Eigenbau II: 12V-OS-Verdampfer

  • Die Idee mit dem OS-Verdampfer unter dem Gitterboden habe ich im Moment nicht weiterverfolgt, dafür aber einen Blick in meine Bastelkiste und den Weinkeller geworfen und bin auf folgende Dinge gestoßen:


    - 2 6V-Blei-Gel-Akkus (9,6Ah) aus alten Postbeständen
    - eine Halogenbirne 12/50W (Ersatz für meine Schreibtischlampe)
    - einige Metall-Schraubverschlüsse von 0,7l-Weinflaschen (seht ihr, man muss alles aufheben!)
    - Drähte, Klemmen etc. habe ich sowieso.


    Das mit der Halogenbirne war nicht meine Idee, aber dass man Flaschenverschlüsse als Verdampferschalen verwenden kann, darauf bin ich echt stolz :lol:.


    Werft einen Blick auf http://www.flickr.com/photos/3…3/sets/72157622808938791/,
    dann seht ihr was daraus geworden ist (die Bilder sind in Reihenfolge der Dateinamen zu verstehen).


    Eine 1g-Tablette (Apioxal) verdampft in 4,5 Minuten, mit 2g habe ich es noch nicht probiert. Mit einer 75W-Birne sollte es noch etwas schneller gehen.
    Der schwarze Rückstand in der Kapsel löst sich erst nach längerem Einweichen, also sollte man immer genügend frische Kapseln zur Hand haben.


    Für die praktische Anwendung braucht man natürlich noch einen Haltegriff (wer will auch eine Zeitschaltuhr, elektronische Temperaturanzeige, Warn-Blinkleuchte etc.).


    Dass die Leser dieses Forums die Sicherheitsrichtlinien betreffend Oxalsäure-Verdampfung kennen, davon gehe ich aus.


    Grüße,


    Gerhard

  • Die Idee ist gut.
    Über den braunen Rückstand würde ich bissel genauer nachdenken. Irgendwas reagiert da und es wird nicht nur Oxalsäure mit O² sein.
    Wie lange halten die Glühlampen? Bei denen baut sich doch eine enorme Hitze auf welche schlecht ab geleitet werden kann oder?
    Olli

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  • Hallo zusammen.

    Zitat

    Wie lange halten die Glühlampen? Bei denen baut sich doch eine enorme Hitze auf welche schlecht ab geleitet werden kann oder?

    ich denke, daß bei einer Anwendungsdauer von ca. 5 Min. kein wirklicher Schaden durch Überhitzung der Glühlampe ensteht. Bei diesen dünnwandigen Behältern ist m.E der Hitzestau auch schnell abgeleitet.
    -Schumi

  • Hallo Gerhard,


    die Idee mag ganz gut sein , aber ich würde von dieser Erfindung abraten. Die Verdampfung dauert zu lange und die Wärmezufuhr ist zugering. Die Behandlung eines Volkes mit einem Gerät das mit einem Propanbrenner betrieben wird, dauert reichlich 1 min.
    Da gibt es verschiedene Ausführungen von Verdampfern im Angebot.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Die Verdampfung dauert zu lange und die Wärmezufuhr ist zugering.


    Sagt wer? Daß die Temperatur offenbar zum Verdampfen reicht, hat er bewiesen und wird auch in Alfranseders Oxamaten erfolgreich umgesetzt. Wieso sollen 4,5 Minuten zu lange sein? Zu lange wofür?:confused:


    Die Behandlung eines Volkes mit einem Gerät das mit einem Propanbrenner betrieben wird, dauert reichlich 1 min.


    Ich bin kein Freund von den Gas-Lösungen. Die Verbrennung von Propangas erzeugt immer eine deutlich erhöhte Luftfeuchtigkeit (deswegen können Gasbrenner auf Baustellen z.B. auch nicht zur Trocknungsbeschleunigung von Putz und Estrich eingesetzt werden). Kristalline Oxalsäure plus Wasser ergibt echte, flüssige Oxalsäure. Und die hat bekanntlich einen gänzlich anderen Wirkmechanismus auf die Biene!

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Vielleicht hab ich dich auch falsch verstanden aber die Gasflamme kommt mit der Oxalsäuretablette gar nicht in Berührung. Es wird nur ein kleiner Behälter erhitzt, in dem die Tablette liegt. Mittels Ventilator wird eingeblasen.

  • ...klar. Aber im Umfeld der Gasflamme herrscht eine deutlich erhöhte Luftfeuchtigkeit. Und diese Feuchtigkeit kommt mit den Oxalsäurekristallen in Berührung...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • ...klar. Aber im Umfeld der Gasflamme herrscht eine deutlich erhöhte Luftfeuchtigkeit. Und diese Feuchtigkeit kommt mit den Oxalsäurekristallen in Berührung...


    Nö, meine Luftpumpe ist 2m weg von meiner Gasflamme und geht nur über Schlauch-Rohr-Weg in die Beute, während das Gas draußen brennt.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Die Idee ist gut.
    Über den braunen Rückstand würde ich bissel genauer nachdenken. Irgendwas reagiert da und es wird nicht nur Oxalsäure mit O² sein.
    Wie lange halten die Glühlampen? Bei denen baut sich doch eine enorme Hitze auf welche schlecht ab geleitet werden kann oder?
    Olli


    Der braune Rückstand stammt vermutlich vom Lack, der durch die heiße Oxalsäure aufgelöst wird. Interessanterweise hält der Lack an den anderen Stellen die Hitze ohneweiteres aus.


    Ich habe da noch eine andere Idee mit einem Mosfet-Transistor in TO3-Gehäuse in Arbeit (Elektroniker wissen was das ist). Steckt man ein 10mm-Stück von einem 22mm-Kupferrohr drauf, hat man eine schöne Verdampferschale mit Bodenheizung. Den Strom und damit die Heizleistung kann man ganz einfach einstellen, ich weiß nur nicht ob ich die erforderliche Leistung ohne Zerstörung des Transistors erreiche (200° max. Junction-Temperatur). Und weiß jemand, wie Kupfer mit der Oxalsäure regiert?


    Grüße,


    Gerhard

  • Moin moin Imkers!
    gwolf, mit meinen bescheiden Chemiekenntnissen würde ich sagen, dass Kupfer mit erhitzter OS reagiert. Kupferoxalat könnte das Endprodukt sein.
    Ob es für die Bienen oder den Honig schädlich ist kann ich nicht sagen.
    Mit dem MOSFET und 200°C hätte ich auch Bedenken.
     
    Gruß Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Hallo,
    ich meinte OS-verdampfer von Bienoxal, der ist aus Edelstahl.
    Wie schon erwähnt kommt die OS-tablette nicht, mit der Brennerflamme in Kontakt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Welche Temperaturen sollte man denn bei der Verdampfung haben.
    Und gibt es Anforderungen an den Temperaturanstieg, also ein Temperaturprofil?

  • Zitat, ich glaube aus der ADIZ:


    "Mellifera e.V. führte eine Reihe von Forschungsprojekten zur Oxalsäureverdampfung durch. Die Verfahren wurden in großen Feldversuchen geprüft. Dabei beteiligten sich Imker aus verschiedenen Ländern Europas mit etwa 1.400 Völkern.


    Wie funktioniert die Verdampfung der Oxalsäure?
    Kristalline Oxalsäure (Oxalsäure-Dihydrat) wird durch sehr starkes Erhitzen vom festen in einen gasförmigen Zustand gebracht. Sublimation erfolgt bei ca. 180° Celsius. Unter Sublimation versteht man den unmittelbaren Übergang eines Stoffes vom festen in den gasförmigen Zustand. Die Gase bilden mit der Stockluft ein sehr feines Aerosol, so dass man mit einer geringst möglichen Konzentration eine bestmögliche Wirkung erzielt. Dieses allerfeinste Oxalsäure-Aerosol ist für Bienen absolut verträglich und verteilt sich überall im Bienenvolk in Form von molekularen feinsten Staubpartikelchen, die sich auch im Haarkleid der Biene festsetzen. Wenn nun eine Varroamilbe über die Biene oder über Beutenteile im Inneren der Beuten kriecht, verätzt sie sich ihren Bewegungsapparat (Füße). Einige Tage später geht sie dann an den Folgen der Verätzung zugrunde."

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.