Re-Invasion von innen?

  • Hallo Sabi(e)ne,

    Zitat

    das Problem entsteht viel früher, indem wir Wert darauf legen, daß die Bienen von März bis September

    ich hatte vor zwei Jahren auch gedacht, dass ein Volk mit Brutpause erst in der zweiten Runde behandelt werden muss. Es ist um den 10. August zusammengebrochen. Im selben Jahr habe ich einen Ableger mir einer Brutwabe aus einem Altvolk verstärkt. Es war auch tödlich. Das Problem ist allerdings, dass es auch ein Dominoeffekt gewesen sein kann. Ich sitze ja nicht neben den Völkern.

    Die alte Theorie mit dem frühen/späten Brutbeginn ist auch etwas daneben, denn für die bei der Winterbehandlung Übriggebliebenen reicht die anschließende Winterbrut zur Vermehrung.

    Ich werde in den nächsten Tagen meine Stockwaage untersetzen und mal den Winter über die Brutnesttemperatur messen. Es gibt bei uns im Landesverband wohl auch Waagen wo man das einsehen könnte, doch die haben ein anderes Klima.

    Gruß
    Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • @Hagen,
    war alles recht spät, da der Winter kalt und lang war.
    Der Frühling kam dann ganz schnell.
    ....:-D

    beehead



    Hmmm, stimmt schon. War ausgeprägt, anscheinend nicht nur hier.

    Scheidet also als (Mit)Ursache aus.
    Aber, ich sags immer wieder: Vielleicht hat dieser abenteuerliche Witterungsverlauf dieses Jahres die Völker "überfordert", zumindest an die Leistungsgrenze gebracht.

    Gruss
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • @Hagen,
    Der letzte Winter war mit den lang anhaltenden Frosttagen eigentlich optimal. Der Frühling war allerdings zu plötzlich da. Der Massenwechsel konnte gar nicht schnell genug erfolgen, als die Bienen richtig am Start waren, war die Tracht in vielen Gebieten schon vorbei. Zuerst hatten wir viel Trockenheit bei Ostwind, dann keine wirklich zusammenhägend schönen Tage.( mein Pferdebauer war so spät mit dem Heu dran wie noch nie).Der August und September/Oktober, lang anhaltend warm, bei noch mal voll in Brut gehenden Völkern. Da waren zumindest in meiner Gegend die Trachtverhältnisse nicht ausreichend, da musst zugefüttert werden. Ob diese Verhältnisse den Befall begünstigt haben, oder der geringere Befall letztes Jahr einige Imker hat leichtsinnig werden lassen, weiß ich nicht. Ist meiner Meinung nach sehr viel Vermutung und Spekulation, mir hat bis jetzt noch keiner schlüssig die Situation erklärt.

    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Drohne,

    eine Winterbehandlung mit OS erfolgte im Dezember - natürlich nicht bei den Ablegern selbst. Die gab es nämlich noch nicht. Aber vielleicht waren einfach schon zu viele Milben in den Brutwaben vorhanden bzw. wurde ein Volk auch nachträglich durch eine zusätzliche Brutwabe verstärkt.
    Und ausserdem glaube ich, auch wenn´s jetzt zu einfach oder wie eine Ausrede klingt: Das Wetter war schuld - wenigsten zum Teil.


  • Hallo Sabine,


    vielen Dank für den Hinweis, das ist mir nicht aufgefallen. Damit scheidet der Zeitpunkt, wann die Milbe in die Brut geht, für den Vermehrungsfaktor aus.


    Ralph

  • Hallo Zusammen,

    Zitat von Ralph

    entschuldige, dass ich auf deine Antwort nicht eingegangen bin, ich hatte keine Zeit

    Kein Problem. Die einfachste Reaktion in diesem Fall wäre allerdings gewesen, genau das zu schreiben. Wären maximal zwei Sätze gewesen.
    Aber danke, dass Du Deine ursprüngliche Antwort noch mal erweitert hast. :)

    Zitat von Thorben

    Über praktikable Lösungsmöglichkeiten sabbeln wir dann 2010 in der Hessenmühle.

    Grüß Dich! :)
    Du machst mich neugierig und bist deshalb dran schuld, wenn ich jetzt doch komme. Im Moment streiten drei Anlässe um dieses Wochenende. Zwei werden verlieren...
    Was ich nicht verstanden habe: Bist Du der Meinung, wir reden über den allgemeinen Wahnsinn und die spezielle Situation 2009 gibt es real gar nicht, sondern nur in den Köpfen?

    Zitat von Robert

    in den USA gehen die Wissenschaftler von einer Reproduktionsrate von 1,1 aus.

    Müssten wir uns dann überhaupt noch Gedanken über Varroa machen? Wäre Varroafestigkeit damit nicht schon erreicht?
    Bin mir nicht ganz sicher, aber Vermehrungsraten dieser Größenordnung wurden m.E. seinerzeit für die Primorski ermittelt.

    -------------------------------------------------
    Noch mal zu der 13%-Chance des dritten Eis:
    In dem USDA-Dokument, auf das sich auch Ralph bezog, finden sich diese Sätze:

    Zitat von USDA-Dokument, Step 20

    Die junge Biene verlässt die Brutzelle etwa 20 Tage (?!?), nachdem das Ei gelegt wurde. ... In den meisten Fällen wird die Muttermilbe mit nur 1-2 ausgereiften Töchtern die Brutzelle verlassen. Ein Durchschnitt von 1,4 - 1,5 Töchtern ist typisch für eine Milbenpopukation.

    Zitat von USDA-Dokument, ganz unten

    Die verdeckelte Zeitspanne für Drohnen ist 14-15 Tage. Die zusätzlichen 2,5 Tage (verglichen mit der Verdeckelungszeit bei Arbeiterbienen) verschaffen die Zeit für die Reifung von 1-2 zusätzlichen Töchtern. Eine einzige Muttermilbe kann in einer verdeckelten Drohnenzelle 3-5 ausgereifte Töchter erzeugen, aber durchschnittlich sind es 2-2,5 Töchter pro Drohnenzelle.

    (Drohnenzellen lass ich in meinem Modell außen vor. Die spielen im August ja keine große Rolle mehr. Die Zahlen geben aber einen Eindruck davon, welche Vermehrungsraten bei längerer Verdeckelungszeit möglich werden.)

    Ich nehme mal an, dass das dritte Ei mit seiner 13%-igen Wahrscheinlichkeit bereits in dem Faktor von 1,4 enthalten ist.
    Dann blieben für Ei 1 + 2 noch 127 %. 100% geht praktisch nicht, also 80% für das erste und 47% für das zweite Ei. (Darüber schweigt sich das Dokument leider aus.)

    Das bedeutet, dass in jeder fünften Zelle kein erstes Ei legereif wird, in jeder zweiten Zelle ein zweites Ei und in jeder achten Zelle ein drittes Ei. Ich muss das vor mir sehen:

    Code
    [FONT=Courier New].        1         2         3         4| [/FONT]
    [FONT=Courier New]1234567890123456789012345678901234567890|1[/FONT]
    [FONT=Courier New]----------------------------------------|-[/FONT]
    [FONT=Courier New].1111 1111 1111 1111 1111 1111 1111 1111| [/FONT]
    [FONT=Courier New]2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 |2[/FONT]
    [FONT=Courier New]3       3       3       3       3       |3[/FONT]



    Um alle Möglichkeiten zu erfassen, müssen Blöcke von 40 infizierten Zellen betrachtet werden. In einem durchschnittlichen Block schlüpfen demnach:

    Code
    [FONT=Courier New]0 Varroen:    4 Zellen   0[/FONT]
    [FONT=Courier New]1 Varroa:    19 Zellen  19[/FONT]
    [FONT=Courier New]2 Varroen:   13 Zellen  26[/FONT]
    [FONT=Courier New]3 Varroen:    4 Zellen  12[/FONT]
    [FONT=Courier New]--------------------------[/FONT]
    [FONT=Courier New].            40         57 / 40 = 1,425[/FONT]


    Müsste so richtig sein.

    Demnach kämen selbst unter normalen Umständen aus ca. jeder 10. aller befallenen Zellen drei legereife Töchter gekrochen.
    Was das bei verlängerter Verdeckelungszeit bedeuten kann, mag sich jeder selbst ausmalen.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo Zusammen,

    ... Mal sehen, was die Kollegen mit extrem detaillierten Aufzeichnungen dazu sagen. - ...

    Wie immer in offenen Diskussionen: Nichts! :)
    Sie greifen Informationen ab, verwerten Sie unter Umständen für eigene Zwecke - und geben nichts an die Allgemeinheit zurück.

    Später, wenn alle schlauer sind, dann lassen sie schon mal gerne den Besserwessi raushängen.
    Verbreiten dann auch gerne den Anschein, sie hätten es schon immer und natürlich immer besser gewusst.

    Offene und suchende Diskusionen sind schwer! :)
    Viele Grüße,
    Rudi


  • Offene und suchende Diskusionen sind schwer!


    Leider manchmal wirklich... - Aber bitte nicht daraus schließen, dann selber nichts mehr zu teilen! Wirklichen Fortschritt erreichtman nur im Austausch!!!

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Hallo
    Gestern habe ich einen von den vier Doktors aus Hohenheim gezielt darauf angesprochen.
    Er teilte mir mit, das sie schon eine Dienstbesprechung bezüglich dieses Themas hatten,aber
    der Doktor der für's zählen verantvortlich ist hatte nichts in dieser hinsicht festgestellt
    (wenn einer von dort hier im Forum auch mitliest und besser informiert ist-währe keine
    Schande hier was dazu zu schreiben ,die Krone würde im nicht vom Kopf fallen).Er rechnet
    aus heutiger Sicht mit ca 40% Verlust.

    Mfg
    Stevo

  • ....wie man 100% verlieren kann ist mir klar. - Wie jedoch verliert man 200%???? :confused: Gibt es negative Bienen, Antibienen o.ä.????? :wink:

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Die sonst in 2010 zu erwartenden Vorschwärme, Nachschwärme, etc. - der Drohn rechnet betriebswirtschaftlich richtig - Folgeverluste, inkl. Honig und Jungvölker.:-(

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,
    ich will nochmal die Aufmerksamkeit der Interessierten auf das von molle ( molle: Dankeschön! :) ) eingeführte USDA-Dokument lenken. In diesem Dokument wird in "step 4" beschrieben, wie sich die Milbe nach dem Eindringen in die Zelle verhält.
    Ich zitiere aus der deutschen Übersetzung der "Hinterthurgauischen Bienenfreunde" (auch denen ein herzliches Dankeschön):


    Das bedeutet, dass der Startzeitpunkt für die Milbe eben nicht die Verdeckelung ist.
    Sondern erst der Zeitpunkt, an dem der Futtersaft gefressen ist.
    Und schon haben wir eine weitere Quelle für verlängerte Milbenentwicklung: Der verfrühte Anfang durch schlechte Futtersaftversorgung, beispielsweise ausgelöst durch Pollenmangel oder schlechte Pollenqualität.

    Ein paar Stunden mehr am Anfang durch z.B. weniger Futtersaft und ein paar Stunden mehr am Ende wegen z.B. gestörter Brutnesttemperatur - da steigen die Chancen der dritten Milbe schnell von 13% auf 13 + x%.

    Je mehr ich auf die Einzelheiten schaue, um so plausibler wird das Modell. Und das alles, ohne dass sich an der Biologie von Biene und Milbe das Geringste ändern müsste. Umfeldeinflüsse genügen.
    Viele Grüße,
    Rudi