Zeigerpflanzen große Honigtracht

  • Hallo ihr Lieben,


    beim Übersetzen des Warrébuches hat sich mir eine Frage gestellt, bei der ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt. Warré setzt für einige Eingriffe den Beginn der großen Honigtracht als Termin. Als Zeigerpflanze schlägt er den Blühbeginn der Esparette vor.


    Nun ist die Esparette nicht gerade eine allgegenwärtige Pflanze. Gibt es für Euch (speziell für Deutschland) Pflanzen, die als phänologische Zeigerpflanzen für den Beginn der großen Honigtracht herhalten können?


    Danke und viele Grüße
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Eine Zeigerpflanze für den Trachtbeginn ist doch nur dann sinnvoll, wenn man die eigentliche Trachtpflanzen nicht direkt beobachten kann. In unserer Gegend ist doch aber der Trachtbeginn eigentlich unübersehbar, daher wundere ich mich ein wenig über den Nutzen einer solchen Zeigerpflanze.
    Meineserachtens beginnt die Esparsette mit dem Blühen in unseren Breiten auch später als die erste Tracht. Eigentlich fallen mir auch nur Trachtpflanzen ein, welche als Zeiger dienen könnten, was aber dann ja auch wieder redundant ist…

  • Radix
    Danke Hardy :p_flower01:


    Mistenes
    Was zwingt Dich denn zur Beantwortung einer Frage, deren Sinn Du nicht einsiehst? Mir geht es im Moment nur um eine theoretische Übertragung von dem was Warré 1945 in Frankreich schreibt, auf deutsche Verhältnisse im Jahr 2009. Ich würde mich ja glatt bei ihm beschweren, was er da geschrieben hat, nur leider isser schon tot. :lol:


    Trachtpflanzen kenne ich zur Genüge, danke :roll:. Aber vielleicht ist Dir der Begriff der phänologischen Zeigerpflanze auch einfach nicht ganz klar.


    Nix für ungut


    Liebe Grüße
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Hallo Mandy,
    zu Warrés Zeiten war die Esparsett sehr verbreitet, da sie sehr viel als Futterpflanze für Pferde verwendet wurde und zu Warrés Zeit auch noch Pferde vielfach den logistischen Alltag bestimmten.
    In unserer heutigen Zeit denke ich wird es keine solch "generelle" Anzeigerpflanze für "... den Begin der grossen Honigtracht..." mehr geben, da durch eine völlig falsche Landbewirtschaftung heute alles aus dem Gleichgewicht ist.
    Je nach Region wirst eben unterschiedliche Pflanzen haben und es selber durch Beobachten erkennen müssen wann bei Dir die meiste Tracht ist.
    Sicher nicht ganz einfach wenn Frau keine fliegende Honigbiene ist.
    Hab es diese Jahr hier bei uns am Schwarzwaldrand so erlebt, da sind noch viele Wildhecken und naturbelassenen Hochweiden, Hutweiden, Wiesen etc. mit Pflanzen die früher normal waren, heute eher selten.
    Vielleicht weis hier jemand ja doch noch mehr.
     
    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Hi Mandy,
    eben weil mir der Begriff Zeigerpflanze etwas sagt, habe ich mich an dieser Stelle über die Verwendung einer solchen gewundert.
    Stickstoffzeiger, Feuchtezeiger etc.… sind doch Pflanzen, die anzeigen, was sonst nur duch anderweitige Untersuchung erkennbar wäre. Diese indirekte Beziehung zwischen Zeigerpflanze und "Gezeigtem" ist mir einfach bei einem "Trachtzeiger" nicht ganz klar…
    Als Botaniker bin ich einfach nur an diesem Zusammenhang interessiert, vielleicht kannst Du ja diesen mal näher erläutern.


    Gruß

  • Danke Markus, für die Hintergrundinfo zur Esparette :)


    @ Mistenes,
    im Grunde ist mein Interesse weniger persönlich.


    Ich übersetze gerade das orginale Warrébuch und denke teilweise über Anmerkungen nach, wo man Dinge, die er geschrieben hat, nicht einfach auf unsere heutigen Verhältnisse übertragen kann. Ein solcher immer wiederkehrender Fakt ist eben der "Beginn, der großen Honigtracht" als einer der wichtigsten Zeitpunkte in seiner Betriebsweise und eben der Blühbeginn der Esparette als Zeigerpflanze dafür. Schwer zu erklären aber im Textzusammenhang erschließt sich der Sinn schon. Hauptsächlich geht es dabei um die Bestimmung des optimalen Zeitpunkts für die Fluglingsbildung bzw. das Ankaufen von Völkern.


    Ich arbeite selbst viel mit phänologischen Zeigerpflanzen, wenn ich "auf Pirsch" gehe - eine sehr hilfreiche Methode und in Warrés Kontext für mich auch vollkommen nachvollziehbar.


    Liebe Grüße
    Mandy


    PS: Im Grunde finde ich aber Hardys Antwort "Apfelblüte" völlig befriedigend ;)

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Hallo, für mich ist der Blühbeginn des Rapses und des Apfels der Beginn der Haupttracht, dann müssen die Völker einsatzbereit sein.
    Also Apfelblüte ist der perfekte Anzeiger, der großen Honigtracht.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Als Zeigerpflanze schlägt er den Blühbeginn der Esparette vor.


     
    Hallo Zusammen,hallo Mandy,
    den Begriff „Zeigerpflanzen“ im Zusammenhang mit dem „Beginn der großen Honigtracht“ kann man zweifach deuten:
     
    Die Esparsette war „DIE große Honigtracht“ in der Region in der Warré imkerte.
    Oder.
    Die Esparsette ist der phänologische Anzeiger für eine „große Tracht“ die in der Regel mit deren Blühbeginn einsetzte, z.B. eine Waldtracht wie Fichtentracht (Lekanie) oder eine Rindenlaustracht.
     
    Ich kenne solche Aussagen aus meiner eigenen Anfängerzeit von meinen imkerlichen „Altvordern“. Da wurde und wird z.B. die Holunderblüte in unsere Region in den zeitlichen Zusammenhang gebracht mit der Lekanientracht, wenn denn Lekanien vorhanden sind.
    Oder, mal keine Trachtaussage, vor der Stachelbeerblüte wird keine Volkserweiterung mit Mittelwänden gemacht.
     
    Eine Frage zum weiteren Verständnis von Warré und seiner Betriebsweise ist, wo hat Abbé Warré eigentlich seine imkerlichen Tätigkeiten ausgeübt? Diese Frage hatte ich schon einmal im Forum gestellt und sie blieb leider ohne Antwort. Auch im WWW habe bisher nichts darüber gefunden, ausgenommen das Todesjahr.
    Betriebsweisenbeschreibungen der „alten Meister“ sollten so meine ich, immer im Bezug zu der Region betrachtet werden in der sie entstanden ist. Das gilt für Warré genau so wie für Bruder Adam oder Karl Pfefferle.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Zusammen,hallo Mandy,
    den Begriff „Zeigerpflanzen“ im Zusammenhang mit dem „Beginn der großen Honigtracht“ kann man zweifach deuten:
     
    Die Esparsette war „DIE große Honigtracht“ in der Region in der Warré imkerte.
    Oder.
    Die Esparsette ist der phänologische Anzeiger für eine „große Tracht“ die in der Regel mit deren Blühbeginn einsetzte, z.B. eine Waldtracht wie Fichtentracht (Lekanie) oder eine Rindenlaustracht.


     
    Er meint es im zweiten Sinne. Der Blühbeginn der Esparsette bezeichnet für ihn den Beginn für *die* reiche Honigtracht. Esparsettenhonig selbst lehnt er ab, in dem Tenor, dass die Pflanze nur als Viehfutter taugt, der Honig aber keinen besonderen gesundheitlichen Wert hat (was ihm sehr wichtig war).
     

    Eine Frage zum weiteren Verständnis von Warré und seiner Betriebsweise ist, wo hat Abbé Warré eigentlich seine imkerlichen Tätigkeiten ausgeübt? Diese Frage hatte ich schon einmal im Forum gestellt und sie blieb leider ohne Antwort. Auch im WWW habe bisher nichts darüber gefunden, ausgenommen das Todesjahr.
    Betriebsweisenbeschreibungen der „alten Meister“ sollten so meine ich, immer im Bezug zu der Region betrachtet werden in der sie entstanden ist. Das gilt für Warré genau so wie für Bruder Adam oder Karl Pfefferle.
    Gruß Eisvogel


    Warré schreibt, er lebe in "Saint-Symphorien" (Zitat:...einem Gebiet mit wenig Tracht). Ich habe noch nicht recherchiert, wo das genau liegt, aber vielleicht kennt es ja jemand.


    Meist bezieht er sich in seinen Erläuterungen aber auf die Gegend um Paris, vielleicht weil das Klima dort einen guten Durchschnitt zum Klima in ganz Frankreich darstellt? Er schien auf jeden Fall versucht zu haben eine "gesamt-französiche" Betriebsweise zu etablieren, daher wahrscheinlich die Abweichung.


    Gruß
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Hallo Mandy,

    Warré schreibt, er lebe in "Saint-Symphorien" (Zitat:...einem Gebiet mit wenig Tracht). Ich habe noch nicht recherchiert, wo das genau liegt, aber vielleicht kennt es ja jemand.

    siehe Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Saint-Symphorien
    Es gibt 22 Gemeinden in F, die so heißen (mit und ohne Namens-Zusatz) und 4 Kantone in den Departements Gironde, Loire und Rhône.


    Gruß Ralf

    Hohenheimer Einfachbeute, Zander - Aufstellort: Streuobstwiese - ca. 450 m ü. NN

  • Hallo Ralf


    Eisvogel hat es rausgekriegt; es war Saint Symphorien dans l’Indre et Loire. Tausend Dank Norbert :p_flower01:


    Es liegt etwa 200 km südwestlich von Paris.


    Hinten im Buch bin ich sogar noch auf seine genaue Adresse gestoßen :wink::


    Abbé Warré
    Rue de Pavillon
    Saint Symphorien (Indre-et-Loire)
    France



    Liebe Grüße
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Hallo Mandy,
    hab ich das richtig interpretiert, Du bist an einer vernünftigen Übersetzung von Warrés Buch ins Deutsche ?!
    Das wäre klasse, hab nur die maschinenüberstzte Version, da mein Französisch leider nicht ausreicht um alles zu verstehen. Allerdings ist diese Version auch sehr bescheiden zu verstehen.
    Ist interessant hier jetzt zu erfahren, wo genau in Frankreich Warré gelebt hat.
    Tja bei vielen Interessierten zu dieser Art der Bienenhaltung findet man immer mehr Infos heraus.
     
    Wie lange hast Du Deine beiden Völker schon in der Warré-Beute ?!
    Und von Anfang an ?!
    Wie machst Du Deinen Honig, Schleudern mittels Gewebebeuteln oder machst Du Presshonig ?!
     
    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)