ist pollen im winter lebensnotwendig?

  • hallo,


    also das pollen benötigt wird, um futtersaft für brut zu produzieren weiß ich ;)


    aber kann die wintertraube ohne pollen den winter überleben? oder reicht das eingelagerte futter (zucker, etc.)


    vielen dank!

  • hi,


    ja genau. das stellte ich ja schon fest *g*



    also würde das volk ja nicht "sterben". sie könnten bei pollenknappheit bis februar warten ;) oder?


    lg und danke für deine antwort

  • Nein, können sie nicht.
    Ab Wiederbrutbeginn nach der Wintersonnenwende wird dringend Pollen gebraucht - die Bienen haben KEINE andere Eiweißquelle.
    Und ohne Eiweiß kein Aufbau neuer Organismen.
    Sprich, wenn Ende vom Pollen ist, endet auch die Brutaufzucht, egal wie lange es noch bis zur Tracht dauert, und damit ist unter Umständen auch das Ende des ganzen Volks angesagt.
    Alle Bienen ab Wiederbrutbeginn sind bereits kurzlebige Sommerbienen, und die haben nicht die gemästeten Fett-Eiweiß-Körper der Winterbienen als Reserven.
    Wenn wegen "zu früh für alles" kein Frischpollen reinkommt, und aber wegen der Tageslänge und Temperaturen zunehmend gebrütet wird, gibt es irgendwann zu dem zunehmenden Pollenmangel ein Mißverhältnis zwischen Winterbienen und Sommerbienen, und dann sterben die Winterbienen schneller, als neue Bienen nachwachsen können. Das führt dazu, daß nicht genug Bienen vorhanden sind, um in den noch sehr kalten Nächten die Brut warmzuhalten, und gelegentlich auch dazu, sie nicht mal mehr richtig ernähren zu können.
    3 Wochen Entwicklungszeit können entsetzlich lang sein, wenn täglich schon viele Winterbienen sterben, und keine neue Brut mehr gepflegt wird, weil kein Pollen mehr da ist.:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Da tauchen diese Fragen auf:
    Kann und sollte man Pollen zufüttern?
    Wie erkenne ich Pollenmangel, ohne Waben zu ziehen?
    Gibt es Pollen- bzw. Eiweiß-Ersatzstoffe zum Zufüttern?


    Holbee

  • Wenn bei der letzten Herbstdurchsicht mindestens eine Pollenwabe vorhanden ist oder mehrere Pollenkränze,dürfte das genügen. Es sollte aber auch ein dementsprechendes Pollenangebot in der Umgebung vorhanden sein. Das sollte man ständig verbessern, jeder kennt ja seine Umgebung am besten. Die Bienen sollten aber auch noch, bis in den Spätherbst mit Pollen heimkeren.
    Pollenersatzmittel sind immer eine Notlösung, deshalb bin ich nicht dafür, aber besser als kein Pollen.
    Ich habe immer ein paar Pollenwaben auf Reserve.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo alle,
    na bei den derzeitigen Temperaturen ist es ja nur eine Frage des Vorhandensein von Pollen in der Natur oder ?!
    Meine haben heute bei gerade mal 13 Grad wieder Pollen eingetragen wie verrückt. Bei einem Volk war jede 2te mit grossen hellgelben Pollenhöschen bestückt.
    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Hallo Reinhard,
    ja das ist schon aussergewöhnlich dieses Jahr.
    Am Wochenende habe ich hier im Tal am Bach Mädesüss blühen sehen.
    Dacht ich trau meinen Augen nicht.
    Ebenso blüht vielfach noch etwas Efeu von dem es hier an den Waldrändern und diversen Heckenrainen viel gibt.
    Astern, Mauerglockenblumen und Begonien hab ich in 2 Bauern-Gärten noch gesehen.
    Was allerdings die pinkfarbenen Pollen anbetrifft, kann ich mir nur vorstellen, dass da noch Reste von Springkraut wo sind ?!?!
     
    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Hallo.


    So (ähnlich) wie es Sabi(e)ne beschreibt würde ich es in jedem Lehrbuch erwarten. Mit Verwunderung habe ich aber vor längerer Zeit bei ( ich glaube es war ) Ludwig August gelesen, dass das Bienenbrot für die Futtersaftgewinnung wertlos ist. Es sind auch schon irgendwo Überlebensversuche mit nur Honig gemacht worden.
    Auch die sogenannten Pollenbretter ( die ich, besonders versteckt unter einer verdeckelten Honigschicht , kenne ) passen nicht zu dem was man so liest. Diesmal ist es sicher Seeley, der schreibt das sich die Bienen beim Pollen nur einen bescheidenen Vorrat anlegen.
    Und zuletzt noch eine Frage die ich mir bei einem Kleinvolk das den letzten Winter nicht überlebt hat stelle; gibt es auch eine stille Räuberei bei Pollen ?

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Nein, a) gibt es auch beim Pollensammeln kein Limit, also nix mit "bescheidenem Vorrat", ich hab schon Völker gehabt, die das ganze auslaufende Brutnest mit Pollen zugeballert haben, also nix mit "leeren Zellen zum Draufsitzen"; und b) nein, stille Räuberei auf Pollen bei Bienen untereinander hab ich noch nicht gesehen.
    Ein totes Volk ohne eine Spur von Pollen hat zu früh zu viel gebrütet und ist an dem Mißverhältnis Winter- zu Sommerbienen verstorben.
    Genau mein Problem dieses Frühjahr bei allen Völkern ohne Pollenersatzbeifütterung.:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ein Bienenvolk überlebt auch ohne nennenswerte Pollenvorräte. Deshalb futtern sich ja Winterbienen, ein Fett-Eiweiß - Polster an. Schon im zeitigen Frühjahr blüht so einiges, Hasel, Schneeglöckchen usw. frischer Pollen ziehen unsere Bienen sowie so vor. Es gab mal eine Studie, inwieweit vorjähriger Pollen vom Volk überhaupt genutzt wird - es war sehr minimal. Die Natur sorgt schon für unsere Bienen.


    Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!