Mangelernährung und Vergiftung - erste Ergebnisse des CCD Progress Report 2009

  • Zitat

    Topic III: Research to Identify Factors Affecting Honey Bee Health, Including Attempts to Recreate CCD Symptomology: Based on survey and analysis results indicating that many pesticides, parasites, and pathogens may be involved in CCD, efforts continue to explore the role of these factors. Findings to date indicate the sublethal effects of two common miticides on honey bees, as well as a synergistic effect of two pesticides (where the combination of the two compounds was shown to be more toxic than either compound alone), indicating the reality of these threats to bees and need for further research. Studies have also confirmed suspected links between poor colony health and inadequate diet and long distance transportation, indicating that both supplemental protein diets and natural pollen feedings can increase colony strength and offset the negative impacts of stresses such as pests and pesticides.


    aus: CCD Progress Report 2009 (USA)


    Maschinenübersetzung:

    Zitat

    Thema III: Forschung zur Identifikation von Einflussfaktoren der Honigbienengesundheit, einschließlich Versuche, Erstellen CCD-Symptomatik:


    Basierend auf Erhebung und Analyse-Ergebnisse weist einiges darauf hin, dass viele Pestizide, Parasiten und Pathogene in CCD beteiligt sein können,
    die Bemühungen werden fortgesetzt, um die Rolle dieser Faktoren zu erforschen. Bis heute wurde gefunden, dass zwei verbreitete Varroabehandlungsmittel subletale Wirkungen auf Honigbienen besitzen, sowie eine synergistische Wirkung von zwei Pestiziden (in denen die Kombination der beiden Verbindungen wurde gezeigt, dass mehr toxisch als Verbindung entweder allein), was auf die Realität dieser Gefahren für die Bienen und Notwendigkeit für die weitere Forschung. Studien haben auch bestätigt, vermutet Verbindungen zwischen schwacher Bienengesundheit und unzureichende Ernährung und dem Wandern, darauf hinweist, dass sowohl
    zusätzliche proteinreiche Ernährung und natürlichen Pollen die Bienen stärken und die negativen Auswirkungen von Belastungen wie Schädlinge und Pestizide vermindern.


    Proteinreiche Ernährung.


    Dazu:


    Hier wird wieder am Rande eines Ursachenkomplex gekratzt! Kommt zur Sache!


    "In der Biologie macht nichts Sinn, außer im Lichte der Evolution"


    In der Biologie gibt es nichts Unwichtigeres als die Evolution.
    In der Biologie ergibt nichts einen Sinn, außer im im Lichte der Photosynthese und des angeschlossenen Kreislaufs zwischen Flora, Fauna und Bodenlebewesen. Das Bindeglied dazwischen ist Wasser. Die Hervorhebung liegt hier auf der Photosynthese!



    ...bei drastischen Veränderungen der Umwelt


    Hier kommen wir der Sache schon näher! Doch was ist eine drastische Veränderung, was ist die drastische Veränderung?



    ...Bienen ..Auftreten der Varroa...drastische Umweltveränderung?


    Mit Sicherheit ist das Auftreten eines Ektoparasiten keine drastische Umweltveränderung, sondern ein Symptom. Dieses Symptom deutet auf direktem Wege zu einer drastischen Umweltveränderung. Was ist die drastische Umweltveränderung?



    Die Mehrzahl der Tier- und Pflanzenarten sind im Laufe der Evolution ausgestorben, d.h. sie waren nicht in der Lage auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren.


    Es waren nicht verändernde Bedingungen (Mehrzahl), sondern eine verändernde Bedingung. Die Bedingung schlechthin. Die Grundlage jedes Lebens. Und das ist die Photosynthese im Zusammenhang mit dem Aufbau von HUMUS. Humus ist die biologische Aktivität im Boden, die den Pflanzen erst die Nährstoffe verfügbar machen! Ohne diese Aktivität im Boden kann selbst Kunstdünger nicht ordnungsgemäß aufbereitet und aufgeschlossen werden.


    Die Fruchtbarkeit im Boden versiegt. Das ist in den Erdperioden immer wieder aufgetreten. Die Fruchtbarkeit ist aber GRUNDLAGE jeden Lebens. Immer wenn die Fruchtbarkeit in Form von biologisch aktiven Humus durch mechanisch-chemische Erosion geschwunden ist , so verschwand auch das Leben und damit die Arten. Für den Wegfall von Humus und Photosynthese gibt es keine Anpassung.


    Ohne Bodenfruchtbarkeit können die Pflanzen nur mangelernährt sein. Die Folge von Mangelerscheinungen sind Abbauprozesse.


    Abbauprozesse werden von abbauenden Lebewesen übernommen, die zu diesen kargen Zeiten Überhand nehmen. Also werden die mangelernährten Pflanzen krank. Sie leiden an Befall von Insekten, Pilzen, Bakterien.


    Die Folge von mangelernährten Pflanzen ist eine mangelernährte Tierwelt. Auch diese Tierwelt wird den Abbauprozessen unterworfen. Abbaulebewesen wie Insekten, Bakterien und Pilzen übernehmen den Abbau.


    Das Leben an sich nimmt in solchen Situationen ab. Anstatt einer biologischen Aufschließung von Nährstoffen innerhalb des Kreislaufes Pflanze, Tier und Humus, überwiegt (!) die mechanisch-chemische Zerstörung. Diese Zerstörung schafft ebenfalls chemische Nährstoffe (ähnlich wie es unsere Volldünger sind). Doch diese können nicht direkt von den Lebewesen aufgenommen werden.


    Der Prozeß führt langfristig zu einer Verwüstung.


    In diesem Prozeß befinden wir uns als Lebensgemeinschaft mit den Bienen. Während die Bienen mit den Milben als Abbauer zu kämpfen hat, haben wir mit Epidemien, Hungersnöten und so weiter zu kämpfen. Schon lange sind die Böden der Antike fruchtlos geworden - daher der Untergang der großen Zivilisationen. Schon lange sind die Böden in unseren Landen fruchtlos geworden. Durch die Bildung von Kolonien und den Import der Fruchtbarkeit (erst die Fruchtbarkeit der USA, heute die der Regenwälder!) haben wir uns hier über Wasser gehalten. Sicher ist durch Kunstdünger eine Überbrückung geschaffen worden, doch die Brücke endet in einem Abgrund.
    Die Mangelernährung der Pflanzen zeigt sich hier in den Krankheiten und dies wird den Monokulturen zugeschoben. Doch warum sind Monokulturen so schädlich? Weil sie die biologische Vielfalt im Boden zerstören und damit den Humus abbauen anstatt aufbauen. Die biologische Vielfalt ist notwendig, um Humus zu stablisieren und aufzubauen.


    Wir leben noch heute vom Humus der Regenwälder, von der Fruchtbarkeit anderer Länder. Über eine Milliarde Menschen hungern jeden Tag, damit wir uns hier über Wasser halten. Wir, die wir uns hier nicht selbst ernähren können.


    Unsere fehlende Einsichtigkeit in die Bedeutung von Humus und der Photosynthese als Grundlage allen Lebens und als Grundlage für die Gesundheit eines Ökosystems, ja selbst für die Stabillität der Tektonik(!), führt dazu, dass wir das Leben langfristig einer Verwüstung aussetzen. Und das angesichts unseres enormen Wissens über die einzelnen Vorgänge!


    Daher werden wir weder in der Landwirtschaft, noch bei den Bienen, noch bei uns Menschen irgendeine stabile Lebensgrundlage schaffen, wenn wir nicht sofort beginnen, uns um die Fruchtbarkeit des Bodens zu kümmern. Wir können mit Pestiziden kurzfristig überbrücken, doch keinesfalls sollten Pestizide eingesetzt werden, die eine noch weitere Zerstörung der Furchtbarkeit auslösen! Und das ist zurzeit der Fall. Sowohl in der Landwirtschaft, als auch der Imkerei. So wie der Boden durch die Verwendung von Pestiziden wie den Neonicotinoiden von den Bodenlebewesen entvölkert wird, so entvölkern die Varroazide das aus über 8.000 verschiedenen Mikroben bestehende Mikro-Ökosystem Bien.


    All die Genetik ist gut und schön, die Lebensgrundlage durch die Fruchtbarkeit des Bodens muss aber gegeben sein. Ohne sie kommt es zu dem Artensterben, wie sie in der Vergangenheit schon oft vorkam. Für Lebewesen waren diese Vorgänge höchst unbekömmlich.


    Wir sind durch unser Wissen in der Lage, genau diese Zünglein an der Waage zum Positiven für alle Lebewesen hin zu bedienen, wenn wir die Lösungen zum Humusaufbau nutzen, die bereits fertig entwickelt und auch schon praktisch getestet in der Schublade liegen.


    Die hier angesprochene Genetik und deren Mechanismen selbst, ergeben nur einen Sinn, wenn sie in Zusammenhang mit dem Humus, der Photosynthese und dem Stoffkreislauf lebendiger Systeme gebracht werden.


    Bernhard

  • Schönen Nachmittag,
     
    wie immer ein grandioser Bericht vom Bernhard.
     
    Genau dorthin müssen wir wieder, was jedoch eine totale Umkrempelung der jetzigen landwirtsch. Praxis bedeutet.
     
    Aber auch ein Grundstein, für eine bessere Welt, denn ein Umstieg würde viele andere Weltprobleme von alleine lösen helfen.
     
    Drum wären so kleine Schritte, wie wieder mit Heu und Klee füttern, wowie ein Umstieg auf den Festmist, so wichtig.
     
    Bernhard, Du solltest in die Landwirtschaftsschulen gehen und ihnen wieder Praxis lernen, die sie nicht bekommen haben, da sie von profitgierigen Lobbyisten unterrichtet wurden.
     
    Danke für Deinen Beitrag
    Simon

  • Verbreitete Immunschwäche in der Natur: eine Hypothese


    Die Forscher Rosemary Mason und Palle Uhd Jepsen, ehemaliger Chefberater der Naturschutz- und Wildtierforschung der dänischen Forst und Naturbehörde, stellen aufgrund der Sichtung der aktuellen wissenschaftlicher Literatur die folgende Hypothese auf, die einen Zusammenhang zwischen der in der Natur vorzufindenen Immunschwäche bei verschiedenen Tierarten mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln/Pestiziden herleitet.



    Einleitung


    Honigbienen in Europa und den USA
    Wir haben über die Bedeutung der Erkenntnisse aus der Laborforschung an Bienen in Frankreich und den USA nachgedacht. Die Ergebnisse zeigen, daß die Gabe von kleinen Mengen eines systemischen Neonicotinoids, Imidacloprid, an Colony Collapse Disorder (CCD)-Bienen mit einer Schwächung des Bienenimmunsystems einhergeht, so dass sie anfälliger für Bienenkrankheiten wurden. Alaux et al (2009)
    der Institution INRA aus Avignon in Frankreich wiesen nach, daß die Interaktion zwischen den Mikrosporidien Nosema und dem Neonicotinoid (Imidacloprid) die Honigbienen signifikant schwächte.


    Pettis und Van Engelsdorp produzierten identische Ergebnisse - trotz der Tatsache, dass die Kontamination der Bienen mit dem Neonicotinoid unterhalb der Nachweisgrenze lag, die die eigene Laborausrüstung der Forscher erreichte.


    Van Engelsdorp sagte in 2009 bei der Apimondia, dem Weltkongress der Imker: “Als alleinige Ursache können wir keinen Virus oder Erreger ausmachen. Das wiederum impliziert, daß hier unter der Ebene der Erreger etwas anderes geschieht: irgendetwas zerstört das Immunsystem der Bienen.


    Wir entschieden uns, die Muster der jüngsten Todesfälle/Epidemien bei einer Vielzahl von anderen Wildtieren in Großbritannien, Europa und den USA genauer zu betrachten, die beteiligten Erreger und auf einer Zeitskala den Zusammenhang mit der Anwendung von neonicotinoid-gebeiztem Saatgut und Sprays in einer Vielzahl von Kulturen, Gärten, Gewächshäuser und Grasland herzustellen.


    Dabei stießen wir auch auf eine Arbeit aus dem Jahr 2002, herausgegeben von Kiesecker (damals noch an der Penn State University). Diese Arbeit zeigt ähnliche Immunsystemschwächen bei Fröschen, die in Regionen leben, wo sie durch Regen ausgewaschenen Schädlingsbekämpfungsmitteln ausgesetzt sind. Dies deutet darauf hin, daß die Immunsuppression bei Wirbeltieren aus auch bei wirbellosen Tiere vorkommen kann.


    Die Forscher betrachten in der Folge die Literatur zu Amphibien, Fledermäusen, Hummeln, Schmetterlingen, Schwebfliegen, Solitärbienen, Grünfinken, Buchfinken und Meisen in den USA und Europa. Aus dieser Betrachtung heraus, entwickelten Sie die folgende Arbeitshypothese.


    Immunschwächekrankheit in der Natur: eine Hypothese


    Wir sind mehr und mehr überzeugt, daß es sich bei den beschriebenen Fällen nicht um “normale” Infektionen handelt, bei denen die Erreger in üblicher Weise übertragen werden, zum Beispiel über den “”direkten Kontakt” zweier Grünfinken miteinander, oder durch kommerzielle Hummeln zu Wildhummeln übertragene Krankheitserreger. Diese können wahrscheinlich nicht verhindert oder nur durch Säuberung der Vogelhäuschen gemindert werden; oder einfach durch Verbot der Einfuhren von Amphibien aus den USA, oder durch Einschränkung des Imports kommerzieller Hummelvölker oder
    Keulung oder Behandlung von infizierten Fledermäusen mit Antimykotika (das alles ist vorgeschlagen worden).


    Wenn diese Fälle bei Menschen passierten, würde ich als ein Arzt eine Acquired Immune Deficiency Syndrome (englisch für „erworbenes Immundefektsyndrom“, AIDS) vermuten. In diesem Zustand sterben die nicht weiter behandelten Patienten nicht an der Ursache - des mangelhaften Immunsystems - sondern an einer oder mehreren ungewöhnlichen Infektionen oder vielleicht Tumoren, die von gesunden Menschen normalerweise vertragen werden. Oder wenn gesunde Menschen erkranken, normalerweise mit einer vollständigen Erholung gerechnet wird.


    Da neuere Forschungen von Bienenwissenschaftlern aus zwei verschiedenen Instituten gezeigt hat, daß selbst kleine Dosen von Imidacloprid für einen Zusammenbruch des Immunsystems der Bienen verantwortlich sind, glauben wir, daß Ökologen von diesem Anhaltspunkt aus starten sollten. Eine ähnliche Studie bei Frösche aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Auswaschungen im Jahr 2002, legt des Weiteren nahe, daß es nicht nur wirbellose Tiere sind, die anfällig reagieren, wenn sie kleine Dosen von Pestiziden ausgesetzt sind.


    Die Gesundheit der Natur ist weltweit stark rückläufig.


    Die allgemeine Verwendung von Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden hat eine weit verbreitete Verschlechterung der Rahmenbedingungen für Bestäuber verursacht; das schließt den Verlust von Wildpflanzen ein, von denen sie abhängen, deren kompletten Lebenszyklen, den Verlust von Nistplätzen für Hummeln, den Verlust von Lebensraum und die Verwendung von Herbiziden und Insektiziden an verwilderten Plätzen zur Kontrolle von Baumkrankheiten.


    Doch darüber hinaus ist etwas Unheimliches passiert. Daß ist das Ausradieren der Populationen vieler verschiedener Tierarten. Wir vermuten, daß es mit dem zunehmenden Einsatz von systemischen Insektiziden und Neonicotinoide zu tun hat. In den USA wurden die systemische Neonicotinoide im Jahr 1991 und in Großbritannien im Jahr 1994 eingeführt. Der Anteil des britischen Ackerlandes, das mit Neonicotinoiden behandelt wird, hat von 0,65% im Jahr 1994 auf 24,4% im Jahr 2008 zugenommen.


    Aber die größten Zuwächse traten in den letzten 10 Jahren auf: von 1 Million Hektar im Jahr 2000 auf 2,5 Millionen Hektar im Jahr 2008. Es ist jetzt 2011, drei Jahre darauf, und Wissenschaftler der Regierung, DEFRA, FERA, die Verbraucherschutzbehörden leugnen zusammen mit der Pestizidindustrie noch immer, daß systemische Pestizide für Bienen schädlich sind.


    Wir haben eine Reihe von Antworten der verschiedenen Verbraucherschutz- und Umweltbehörden zusammengetragen, die wir persönlich erhalten oder eingesehen haben. Gleichförmig haben sie alle abgelehnt, ein Verbot der Neonicotinoide zu verhängen - aus Mangel an Beweisen, dass die Bienen geschädigt zu werden.


    UK Chemical Regulation Directorate: Die DEFRA schrieb am 15. Februar 2011 im Auftrag von Herrn Henley an David Hanson MP: “Die Daten geben keinerlei Anlaß für Besorgnis.”


    Europäische Union: Im Auftrag von John Dalli, Europäische Kommission für Gesundheit und
    Verbraucher, schrieb Michael Flüh, Leiter des Referats am 25. Januar, daß “auf der Grundlage des aktuellen Wissens ein Verbot nicht gerechtfertigt sein würde.”


    Europäische Union: Im Auftrag des Vizepräsident Ashton, (auch Michael Flüh), schrieb am 3. März “Ich möchte die aufgezählten Punkte aus meinem Schreiben vom 25. Januar noch einmal hervorheben…”


    US Environmental Protection Agency. Am 8. Dezember 2010 sendeten sechs US-Organisationen ein Schreiben an die US-EPA. National Honey Bee Advisory Board, American Beekeeping Federation, American Honey Producers Association, Beyond Pesticides, Pesticide Action Network North America und das Center for Biological Diversity. In diesem Schreiben baten sie um Aussetzung der Zulassung des Neonicotinoid Clothianidin. Am 8. Februar schrieb Dr. Steven Bradbury, Director, Office of Pesticide Programme im Auftrag von Lisa P. Jackson, EPA Administrator: “Zu diesem Zeitpunkt sind wir uns keiner Daten bewusst, die vernünftigerweise zeigt, dass Bienenvölker erhöhten Verluste durch chronische Exposition mit diesen Pestiziden unterliegen sind”.


    Alle Antworten, einhellig, behandeln nur das Thema Bienen. Sie erwähnen weder die nicht zu den Zielgruppen gehörenden Wirbellosen oder die Oberflächenwasserkontamination. Diese Themen waren aber Gegenstand unserer Briefe. Im November 2010 wurde ein Bericht von Corporate Europe Observatory und der European Beekeeping Coordination veröffentlicht. Ist die Zukunft der Bienen in den Händen der Pestizidlobby? Die Europäische Kommission ermöglicht Unternehmen, die Zulassungsbedingungen für Pestizide selbst zu gestalten.


    Wir vermuten, daß die Vorgänge vielen Wissenschaftler nicht bewusst sind


    In der Tat scheint es einen verwunderlich großen Mangel an Wissen bei den einzelnen Wissenschaftler darüber zu geben, was bei anderen Spezies geschieht - abgesehen von ihrer eigenen Fachrichtung. Die meisten Ökologen scheinen diese Infektionen als “neuartig” aber sehr virulent einzuordnen.


    Dabei hat Vredenburg (2010) et al. uns den Schlüssel zum Problem in der ausgezeichneten Studie über die Verbreitung von Krankheitserregern durch drei Seebecken während eines großen Amphibiensterbens (2004-6) in der Sierra Nevada, Kalifornien, gegeben. Sie erklärten, daß die epidemiologischen Theorie besagt, daß ein “Erreger nicht zu einem Aussterben des Wirtes führt. Weil der Erreger selbst verschwindet, wenn die Population des Wirtes unter einen bestimmten Schwellenwert getrieben wird.”


    Obwohl es bis vor kurzem Zweifel an der Bedeutung der Krankheit beim weltweiten Amphibiensterben gab, sagen diese Ökologen, daß diese Theorie nun von “der Macht der Erkenntnisse ” überwunden ist.


    Vier Studien aus verschiedenen Teilen der Welt zeigen, daß genau die gleiche Ausnahme von der Regel (d.h. das totale Aussterben des Wirtes) stattgefunden hat. In den Jahren 1998, 2006, 2007 und 2008 führten Infektionen bei Amphibien zu einer rasch Abhnahme der Populationen und in einigen Fällen zum Aussterben. Dies deutet darauf hin, daß das Problem nicht in der Virulenz des Erregers liegt, sondern mit dem Zustand des Immunsystems der Wirtsarten zusammenhängt.



    Konferenz in Westminster am 4. April 2011


    Die überparteiliche Fraktion für Wissenschaft und Technologie in der Landwirtschaft hat Jeff Pettis, den Bienenwissenschaftler bei der USDA, als Gastredner zu einer Debatte über Bienengesundheit und Pestizide eingeladen. Wir waren nicht anwesend, um die Beschreibung seiner Forschungen zusammen mit Van Engelsdorp zuzuhören. Diese Forschungen sind derzeit unveröffentlicht. Aber wir haben die Forscher mit eigenen Worten im französischsprachigen Film “Das seltsame Verschwinden der Bienen” gehört, der noch nicht in Großbritannien gezeigt wurde [Anmerk. d. Übersetzers: Auch nicht in Deutschland]. Zur Apimondia Konferenz im August 2009 berichtete das französische INRA Bieneninstitut bei Avignon aus Frankreich und auch das Bieneninstitut der USDA aus Maryland über identische Feststellungen bezüglich der Immunsuppression bei CCD-Bienen.


    Zu dieser Zeit gab Van Engelsdorp folgende Erklärung ab: “Wir finden keinen konsistenten Virus oder eine konsequenten Erreger. Das bedeutet, daß etwas anderes darunter geschieht, etwas zerstört ihr Immunsystem. ”


    Im Januar 2011 wurde Dr. Julian Little von Bayer CropScience mit den Worten zitiert: “Ich bin sicher, es gibt einige sehr interessante Effekte, die Dr. Pettis im Labor gesehen hat. Aber in Wirklichkeit interessiert doch nur das, was für jedermann wichtig ist: Was passiert im Feld - da siehst Du diese Dinge nicht passieren.”


    Dr. Little liegt falsch. Er und seine Kollegen in der agrochemischen Industrie und Behörden haben es versäumt, zu beobachten, was in der Umwelt geschieht. Es gibt Anzeichen dafür, daß die Beeinträchtigung des Immunsystems bei Wildtieren jetzt weit verbreitet ist. Eine Reihe von “neuer” oder bisher unbekannte Erreger treiben weltweit das Aussterben einer Vielzahl von Arten an, darunter Amphibien, Fledermäusen, Vögeln, Wirbellosen (insbesondere, Bestäuber). Ein DEFRA-Wissenschaftler bestritt die Existenz des Bienensterbens/Colony Collapse Disorder in Großbritannien während eines Interviews auf Channel 4 Television am Abend der Westminster-Debatte. Obwohl wir nicht über ein Äquivalent des Bienensterbens wie bei der kommerziellen US-Bienenindustrie verfügen, erleben einige unserer befreundeten Imker - die Bienen seit vielen Jahren halten - häufige Verluste bei der Überwinterung der Honigbienenvölker. So begann es in den USA.


    Darüber hinaus haben wir nun hoch signifikante Muster der katastrophalen Rückgänge bei anderen Wildtieren dokumentiert. Unsere detaillierte Untersuchung der Literatur zeigt, daß die Entwicklungen dorthin gehen, wo sich die USA bereits befinden. Europa wird fast zwangsläufig folgen. Wir haben [zurzeit] keine wissenschaftliche Beweise für unsere These, es gibt nur Indizien und Umweltfakten. Das liegt zum Teil daran, daß die meisten agrochemischen Daten streng vertraulich sind. Es war nur ein Zufall, daß wir auf US-amerikanische Verbreitungskarten 1999-2004 für die durchschnittliche Anwendung von Imidacloprid und Thiomethoxam auf landwirtschaftlichen Flächen stießen. Wir konnten keine gleichwertige Karten für Clothianidin finden - weder für die USA noch für Großbritannien.


    Darüber hinaus entdeckten wir, daß Imidacloprid, Thiomethoxam und Clothianidin nicht in der Liste der 44 Pestizide / Herbizide im Oberflächen- und Grundwasser stehen - gemessen durch die USGS. Das bedeutet, daß sie nicht in die Statistik der NAQWA zu Pestizidbelastung der Wasserläufe aufgenommen wurden.


    Die Vereinten Nationen hatten 2010 das Internationale Jahr der Biodiversität erklärt, um
    die Artenvielfalt alles Leben auf der Erde zu feiern. Es markierte auch das Jahr, in dem 200 Länder versprachen, den Verlust der biologischen Vielfalt auf globaler, nationaler und regionaler Ebene zu stoppen. Wieder einmal gehörten in Oktober 2010 in Nagoya, Japan, Delegierte aus 200 Ländern zu den Unterzeichnern der UN Übereinkommen über die biologische Vielfalt. Dennoch: Wie viele der Delegierten waren sich der dramatischen Verluste der weltweite biologische Vielfalt an Wildtieren bewusst, die unter ihren Augen geschieht?


    Die Welt balanciert am Rand einer Klippe. Der jüngste veröffentlichte Bericht durch das United Nations Environment Program (UNEP) von renommierten Wissenschaftlern über den globalen Rückgang der Bestäuber, ist eine deutliche Warnung.


    Bis unsere Hypothese über die Immunschwäche bei Wildtieren widerlegt werden kann, glauben wir, daß alle Verbraucher- und Umweltschutzbehörden die neonicotinoiden Insektizide besser von der Zulassung suspendieren sollten.


    Rosemary Mason MB, ChB, FRCA und
    Palle Uhd Jepsen former Senior Adviser in Nature Conservation and Wildlife to the Danish Forest and Nature Agency.


    April 2011


    Zum Originaltext: https://docs.google.com/viewer?a=v&pid=explorer&chrome=true&srcid=1vZ6_7fXNMgnbaji84CrEcpcCpP7uFAUMIIx1gx-PyMxVYNFRNrK3IcqqYsyz&hl=en

  • :p_flower01:Danke Bernhard - Link ist schon auf die Reise gegangen.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“