Verstoffwechselung von Neonicotinoiden = aufgeblähte Bienen

  • Hallo miteinander,



    im polnischen Imkerforum wird ebenfalls über Neonicotinoide diskutiert und dort sind die Imker auf einen interessanten Aspekt gestoßen.


    Im Zusammenhang mit Vergiftungen durch Neonicotinoide wird unter anderem das Symptom eines auffällig vergrößerten Hinterleibes der vergifteten Bienen beschrieben. Dies konnte auch in Polen so beobachtet werden.


    In diesem Dokument über das Verhalten von Imidacloprid in der Umwelt steht die chemische Formel für Imidacloprid:


    http://www.cdpr.ca.gov/docs/em…tememo/Imidclprdfate2.pdf


    Die Formel lautet: C9H10ClN5O2


    C für Kohlenstoff
    H für Wasserstoff
    Cl für Chlor
    N für Stickstoff
    O für Sauerstoff


    Die vier letztgenannten sind Gase.


    In diesem Dokument wird beschrieben, wie Imidacloprid metabolisiert:


    http://www.cdpr.ca.gov/docs/em…tememo/Imidclprdfate2.pdf


    Auf Seite 16 findet ihr eine Art Landkarte, wie Imidacloprid sich abbaut (Figur 3: Soil Degradation Fate Map).


    Achtet mal auf das Endprodukt des Abbaus: Es handelt sich um CO2!


    Imidacloprid ---> Metabolisierung ---> CO2 + H ...+CL + N


    Alle Moleküle/Atome von Imidacloprid werden gasförmig während des Abbaus!


    Vom Beispiel Wasser ist bekannt, dass es im gasförmigen Zustand sich sehr stark ausdehnt. Aus 1 Liter Wasser (2H2 + O2 = 2H2O) werden 1,673 Kubikmeter Wasserdampf (H und O).



    Die Hypothese besteht darin, dass über die Verdauung und Verstoffwechselung von Imidacloprid innerhalb der Bienen, die Vergrößerung des Volumens des Bienenhinterleibs erfolgt. Die Bienen werden sozusagen aufgegast und unter Druck gesetzt.


    Hier wird beschrieben, dass sich Imidacloprid relativ schnell in den Bienen abbaut:


    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15025241?ordinalpos=2&itol=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum


    Zitat:

    Zitat

    (...)Imidacloprid was metabolised relatively quickly and thoroughly. Twenty minutes after the beginning of imidacloprid ingestion, the sum of the residues from the three compounds amounted to only 70% of the actual given dose (....)



    (...) Six and 24 h, respectively, after ingestion of imidacloprid at 20 and 50 microg kg(-1) bee, imidacloprid could no longer be detected in the honeybee.(...)



    Ein besonders interessanter Hinweis, wie ich finde, der unter Umständen erklärt, weswegen die Bienen beim Colony Collapse Disorder (CCD, Bienensterben) abfliegen.


    Auch interessant ist der spurlose Wirkmechanismus, der sich später bei Laboruntersuchungen nicht durch Rückstandanalysen beweisen lässt.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Kurze Frage an die Wissenschaftler oder Chemiker an Board:


    Ab dem ersten Pikogramm sollten aus Imidacloprid Gase entstehen? Die Frage ist, in welchen Verhältnis es sich ausdehnt?


    Interessanterweise sind zwei Abbauprodukte von Imidacloprid Säuren:


    6-hydroxynicotinic acid
    6-chloronicotinic acid


    Wie wirken diese Säuren auf Bienenbrot, auf Honig und im Verdauungstrakt der Bienen?


    Bernhard

  • Ein hoher CO2-Spiegel im Bienenstock durch ausgasende Neonicotinoide erzeugt ein für Nosema günstiges Klima.


    Bernhard

  • Ein hoher CO2-Spiegel im Bienenstock........ erzeugt ein für Nosema günstiges Klima.


    Bernhard


     
    Hallo Bernhard,
    hast Du für diese Ansage ein Quelle?
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Das habe ich aus der folgenden Studie abgeleitet:



    Influence of carbon dioxide on Nosema apis infection of honeybees (Apis mellifera)


    aDepartment of Pomology and Apiculture, Agricultural University, Al. 29 Listopada 52, 31-425 Krakow, Poland
    Received 5 May 2006;
    accepted 6 February 2007.


    Journal of Invertebrate Pathology
    Volume 95, Issue 2, June 2007, Pages 84-86


    Abstract


    Young workers of the honeybee Apis mellifera carnica were individually inoculated with Nosema apis spores subjected to carbon dioxide (CO2) treatment. The spores were kept in a CO2 atmosphere for 30, 35 and 40 h. The course of the infection was evaluated on the basis of the survival rate of bee workers and the number of N. apis spores in their digestive tracts. CO2 treatment of N. apis spores resulted in faster proliferation of the parasite as well as higher mortality among workers infected with spores kept in CO2 for 30 and 35 h.


    Keywords: Nosema apis; Nosema disease; Honey bee; Apis mellifera; Carbon dioxide