Letzte Chance für ASbehandlung?

  • Bei uns im Süden ist es nochmal richtig warm für diese Jahreszeit geworden. (18 Grad im Schatten) Und das soll noch ne Zeit lang so bleiben. Die Bienchen fliegen wieder und die Wintertraube ist tagsüber aufgelöst. Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob man bei den Problemvölkern ( natürlicher Milbenfall deutlich mehr wie 5/Tag) nochmal mit der Ameisensäure behandeln soll? Das wäre dann die 5. in diesem Jahr!!! Oder ist es eurer Meinung nach sinnvoller gleich mit Oxalsäure zu behandeln und es dann für dieses Jahr gut sein lassen? Vielleicht auch beides wenn nötig?
    Gruss Tom

    Lobbyisten raus aus Bieneninstituten

  • Hallo Polli,


    Wie machst Du die AS- Behandlung?
    Die Wahl zwischen AS und OX dürfte ja auch zum wesentlichen durch die Brutfreiheit bestimmt sein. Sind das Deine Völker? Bin gespannt, was die anderen sagen.
    Ich persönlich würde jetzt nicht unbedingt die Folie lüpfen, Tagtemperaturen hin oder her.


    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Hagen,
    das sehe ich genauso wie du mit der Folie lüpfen. Deshalb kann ich auch nicht meine Hand ins Feuer legen das alle Problembären äh Problemvölker brutfrei sind. Pollen tragen sie jedenfalls nicht ein (es wäre aber noch einer da) Bin auch gespannt was mir die "alten Hasen" raten.
    Gruss Tom

    Lobbyisten raus aus Bieneninstituten

  • Hallo Polli und all,


    ich habe jahrelang keine Varroen gezählt. Auf Wunsch eines Foranten zähle ich sie gerade. Ich habe einen natürlichen Fall von 2 - 6 Milben und sie leben trotzdem. Ich denke die Bienen halten mehr Milben aus, als wir uns das einbilden.


    Übrigens, wohin soll den der Wahnsinn mit den Behandlungen gehen. Wenn wir innerhalb von 12-15 Jahren inzwischen bei 5 Behandlungen angekommen sind? Die Zeit, in der sich die Zahl der Behandlungen verdoppelt wird immer kürzer! Wollt ihr dann nächstes Jahr 10x Behandeln, oder 120% Ameisensäure oder Ameisesäure mit Oxalsäure kombiniert oder vielleicht mal eine andere Säure versuchen? Behandlung ist eine Sackgasse und die Mauer ist in Sicht.


    Gruß
    Werner

  • Behandlung ist eine Sackgasse und die Mauer ist in Sicht.


     
    Hallo Werner,
     
    dein Nichtbehandeln in allen Ehren aber einen Neuling das zu Raten ist Quatsch.
    Ein Anfänger hat in der Regel ein paar wenige Völker. Verlustquoten der Nichtbehandler können wir uns einfach nicht leisten. Dann sind nämlich alle Völker weg. Und der Neuimker gibt auf...!
    Wenn Profis sich mit dem Thema Nichtbehandeln beschäftigen mag das ok sein, aber die haben auch alles andere im Griff und viele Völker...
     
    Polli : ich würde keine AS nehmen, fürs OX träufeln ist es zu früh wenn noch Brut da ist, Ox Verdampfen geht laut Forumsprofis gut und auch jetzt...
     
    Lg
     
    Piper

  • Hallo,

    Zitat

    dein Nichtbehandeln in allen Ehren aber einen Neuling das zu Raten ist Quatsch.

    Warum? Ich lese hier in anderen Themen, daß der Landwirt PSM aufträgt, weil er es in seiner Ausbildung nicht besser gelernt hat, bzw. er es u.a. nicht besser weis.:evil: Warum soll sich der Neuling eine Betriebsweise aneignen, in der die Behandlung mit Säuren zum Standart gehört oder sogar zur Vorsorge angewandt wird. Gibt es denn keine Möglichkeit einem Imkerneuling eine Betriebsweise ohne Behandlung ( oder zumindest auf das allernötigste Maß ) zu erklären? Ich als Anfänger habe arge Schwierigkeiten die bruchstückhaften Methoden der Nichtbehandler herauszufiltern. Zumal auch die verschiedenen Betriebsweisen einen Anfänger verwirren.:confused:
    Ich würde mich über Nichtbehandlungspraktiken für Anfänger sehr freuen.:cool:
    Soweit ich richtig Informiert bin, hat Werner doch seinen Weg gefunden.:daumen:
    -Schumi

  • Hallo Werner,
    da hast du schon recht das dieses Jahr viel, evtl zu viel, Säure in die Völker geschüttet wurde. Die Entwicklung gefällt mir gar nicht. Letztes Jahr bin ich mit 3 AS Behandlungen und einer Ox Behandlung gut hingekommen, aber dieses Jahr...? Ich habe leider das selbe Problem wie viele: Die Milben sind im Sommer und Herbst nicht gefallen und jetzt muss ich mit ansehen das bedrohlich viele im Volk sind. Bei einem Volk 10/Tag in der Windel. Und wie Piper richtig erkannt hat tut mir als Kleinimker richtig weh wenn 2 Völker dahinngerafft werden. Das sind bei mir gleich 50%! Aber noch schlimmer ist wenn ich nicht von mir sagen kann dass ich nicht alles versucht habe. Also wenn du mir rätst bei 10 Milben pro Tag ist Hopfen und Malz noch nicht verloren und ich kann bis Dezember warten um evtl eine Oxalsäure zu machen, dann mach ich es auch so. Ich hab diesbezüglich einfach zu wenig Erfahrung um die Lage einzuschätzen.


    Gruss Tom

    Lobbyisten raus aus Bieneninstituten

  • Hallo,
    ...... Warum soll sich der Neuling eine Betriebsweise aneignen, in der die Behandlung mit Säuren zum Standart gehört oder sogar zur Vorsorge angewandt wird. Gibt es denn keine Möglichkeit einem Imkerneuling eine Betriebsweise ohne Behandlung (oder zumindest auf das allernötigste Maß) zu erklären? ..............
    Soweit ich richtig Informiert bin, hat Werner doch seinen Weg gefunden.:daumen:
    -Schumi


     
    Wenns nur erklärt werden müsste, hätten es alle bereits, Bienen halten laut DIN 47/11 Blatt 2 behandlungsfrei.
     
    Kann man als Anfänger Auslese machen? Wie Werner? Dort fängt es schon an.
    Von wieviel Völkern waren nach 4 Jahren noch 23 auf dieser Insel Gotland übrig? 150 Startvölker? (Dort hat man nüscht gemacht, ausser einwintern)
     
    Gibt es überhaupt jetzt noch ein Volk auf Gotland? Ich habe die jüngsten Zahlen mal aus 2003 gehabt.
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • In Gotland hatte man Völker, die waren nacher Varroatolerant. In Primorsky hat man sie. In Frankreich hat man sie in Klotzbeuten. Hier gibt es sie als wilde Völker. Varroaresistenz ist überall!! Nur sehen wollen wir es nicht!
     
    Es gibt seit Jahren Konzepte zur Rückstandsfreien Varroabekämpfung. Aber in fast keinem Land ist sie Pflicht. Das ist die erste Stufe der Varroabekämpfung. Aber selbst die wird nicht durchgesetzt. Weil es einfacher ist, mit den Chemisch-Synthetischen Mitteln.
     
    Stelle man sich nun vor, es gäbe eine varroaresistente Züchtung. Das wäre natürlich keine reine C, oder M. Natürlich würden nur einige weinge diese Biene einsetzen. Das wäre dann die 2. Stufe.
     
    Die 3. Stufe existiert bereits(siehe oben). Aber die will nun fast niemand. Warum? Weil sie viel weniger Honigertrag bringt, man muss mit den Bienen "leben" d.h. sie schwärmen lassen, nicht alle Woche einmal reingucken und vieles Andere, was von heutigen Betriebsweisen und Beutenformen abweicht.

  • Hallo Polli,
    auch wenn ich mich keinesfalls zu den alten bzw. erfahrenen Hasen zähle, möchte ich dir antworten.
    In den meisten Landesteilen werden wohl deine beschriebenen 18°C nicht erreicht. Wenn doch, dann stellt sich die Frage, für wie lange diese 18 °C gehalten werden. Dieses Wetter, bei zum Teil auch noch höheren Luftfeuchtewerten, wären im August die denkbar ungünstigsten Witterungsverhältnisse für eine AS-Behandlung. Wir Menschen sind halt im November in Punkto Wetterempfindungen schon mit sehr wenig zu begeistern.
    Also, ich finde die jetzige Witterung, trotz der milden Temperaturen, für eine Behandlung mit 60% AS für zu ungünstig.
    Außerdem sollte die Zeit, wo jeder Tag wegen der Schaffung der Winterbienen zählt, jetzt vorbei sein. Vermutlich sitzen jetzt die meisten Milben auf den Bienen. Da diese nun schon angekabbert sind, sollten 2 oder 3 Wochen länger abwarten (auf die OS-Behandlung) kein Problem sein.


    Im übrigen ziehe ich den Hut vor Werner und finde es toll wenn er uns weiter über seine Erfahrungen berichtet. Trotzdem würde auch ich momentan keinem Neuimker eine Nichtbehandlung empfehlen, außer er verfügt über einen erfolgreichen Nichtbehandlungspaten. Gerade bei Anfängern könnte ein oder mehrmaliger Totalverlust gravierende Folgen haben. Wenn über einige Jahre volle Honigtöpfe, gut ausgewinterte Völker und ein zu hoher Völkerbestand auf der Habenseite stehen, dann kommen diese Überlegungen bei vielen von ganz alleine. Dann aber sind solche Vorreiter wie Werner gaaanz wichtig.:daumen:
    Gruß Peter

  • Hallo Zusammen,

    Tom schrieb:

    Also wenn du mir rätst bei 10 Milben pro Tag ist Hopfen und Malz noch nicht verloren und ich kann bis Dezember warten um evtl eine Oxalsäure zu machen, dann mach ich es auch so.

    Genau so und nicht anders! Was jetzt noch lebt, lebt auch zur Winterbehandlung noch. und wenn doch nicht, dann hättest Du auch mit AS nichts mehr retten können.
    Der letztmögliche Tag für AS ist schon lange vorbei.
     

    Tom schrieb:

    Aber noch schlimmer ist wenn ich nicht von mir sagen kann dass ich nicht alles versucht habe.

    Und noch viel, viel schlimmer ist es, wenn Du nicht sagen kannst, dass Du nicht alles Schädigende gelassen hast! :)
    Eines der Grundbedürfnis des Biens ist: Ruhe vor dem Imker.
    Das gilt ganzjährig und besonders während der Überwinterung. Und es gilt umso mehr, wenn die Ruhe sowieso schon durch stressige Behandlungen unterbrochen werden muss.
     

    Schumi schrieb:

    Ich als Anfänger habe arge Schwierigkeiten die bruchstückhaften Methoden der Nichtbehandler herauszufiltern. Zumal auch die verschiedenen Betriebsweisen einen Anfänger verwirren.

    Mein Tipp: Lass es! Du kannst suchen , bis Du schwarz wirst. Es gibt nix zu finden. Niemand verschweigt hier einen goldenen Kniff.
    Lerne Dein Handwerk als Imker, lerne auch mit Behandlung umzugehen, und überlege nach drei Wintern noch einmal, ob Du's riskieren kannst und willst.
    Dann stehst Du auf sicheren Füßen.
    Machst Du's anders (...natürlich machst Du's anders! :) ), ist die Gefahr einfach zu groß, dass Du im ersten oder zweiten Jahr die Schnauze von der Imkerei gestrichen voll hast. Das wäre schade.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Lieber Rudi, lieber CZAR,
     
    vielen Dank für eure Antworten. Super erklärt und begründet :daumen:, damit kann ich als Neuling echt was anfangen. Hab schon befürchtet ich hätte eine neue Nichtbehandlungsdiskusion losgetreten.
     
    Gruss Tom
     
    Ps eine Frage hab ich noch: Verballern unsre Bienies gerade ihre Wintervorräte bei dem Wetter oder tragen sie vielleicht sogar noch was ein?

    Lobbyisten raus aus Bieneninstituten


  •  
    Ps eine Frage hab ich noch: Verballern unsre Bienies gerade ihre Wintervorräte bei dem Wetter oder tragen sie vielleicht sogar noch was ein?


    Meine tragen bestimmt etwas ein, denn sie haben sich aufs räubern spezialisiert.:wink:
    Im Ernst, das ist jetzt in der Regel alles eher unbedeutend, egal wie rum du das sehen möchtest. Solltest du bei anhaltend sehr milden Temperaturen ein Phacelia- oder Senffeld in Vollblüte vor der Nase haben, dann kann auch noch was rein kommen. Für die Fettreserven der Winterbienen ist das nicht so toll.
    Peter

  • Hallo,

    Zitat

    Wenns nur erklärt werden müsste, hätten es alle bereits, Bienen halten laut DIN 47/11 Blatt 2 behandlungsfrei


    Das es so nicht funzt ist mir schon klar.Sonst hätte ich DIN 47/11 Blatt 2 schon längst vervielfältigt und gewinnbringend veräussert ( war en scherz).

    Zitat


    Kann man als Anfänger Auslese machen? Wie Werner?


    Weis ich nicht, ist ja Bestandteil meiner Frage.

    Zitat

    Mein Tipp: Lass es! Du kannst suchen , bis Du schwarz wirst. Es gibt nix zu finden.


    Den Rat von Rudi werde ich wohl befolgen. Obwohl es mir wiederstrebt meine zukünftigen Völker mit Säuren etc. anzufixen um sie hinterher wieder auf Entzug zu setzen.:wink:
    -Schumi