Unkrautvernichtungsmittel auf Stoppel?

  • Hallo Zusammen!
     
    Eine Frage: Ist es in der Landwirtschaft mittlerweile üblich, die "Unkräuter", die sich auf Stoppelfeldern ansiedeln, mittels Chemie vor dem Umbruch zu vernichten, oder habe ich da etwas falsches beobachtet?
     
    Einige Stoppelfelder, die Ende August/anf. Sept. viel blühendes Grün hatten (wilde Stiefmütterchen, so Kamillenartige Blumen), sahen Ende Sept. komplett vergilbt aus....:confused:
     
    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Imkers,


    so isses leider, wie mir hier der Bauer bei dem mir das aufgefallen ist erklärt hat werden seine Getreideäcker bei Fruchtwechsel "totgespritzt" um den Durchwuchs der Vorfrucht zu unterbinden.:evil::evil::evil:


    Viele Grüße
    Sigi

  • ... Die spinnen doch die Bauern, oder waren das die Römer... ?
     
    Tja, so ist es leider, Sie wissen es nicht mehr besser, bzw. es wird Ihnen nichts besseres mehr vermittelt. (Ausnahmen gibts schon)
    Ein Bekannter von Mir hat seine Ausbildung auf der normalen Landwirt-schaftsschule nach nem Jahr abgebrochen und ist jetzt in der Landbauschule Dottenfelderhof in Bad Filbel. Antroposphischer Demeterbetrieb.
    Er sagte mir im Normalfall lernst Du eigentlich genau das, was die Natur umbringt, der Rest ist zu wenig. Das war ihm dann irgendwann zu viel. Entweder ich finde ne Möglichkeit mit der Natur zu arbeiten oder ich lass es sagte er mir.
     
    Macht-(gier), Geld-(gier) Einfluss, Ignoranz... der Konzerne, Funktionäre...
    Wie sagte letztens hier jemand:" Gier frisst Hirn". sehr treffend.
     
    Sonnige Grüsse,
    Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • Aus dieser Logik heraus müßte ich jetzt meinen 15 qm² Naturkräutergarten mit Chemie "töten" damit mir da ja nix anderes als Echte Kamille, Liebstöckel, Waldmeister oder Ingwer vor dem Frühjahr seine zarten Knöspchen zeigt??:roll:


    Da fehlen einem die Worte...vor allen wenn man liest das dies genauso noch gelehrt wird....?!?


    *Kopfschütteln*:-(

  • Es ist das Mittel Round-up, das da verspritzt wird. Da man sonst der Quecke nicht Herr wird. Denn sonst müsste man wieder eine gesunde Fruchtfolge machen, aber da gehör auch Hafer und andere Früchte rein, die kaum Geld abwerfen. Das ist alles so gewollt von Konzernen, Politik und Agrarverbänden

  • Ich hab's befürchtet. Störung der Zellteilung durch Glyphosphat usw., gestörte Embryonalentwicklung.... Immer mehr, immer mehr, das ganze Jahr hindurch. Mich wundert nichts mehr.
     
    "Das ist doch bloss noch Shampoo..." Wenn ich den Satz noch mal höre, gibt es paar auf die Nuss.


    edit: ja, ich habe es gefunden im Netz. "Stoppelmanagement" sagt man dazu.
    http://www.roundup.de/pdf/Laminat_Stoppel_260609.pdf
     
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

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  • Ich denke wir müssen mit dem Träumen aufhören und die "legale" Realität zur Kenntnis nehmen, wenn´s auch schwerfällt, oder etwas dagegen tun.
    Aber was? Wenn es so weitergeht, muss man sich eher wundern, dass es die Bienen und andere Lebewesen (und auch uns) überhaupt noch gibt.

  • Hallo,


    mal ganz leise gesprochen, die gleiche Argumentation, die man beim Bauern hört (es geht doch gar nicht anders) hört man doch bei den Imkern auch wen es um die Varroa geht, oder habe ich mich da verhört?
    Die Bauern lernen es nicht anders und die Imker auch nicht.


    Gruß
    Werner

  • Round-up, genau, und ich glaube sogar, daß da was drin ist, daß das Getreide besser wachsen lässt. Ich beobachte das bei meinem Nachbarn (der alles totspritzt) schon länger. Immer wenn der spritzt meine ich das die Getreideplänzchen schneller wachsen, der hat auch immer das meiste Getreide. Vielleicht hängt das ja damit zusammen, weil das Saatgut heute ja nur noch durch mehrmalige chemische Behandlung überhaupt zum wachsen bewegt wird (hab ich irgendwo gelesen). Also: Öfter spritzen, noch mehr Getreide? Wo führt das blos noch hin. Allerdings muß ich auch gestehen, daß es ganz ohne Chemie und die passenden Maschinen (so wie ich es mache) das Unkraut wesentlich besser wächst. Aber ich bleib dabei.


    LG Distelbauer Georg

  • Hallo Werner,
    was du so "leise" schreibst (sprichst), gibt mir auch schon eine Weile zum Denken.
    Ich schreib´s mal trotzdem in normaler Lautstärke (Schriftstärke):
    Machen wir es denn eigentlich so viel anders als die Bauern, die wegen ihrer Giftspritzerei ständig kritisiert werden??? Wir verwenden genauso giftige Substanzen, von denen wir letztendlich nicht einmal wissen, wie sie genau wirken, und kaufen sie auch noch beim gleichen Produzenten!!!
    Ich möchte gerne so schnell wie möglich davon wegkommen, ständig irgendein Gift, das auch für mich giftig sein kann, zu benützen.

  • Hallo Hagen,


    es ist leider so das viele unserer Bauern ihre Felder totspritzen, die Frage ist bloß wie lange das noch so geht.
    Hatte unmittelbar vor meinem Bienenstand ein Rapsfeld, das zum zweiten Mal Blüten bekommen hatte und die Bienen tummelten sich dort reichlich. Kann mir nicht vorstellen das die Bienen dort nicht mehr hingeflogen sind, als der Bauer gespritzt hat.
    Nun sage ich nichts mehr, denn solche Gifte sind ja Bienen ungefährlich ??????????

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Webee/Werner man sollte aber auch bedenken, dass bissel Säure in dem Falle ein Medikament ist mit dem die Tiere behandelt werden und keine Umwelt verschmutzt und zerstört wird wie es in der Landwirtschaft Gang und Gebe ist. Über ein Zeckenhalsband oder eine Entwurmungskur beim Hund macht sich doch auch keiner Gedanken - warum auch ... es dient dazu den Tieren Parasiten vom Halse zu halten. Das ist nicht vergleichbar mit der Krankheit, welche heutzutage Landwirtschaft geannt wird. Ein Vergleich von Äpfeln und Birnen.
    Meine 2 Cent
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Honig,
    soso, Äpfel mit Birnen, das seh ich anders. Ich gebe Dir zwar Recht, dass das nichts im Vergleich zu der Verseuchung in der konv. LW ist aber was die Varroa abtötet kann für die Bienen auch nicht gut sein.
    Hierzu mal was zum nachdenken:
    Als ich vor ca. 10 Jahren in meiner alten Tätigkeit als Technischer Kundenberater in unserer damaligen Galvanik war platzte ein Rohr und Säuredämpfe gingen auf uns alle nieder. Wenn wir nicht blitzartig die Halle verlassen hätten, hätten wir Atemwegsverätzungen gehabt, trotz der geringen Konzentration. Daher kann Ich mir heute ungefähr vorstellen wie man sich in einem geschlossenen Raum fühlt, wenn man mit Säure eingenebelt wird.
    Wenn ich mich dann in die Lage der Biene versetze...
     
    Sonnige Grüsse, Markus

    Die Natur ist Perfekt, die Fehler macht nur der Mensch. (Sepp Holzer)

  • a) schrieb ich nicht das die Varroabehandlung gänzlich unschädlich für Bienen ist ... das ist kein Medikament b) tut deine Säuregeschichte nichts zur Sache weil eine Biene keine Mensch und ein Mensch keine Biene ist - wer weiß wie vernebeltes Ibuprofen auf Bienen wirkt.
    Mir geht es einfach darum dass man sich nicht, aus meiner Sicht, Unsinn einreden sollte, dass Imker sich an der eigenen Nase fassen sollten weil sie ja haufen "Zeug" in die Völker kippen.
    Ich hoffe ich wurde verstanden
    Olli

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