Unkrautvernichtungsmittel auf Stoppel?

  • Mit Deiner Aktion stellst Du alle Landwirte in deiner
    Umgebung unter Generalverdacht. Ich glaube nicht,
    dass das eine gute Grundlage für ein friedliches Miteinander ist.


    Danke für deinen Beitrag. Aus dem Grund hatte ich meine Idee ja zur Diskussion gestellt.
    Noch mehr Dank bekommst du, wenn du erzählst wie man es besser machen kann. Aber bitte nicht aus der Sicht eines Imkers, der bis jetzt noch keinen Schaden durch PSM erlitten hatte bzw. sich dessen nicht bewusst ist.
    Es ist ja nicht so, dass ich bisher noch nichts unternommen hätte.
    Angefangen habe ich mit persönlichen Gesprächen bei Landwirten mit Gratishonig als Symbol einer guten Geste. Weiter ging es mit Angeboten ihnen an Feldrainen auf meine Kosten Büsche oder Bäume zu pflanzen auch habe ich angeboten Saatgut für Zwischenfrüchte zu finanzieren. Am Standort mit größeren Weideflächen schlug ich eine Umrandung mit Bäumen vor, welche ich auch selbst gepflanzt hätte. Auch mit Bäumen kleineren Wuchses war da nichts zu machen. Es waren bei diesen Gesprächen nicht nur Kleinstbauern, sondern auch eine riesige Agrargenossenschaft. Auf meine Frage, was wir ändern könnten um Spritzschäden zu vermeiden, wussten sie keine Antwort. Sie machen schon alles so wie vorgeschrieben. Als ich dieses Frühjahr einen Spritzenfahrer darauf ansprach, was er spritzt und ob es Bienengefährlich sei, hatte er keine Ahnung. Wir suchten dann gemeinsam die Beipackzettel und ihm fiel dann noch ein, das sie dieses Mittel schon einige Jahre verwendeten.
    Auch an Gesprächen bzw. Protestaktionen bei Behörden in Berlin und Braunschweig habe ich mich beteiligt (besonders in Bezug auf Zulassungsverfahren) und ebenso Diskussionsbereitschaft bekundet. Leider wurden wir trotz abgeschlossener Planung (Anreise, Urlaub...) kurzfristig vom JKI wieder ausgeladen.
    Über die ersten Äußerungen des Pflanzenschutzamtes, als ich ihnen von Vergiftungen meiner Völker berichtete, habe ich mehrmals schon hier geschrieben.
    Die Disskussionen hier über Ursachen der sprunghaften Milbenvermehrung im Herbst oder Folgen von kontaminierten Pollen geben mir zu denken.


    Es wäre schön, wenn hier einige über bessere Ideen schreiben würden.
    Gruß Peter

  • :lol: MEIN VetAmt HAT so eine Karte - wo ist das Problem?:Biene:


    Das ist kein Problem, das ist eine Notwendigkeit (noch).
    Das Vet-Amt leitet auch deine Adresse an die Tierseuchenkasse
    weiter (ist gesetzlich geregelt).
    Aber es gibt die Daten nicht weiter an:
    -das Finanzamt
    -die GEZ
    -die Lebensmittelkontrolle
    -die LSV
    -das Eichamt
    -usw.


    Wurdest Du nicht dieses Jahr beim Vet-Amt
    "angeschissen"?
    Und, wie war da Deine Stimmungslage???

  • Wurdest Du nicht dieses Jahr beim Vet-Amt
    "angeschissen"?


    Dabei dürfte das Vorhandensein einer Karte keine Rolle gespielt haben!

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Schönen Nachmittag, liebe Leut,

    Deine Bemühungen in Ehren, lieber Peter!
    Dazu gehört Mut.

    Doch wie Du auch bemerkst, ist es ein Kampf gegen Windmühlen.

    Dabei bräuchten sie sich nur an die Gute fachlich Praxis.. vom Seehofer halten, dann wär schon die halbe Partie gewonnen.

    Man kann Ihnen (den Landwirten) nicht mal groß böse sein, sie lernens ja nicht anders. Nun ja, ganz so ist es auch nicht, mit dieser Aussage.
    Es ist ihnen schon ein bedeutender Zusammenhang des ganzen Naturgeschehens verloren gegangen und die Profitgier, bleibt immer noch die Maxime.

    Die nächste Generation muß hin zur Nachhaltigkeit, zur Extensivität,
    zu einer naturnahen, gemäßigten Landwirtschaft.

    PSM und GVO, erledigt sich dann selbst.

    Österreich und die Schweiz, sind uns leider schon weit voraus.

    Nur bei uns, herrscht Kleinmütigkeit, bei den Landwirten, wie bei den Imkeren.

    Umdenken wär angesagt!

    Da müssen alle dran arbeiten, auf dem Agrarsektor, sonst gehts Grabnbach!

    Gruß Simon

  • Grundvoraussetzung für einen fruchtbaren Dialog ist gegenseitiger Respekt. Und den vermisse ich klar bei solch pauschalen Verunglimpfungen:


    Es ist ihnen schon ein bedeutender Zusammenhang des ganzen Naturgeschehens verloren gegangen und die Profitgier, bleibt immer noch die Maxime.


    Wie bei den meisten von uns, geht es bei den meisten Landwirten heute nur noch darum, sicherzustellen, daß sie morgen etwas zu beißen haben. Sie werden gedrückt von Schuldenbergen für Gebäude und Maschinen und sind konfrontiert mit sinkenden Einkünften. - Gierig an Profit zu denken ist bei ihnen meist jenseits des realistisch Vorstellbaren! Also befreit Euch doch bitte erst einmal von Euren Feindbildern...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • ARebours:

    Zitat

    Sie werden gedrückt von Schuldenbergen für Gebäude und Maschinen


    Ähm - die wurden ihnen aber nicht aufgezwungen, sondern das waren freiwillige, selbständige, unternehmerische Entscheidungen.
    (außer bei denen, wo der Berater ihnen das aufgeschwatzt hat..:roll:).


    Wer immer noch nicht weiß, wie der "Schweinezyklus" funktioniert, und in den letzten 30 Jahren nichts dazugelernt hat (lies: kluge Entscheidungen getroffen hat, die auch in Zukunft noch tragfähig sind, und ständig überprüft werden müssen im Hinblick auf Weltmarktentwicklung und EU-Politik), wird es auch nicht mehr lernen.


    Warum sollte ich mit den Bauern wegen Schulden mehr Mitleid haben als mit den grad pleitegehenden sonstigen Unternehmen, die dank der restriktiven Kreditvergabe-Politik der Banken Probleme haben? (die Banken müssen erst mal ihre Eigenkapitalquote wieder erreichen, bevor sie Kredite rausrücken, deshalb sind ja die Zinsen so extrem hoch bei Krediten und so niedrig bei Guthaben).
    Die Bauern sagen, sie seien Unternehmer, wenn sie sich für Mais-Mais-Mais für Biogasanlagen entschieden haben - okay.
    Dann aber bitte durchgängig Unternehmertum, und nicht dieses Gejammer, was für arme Schweine sie doch seien. Alles ihre eigene Entscheidung.
    Sie kümmern sich sonst nicht um uns, siehe Peters Bericht, warum sollen wir dann auf unser Recht verzichten, Schaden von unseren Tieren abzuwenden?


    Komischerweise sehen die ganzen Verbandsbiobauern hier drumrum viel eher als andere die Zusammenhänge in der Natur - das wird den Konvis wohl schon im ersten Lehrjahr aberzogen.
    Und die jammern nicht, sondern sind zu 98% wirtschaftlich gut gestellt.
    Da muß man sich doch mal fragen, woran das wohl liegt....:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Warum sollte ich mit den Bauern wegen Schulden mehr Mitleid haben als mit den grad pleitegehenden sonstigen Unternehmen...


    Sollst Du garnicht. - Nur pauschal Profitgier zu unterstellen, um sich heimlich still und leise von sachlichen Argumentation auf die emotionale argumentfreie Ebene zu schummeln, muß nun wirklich nicht sein! - Farmer-Bashing ist wie Imker-Bashing: dumm und nicht zielführend...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Hallo Peter,
    ich habe leider auch kein Rezept.
    Ich bin sogar noch mißtrauischer geworden.
    Ich glaube jetzt sogar den Ergebnissen vom JKI nicht mehr.
    Bei meiner eingeschickten Probe wurden bei der Bioprobe hauptsächlich Rapspollen gefunden.(28.7.08)
    Ich gehe davon aus, das hier vom JKI mitgelesen wird.


    Befund der chemischen Untersuchung vom 4.5.09 :
    Benzylbenzonat
    Keine Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe nachweisbar.


    Wer hier mitliest, weiß, das Einige mit Nelkenöl arbeiten
    Über Benzylbenzonat habe ich nur im Nelkenöl was gefunden.
    Ich habe aber noch niemals mit Nelkenöl gearbeitet und auch eigenen Naturwabenwachskreislauf.
    Deshalb mein Hinweis auf Peter Maske.
    Wir müssen eine Zweitprobe jemanden Neutralen anvertrauen.


    Peter, ich habe lange Zeit auch deine Bemühungen in Landwirtschaftsforen verfolgt,
    da konntest du ja bereits feststellen wie die Landwirte mit uns umspringen.
    Und du bist immer so lieb und nett zu Denen.
    Mit dem schlechten Milchpreis ist es noch schlimmer geworden, jetzt zerfleischen sie sich schon untereinander.
    So lieb wie du und Backebackekuchenbernhard, so mit auch noch zweite Wange hinhalten und so,kommen wir nicht weiter !
    Aber wie gesagt, ich habe auch kein Rezept(außer Landwirtschafts-Revolution)
    Gruß
    Helmut

  • Sorry, die einzigen, die mich wegen der PSM-Problematik überhaupt angehört haben, waren bisher die Bios, und die nehmen eh nix.
    Mit allen anderen ist nicht zu reden, früher schon nicht, und schon gar nicht mit der Analyse unterm Arm.
    Aber vielleicht haben wir ja die falsche Sorte Bauern hier...:roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Arebours,

    von Feindbildern befreien, brauch ich nicht, denn die haben sich noch nicht eingefressen in mein Hirn.:p

    Hier gehts schlicht weg, um eine Rechenaufgabe:

    Wieviel Energieinput setz ich ein, wieviel hol ich raus.

    Ich bin der festen Überzeugung, daß die Spanne gleich bleibt.

    Eher günstiger für den extensiven Bauern ausfällt, bei besserer
    Schonung, der Ressourcen.

    Allein, den Kunstdünger weglassen, den Klimakiller Nr. 1, wär ein
    Riesenschritt, wobei eindeutig festgestellt ist, daß wenn sich das Bodenleben wieder eingestellt hat, die Erträge sogar höher sind als bei der konv. Ldw.

    Wie Sabine sagt, es geht auch anders, und es geht anders sehr gut!:cool:

    Ich kenn genug Bauern, die sich darüber Gedanken machen und danach handeln. Doch auch sie werden oft ausgelacht und mißverstanden.

    Die Agrarpolitik und das Agrardenken muß dringend verlagert werden in eine nachhaltige, naturnahe Bearbeitung und Produktion.

    Mit Welternährung, braucht mir keiner kommen, das ist und bleibt Mummpitz.

    Gruß Simon


  • Ich kenn genug Bauern, die sich darüber Gedanken machen und danach handeln. Doch auch sie werden oft ausgelacht und mißverstanden.


    Na siehst Du: also macht pauschales Verdammen doch wirklich keinen Sinn!


    Ich habe hier einen Nachbarn, den hätte ich früher als Giftkönig betrachtet. Heute ist er durch intelligentes profitorientiertes (!) Nachdenken dahin gekommen, seinen Chemieeinsatz auf ein Bruchteil zu reduzieren und mehr und mehr natürliche Prozesse und Ideen in seine Bewirtschaftung einzubeziehen. - Er ist mit Sicherheit bei weitem nicht Bio. Aber auf einem guten Weg...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Hallo Miteinander,
    warum macht man das nicht wie folgt:
    Ein Bericht in der örtlichen Zeitung.
    Man erwähnt den vermehrten Rapsanbau,
    die Vorteile des Landwirtes,
    z.B. wegen freigehandelter Preise,
    z.B. Vorteile durch die dadurch erreichte Fruchtfolge,
    dann auch die Vorteile des Imkers,
    eben mehr Honig.
    Die Bestäubungsleistung der Bienen,
    die Vorteile des Landwirtes dadurch
    (Tausendkorngewicht, Qualität, gleichmäßiges Ablühen und dadurch Erntevereinfachung),
    neueres Forschungsergebnis mit einbringen:
    das Abschütteln des Glanzkäfers beim Blütenbesuch.
    Dann auf die Gefährdung der Bienen hinweisen:
    unsachgemäße Anwendung (das sollte man unbedingt so schreiben!)
    von Pflanzenschutzmitteln (das "sogenannte" in diesem Fall weglassen),
    Bienenschutzverordnung erwähnen.
    Richtige Spritzzeiten erwähnen,
    Verbot von "Tankcocktails".
    Zum Schluss gibt man der Hoffnung Asdruck, das man im gegenseitigen Einvernehmen mit den Landwirten die Rapsblütezeit wegen der Vorteile
    beiderseits verbringen möchte.
    Vielleicht interessierte Landwirte mal zu einer Standbesichtigung einladen?
    Man könnte auch einige Sachen aus unserer Sicht erklären:
    z.B.: "Außerhalb der Bienenflugzeiten" - wann ist das, normalerweise oder ausnahmsweise.
    So einen Bericht in Zusammenarbeit mit einem Redakteur könnte ich mir gut vorstellen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Alle,
    Ich will hier keine in Schutz nehmen, es fängt erst mal im Kopf an aber: wenn es denn so einfach wär.
    1. Es gibt Bauern die vor Jahren schon auf Bio umgestellt haben und damals belächelt wurden und teilweise sogar bestraft. Heute werden Sie insgeheim beneidet, aber offen zugeben tun die Konventionellen das selten.
    Ein Freund von mir musste damals in 1996 als er seinen Milchvertrag mit der Molkerei kündigte und ne kleine Käserei aufbaute ca. 7000 DM Ablöse bezahlen für sozusagen nicht gelieferte Überproduktion. Hääää ?!?! Den Bescheid solltet Ihr gelesen haben. _Ich Kannitverstan_
    2. Es gibt Konventionelle die würden ja schon umstellen, aber die können es meist:
    a. vertragstechnisch nicht so schnell
    b. sie fahren sozusagen am Limit und haben kein Spielraum für die Umstellungsphase (Die besseren Billanzen kommen erst wieder mit gutem Boden und in 3-4 Jahren)
    Von denen die mit Fewos etc. ein zusätzliches Standbein haben mal abgesehen.
    3. Es gibt aber auch welche wie hier bei mir ein "spezieller Freund", der hält das alles für Humbug und Quatsch.
    Wörtlich:"Mit Bio kann man kein geld verdienen, das ist alles abzocke..."
    Widerspricht sich eigentlich schon an sich.
    4. So gäb es sicher noch ein paar Varianten.

    Es dauert eben leider seine Zeit. Die Menschen müssen sich erst darüber bewusst werden, erst dann, wenn Sie soweit sind werden Sie auch verstehen und was dagegen tun wollen.
    Hoffentlich bald und immer mehr, denn es ist 3 vor 12 Uhr.
    Ich selber bin da oft auch extrem ungeduldig und sag das dann auch mal recht deutlich.
    Sicher könnte man viel mehr machen wenn man wirklich wollte, denn wo ein Wille, da ein Weg.
    Ich habe letztes Jahr hier bei uns einen Vortrag über Permakultur und Agroforestry als alternatives Landnutzungssystem angeboten und gemacht. 16 LW haben sich angemeldet, 13 andere Personen. Von den LW´s sind aber nur 7 gekommen. Einzelfall, oder grosse Klappe nichts dahinter. Keiner hat sich gemeldet. Die die da waren, waren begeistert und die Diskussion hat so einiges hervorgebracht an Zwängen die nicht für jeden offensichtlich sind.
    Mit den meisten kann man reden. Die anderen werden wie schon gesagt noch etwas Zeit brauchen oder gehören zu den Unverbesserlichen.

    Lothar
    das mit den Zeitungen ist prinzipiell eine gute Idee, aber meist bleibt von dem was Du mit denen Vereinbart hast nicht viel übrig oder wird verdreht.
    Schriftliche Freigabe ist da notwendig, sonst kanns ein Schuss nach hinten geben. Auch schon erlebt.

    Sonnige Grüsse,
    Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)