Nebenerwerbsimkerei mit 50 Völkern

  • Hallo,
    ich bearbeite zur Zeit 25 Völker und will auf 50 Völker aufstocken, gleichzeitig will ich mein Sortiment um etliche Bienenprodukte (alle selbst gemacht) erweitern. Im Hauptberuf bin ich Angestellter und leider bin ich was Finanzamt und Gewerbe angeht so dumm wie ein Laib Brot! Meine Rechnungen an Wiederverkäufer habe ich bis dato ohne Steuernummer ausgestellt.Deshalb habe ich hier ein paar Fragen, und ich bitte schon jetzt darum sie so zu beantworten, dass es auch der Dümmste versteht! Ach ja, natürlich habe ich die Suchfunktion benutzt, aber alles was ich gefunden habe, waren verschiedene Meinungen zu Steuerfragen und alles war sehr verwirrend!
     
    Nun die Fragen:
     
    1: Wie muß ich Schritt für Schritt vorgehen (Finanzamt, Gewerbe anmelden?)?
     
    2. Gibt es irgendwo verläßliche und dummi-kompatible Infos zum Thema?
     
    3:. Es gibt da dieses Buch "Steuerrecht für Imker", ist die zu empfehlen, obwohl schon etwas in die Jahre gekommen?
     
    Vielen Dank für Eure Antworten
    Brotlaib

  • Hallo Brotlaib,

    Zitat

    1: Wie muß ich Schritt für Schritt vorgehen (Finanzamt, Gewerbe anmelden?)?
     
    2. Gibt es irgendwo verläßliche und dummi-kompatible Infos zum Thema?
     
    3:. Es gibt da dieses Buch "Steuerrecht für Imker", ist die zu empfehlen, obwohl schon etwas in die Jahre gekommen?

    zu 1: Bei der zuständigen Gemeinde einen Gewerbeschein beantragen. Der ist kostenpflichtig und die Preise unterscheiden sich Regional. Ca. 20 -30 Euro. Danach bekommst Du vom Finanzamt eine neue Steuernummer.


    zu 2: http://www.klicktipps.de/


    zu 3: Kenne ich nicht.


    -Schumi

  • Bei solchen Angelegenheiten lohnt sich die Investition in professionelle Beratung:


    http://www.berufsimker.de/?q=node/155


    Ein in imkerlichen Fragen spezialisierter Steuerberater ist ratsam je nach Ausgestaltung und Vergrößerung deiner Imkerei. Vielleicht fragst Du einfach mal telefonisch nach, ob sich eine Beratung für dein Vorhaben lohnen würde.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • :roll: Nein, KEINEN Gewerbeschein!
    Zumindest nicht, wenn du nicht Produkte in großem Umfang zukaufen willst.
    Mit der "landwirtschaftlichen" Schiene bist du bedeutend besser dran.
    Und bis 150 Völker interessiert sich das Finanzamt nicht wirklich dafür, du mußt lediglich eine Einnahme-Überschußrechnung jährlich erstellen und die Anlage für Landwirtschaft beifügen.
    Deine Steuernummer bleibt dieselbe wie jetzt, weil du als landwirtschaftlicher Kleinstunternehmer giltst, und mit dem ganzen Umsatzsteuergezumpel nix zu tun hast.
    Du darfst keine Vorsteuer ziehen, brauchst aber auch keine abführen.
    Du brauchst, solange du nur eigene Produkte verkaufst, keine Umsatzsteuer-ID.


    Nein, weil die Regelungen je nach Bundesland durchaus unterschiedlich sind.
    Aber bei 25 Völkern bist du eh schon in der Tierseuchenkasse, vermute ich mal, und ich weiß nicht, ab welcher Völkerzahl in deinem Bundesland die landwirtschaftliche BG zuschlägt.


    Such dir einen Steuerberater, der sich mit Landwirtschaft und speziell mit Imkerei auskennt; nicht alles in dem Buch hat heute noch Bestand.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Vielen Dank erstmal für die vielen Infos!
     
    Sabine : Wie meinst Du das mit Steuernummer behalten, ich habe ja noch keine, oder meinst Du die Nummer unter der ich beim Finanzamt laufe (Stichwort: Dumm wie ein Laib Brot...)
     
    Ich will eigentlich nichts zukaufen, es sei Zutaten die ich zum Herstellen eines Produktes brauche, aber ich will keine fertigen Produkte kaufen , die ich dann weiterverkaufe. Bundesland ist Ba-Wü und ich zahl eben den Beitrag an den Landesverband!
    Gruß Brotlaib

  • Ich will eigentlich nichts zukaufen, es sei Zutaten die ich zum Herstellen eines Produktes brauche, aber ich will keine fertigen Produkte kaufen , die ich dann weiterverkaufe.


    Hallo Brotlaib,


    sobald Du ein Urprodukt (Honig, Propolis, Kartoffeln...) veränderst, rutscht Dein Produkt in die Verarbeitungsstufe 2.


    Wein, obwohl bearbeitet, bleibt Urprodukt.


    Frag bei der landwirtsch. Beratungsstelle nach, wer sich auskennt.
    Die können Dir sicher auch einen Steuerberater benennen.


    Das war ein Tipp von "meinem" Finanzamt...

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Morgen


    Und laß das Ding als Kleingewerbe laufen, sonst hast du viel viel unnötigen Verwaltungskram.


    Jedes Jahr schön gegenrechnen, alles muß nicht rein, Haustürgeschäfte und Flohmärkte sind ohne Quittungen... und und und...
    Sonst ist dein Nebengewerbe mal schnell teurer und wird hochgerechnet. Vor allem im Ertrag nicht steigen!!! Zumindest im schriftlichen. Alle Anschaffungen sauber belegen und Belege sortieren. Am besten die Belege nebst Kassenbuch, aber nur bei den Ausgaben! Einnahmen nicht übertreiben, jeden gefahrenen Kilometer genau dokumentieren, Fahrtenbuch führen!!!!! Ist mehr als man denkt....
    Ich empfehle aber dennoch im Bereich Hobby zu bleiben, das ist beim verwaltungsaufwand sicherlich wesentlich einfacher.


    Und viel glück auf den Weg ;-)


    Stephan

  • Hallo zusammen,


    ich schliesse mich da mal mit ergänzenden Fragen an:


    1.) Ist Honigwein Urprodukt, obwohl ich Hefe und ggf. Gewürze zu füge?
    2.) Honigwein ist in der Zusammensetzung gesetzlich geregelt. Verwenden deshalb viele Verkäufer den Begriff "Met", weil da nichts geregelt ist?
    3.) Kerzen bestehen aus Wachs und Docht und ggf. Aufklebern bzw. Steckern. Sind Kerzen aus Bienenwachs Urprodukte?


    Wo kann ich zu vorstehendem schriftlich verbindliches nachlesen?
    (Steuerberater haben nicht nur mir schon viel erzählt, geben es seltenst schriftlich, und wenn das Finanzamt meckert, dann haben sie Gedächtnislücken oder man hat es falsch verstanden)


    Danke


    Ein schönes Wochenende wünscht Euch


    Petra

    - Ich benutze die Suchfunktion, bevor ich ein neues Thema eröffne! -

  • ... alles muß nicht rein...


    Ich verstehe wirklich nicht, warum wir hier Anleitungen zur Steuerhinterziehung veröffentlichen und lesen müssen... :evil:

    Robert - Versuch macht kluch... - und natürlich: KISS ME - keep it simple and stupid and most efficient!

  • Hallo, mit einem herkömmlichen Gewerbeschein, ( da Brotlaib berufstätig ist, gehe ich natürlich von einem Klein/Nebengewebe aus) braucht auch nur eine Einnahme-Überschußrechnung gemacht werden. Wenn dann keine Voststeuerabzugsberechtigung gewählt wird, fällt der ganze Kram mit der Umsatzsteuer auch weg.
    Was die landwirtschaftliche Schiene bedeutet weis ich nicht und Brotlaib sicherlich auch nicht. Über Vor- oder Nachteile kann bestimmt diskutiert werden. Ich bin mir aber sicher, dass das einzelfallabhängig ist.


    Warum hier diktatorisch mit "Nein, KEINEN Gewerbeschein!" geantwortet wird, kann ich nicht verstehen.
    -Schumi

  • Warum hier diktatorisch mit "Nein, KEINEN Gewerbeschein!" geantwortet wird, kann ich nicht verstehen.
    -Schumi


    Moin Schumi,


    weil die meisten "Kleinimker" ohne weiteren Zukauf sind.


    Diktatorisch???

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • 1.) Ist Honigwein Urprodukt, obwohl ich Hefe und ggf. Gewürze zu füge?


    Ich glaube, dafür speziell gibt es eine Sonderregelung, wonach es nicht Urproduktion ist.
     

    Zitat

    3.) Kerzen bestehen aus Wachs und Docht und ggf. Aufklebern bzw. Steckern. Sind Kerzen aus Bienenwachs Urprodukte?


    Nein, das Wachs ist verarbeitet.



    Verstehe einer die Steuerbehörden...:roll:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Brotlaib@


    ... warum nimmst Du @sab(i)nes Rat nicht ernst?


    Es wurde eindeutig und klar erklärt warum sie Dir diese (eine von mehreren) Möglichkeiten rät. Deine Fragen waren auch klar und nachvollziehbar. Darauf wurde der Rat gegeben. Fertig. Wenn Du aber weiter bohren willst, weil Dir die Fachbegriffe wie Ur-Produkte nicht mal geläufig sind, dann such mal weiter..... viel Erfolg. Z.B. darfst alle Ur-Produkte aus Deinem (!) Betrieb mischen, es bleibt ein Ur-Produkt aus Deinem Betrieb. Die logische Konsequenz darauf ist.... ???
    Wir arbeiten nach dem gleichen steuertechn.-Prinzip wie sab(i)ne und kommen damit gut zurecht.