Nassenheider in kalter Nacht - was tun?

  • Hallo zusammen!


    seit einigen Monaten lese ich hier mit und bin als Neuimker restlos begeistert über so viel geballtes Fachwissen :)


    Aber hierzu hab ich dann doch keine passende Antwort gefunden:


    Gestern Morgen habe ich die Wetterprognose für die kommende Woche angesehen - Nächte über 8 Grad, tagsüber >13°, also prima für die Spätbehandlung mit dem Nassenheider horizontal. Gesagt getan, seit gestern mittag sind die 5 Völker versorgt.


    Und jetzt das: anscheinend steht ein Kälteeinbruch bevor, die Nacht zum Donnerstag soll bis -3° kalt werden. Was soll ich tun?
    Kann der Verdunster einfach drin bleiben? OK, er arbeitet dann nicht, aber vielleicht schadet er auch nicht?
    Oder an dem Abend bevor es kalt wird rausnehmen? Bis zum Mittwoch hätte er immerhin 4 Wirktage.
    Oder sofort wieder raus und auf besseres Wetter warten?


    Ratlose Grüße von Thomas


  • Ich würd ihn drin lassen:daumen:

    "Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewußt, daß der Mensch überhaupt unendlich mehr empfängt, als er gibt, und daß Dankbarkeit das Leben erst reich macht" D. Bonhoeffer

  • Zitat

    Ich würd ihn drin lassen:daumen:

    Nun ja, das war auch mein spontaner Gedanke. Aber meiner nächster Gedanke war dieser:


    Durch den U-Docht tropft auch bei kalter Witterung beständig AS auf den Horizontal-Docht. Der ist also irgendwann schlichtweg voll. Und das ergab diese Fragen:


    Läuft der irgendwann über und die Soße tropft in die Wabengassen? Das wäre wohl fatal fürs ganze Volk.
    Und wenn nicht: Sobald es wärmer wird, wird dadurch wesentlich mehr AS verdunsten, ganz einfach weil ja viel mehr verfügbar ist. Würde sich dadurch die AS-Konzentration im Stock bedenklich erhöhen?


    Hat vielleicht jemand praktische Erfahrungen mit so einer Situation?


    Gruß
    Thomas

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von ThomasAusWestfalen () aus folgendem Grund: Rechtschreiberei

  • Das sollte eigentlich schon alles längst abgeschlossen sein. AS macht man im Spätsommer zur gesunden Winterbienenerzeugung. Das ist jetzt zu spät. Wenn du Milben hast, sind deine Winterbienen jetzt geschädigt. Und wenn du jetzt noch am Volk rumarbeitest, zerstörst du die zugekitteten Fugen etc. Und schwächst das Volk noch mehr.
    Soviel zu "geballtem Fachwissen"


  • Soviel zu "geballtem Fachwissen"


    Bruno Becker, der Erfinder des Nassenheider empfiehlt aber nunmal eine
    Behandlung im Oktober, das Behandlungskonzept findest Du hier:
    www.bienen-becker.de:daumen:
    Grüßle
    Roland


    PS Der Berufsimker, welchem ich gelegentlich über die Schulter zu schauen die Erlaubnis habe arbeitet auch danach:wink:

    "Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewußt, daß der Mensch überhaupt unendlich mehr empfängt, als er gibt, und daß Dankbarkeit das Leben erst reich macht" D. Bonhoeffer

  • Das ist auch passiert, Anfang August und Anfang September. Und bei der Kontrolle Mitte September hatte ich je nach Volk auch zwischen unter 1 bis 2 Varroen pro Tag. Ende September gabs aber bei 2 Völkern eine massive Zunahme auf 10 bzw. sogar 50/Tag beim Eckvolk. Mag sein, das ich einen Behandlungsfehler gemacht habe, aber bei dem Befall sollte ich wohl kaum bis zur Oxalsäurebehandlung im Dezember warten?


    Und beim Nassenheider wird ausdrücklich Behandlung im Oktober zur Restentmilbunbg empfohlen.


    Zitat

    Soviel zu "geballtem Fachwissen"

    Ich hab gesagt, dass es das hier gibt. Nicht dass ich auch alles gelesen/verstanden habe :p_flower01:

  • Roland ,



    PS Der Berufsimker, welchem ich gelegentlich über die Schulter zu schauen die Erlaubnis habe arbeitet auch danach:wink:


    Sehr interessant! Leider kenne ich persönlich niemanden persönlich, der ihn praktisch einsetzt. Bei uns im IV kennt man nur die umständliche Urform "im Rähmchen neben das Brutnest", die ich nicht praktikabel finde.
    Lässt dein Profi die Dinger auch einfach im Volk, wenn es kalt wird?


    Gruß
    Thomas

  • Läuft der irgendwann über und die Soße tropft in die Wabengassen? Das wäre wohl fatal fürs ganze Volk.
    Und wenn nicht: Sobald es wärmer wird, wird dadurch wesentlich mehr AS verdunsten, ganz einfach weil ja viel mehr verfügbar ist. Würde sich dadurch die AS-Konzentration im Stock bedenklich erhöhen?


    Hey Thomas, wenn Dir so übel wird bei diesen Fragen nimm die Verdunster doch einfach raus und stell sie bei etwas wärmerem Wetter wieder rein. Imkern macht Spaaaß:lol:und sollte Dir keine schlaflosen Nächte bereiten.
    Ich habe momentan die Teile auch drin und werde daran nix ändern, ich kann Dir ja schreiben, wie es war.
    Grüßle
    Roland

    "Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewußt, daß der Mensch überhaupt unendlich mehr empfängt, als er gibt, und daß Dankbarkeit das Leben erst reich macht" D. Bonhoeffer

  • Hallo, Thomas,
    du hast ja geschrieben, du gibst den Nassenheider horizontal, das heißt, er steht in
    einer Zarge auf dem Brutraum. Wenn du nach Anleitung arbeitest, wovon ich bei dir
    ausgehe, liegen über den Brutwaben eine Folie und darüber ein Saugtuch.
    Ist das richtig bisher? Dann hast du deinen Wabenbesatz ausgerechnet und danach
    die Größe des Dochtes und die Menge der ASäure bestimmt. Richtig?
    Jetzt machst du dir Sorgen um die kalten Temperaturen und daß es tropfen könnte.
    Ich glaube nicht, daß das so ist oder Probleme bereiten könnte. Selbst der Wärmesitz
    der Wintertraube reicht nicht in die Oberzarge. Da kann nichts aus- oder überlaufen,
    bei kühleren Temperaturen dehnt sich die Säure im Docht nicht mehr aus und bleibt
    da, wo sie ist, im Behälter.
    Gerade darum kann man den Nassenheider so problemlos anwenden.
    luxnigra ,:liebe002: die Behandlung jetzt oder noch später mit dem Nassenheider ist ja kein
    Eingriff in die Räumlichkeiten. Die Leerzarge wird nur oben aufgesetzt. Für mich in
    meinem Denken besser als Oxalsäure oder unkontrolliert abgegebene Säuremengen.
    Man soll beizeiten behandeln. Richtig.
    Aber wenn plötzlich die Milbenzahl steigt?


    Gruß, Edda:Biene:

    Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Victor Hugo

  • wenn es kalt wird?


    Sooo kalt wird es nun auch wieder nich, der Clou von dem Teil liegt ja gerade in dem breiten Temperaturspektrum, in dem der eingesetzt werden kann.
    Warst Du mal auf Beckers Homepage?
    R.

    "Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewußt, daß der Mensch überhaupt unendlich mehr empfängt, als er gibt, und daß Dankbarkeit das Leben erst reich macht" D. Bonhoeffer

  • Danke Edda,
    ja ich arbeite genau nach Anleitung. Und ja, auch mir erscheint es nicht ideal, OS in die Wintertraube zu träufeln. Auch deshalb probiere ich die Oktoberbehandlung, in der Hoffnung auf OS verzichten zu können.
    Trotzdem werde ich regelmäßig weiter Varroen zählen, und wenn es sein muss auch OS behandeln.


    Gruß
    Thomas