Hallo,


    ich habe heute mal zu meinem Bienenstand geschaut. Dabei ist mir bei einem Volk aufgefallen, dass zwischen Mäusegitter und Beute etwas vermehr Totenfall lag. Nachdem sich überhaupt nichts gerührt hat und ich durchs Beobachtungsfenster nichts sehen konnte, hab ich mal vorsichtigig in die Beute geschaut.
    Leider war die Beute komplett leer :-(. Keine einizige Biene mehr zu sehn. Jetzt rätsle ich, was dafür verantwortlich sein kann. Denke mal am ehesten Varroa oder was meint ihr?
    Habe im Herbst insgesamt 4 AS Behandlungen gemacht und dachte ich habe eig gut vorgesorgt :roll:.


    Bei einem anderen Volk habe ich zusätzlich zum normalen Totenfall ein paar tote Jungbienen gesehn. Teilweise noch gar nicht fertig entwickelt. Wurden die ausgeräumt weils kalt geworden ist oder ist dies auch ein Anzeichen für erhöhten Varroabefall?


    Liebe Grüße,
    die Feuerwehrbiene

  • Es hat zum Herbst eine erschreckende Milbenvermehrung gegeben. Neben der 6-fachen
    Sommerbehandlung (nach der Honigraumschließung u. vor der Einfütterung) habe ich
    sofort eine Behandlung durchgeführt und werde auch 1x je nach Witterung bis ca. Mitte
    Jan. behandeln. Ein Volk habe ich auch verloren! Es war ein starker Vorschwarm, der sich
    sehr gut entwickelte und ordentlich Honig sammelte. Vermutlich hat es die Altkönigin nicht mehr geschafft. Es waren wenig tote Bienen u. ein ca. faustgroßes totes Brutnest
    übrig. Andere Imker haben jedoch schon größere Verluste.

  • Bitte helft mir doch mal. Wenn eine Somerbiene nicht viel älter als einen langen Monat wird, und ich Anfang August durch meine AS-Behandlung die junge Brut schädige und evtl. bei der Königin für eine gut zweiwöchige Brutpause hervorrufe, dann wird es doch schon ziemlich knapp. Die verbliebenen Sommerbienen sammeln noch, haben ihre Brutpflege schon lange eingestellt und die neue Brut schlüpft erst in drei Wochen. Wenn die sich nicht beeilen, dann ist doch nur noch die Königin da, um sie zu begrüßen. Rein mathematisch dürfte 4 Wochen nach der AS-Behandlung das Volk auf seinen Tiefpunkt sein. Und vielleicht fängt die Königin ja nicht wieder gleich mit ihrer Höchstleistung an. Mache ich jetzt mehrere AS-Behandlungen hintereinander, muss ich da nicht die Brutpflege selbst übernehmen?
    Viele Grüße Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Also ich meine eine Brutpause, ist ein ziemlich harter Eingriff, der im Winter funktioniert, weil die Winterbienen ohne Brutpflege und Sammelflüge länger leben. Aber im Verlauf des aktiven Jahres ist eine ordentliche Brutpause wegen der natürlichen Abläufe im Bienenkorb und der kurzen Lebenszeit der Bienen wohl ziemlich drastisch, wenn auch zur Varroabekämpfung angezeigt.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Feuerwehrbiene,


    kann ich dir nachfühlen wie es dir geht, habe auch das gleiche Problem. Bei der Nachschau viel mir aber auf, das da auf einer Wabe Weiselzellen angesetzt waren. Nehme an, das die Königin, die AS-Behandlung nicht überlebt hat (3 Mal). Dafür ist ein anderes Volk in einer Hinterbehandlungsbeute ungewöhnlich stark. Denke aber auch, die Varroa spielt da auch eine Rolle, wo die Kästen leer sind. Wie ich es schon mal geschrieben habe, das werden dieses Jahr nicht die einzigen leeren Kästen sein, es wird wahrscheinlich viele treffen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Da bin ich fast etwas froh, dass es nicht nur mir so geht auch wenns mir natürlich lieber wäre eure hätten nicht das gleiche Schicksal ereilt :-(.


    Ich würde ja gerne mit OS behandeln, aber bin mir fast sicher, dass sie noch Brut haben. Vor 2 Wochen war es hier noch so warm dass sie geflogen sind. Will jetz auch nicht alle aufmachen und schaun wo noch Brut da is :-(. Denke da würd ich sie nur noch mehr schädigen.


    Liebe Grüße

  • @ Wolfgang:
     
    Ich seh das ähnlich wie du. Eine natürliche Brutpause im Winter ebenso wie im Sommer (Wenn ein Schwarm abgegangen ist), ist sicher eine gute Sache was die Varroadezimierung betrifft.
     
    Mehrere (hier 4) Behandlungen dürften aber eine Brutpause zur denkbar ungünstigsten Zeit bewirken, eben wegen der Winterbienen.
     
    Außerdem sind die Schäden, die die AS bei den Bienen hervorruft immer noch nicht richtig erforscht. Ein Kollege in unserem Verrein vergleicht die AS Behandlung mit einer Chemotherapie beim Menschen.
     
    Man "heilt" die eine Krankheit und wird für 5 andere Anfällig. Wie hier schon oft gesagt:
    Ob wir uns mit immer mehr Behandlungen pro Jahr in die Richtige Richtung bewegen, ist fraglich.

  • Ihr liegt falsch mit der erzwungenen Brutpause im Sommer, und deren Schädlichkeit. Hier in Lux ist die Standard-Behandlung im Sommer mit Thymolprodukten. Und die stören das Volk definitif länger als 4 mal AS. Trotzdem hat die Behandlung durchschlagenden Erfolg. Auch von der AS Behandlung hab ich noch nie gehört, dass sie derart Brutschädigend wirke, dass keine Winterbienen erzeugt werden. Und AS ist hier schon sehr lange im Gebrauch.
    Was die diesjährige Ursache der Verluste ist, weiss ich zwar auch(noch) nicht, aber es scheint überall ähnlich abzulaufen(wie schon die zahlreichen stillen Umweiselungen dieses Jahr). Einige leere Kästen, sehr früh im Winter, und andere Völker extrem stark.

  • Ich behandle mit Apilive Var und das stört zwar länger, gibt aber keine Brutpause.
    Und wie ich unten schon sagte, weis man nicht, für was die Bienen durch die AS sonst noch anfällig werden, ist einfach noch nicht erforscht.