Re-Invasion von innen?

  • Hallo Zusammen,
    viele von uns haben sich darüber gewundert, wieviel Varroen sie anfangs Oktober in den gleichen Völkern gefunden haben, die Ende Juli völlig unauffällig schienen.
    Einschlägige Berichte gibt es aus ganz Deutschland und man fragt sich, wo denn all die "bösen Imkernachbarn" herkommen sollen, die überregional für "Re-Invasion" sorgen.
     
    Ich habe mal modellhaft berechnet, wie sich eine verlängerte Bienenentwicklung auf die Vermehrung der Varroa auswirken könnte.
    Mein Fazit: Die Re-Invasion 2009 kommt möglicherweise aus dem eigenen Kasten! :)
     

     
    Ich habe die beschleunigte Varroavermehrung hier bei mir besonders bei den Völkern beobachtet, die sich Ende Juli/Anfang August in einer Neustart-Situation befanden. Also die Völker mit totaler Brutentnahme und die Kunstschwärme aus den Brutscheunen.
    Bei den Kunstschwärmen hatte ich 2007 schon den gleichen Effekt beobachtet.
     
    Meine regulär behandelten Völker waren unauffällig, wahrscheinlich weil es nach der Sommerbehandlung nur wenige Restmilben gab.
     
    Hier gibt es für Interessierte noch einige Details zum Modell:
     
    http://www.blaukaut.de/forumskiste/milbenwunder-2009.pdf
     
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Eine schöne Darstellung :daumen:
     
    aber eine Frage bleibt immer noch offen was passiert mit den Milbeneiern?
     
    welche Überlebensstrategie haben sie?
    machen sie einfach eine Entwicklungspause bei ungünstigen Bedingungen oder sterben sie ab
    wenn sie die Möglichkeit haben eine Pause zu machen dann ist eine Re-invasion von innen noch viel GRÖßER.
     
    Gruss Heiko

  • Sehr spannende Hypothese! Nicht unplausibel. Mal sehen, was die Kollegen mit extrem detaillierten Aufzeichnungen dazu sagen. - Vielen Dank schon einmal für die ausführliche Darlegung...

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Super,
    endlich mal eine Erklärung ohne fremdenfeindlichen Unterton. Könnte es sein, dass die AS-Behandlung selbst etwas damit zu tun hat. Wir wissen ja, dass oft Brut dabei abgetötet wird. Wäre es möglich, dass die mögliche Brutverzögerung da her rührt. In der Natur ist es doch oft so, dass Abläufe langsamer werden oder länger dauern, wenn sie durch irgendwelche Substanzen gestört werden. Ich denke da z.B. an die Verabreichung von Alkohol bei Partys an mich. Ganz natürliche Abläufe und Reaktionszeiten sowie Gedächtnisleistungen werdeb davon betroffen :-). Aber im Ernst, kann es nicht sein, dass leicht geschädigte Brut einfach eine längere Entwicklung braucht und damit diesen Effekt auslösen könnte?
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • @nassauer,
    schön das jetzt mal dieser übertriebene Reinvasions Begründung, etwas relativiert wird. Meine Beobachtungen zu den erhöhten Befallsraten, gehen in Richtung zu viele überlebende Milben bei der 1. Sommerbehandlung (leider nicht Bewiesen). Der dieses Jahr sehr warm ausgefallene August/ September, mit den stark in die Brut gegangenen Völkern, begünstigte eine starke Vermehrung der Varroa. Ob nun deine Vermutung zusätzlich einen nicht unerheblichen Faktor darstellt, wäre sehr interessant zu wissen.
    Für mich ziehe ich das Fazit, meine Behandlung im Juli noch mal zu überprüfen, wo sind da Fehlerquellen bzw. wähle ich das richtige Konzept.
    Ganz wichtig ist aber die Völker auf ihre Toleranz hin zu begutachten und auszulesen. Hier leisten ja einige schon sehr erfolgsversprechende Versuche und Anstrengungen.
    Dieses Jahr hat mich wieder gelehrt, die Milbe und ihre Auswirkungen ist nie zu unterschätzen. Gerade wenn man der Meinung ist, alles in Butter, sollte man noch viel Mißtrauischer und Aufmerksamer sein. Sonst kommts wie dieses Jahr.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von beehead () aus folgendem Grund: RS

  • Für mich war dieses Jahr vor allem auffällig:
    Betroffen waren die neuen Ablegervölker, die später als die Wirtschaftsvölker mit AS behandelt wurden, und es passierte auch anschließend an die AS-Behandlung innerhalb der nächsten 2-3 Wochen, obwohl alle Völker vor der Behandlung stark und kräftig erschienen und ich mir eher überlegt hatte, ob eine Behandlung überhaupt notwendig ist, da fast keine Milben zu sehn waren.
    Die Wirtschaftsvölker haben bisher überlebt, obwohl ich auch da nicht die Hand ins Feuer legen würde, ob es alle bis zum Früjahr schaffen, weil manche davon doch recht geschwächt aussehen.
    Irgendwie bekomme ich die ganze Zeit den Gedanken nicht aus dem Kopf, dass die Milbenzunahme direkt etwas mit der AS-Behandlung zu tun haben muss.

  • Hallo zusammen,
    @weebee:
    das ist auch meine Beobachtung. Habe gestern von 5 Ablegern 3 Verluste festgestellt und ausgerechnet bei den kräftigsten Völkern. Sie waren im Sommer inpuncto Varroa unauffällig, habe behandelt und etwa 4 Wochen später waren sie weg. D.h. 2 Völker waren komplett raus aus der Beute, aber es lagen sehr viele tote Bienen vor und vor allem unter der Palette, auf der die Beuten standen. Da habe ich vorher noch nie Tote gehabt. In der 3. Beute lag das Volk als ganzer Haufen auf dem Gitterboden, soviele tote Bienen habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Darauf befanden sich auch vereinzelt Varroamilben, aber nicht soviele, dass ich sagen würde, sie sind deshalb "hops gegangen". Auf jeden Fall ist etwas in diesem Jahr anders, als in den vorangegangenen.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • @ Rudi, nun stell mal Dein Licht nicht so unter den Scheffel! :p_flower01::p_flower01: Nur allzu oft sind die reinen Praktiker mitunter die besseren Wissenschaftler. Denn hier zählen Ergebnisse und nicht ein Diplom an der Wand oder in der Schublade.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter