Honig auftauen von unten?

  • Liebe Bienenfreunde,


    es gibt für Abfüllgefäße auf der Unterseite eine Heizung. Sowas kostet ein kleines Vermögen.


    Kann ich, wenn ich beispielsweise ein 300 kg Abfüllgefäß als Lagergefäß verwende, dieses unterhalb mit Heizung und Thermostat versehen und daher zum Auftauen verwenden? So könnte ich immer nur die Honigmenge auftauen und entnehmen, die ich benötige.


    Wenn ja, kann ich mir diese Heizung auch selbst bauen?


    Vielen Dank!


    Liebe Grüße,


    Summ!

  • Das hört sich nach keinem guten Plan an, weil Du so Deine beispielhaften 300 kg Honig regelmäßig erwärmst, Temperaturschwankungen aussetzt und letzteres nicht einmal im Behälter gleichmäßig verteilt stattfindet.


    Gerade bei einem so großen Gefäß mit festgewordenem Honig erwärmst Du über die (in der Tat erhältlichen) Heizkabel zum Aufkleben doch primär eine recht große Unterfläche des Behälters mit dem darüber befindlichen Honig. Da der Honig aber quasi nicht "von gegenüber" dem Quetschhahn in Richtung Aufgang fließt, müsstest Du einen Großteil des Honigs anwärmen. Und gerade auch regelmäßige leichte Temperaturerhöhungen schaden dem Honig.


    Was ist denn das Problem, gleich 600 Gläser Honig abzufüllen, wenn sie fertig gerührt sind? Oder willst Du Dir unbedingt ganze Fertigungsstraßen errichten??:wink:

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Wentorfer () aus folgendem Grund: RSF

  • Lieber Marcus,


    ich dachte einfach naiv, dass dann von unten beispielsweise 10-20 cm nach oben auftauen und diese dann rausrinnen. Aber das war eben naiv. Das würde ja bedeuten, dass der restliche Klumpen oben dann runterrutscht :wink:


    Natürlich würde ich am liebsten 1.200 Gläser abfüllen, aber es mögen nicht alle festen Honig und auch nicht alle Cremehonig. Ist es sinnvoll, die Gläser vor dem Verkauf aufzutauen? Das ist doch eine Menge Arbeit, oder?


    Liebe Grüße,


    Summ!


  • Ja, aber die dafür erforderliche "Lücke" unten dürfte in der Praxis nicht entstehen. Ich schreibe dürfte, weil ich so nicht arbeite.


    Das Prinzip des "Antauens" ist es doch, den Honig im Wärmeschrank wieder in etwa auf die Temperatur zu bringen, der der Honig auch in der Beute ausgesetzt war, ihn dann nach etwa 12 Stunden behutsam per Doppelflügler in eine einheitliche Konsistenz zu rühren und ihn dann aus dem Lagergefäß in´s Abfüllgefäß umzufüllen. So vermeidest Du Wärmeschäden und hast eine gute Konsistenz.


    Ich erkläre meinen Kunden ganz einfach die Zusammenhänge und Vorteile fest gewordenen Honigs und meine Philosophie, allen Kunden einen möglichst naturbelassenen Honig anbieten zu wollen. Sowie ihre Möglichkeiten, ihn dann etwa im Wasserbad individuell ihren Bedürfnissen anpassen zu können.


    Vor´m Verkauf einzeln anzutauen ist, zumindest ohne guten Wärmeschrank, in der Tat zu aufwändig. Ich hab immer nur so halb verfolgt, dass einfrieren einen noch besseren Effekt haben soll..!?

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Danke Marcus!
    Übrigens: Doppelflügler von CFM oder Thomas? Gibt es bei den Rührgeräten - abgesehen von der Ausführung bzw. der Qualitätsanmutung - Unterscheide, was die die Ausführung des Rührwerks betrifft? Diese sehen bei Thomas bzw. CFM sehr unterschiedlich aus. Wer rührt besser?

  • Danke Marcus!
    Übrigens: Doppelflügler von CFM oder Thomas?


    Kann ich Dir nicht sagen. Grundsätzlich stehe ich mehr auf die Fritz-Produkte, weil die meiner Meinung nach immer 110%ig nachgedacht und gebaut haben.


    Bei einem doch vergleichsweise simplen Bauteil wie dem Rührer vermute ich aber mal nicht allzu viel Unterschiede, sofern Du die Finger von No-Name-ebay-Dingern lässt, bei denen sich im Zweifelsfall dann beim Rühren plötzlich ne silberne Beschichtung vom angeblichen V2a-Teil löst...

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Weil man damit:
    a) zumindest bei einer Schleuder, den Honig vorm Sieben etwas flüssiger halten/bekommen kann und es so weniger Stau am Schleuderboden gibt


    b) auch auf Kunden treffen kann, die so Schnickschnack mögen...

    Viele Grüße
    Marcus


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  • Danke Marcus!


    Also bei der Schleuder brauche ich den Schnickschnack nicht, weil das echt teuer ist. Da wart ich lieber, bis der Honig abgeflossen ist..


    Aber so ein Schnickschnack wie z.B. ein Etikettiergerät reizt mich schon...:wink:


    Liebe Grüße,


    Hannes


  • hallo hannes,
    letzter Einwand, dann melde ich mich hier ab.


    ... überleg', ob es nicht andersrum besser wäre.
    Heizung für Schleuder und Etikettierung per Hand.
    Eine Heizung ist absolut kein Schnickschnack.


    Ich hab's so gemacht, weil es mir wichtiger ist, der Honig kommt gut und warm aus der Schleuder und das Sieb verstopft nicht mit dickem Honig. Am Innenblech der Schleuder und der schnellen Auskühlung/Wärmeabfuhr, sind schon etliche Imker verzweifelt. Besonders beim Löwenzahn, dass dürfte ja wohl in Deiner Gegend auch eine gute Tracht geben, könnte die 'Soße' schon mal problematisch werden, besonders dann, wenn's bereits in den Waben etwas dicker und schon etwas schoppert. Wenn Dein Honig-Schleuder-Raum aber 25-30 Grad hat, die Waben weniger auskühlen können, dann spielt das weniger eine Rolle.
    Ein Rührwerk von Thomas habe ich nicht, würde aber mir so ein Teil kaufen. Hoher Rührraum = gute Durchmischung. Das Rührwerk (!) halte ich für das Entscheidende! Gehe bitte nicht davon aus, dass = Kauf eines Rührwerkes, Du gleichzeitig einen guten cremigen Honig bekommst. Das ist ein Kunst und erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl.


    Mein Tip:
    Kaufe Eimer, Eimer Eimer und montiere dort in mehreren einen Abfüllstutzen. Dort solltest Du Deinen Honig lagern. NIE in einem Abfüllbehälter. Eimer auftauen. rühren (gegebenfalls umfüllen in Eimer mit Abfüllhahn) und abfüllen.
    Fang' mit eimerweiser, händischer Rührung an (im Grund braucht man bei richtiger Technik nicht viel rühren, aber mehr Zeitintervalle) und sieh' was passiert, bevor Du große Mengen über eine mechanische Maschinenmischung 'versauen' könntest. Und geh' zu einem Kollegen und laß' Dir's zeigen, wie der Honig in Deiner (!) Gegend am besten gerührt werden sollte.

  • Aber so ein Schnickschnack wie z.B. ein Etikettiergerät reizt mich schon...:wink:


    Weiss nicht so recht - lass das Etikettieren doch lieber eine Aushilfe, nen Schüler, eine Behindertenwerkstatt oder sonstwen machen. Oder kauf Dir für das Geld mehr Beuten für mehr Völker - beides ist volkswirtschaftlich sinnvoller als eine Etikettiermaschine mit unklaren Folgekosten. Technische Faszination hin oder her...

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
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  • ...Kaufe Eimer, Eimer Eimer und montiere dort in mehreren einen Abfüllstutzen.


    Ich fülle aus der Schleuder über Grobsieb > Spitzfeinsieb > Eimer.
    Die taue ich bei Bedarf in einem Einkochautomaten auf, schäume ab und fülle in einen 50kg-Edelstahlpott mit Quetschhahn.
    Eimer kann man 3-hoch-stapeln.


    Eimer mit Abfüllstutzen sind für mich nicht sinnvoll.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.