Wieder Varroa!

  • Sabine :

    du bist nicht die Einzige, die diese Doktorarbeit gelesen hat. Eine Antwort auf meine Frage gibt sie ausdrücklich nicht.
    Es wurden zwar offenbar bei den Frühjahrsarbeiten Urinproben von Imkern genommen, um festzustellen, ob eine Oxalsäureverdampfung zur Aufnahme von Rückständen über die Haut führen kann, die Ergebnisse werden sind jedoch ausdrücklich nicht Gegenstand der Arbeit.

    In anderen Arbeitsanleitungen wird empfohlen bei der Kontrolle der Windeln nach einer OS-Verdampfung Atemschutz und Schutzhandschuhe zu tragen, weil sich die Partikel nur sehr langsam abbauen und deshalb eine Aufnahme über die Atemwege oder die Haut nicht ausgeschlossen werden kann.

    Es muss letztlich jeder für sich entscheiden, wie vorsichtig oder unvorsichtig er mit seiner Gesundheit umgeht. Ich werde jedenfalls fürs erste weiterhin sehr vorsichtig mit OS sein und bestimmt nicht mit einer regelmäßigen Verdampfung das gesamte Beuteninnere mit einer Oxalsäureschicht überziehen.

  • Und das ist nicht die einzige Arbeit dazu, sondern es gibt auf Englisch noch mehr; ebenso auf Französisch,Spanisch, Russisch.


    Wie oft muß denn noch wissenschaftlich nachgemessen werden?


    Das stimmt alles Sabine. Ja es stimmt!


    Die Realität - sprich Imkerpraxis sagt etwas anders aus.


    Unsere Bienen erzeugen selbst Oxalsäure. Wird dieser Wert durch zusätzliche Gaben erhöht, schädigt das unsere Bienen nachhaltig. Es fängt im Frühjahr mit der Bildung der Futtersaftdrüsen an - Junge Brut wird mit einen erhöhten OS Wert versorgt und ebenfalls geschwächt. Das Ganze zieht sich wie eine Roter Faden durchs Bienenjahr. Königinnen / Drohnenzucht alles hängt damit zusammen.


    Ähnlich verhält es sich mit der Ameisensäure. Das einzige Mittel was z.Z. keine Nebenwirkungen zeigt, ist Milchsäure.


    Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Hagen : es ist NICHT verboten, es ist nur nicht explizit erlaubt, das ist ein Unterschied.
    Denn sonst müßte es auch ein Verkaufs- und Herstellungverbot für die Verdampfer geben, sowie für die OS an sich.


    Dieter : ob das jetzt noch sinnvoll ist, letzte Reste zu retten, darüber kann man streiten, Fakt ist, daß es sonst kein Mittel mehr gibt, was jetzt noch wirkt.
    Und wenn es in der Schweiz (und anderen EU-Ländern) toleriert/zugelassen wird, sehe ich keinen Grund, warum es hier anders sein sollte.
    Ich weiß, daß mal wieder nur ums Geld geht, aber warum lassen wir uns das gefallen?
    "WIR" und die Bienen sind die Betroffenen, nicht die Politiker, die bei großen Verlusten dann wieder versprechen, daß "sie das sehr ernst nehmen"...:evil:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hagen : es ist NICHT verboten, es ist nur nicht explizit erlaubt, das ist ein Unterschied.
    Denn sonst müßte es auch ein Verkaufs- und Herstellungverbot für die Verdampfer geben, sowie für die OS an sich.

    .......



    Einspruch!!

    Grundsätzlich stimmte es, dass es nicht ausdrücklich verboten ist, allerdings bedroht das Arzneimittelrecht ausdrücklich die Anwendung nicht zugelassener Mittel mit Bußgeldern. Sich darauf berufen zu wollen, dass es nicht verboten ist, hilft da im Zweifel nichts.

    Das aus einem Anwendungsverbot ein Verkaufs- und Herstellungsverbot für die OS an sich folgen müsste ist Unfug, weil es ja bekanntlich eine menge legale Anwendungen für OS gibt.

    Bei einem Verbot für OS-Verdampfer ist es ähnlich. Warum sollte die Herstellung oder der Verkauf von Verdampfern verboten werden, nur weil die Verdampfung zu einem bestimmten Zweck in Deutschland nicht zugelassen ist?

  • Dieter, das weiß ich auch.
    Wir sitzen da ganz eindeutig zwischen Scylla und Charybdis, aber Fakt ist, daß es nix besseres gibt als effektive Notfallmaßnahme.
    Dann kann man sich über den Winter in Ruhe Gedanken über biotechnische Maßnahmen wie Brutpause, TBE, und KS-Bildung machen - ich rede doch nicht davon, OS-Dampf als regelmäßige Standardbehandlung einzuführen!


    Wenn ein Patient angeschossen auf der Trage liegt, guckt auch keiner, ob der eine schwere Leberzirrhose hat, an der er eh sterben wird, sondern erst mal muß er stabilisiert werden, dann kann man weitersehen...

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    Bruce Springsteen



  • Dann informiere uns doch bitte und geb nicht nur weiteres "furchtbares Geplappere" zum besten!

    Die verdampfte Oxalsäure schlägt sich überall da nieder, wo die Dämpfe hingelangen. Damit entsteht zwangsläufig eine hauchdünne Oxalsäureschicht in der Beute. Bei Blockbehandlungen wird dieser Beschichtungsvorgang auch noch mehrfach wiederholt. Das ist ganz einfach Fakt.
    Wenn Du weißt, was mit dieser Schicht geschieht, ob sie sich abbaut oder ob sie bleibt, dann Gib dein Wissen bitte weiter.

    Hier nur ohne jede Substanz in der Äußerung Fakten als Unsinn und furchtbares Geplapper abzutun ist in der Tat nur reine Polemik!

  • Hagen : es ist NICHT verboten, es ist nur nicht explizit erlaubt, das ist ein Unterschied.


    Das ist so nicht richtig Sabine.


    Wenn du ein Mittel einsetzt, was nicht als Tierarzneimittel deklariert ist, verstößt du gegen geltende Gesetze. Die Bußgelder fangen mit 200 Euro an (hab ich bezahlt) und gehen bis zum Abwinken. Und deinen Honig kannst du vergessen. Ach so, die Entsorgung bezahlst du auch noch.


    Denn sonst müßte es auch ein Verkaufs- und Herstellungverbot für die Verdampfer geben, sowie für die OS an sich.


    Stimmt auch nicht. In Deutschland kann (fast) alles verkauft werden. Einsetzen ist eine andere Geschichte.


    Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Ich werde jedenfalls fürs erste weiterhin sehr vorsichtig mit OS sein und bestimmt nicht mit einer regelmäßigen Verdampfung das gesamte Beuteninnere mit einer Oxalsäureschicht überziehen.


    Mensch, was vermittelt den dieser Satz für eine Vorstellung von OS-Verdampfung? Wir sprechen hier von einer minimalen Menge OS (von der zudem ein Großteil durch´s Flugloch nach draußen geht) und nicht vom Streichen einer Beute..:roll: Zudem: Überleg doch mal, welch geringe Mengen a) nur sehr selten im Jahr und a)nach der Ernte sowie c) lange vor einer neuen Honigsaison angewandt werden. Und wie das Beutenklima und v.a. Kondenswassersitauation in einer Beute über das Jahr aussieht. Beim zugelassenen Träufeln werden zudem zumindest die Rähmchen von der Lösung mit getränkt, das ist sicherlich nicht besser.


    Mir wäre auch lieber, wenn wir gar nicht behandeln müssten. Aber angesichts der Varroa halte ich die Beeinträchtigung der Bienen durch OS gleich welcher Anwendungsweise für das deutlich kleinere Übel.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wentorfer () aus folgendem Grund: Satz ergänzt

  • Zudem: Genau diese Zulassungsdiskussion haben wir bis zum Sommer auch zum Thema ALF geführt. Dort gab es bei der Zulassung positive Veränderungen und ich bin mir sicher, dass dies bei den Verdampfern auch passieren wird. Dann sollte man sich den besser schon kaufen, bevor er dann urplötzlich teurer wird.

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Hallo,


    ich denke das grundsätzliche Problem am Behandeln ist, dass ein eigentlich nicht gesundes Lebewesen, Bien, gerettet wird und nicht der Selektion überlassen wird. Dieses ungesunde Volk kann sich im nächsten Jahr wieder vermehren oder zumindest über Drohnen das Erbgut weiterreichen. Es ist in unserer Zeit nicht mehr schick, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren.


    Mein Fazit: Durch Behandlung rette ich das Individium, gefährde aber dafür das Ganze.


    Gruß
    Werner
    der ein paar ruhige Tage zum Nachdenken hatte.

  • Moin, Werner,
    dann kommen wir aber logischerweise wieder in ethisch fragwürdige Gebiete, denn dann müßte man auch Ärzte und Krankenhäuser abschaffen...:-(

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